Inklumojis: Aktion Mensch veröffentlicht „behinderte Emojis“ für Android und iOS

Aktion Mensch kennen viele vielleicht von der Lotterie, über deren Einnahmen soziale Projekte unterstützt werden. Aktion Mensch setzt sich auch seit jeher für Menschen mit Behinderung ein, die Inklusion dieser ist auch heute leider noch nicht selbstverständlich. Darauf möchte Aktion Mensch mit „inklusiven Emojis“ aufmerksam machen, die ab dem 11. Januar für Android und iOS als Tastatur zur Verfügung stehen. Die „Inklumojis“ kommen kostenlos und bieten auch animierte GIFs, die man dann via Messenger oder auch in sozialen Netzwerken nutzen kann. Das langfristige Ziel: Inklusive Emojis als Standardzeichen.

In den Standard-Emojis hat sich in den letzten Jahren unfassbar viel getan. Mittlerweile gibt es verschiedene Hautfarben, gleichgeschlechtliche Paare, Emojis mit Behinderung sucht man aber vergebens. Das soll sich ändern, deshalb plant Aktion Mensch auch einen entsprechenden Antrag bei Unicode Konsortium zu stellen, damit die Inklumojis in den Standardsatz aufgenommen werden.

Menschen mit Behinderung sollen durch die Inklumojis auch in der Kommunikation als das dargestellt werden, was sie sind – ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Dass dies digital noch nicht so ganz der Fall ist, zeigen Nachrichten wie „Rollstuhl-Avatare für Xbox Live“ oder das „Rollstuhl-Training für die Apple Watch„. Wäre dies alles so selbstverständlich wie es sein sollte, bräuchten wir solche Meldungen gar nicht.

Links zu den Tastaturen packen wir in den Beitrag, wenn sie verfügbar sind, das soll laut Pressemitteilung eben morgen der Fall sein.

Hier die Links zu den beiden Apps, die iOS-Version bietet sogar gleich ein Sticker-Pack für iMessage, da kann man sich im Zweifelsfall die Nutzung einer weiteren Tastatur sparen:

Inklumojis der Aktion Mensch
Inklumojis der Aktion Mensch
Entwickler: Aktion Mensch e.V.
Preis: Kostenlos
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Inklumoji - Aktion Mensch
Inklumoji - Aktion Mensch
Entwickler: Aktion Mensch e.V.
Preis: Kostenlos
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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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19 Kommentare

  1. Emojis mit Behinderung? Ok, finde ich gut.

    Aber bevor man so ins Detail geht, wünsche ich mir den Kotzsmiley zurück. Der ist ja so negativ und wurde in vielen Apps/Systemen klammheimlich gekillt. Die Welt ist ja immer so positiv, alles muss gut sein, bald sind negative Emotionen sind verboten.

  2. Also bei mir haben die meisten Emojis keinen Körper. Sind die jetzt behindert? Aber leben ohne Körper geht gar nicht. Hmm. Ich bin verwirrt :/

  3. Aber für open source/Public Zero und auf Github stellen hat es nicht gereicht?!
    Nein, muss wieder ne App mit Werbung und co sein-.-„

  4. Und was kommt als nächstes? Kastrierte, umoperierte, asexuelle oder Latexfetisch-Emojis? Und noch Flüchtlings-Emojis und als Reaktion noch welche von der AfD? Hauptsache keine Randgruppe wird vergessen.

    Ich dachte ja, dass Emojis Emotionen ausdrücken sollen. Und Emotionen haben keine Hautfarbe, keine Rasse, keine sexuelle Orientierung und sind nicht gesund, krank oder behindert. Gefühle sind so ziemlich das Einzige, was alle Menschen gemein haben.

    Also hört auf mit dieser scheiß politischen Korrektheit! Es nervt!

  5. Tobias Clausing says:

    @AxxG: Die Verwendung eines Emoji in WhatsApp mit vorherigem Herunterladen eines GIT-Client, dem Download der Emojis von Github und anschließendem Einfügen aus der Dokumentenbibliothek erscheint vermutlich nur dir als schneller und einfacher Weg.
    Ich habe den Artikel vernünftig gelesen und so verstanden, dass ich eine alternative Tastatur verwenden kann (und damit über zwei Displaytipper bei den inklusiven Emojis bin).
    Vielleicht mache ich es mir aber auch zu einfach und dein Weg des schnellen Vorverurteilens ist der gesellschaftlich bessere.

  6. Das war so klar, dass das kommen würde. Um niemanden zu diskriminieren, braucht man am Ende so viele Emojis wie Menschen auf der Erde. Mir selbst langen schon die unterschiedlichen Hautfarben bei den Emojis. Völlig unnötig. Die gelbe Farbe ist diesbezüglich hervorragend.

  7. @Bernd: wo kann ich unterschreiben? Würde den Kotz Smiley auch gern wieder haben.

  8. Was für Probleme haben einige damit, wenn Emoijs „mehr features“ haben – vielfältiger werden? Ist doch keiner gezwungen sie zu gebrauchen?
    Woher der Wille sich auf platte, einfältige Schemen reduzieren zu wollen?

    Wieso interessiert es, wenn angeblich kein Interesse daran besteht (bei dem Schreiber).
    Scheinbar doch, um eben kundzutun, wie sehr man selbst „beschränkt“ ist oder davon berührt wird und damit Probleme hat?

    Lasst so viele Emoijs entstehen, wie es gewünscht wird.
    Ich gebrauche diejenigen, die mir zusagen.

