Huawei: Das soll der Plan für Smartphones ohne Google Play sein

Huawei muss wohl bis auf Weiteres ohne den offiziellen Play Store von Google auf seinen Smartphones auskommen, denn die Einschränkungen durch den Handelskrieg mit den USA reißen weiterhin nicht ab. Kurz danach hieß es, dass Huawei wohl ohnehin nur noch bestenfalls geringes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit Google habe. Offen ist bisher geblieben, wie die Chinesen sich denn stattdessen am internationalen Markt halten wollen. Nun gibt es dazu neue Gerüchte.

Der Plan klingt allerdings recht aberwitzig für meine Ohren: Angeblich wolle Huawei für unterschiedliche Regionen spezifische Listen mit den beliebtesten Smartphone-Anwendungen erstellen. Die sollen in etwa den Top 70 Apps aus dem Google Play Store entsprechen. Jene Apps sollen dann als Standard auf den Smartphones von Huawei vorinstalliert sein. In der Theorie klingt das gar nicht so dumm, allerdings würden sich dann sicherlich etliche User (mich eingeschlossen) über die geballte Bloatware-Flutwelle beklagen.

Doch wer weiß, vielleicht sind das nur die technikaffinen Nutzer, die da auf die Barrikaden gehen und dem Durchschnittskunden ist das wurscht, solange er die Apps findet, die er benötigt. Einige Apps wolle Huawei zusätzlich durch eigene Gegenstücke ersetzen, um weiteren Querelen aus dem Weg zu gehen. Ob das allerdings so gutgeht, daran habe ich meine Zweifel. Etwa wird in westlichen Gefilden niemand z. B. Huawei Video als ernsthafte Konkurrenz zu YouTube akzeptieren.

Zusätzlich will Huawei ja mit seinem eigenen App Store, der Huawei AppGallery, punkten. Angeblich wolle Huawei die erwähnten Pläne noch innerhalb der nächsten vier Monate in der genannten Form umsetzen. Die ersten Produkte, welche diese Strategie verfolgen sollen, seien angeblich die Huawei Y7p und P40 Lite E. Denkt aber daran, dass es sich hier um unbestätigte Gerüchte handelt. Huawei selbst hüllt sich aktuell  noch in Schweigen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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13 Kommentare

  1. Die South China Morning Post schreibt heute, dass sich Huawei, Xiaomi und Oppo/Vivo in der „Global Developer Service Alliance (GDSA)“ zusammentun wollen um einen weltweiten App Store aufzubauen.

  2. Die sollen einfach den Bootloader wieder freimachen. Dann würde ich mir auf jeden eins kaufen

  3. +1 für den Bootloader

    Das mit der Bloatware finde ich gar nicht so schlimm – solange sich diese sauber deinstallieren lässt.
    Es gibt tatsächlich eine Handvoll Tools/Programme die so ziemlich jeder drauf hat.
    Wenn ich mir eine Installations-orgie spare – why not.

  4. Die Inkarnation von Blödsinn. Ohne Google Play Store wird das außerhalb von China nix mehr. Da können die Geräte noch so geil sein, die Mehrheit der Kunden will/kann nicht rumpfrimeln, um die gps zu installieren. Tot.

    • Wenn es entsprechende Alternativen gibt, warum nicht.
      Google und die USA sind in diesem Segment einfach schon zu mächtig.
      Die können ruhig zu spüren bekommen, was der Esel Trump da angerichtet hat.

  5. Huawei Video vielleicht nicht aber eine Lösung wie NewPipe fände ich garnicht schlecht.
    Nutz ich immer wieder gerne, auch wenns häufiger mal nicht geht.
    Netter (Neben-) Effekt ist, dass keine Werbung angezeit wird.
    Link: https://newpipe.schabi.org/

  6. westernworld says:

    hört sich für mich mehr nach einer gesichtswahrungsstrategie als alles andere an.
    das wird außerhalb chinas eher nix es sei denn peking übt seinerseits druck auf staaten im rahmen der neuen seidenstraße aus google den rücken zu kehren.
    diese art der lagerbildung könnte für google richtig teuer werden auf die dauer.

    was den bootloader angeht könnte das zum einen blinde nachahmung von apples kontrollwahn sein; oder aber als sehr staatsnahes unternehmen eine vorsorgliche strukturelle abdichtung gegen fremde spyware oder ähnliches um den einsatz in staatlichen it-kontexten unbedenklicher zu machen.

    die amerikaner mißtrauen huawei völlig zurecht und aus eigener erfahrung, sie machen es ganz bestimmt kein stück anders mit microsoft, cisco und durchaus vorstellbarerweise auch apple etc.

    ein glück mag ich huawei weder vom design noch von der ui her sonderlich gut leiden.
    für ihre westlichen fans besonders im flagschiffbereich ist das aber alles wirklich endbitter.

    • @ westernworld: Du bist also der Meinung, dass die USA dem Huawei-Konzern zurecht misstrauen? Worauf stützt du deine „Meinung“? Hast du irgendwelche Beweise dafür, dass an den Vorwürfen gegen Huawei irgendwas dran ist?

      In meinen Augen hast du die „Basis“ deiner „Meinung“ ja schon selbst mit deiner Aussage „ein glück mag ich huawei weder vom design noch von der ui her sonderlich gut leiden.“ gegeben…

    • Nach den ersten 2 Zeilen habe ich aufgehört, den Beitrag von westernworld zu lesen.
      Dieser dahingerotzte Blödsinn enthält einfach zu viele Fehler. Das tut weh beim Lesen!

  7. Hans-Dieter says:

    Ohne PlayStore ist genauso unnütz wie ohne Google-Play-Service/-Framework, ohne die letzten beiden versagen so ziemlich alle Google Apps ihren Dienst.
    Viele Android Besitzer nutzen die Google Apps und Cloud, dadurch ist sich gestellt, dass der Umzug, mit Kalender, Kontakten, Gmail, etc auf ein neues Gerät ohne Probleme funktioniert. Beziehungsweise bei Nutzung von mehreren Geräten diese Dinge auf allen Geräten synchronisiert wird.

    Ist dieser Komfort nicht mehr gegeben, sind wir wieder am Anfang der 1990er Jahre, als der Wechsel von einem Handy auf das andere Handy mit jeder Menge Arbeit verbunden war. Und ich persönlich denke nicht, dass die Kunden darauf Bock haben.

    Persönlich kenne ich genügend User die schon am Kotzen waren, nachdem sie Wege
    Totalschaden von Samsung auf ein anderes Android gewechselt haben und ihre Daten in der Samsung Cloud gesichert waren.

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