Huawei HarmonyOS 2.0: Apps und Daten bleiben nach dem Wechsel von Android erhalten

In China steht Huaweis eigenes Betriebssystem, HarmonyOS 2, bereits zur Verfügung. 18 Mio. Geräte soll das OS dort bereits erreicht haben. Wie Manager des Unternehmens gegenüber der chinesischen Presse bestätigt haben, so gibt es eine gute Nachricht für Bestandskunden: Wer von Android zu HarmonyOS 2 wechselt, kann nach der Umstellung alle seine Apps und Daten weiter verwenden.

Benutzerdaten, Apps und Spiele und auch Fotos und Videos sollen als migriert werden. Das bestätigt auch die Thesen derjenigen, dass HarmonyOS Android am Ende eben doch sehr ähnlich sei. Wie nahe sich die Plattformen stehen, wurde ja auch hier in den Kommentaren von euch schon ausgiebig diskutiert. Selbst Log-in-Informationen sollen nahtlos von Android zu HarmonyOS übernommen werden.

Vorsicht jedoch: Dass es in China so reibungslos läuft, lässt sich nicht zwangsweise 1:1 auf Europa übertragen. Denn in China fehlen bei Smartphones mit Android ohnehin die Google-Dienste. Da muss man also mal genauer hinschauen, was geschieht, wenn hierzulande Geräte von Android auf HarmonyOS umgestellt werden.

Übrigens soll es wohl auch so laufen, dass Smartphones von Honor, die vor der Abspaltung des Unternehmens veröffentlicht worden sind, teilweise ebenfalls die Möglichkeit haben werden zu HarmonyOS zu wechseln. Da fehlen aber noch genauere Angaben.

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18 Kommentare

  1. Also basiert HarmonyOS tatsächlich auf Android? Also einfach nur ein Andorid ohne Google? Hatte mal was anderes gelesen, bin mir bisher aber nicht wirklich sicher gewesen. Fänd ich eher schade…

    • So viele mobile Open Source Betriebssysteme die man forken kann, gibt es ja nun nicht. Also was, wenn nicht Android hätte Huawei denn nehmen sollen?

      • Naja es klang immer so, als würde Huawei tatsächlich ein komplett neues OS entwickeln.

        • Ein eigenes Betriebssystem wäre ziemlicher Unsinn gewesen. Es geht ja auch darum einerseits möglichst kompatibel zu bestehenden Programmen zu bleiben, Anbietern von Apps die Unterstützung einfacher zu machen und bestehende Entwicklungsumgebungen nicht neu bauen zu müssen.

          Man kann nicht von 0 über Jahre hinweg ein neues OS aus den Hut zaubern, dass dann völlig inkompatibel ist und wo jede App praktisch neu geschrieben werden muss. 😉

          Man muss auch festhalten, dass HarmonyOS ein Fork von dem OpenSource-Anteil von Android ist und nicht nur ein Android ohne Google Dienste. Huaweii musste sehr viel und sehr kurzer Zeit selber bauen, weil es sich hier um einen Fork von einen sehr rudimentären Kern handelt.

          • Es gibt keinen Open Source Anteil von Android, AOSP, als Produkt der von Google und anderen Partnern gegründeten Open Handset Allicance, IST Android! 😉
            AOSP enthält natürlichen nicht die porperitären Google Dienste und Apps, welche Closed Source sind und für die die Lizenzen natürlich käuflich erworben werden müssen.

      • @ Harry
        Ich denke Fuchsia wir wohl ohne den „alten“ Androidunterbau mitsamt Linuxkernel auskommen. Aber bei Huawei war doch zu erwarten, dass se irgendetwas in diese Richtung machen. Gerade ja auch um eben über ihren Appstore kompatibel zu sein und den Entwicklern es nicht unnötig schwer zu machen.

        Da wie im Blog steht in Europa als erstes die Googledienste (Playstore usw.) drauf müssten und dann kommt noch z.B die DSGVO.

        Bin gespannt wie das kommen wird, ob´s vlt. eine APK geben wird die dann Google installiert .

