Google plant Satelliten-Internet für abgelegene Regionen

Hoch hinaus will Google, wenn es um die Vernetzung der Welt geht. Experimentierte man anfangs noch mit Project Loon in Bodennähe, geht es mit Drohnen höher hinaus und mit Satelliten dann direkt noch ein ganzes Stück darüber. Satelliten und Drohnen sollen der Schlüssel zur Neuvernetzung von Gegenden sein, die bisher keine Möglichkeit haben, das Internet zu nutzen. Ein bis drei Milliarden US-Dollar soll das Satelliten-Projekt kosten, wie das Wall Street Journal berichtet.

Google Office

Die 180 Satelliten, die wohl zum Start des Projekts in den Orbit entlassen werden sollen, werden niedriger positioniert sein als herkömmliche Satelliten. Auf lange Sicht will Google so die restlichen zwei Drittel der Erde mit Internet versorgen, die heute noch keine Verbindung haben. Frühe Kundenbindung nennt man so etwas wohl. Facebook geht einen ähnlichen Weg, experimentiert ebenfalls mit Drohnen, will so unversorgte Gebiete mit einer Internetverbindung versorgen.

Für Project Loon könnte dies sogar das Aus bedeuten. Zwar sind die Ballons günstiger und Larry Page meinte sogar, dass man die ganze Erde mit einem Netz aus Ballons umspannen könnte. Tim Farrar, Chef von TMF Associates meint, dass sich Satelliten und Drohnen gut ergänzen würden. Satelliten könnten in wenig besiedelten Gegenden eine größere Fläche abdecken, Drohnen hingegen könnten eine hohe Bandbreite in dicht besiedeltes Gebiet bringen.

Während solche Vorstöße von Google zwar immer nett anzusehen sind, ist es auch ganz klar eine gute PR. Eine Gutmensch-Firma, die versucht, die Welt zu vernetzen. Das macht sich in Zeiten von Privatsphöre-Debatten immer gut. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass Google mit jedem Menschen, der die Dienste nutzt, auch Geld verdient. Daran ist natürlich nichts verwerflich, allerdings hat es schon einen Grund, warum dies nicht so laut kommuniziert wird, wie eine Vernetzung der Welt, die unterversorgten Regionen endlich das Internet bringt.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

8 Kommentare

  1. Nunja, das ganze klingt interessant. Ob das ganze wirklich so realisiert wird, wird man sehen. Gibt ja viele größere Projekte, von denen man ab Ankündigung wenig bis gar nichts mehr hört.
    Die wichtigste Frage, die sich mir allerdings stellt: Gehört mein Wohnort (Aussenbezirk einer Großstadt), an dem ich nur DSL3000 kriege und kein Kabelanschluss liegt auch zu einer abgelegenen Region? 😉 Wäre schön!

  2. @Marc: Für Satellitenempfang ist es doch völlig egal, ob du in einer Großstadt oder auf dem Dorf wohnst. Ist wie bei GPS, das deckt ja komplette Regionen ab. 😉

  3. Lassitter says:

    @Jo: Ist halt nur die Frage, ob Google dir dann sein Produkt im Aussenbezirk einer Großstadt auch anbietet…

  4. Christian says:

    Die wichtigste Frage finde ich: wie sieht es mit dem Rückkanal aus? Der läuft IMHO hier jetzt noch konventionell. Und kann der Satellit in dieser Höhe Geostationär sein?
    Weil GPS und Sat TV kommen beides von oben aber in dem einen Fall muss man ja schon sehr genau Zielen.
    Keine Ahnung wie das bei einem Sat Telefon läuft.

  5. Der Rückkanal über Satellit ist schon lange technisch möglich. z.B. bei SkyDsl

  6. @Marc das ist noch garnichts.
    Wohne so ziemlich mitten in der Stadt und bekomme nur maximal 2 Mbit.

  7. @Sascha @Mark ich bekomme ich Höchstfall 100 Kilobyte/s, meistens 80 KByte/s
    Zum Vergleich: 2 Megabit=256 Kilobyte