  9. @Matze
    Falsch gedacht. Emojis sind Ideogramme, d. h. sie vermitteln Ideen jeglicher Art.
    Gefühle auszudrücken ist nur ein kleiner Teilaspekt der Funktion von Emojis. Es ist eher eine eigene Sprache.
    Da die Realität sehr wohl Menschen mit Behinderung kennt, ist es nur konsequent, diese auch mit Emojis abzubilden. Dagegen zu sein, ist etwa so, als wäre gegen die Existenz des Wortes „behindert“.

  10. Mir reicht seit Jahrzehnten 🙂 oder vielleicht mal 😉
    Wenn ich mal meine Zuneigung zu einem schwarzen, behinderten Transgender-Juden ausdrücken möchte, dann schreib ich das einfach hin. Gibt nämlich auch noch Buchstaben auf der Tastatur, mit denen man sogenannte „Sätze“ formulieren kann.

  11. @Tobias Clausing
    Ich habe lediglich moniert, dass die Emojis nur über einen Distributionskanal verteilt werden und eine weitere Bereitstellung (z.B. auf Github, wie es Google Material Design und Whatsapp tun) opportun wäre;)

  12. @Seb:
    Das Problem hier ist aber, dass genau das die ‚Inklumoji‘ nicht tun! Wenn ich mir die Bilder im Playstore so ansehe, dann wird da gar keine Idee vermittelt. Alles, was ich sehe, sind Illustrationen von Leuten mit verschiedenen körperlichen Behinderungen, die ohne Bezug wahllose Tätigkeiten ausüben. Das ist rein darstellerischer Natur.

    Ideogramme funktionieren aber umso besser je generischer sie sind. Das garantiert, dass man sie einfach erkennen, möglichst vielfältig einsetzen und sogar kombinieren kann. Nuancen ergeben sich immer aus dem Kontext. Die ‚Inklumoji‘ sind daher kontraproduktiv.

    Um die Idee ‚Behinderung‘ auszudrücken, gibt es bei den Emoji zumindest schonmal das Symbol, dass wir auch an jeder Stelle sehen können, wo Dinge für oder wegen Behinderten Menschen gekennzeichnet werden. Wenn das nicht ausreicht, weil man damit z.B. nur köperliche Behinderungen visualisieren kann, dann braucht man eventuell ein Ideogramm mehr. Oder zwei. Was man aber nicht braucht, ist eine Latte an nichtssagenden Bildchen. Die machen nämlich nicht das, was Emoji eigentlich machen sollen: Die Kommunikation fördern.

  13. Was ein politisch korrekter Schwachsinn.

  14. @neolith
    Danke für deine Antwort!

    Du sagst, dass alles, was du siehst, Illustrationen von Menschen mit Behinderungen sind.
    Da geht es mir genau so. Aber gerade das beweist, dass die „Inklumojis“ dir sehr wohl eine Idee vermitteln. Du kannst diese Idee sogar in Worte fassen („Mensch mit Behinderung“).

    Du hast recht, dass die „Inklumojis“ im Vergleich zu vielen andern Emojis weniger generisch sind bzw. weniger generisch zu gebrauchen sind.
    Es gibt aber auch Worte wie „Kohlenstoffchauvinismus“, die mutmaßlich weniger generisch sind, und deswegen seltener benutzt werden, als Worte wie „Tisch“.
    Erfüllen diese weniger generischen Worte deswegen keinen Zweck? Fördern sie deswegen nicht die Kommunikation? Doch!

    Ich zweifle übrigens auch daran, dass ein Bild überhaupt nichtssagend sein kann, oder ob es nicht bei jedem denkenden Subjekt eine Bedeutung hervorruft (auch wenn sie von Mensch zu Mensch verschieden sein mag). Aber diese Frage geht wohl über diese Diskussion hinaus 🙂

  15. Körperliche Behinderung lässt sich hier ja recht einfach darstellen, bei geistiger würde es etwas schwieriger. Wie ich hier wieder lesen kann, ist die soziale Behinderung wiederum vor allem in Kommentarspalten bei einigen deutlich herauszulesen. Ihr tut mir leid.

  16. 72 Jahre Frieden sind scheinbar einfach zu viel. Als ob wir keine anderen Probleme hätten. neolith hat es gut auf den Punkt gebracht.

  17. Fragt euch lieber WER die nutzen wird und das sind meist selber welche mit genau diesen Behinderungen oder Leute die eben diese kennen und wollen dass die sich damit identifizieren können.

    Fragt euch lieber weshalb die Inklumojis heißen und wie diese „Inklusion“ funktionieren sollte (durch diese Emojis)

    @Bernd
    Kotzsmiley wäre Bulimie und damit eine psychische Behinderung 🙁

    @Nicooo
    Smileys sind eine Untergruppe der Emojis glaub ich 😉 und sollen nur die Gesichtsemotionen darstellen und keinen gesamten Körper. Das sollte witzig sein ist aber LW ^^

    @Matze
    Die sind von einem solidarischen Anbieter am freien Markt also beschwert euch nicht – ich kritisiere als progressiv/freiheitsdenkender auch oft konservatives oder PoCo Denken aber hier find ich es nicht zu beanstanden. Wenn dir was fehlt programmier es oder finde jemand der deine Ideogramme umsetzt. So läufts und nicht anders…

  18. Auf deren Website steht, dass die auch Vorschläge für weitere oder andere Emojis sammeln und die App dann ergänzen. Und danach die auch an Unicode weitergeben, damit das in die normale Emoji-Tastatur rein kommt. Die Handhabung dieser Sticker-Apps ist ja wirklich auch nervig mit den mehren Schritten, bis das Bild mal im Chat ist.

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