      • Harmony OS 2.0 für Smartphones und Tablets benutzt einen Linux Kernel, der dem von AOSP (Android) sehr ähnlich ist. Durch die GPL Lizenz ist das natürlich auch erlaubt (Harmony OS für IoT Geräte benutzt Huaweis LiteOS Kernel, als Teil von OpenHarmony auch Open Source).
        Für Android Apps wird ein Compatibility Layer verwendet, der auf der Android Laufzeitumgebung (ART) basiert.
        HarmonyOS 2.0 ist in vielen Teilen stark an AOSP angelehnt und verwendet nach eigenen Aussagen aus Kompatiblitätsgründen unter Open Source Bedingungen auch Teile davon (was aufgrund der GPL Lizenz ebenfalls erlaubt ist).
        Daran ist nichts verwerflich und in meinen Augen auch die richtige Entscheidung. So hat der Nutzer Zugriff auf möglichst viele Apps.
        Es macht halt kaum Sinn, das Rad komplett neu zu erfinden, zumal AOSP ja eine Open Source Linux Distribution ist.

        Spannend wäre ein HarmonyOS 2.0 Custom ROM, bei dem sich wie unter Lineage OS zB. auch die Google Apps nachinstallieren lassen.

        • Wolfgang D. says:

          „Durch die GPL Lizenz ist das natürlich auch erlaubt“
          …und wo bleibt der Sourcecode für das OS, wie die Lizenz es fordert, oder ein zu öffnender Bootloader? Die haben sich einfach auf die schnelle alles mögliche aus dem Opensource zusammen“geborgt“, Lizenzen werden wie üblich ignoriert. Eigener Android Store existiert und dann lügen die uns wie gewohnt die Hucke voll.

          • Ihnen ist aber schon aufgefallen, dass das HarmonyOS ebenfalls Open Source ist?

            Und ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass man praktisch keine Geräte mit entsperrten Bootloader bekommt und so gut wie keine mehr auf offiziellem Weg entsperren kann? Warum sollte Huawei dies tun?

            • Wolfgang D. says:

              @Sven „ist aber schon aufgefallen“

              „HarmonyOS ebenfalls Open Source“ Nein. Danke für die Info. Da war ich auf dem falschen Dampfer.
              Seit 2019 ist doch einiges passiert und erst seit 2021 sind Smartphones für das Harmony OS einbezogen. Aber de|en_Wikipedia hat mich jetzt aufgeklärt. Sogar wo es Sourcecode gibt, und die binären Treiber für einige Huawei Chipsätze.

              „dass man praktisch keine Geräte mit entsperrten Bootloader bekommt und so gut wie keine mehr auf offiziellem Weg entsperren kann“
              Das ist die Absicherung der Google Zertifizierung und der Sicherheitskomponenten.
              Probleme mit der Entsperrung von Xiaomi, Samsung, Sony, Google, LG (inoffiziell) habe ich bisher nicht gehabt. Der Hang zum Einsperren der Nutzer über DRM ist allerdings auch bei Google Android genau so unübersehbar, wie bei einem Mitbewerber mit echtem eigenem OS.

              „Warum sollte Huawei dies tun?“
              Für die vielbeschworene Offenheit und Freiheit der Entscheidung, beispielsweise?

              Zusammengeklaut (ich weiss, ist doch OpenSource) aus Android Forks bleibt dieses OS immer noch: Android.
              Siehe Github: [2012] HarmonyOS started out in Shanghai Jiao Tong University in 2012, [2018.8.24] Huawei applied for the Huawei HarmonyOS trademark. The registration announcement date of HarmonyOS trademark is May 14, 2019. [2019.8.9] Huawei officially released HarmonyOS, and HarmonyOS Operating System will be open source.

              Jetzt sind sie nur dabei, alles möglichst inkompatibel zu Google Android zu machen. Sogar der Quellcode von Apps soll neuerdings mit dem Huawei Compiler kompiliert werden (keine .apk mehr, andere Paketendung), obwohl die Apps nativ lauffähig sind.
              Weil: „Da auch das Android Open Source Project (AOSP) zu einem großen Teil[2] von Google stammt, unterliege auch dieses laut dem Handelsjuristen Kevin Wolf den US-Handelsvorschriften.[6]“ (de_WP). Noch ein beliebter Irrtum aufgeklärt.

              • Open Source ist Open Source. Unter der GPL darf den Quellcode JEDER nutzen, verteilen und abändern.
                Das können auch die USA nicht einschränken und verhindern sowieso nicht.
                Da müsste man schon das gesamte Projekt offline nehmen (was ich den USA unter Trump sogar zugetraut hätte).

    • Das ist chinesisches Marketing. Viel Luft.

