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Lidl will ein eigenes Mobile-Payment-System starten

Lidl arbeitet offenbar daran, seine App Lidl Plus noch einmal aufzupeppen. Wir haben schon über die Anwendung für Apple iOS und Android berichtet: Sie bietet euch etwa digitale Kassenbons und eine digitale Kundenkarte sowie regelmäßige Coupons für Preisreduzierungen oder sogar Gratis-Artikel. Lidl will es dabei aber nicht belassen. Laut einem Interview mit der WirtschaftsWoche sei auch ein eigenes Bezahlsystem geplant.

Die App für Lidl Plus lockte auch mit einem Willkommensrabatt: Wer für 30 Euro einkauft, erhält 5 Euro Rabatt. Da kenne ich auch in meinem Bekanntenkreis viele Menschen, die sich schon deswegen die App gezogen haben – und sie nun weiterhin wegen der Coupons verwenden. Wenn man regelmäßig bei Lidl einkauft und seine Daten preisgeben mag, dann ist das schon interessant.

Neu sind solche Idee nicht – Rossmann, dm, Rewe oder auch Penny setzen schon lange auf ähnliche Konzepte. Der Lidl-Digital-Geschäftsführer, Dominik Eberhard, teilte nun mit, dass man die App zunächst mit den wichtigsten Funktionen gestartet habe, um die Kunden nicht zu überfrachten. Es soll als eine der nächsten Ergänzungen aber ein eigenes Bezahlsystem folgen. Für Deutschland strebe man ein lastschriftbasiertes Verfahren an. In Polen und Spanien kann in der App für Lidl Plus bereits eine Kreditkarte zum Zahlen hinterlegt werden.

Laut Eberhard erreiche man in Deutschland über das lastschriftbasierte Verfahren mehr Kunden. Warum Lidl nicht auf etablierte Systeme wie Google Pay oder Apple Pay zurückgreift, ist offen. Der Grund könnten die Gebühren sein. Die App Lidl Plus hat dabei für den Discounter eine wichtige Bedeutung, denn das wöchentliche Angebotsprospekt sei mittlerweile nicht mehr so effizient.

Skeptisch beäugt, werden Programme wie Lidl Plus natürlich von Datenschützern. Denn kostenlos ist auch hier im Grunde nichts – ihr zahlt mit euren Daten. Ob ihr zum gläsernen Kunden werden wollt, müsst ihr jedoch selbst entscheiden.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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35 Kommentare

  1. Mit Apple Pay und einer AMEX-Karte kann ich schon lange bei Lidl bezahlen. Das Eine schließt das Andere ja nicht aus.
    So bekommt man halt noch mehr Daten.

  2. Naja,
    die Sache war relativ einfach:

    Ich habe die App installiert, mich registriert und die 5 EUR mitgenommen.
    Seither habe ich sie nicht mehr verwendet.
    Ich habe also für 5 EUR meine SPAM-Mailadresse hergegeben und die Verknüpfung zu Ort und Artikeln dieses einen Einkaufs.
    Seither habe ich die App nie wieder angefasst.
    Das erscheint mir nach ein durchaus für mich guter Deal zu sein – diese mailadresse ist eh nur für SPAM und aus dem einen Einkauf von einem Artikel kann man auch nichts groß analysieren.

    Abgesehen davon: Wenn ich überlege dass ich bis vor 1/2 Jahr immer mit Karte bezahlt habe (= alle Einkäufe sind für den Händler zu einer Kartennummer aggregierbar) und jetzt ApplePay nutze (genau das geht NICHT mehr), dann habe ich alleine dadurch einen solche Steigerung in Sachen Datenschutz, da kann ich mich nicht beschweren.

    Mein Blick auf diese App:
    Die App würde ich in Zukunft nur nutzen, wenn der Daten-Preis akzeptabel ist…:

    – einen Coupon der sich lohnt (Und auch dann würde ich die App NUR nutzen, wenn ich auch einen Coupon habe, was wiederum die Datenmenge die ich preisgebe, eher klein hält.)

    – Die Einkaufszettel-Funktion gefällt mir gut, aber macht nur Sinn zB wenn ich Elektrogeräte kaufe, wo man vllt. nach einer Weile mal einen Garantiefall hat. Habe erst letzte Woche ein LIDL-Multitool ausgemustert, „plötzlicher Elektro-Tod nach 6 Monaten / 3x Nutzung“. Kassenzettel ist leider verschwunden. Hätte es die app damals schon gegeben, hätte sich das jetzt gelohnt.

    => Also Summe:
    ich werde die App auch in Zukunft sehr selektiv nur dann nutzen wenn es sich ernsthaft lohnt.
    Was soll ich mit Kassenzetteln über den Lebensmittel-Wocheneinkauf? Wer zuhause nicht Haushaltsbuch führt, schaut die doch eh nie wieder an.
    Warum sollte ich mein handy scannen lassen, wenn ich nix davon habe?

    Bezahlen per Lastschrift? Warum? Apple/GooglePay funktioniert?!

    Welche Zielgruppe mag wohl so technik-affin sein, dass sie per App bezahlen wollen, aber NICHT bereits entweder ApplePay oder GooglePay benutzen? Das klingt eher nach überschaubar vielen Leuten…

    Einziger Vorteil (vermute ich): wenn man die App eh nutzt um irgendeinen Rabatt mitzunehmen, ist es ein Schritt weniger?

    • Ist das tatsächlich erlaubt, dass der Händler die Kartennummer als Identifier nutzt? Das würde ich stark bezweifeln, wenn auch technisch möglich.

      Bei der App gebe ich aber die Zustimmung und dann kann man mich natürlich ganz legal tracken.

      Aber klar, Kassenzettel und Co wäre schon ganz nett.

      • Ich bezweifel das auch. Man bekommt ja auch regelmäßig eine neue Karte mit neuer Kartennummer. Und auch sonst kann ich mir gerade keinen greifbaren Nutzen für den Supermarkt zusammenreimen. Wer Butter kauft, kauft auch Brot. Was soll diese Info bringen? Alle getrackten Kartenzahler kaufen im Durchschnitt 10 Milchpacken im Monat. Auch nichts verwerfliches, wenns hilft die Bestände besser zu kalkulieren, gerne.

    • Zum letzten Teil:
      Ich würde lieber ein Lastschriftverfahren benutzen als Kreditkarte via Google Pay, da so die Dinge zeitnah im Kontoauszug erscheinen und nicht nur einmal im Monat eine große Summe durch die Kreditkartenabrechung abgebucht wird. Das ist nur der Übersichtlichkeit halber und ist bei anderen Banken vielleicht auch per Kreditkarte besser gelöst.

      Die Zielgruppe die technik affin ist aber nicht Google Pay/Apple Pay nutzt ist aber unabhängig davon durchaus vorhanden. Nicht jede Bank unterstützt Goole/Apple Pay bzw. hat nicht jeder eine Kreditkarte. Bei Finanzen sind auch viele technikaffine Leute eher zurückhaltend und wollen sich nicht Paypal oder Revolut oder irgendwas in der Richtung anschaffen nur um per Handy zu zahlen.

      • Du kannst auch eine Debitkarte hinterlegen oder eine Banking App benutzen, die dir die Kreditkartenumsätze anzeigt und schon vom Girokonto runterrechnet

  3. Jeder nutzt ein Android und Apple Smartphone aber heult wegen Lidl Datenschutz rum. Wer merkts?

    • Ich merke was: Wenn ich mit Karte zahle, kann Lidl eine Historie meiner Käufe anlegen und auswerten. Mit der App haben sie nicht nur meine Kartennummer und die entsprechende Einkäufe, sonder noch eine viel bessere Personalisierung.
      Wenn ich Apple oder Google zum Bezahlen nutze, ist das für Lidl oder andere Händler nicht mehr nachvollziehbar. Also was war da noch zu merken?

    • Nach der Logik könnten wir den Datenschutz komplett aufgeben. Find ich nicht klug.

      • Ist der klassische Trugschluss, Privatsphäre sei etwas binäres. Das ist ein Oldie, genau wie „Ich bin gegen Privatsphäre, weil ich hab ja nichts zu verbergen“.

        Alles bloß taunts die man in Konversationen pastet, um die Störgeräusche zu erhöhen.