  2. Man kommt gut ohne Google aus wenn man das will, die Frage ist nur ob man die Nachteile in kauf nehmen will oder nicht. Ich benutze jetzt schon mehr als ein Jahr GrapheneOS komplett ohne Google Dienste und habe keine „Google-App“ vermisst. Aber nur weil ich darauf verzichten kann muss das nicht bei jedem auch so sein. Ich habe nur eine App die auch aus dem Playstore über F-Droid + Aurora installiert habe und das ist eine Bezahlapp für Parkuhren in der Stadt.

    • @ Paula klar kann man auch „Ohne“. Leider wird die „breite Masse“ nicht ohne können. Das fängt mit WearOS (bald Wear) an, über AndroidAuto Google Pay Fotos usw.

      Wenn jetzt jemand neu mit Android anfängt könnte er sicherlich auf Google verzichten. Leider ist das unter Android eh ein mal mehr mal größerer Aufwand Daten von Hersteller x zu Hersteller y zu bringen, wenn man nur mal Fotos denkt wobei, die ja noch einfach über einen externen Speicher von einem zum anderen Gerät zu bringen sind. Fällt mir z.B Kalender- Mailapp ein, nutzt man da die Herstellerapp´s und nicht die von Google, gibt´s eben deutlich mehr Arbeit.

      Es ist unter Android leider, so dass man Speicher verschwendet, weil eben oft alles doppelt ist. Einmal die GoogleApp´s dann die von den Herstellern.

    • Skeptiker says:

      Es geht nicht nur um das „ohne Google-Apps“. Leider gibt’s auch kostenpflichtige Apps, die von den Entwicklern (wohl aus Sicherheitsgründen) ausschließlich über die Stores von Google und Apple vertrieben werden. Und da ist man mit einem System ohne den Google Playstore aufgeschmissen. Mag eher der Einzelfall sein, aber kann man auch nicht vom Tisch wischen.

    • Wolfgang D. says:

      @Paula „Man kommt gut ohne Google aus wenn man das will“
      *Man* will aber nicht. z.B. auf Strom verzichten, oder Mobilität. Irgendwie albern, ihr wollt zwar alle möglichen Daten erhalten, aber selber nichts preisgeben? Wie soll man also *irgendwas* Öffentliches sonst finden?

      Die Frage ist eben, ob du ein Smartphone aus politischen Gründen benutzt, oder ob du mit dem Gerät produktiv was erledigen willst, *und* Apps mit erhöhten Sicherheitsanforderungen laufen. Der Ausweisapp2 in der Appgallery von Huawei scheint das „ab Android 5“ zu reichen.

      Dann bleibt noch einiges offen. Ob es nun eine sehr gute Suchfunktion mit aktuellen Angaben zu Unternehmensstandorten und Öffnungszeiten, vom Bäcker bis zur Schraubenfabrik ist, aktuelle Straßenkarten, der eigene Standort, oder funktionierende Push Benachrichtigungen wo nicht jede App sich seine eigene Wurst braten *muss*.

      Wenn man jetzt wie bei Huawei sichtbar, für dieselben Funktionalitäten im Grunde alles mit derselben Daten-Neugierde nachbildet, mit einem noch stärker geschlossenen nicht einsehbarem System, warum wechselt ihr eigentlich, statt gleich ein einfaches KaiOS Phone zu kaufen? Hat sogar Whatsapp. Oder nen Knipskasten mit WLAN Upload.

  3. Domenik Wagner says:

    Leider funktionieren viele APIs nicht ohne Google Dienste. Oft ist es so, dass zum Beispiel Google Maps in einer App verwendet wird oder eben eine andere API. Auch safetynet funktioniert ohne Google Dienste nicht und damit auch sehr viele Bank Apps nicht. Manche Banken haben schon dagegen gearbeitet und zum Beispiel sollte die S-Pushtan App von den Sparkassen auf den Huawei Geräten funktionieren. Trotzdem muss sie nicht laufen, da die App sehr inkonsequent ist ob sie funktioniert oder eben nicht. Dazu kommen noch die anderen angesprochen Probleme für europäische Nutzer. Also wird es bei mir ohne Google LEIDER nicht gehen.

  4. Bernhard Prawer says:

    Ich habe mir vor einem Jahr das Huawei Mate Xs gekauft, und hoffe doch das ich die Apps bei Harmony OS weiternutzen kann die ich mir bei Google Play installiert habe. Sonst ist mein Huawei Smartphone wertlos.

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