  4. Das war absolut absehbar. Keine Überraschung. Eben so absehbar wie das Scheitern des Dienstes auf lange Sicht.

    • Sagt wer?
      Ich glaube eher, dass es genug Leute gibt die die App nutzen…

    • Das glaube ich nicht. Die Lidl-App ist die aus Kundenbindungssicht die beste App die ich lange gesehen habe. Der Kunde sieht sofort wie viel er gespart hat. Es gibt ein ausgeklügeltes Anreizsystem, nach jedem Einkauf ein zusätzlichen Coupon und bei den Schwellen (30, 60,…) ein Gratisprodukt für den nächsten Einkauf drin. Angereichert mit nützlichen Zusatzdiensten: Merkliste, digitale Bons, Prospekte, jetzt noch Zahlungsmöglichkeit.
      Das Einzige was ich noch erwarte ist, dass die Coupons persönlicher gestaltet werden, also dass eben gerade nicht jeder die Gleichen bekommt. Somit kann man noch besser auf lokale Überkapazitäten reagieren. Ich nehme an, dass ist nur jetzt am Anfang identisch, damit sie mit den blauen Zusatzschildern im Laden dafür Werbung machen können.

      Ich kenne die Zahlen nicht, aber ich denke, dass die App ein riesen Erfolg für Lidl ist und eine signifikante Umsatzsteigerung zu sehen ist. Ich wette die Mitbewerber schwitzen jetzt gewaltig und arbeiten schon an eignen Lösungen. Das ist aus Kundensicht natürlich nicht schön. Sobald eine Mehrzahl diese Möglichkeiten nutzt, spart man auch nicht mehr so viel, da die Kosten natürlich auf die Produkte umgelegt werden. Also bitte weiterhin nicht nutzen!

      Fazit: Warum den Werbeagenturen das Geld geben, wenn man es auch direkt den Kunden geben kann?

    • Der andere Chris says:

      Ich glaube, dass die App ziemlich erfolgreich ist.

  5. Ist doch aus Datenschutzsicht gut, wenn jeder Händler für sich selbst die Daten sammelt. Laut meinem Lidl-Kundenprofil ernähre ich mich von Milch, die ich aber offensichtlich nicht gut vertrage wie der Klopapierverbrauch suggeriert. Vielleicht sollte ich weniger Ketchup in meine Milch kippen?
    Ähnlich sieht das bei anderen Händlern aus, die sehen immer nur einen kleinen Ausschnitt, immer den gleichen. Da finde ich diese Payback-Karte ja viel gruseliger, die können die Einkäufe bei verschiedenen Händlern kombinieren… die würden wissen, dass ich kein Single bin, weder die Milch noch das viele Klopapier für mich kaufe.

  6. Ich kaufe regelmäßig bei Lidl ein, habe die Lidl Plus App aber bisher nur für den 5€ Rabatt genutzt.
    Die Coupons sind für mich aktuell total unattraktiv, außerdem habe ich keine Lust beim Bezahlen ständig das Handy vor den Scanner halten zu müssen.

  7. Das war ein Grund bei Lidl nicht mehr einzukaufen… die Leute brauchen an der Kasse nun noch länger, weil Sie vergessen haben die Coupons zu aktivieren oder die Karte vergessen haben abzuscannen – derweil erhöht sich die Corona-Abstand Kassenschlange einmal quer durch den Markt.

    • Die virtuelle Karte, also das Handy, hält man ans Lesegerät während die/der KassiererIn die Dinge über den Scanner zieht. Ich hab in meinem Lidl keinen Zeitnachteil deswegen feststellen können.

      • Nein, für die App nicht, aber fürs Bezahlen. Denn wenn die Kassiererin fertig ist, bin ich eigentlich noch beim Einpacken, muss aber parallel das Handy raus ziehen, entsperren und ans Terminal halten. Geht natürlich immer noch schneller, wie mit Karte und PIN oder sogar mit Bargeld zu bezahlen.

    • … Corona-Abstand Warteschlange: von daher gehe ich nur da einkaufen, wo meinen selbst meinen Check-out machen kann. 🙂

  8. Für mich lohnt sich das schon. Ich kaufe so oder so im Lidl, da es im Ort nur Lidl und Edeka gibt und letzterer es nicht schafft den Bestand so zu kalkulieren dass nicht ständig etwas ausverkauft ist. (Nein schon vor Corona und regelmäßig für alltägliche Dinge wie z.b. Toast). Ich bin im Oktober über die Rabattsammelgrenze gekommen von 350€ gekommen und werde im November auch über 400€ kommen, also habe ich neben den kleinen Goodies auch den 10% Gutschein (max 10€) bekommen, den ich dann beim nächsten Wocheneinkauf > 100€ eingesetzt habe. Die Rabatt Coupons dazwischen nutze ich nur, wenn ich das Produkt eh im Korb habe. Ich kaufe nicht Müllermilch obwohl ich keine trinke, nur weils einen 20% Coupon gibt.
    Für mich lohnt sich das, und wenn man darüber bezahlen kann, würde ich es auch nutzen. Der Datenschutz ist für mich dabei zweitrangig. Wenn Lidl gerne auswertet, dass Leute die Katzenfutter kaufen auch einmal im Monat Katzenstreu kaufen, bitte. Wenn ich gezielt Katzenstreu Werbung bekomme, bin ich trotzdem noch in der Lage rational zu entscheiden ob ich das wirklich brauche und ob der Preis wirklich gut ist.
    Die Kassierer im Lidl kennen mich und meine Kaufgewohnheiten eh (ist ein Dorf), und auf der lokalen Ebene würde ich es schlimmer finden wenn jemand weiß dass ich auf einmal 10 Packen Kondome oder 10 Flaschen billigsten Fusel kaufe. So werden die peinlichen Sachen halt bei Amazon gekauft. 😀

    • In ’nem kleinen Dorf würde ich die Kondome ja extra massenhaft im lokalen Laden kaufen, damit sich das überall rumspricht und sich potentielle Gelegenheiten ergeben :-). Ausser Du bist da der Pastor, dann eher nicht…

  9. Fände ich super.

    Ich nutze schon die Edeka App für Coupons und zum Bezahlen. Bei Lidl wäre das ein Zugewinn für mich.

  10. Wir brauchen nicht 10 Verschiedene Systeme sondern 1 System was alle unterstützen. Jedes mal wenn ich in einem Neuen Laden bin schwitze ich an der Kasse ab ich mit meiner Karte auf meinem Handy auch Zahlen kann. Die Banken sagen zwar immer wenn das Symbol für Kontaktlos bezahlen da ist geht es auch ist aber Blödsinn. Auch interessant ist das bei einigen ich meinen Finger extra nochmal zum Bestätigen nutzen Muss bei anderen kann ich eine beliebige summe so bezahlen wenn das Telefon entsperrt ist. Ich nutze meist die Sparkassen App manchmal die Paypal Karte in google Pay wenn die Sparkassen app mal nicht geht. Hatte aber auch letzt bei unserem Penny das Terminal immer meinte das ich erst die Penny App installieren Muss um Kontaktlos bezahlen zu können. Daher gehe ich nun nicht mehr zu Penny.

    • ich hatte bisher noch nie den Fall das Google Pay nicht ging obwohl das Kontaktlos-Symbol vorhanden war. Sicher dass das nicht eher an der Sparkassenapp lag?
      Die einzige Fehlermöglichkeit ist, wenn das Terminal vom Kassierer eine Unterscheidung bei Kreditkarte oder Girocard fordert, bzw. wenn Kreditkarten gar nicht unterstützt werden. Aber das hatte ich nur ganz selten, und in letzter Zeit kaum noch.
      In den Niederlanden hatte ich oft, dass der Kassierer je nach Karte etwas anderes drücken musste. Darum habe ich mir vor einer Weile die Maestrocard (die ist dort so verbreitet wie hier die Girocard/VPay) von Revolut geholt, und die auch in Google Pay hinterlegt. Aber dank Corona konnte ich noch nicht testen obs damit besser geht.

  11. Die Deutschen lieben Insellösungen.

  12. Ich nutze die App seit kurzem schon recht gerne, auch wegen der Gratis-Artikel. Die Bezahlung läuft jetzt noch über einen anderen Weg, insofern wäre ich schon froh, wenn das alles in einem wäre. Aber eben nicht über Lastschrift, sondern da müsste ich schon meine Kreditkarte hinterlegen können, um weiter Bonuspunkte zu sammeln.

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