„God of War Ragnarök“ angespielt: Wahrhaft göttlich

Nächste Woche erscheint der First-Party-Titel „God of War Ragnarök“ exklusiv für die Sony PlayStation 4 und PlayStation 5. Entwickelt wurde das Spiel erneut vom Santa Monica Studio. Ich hatte die Chance, mir dieses Game schon vor dem Launch ausführlich anzuschauen. Schon der Vorgänger hat mich schwer beeindruckt: Er machte all das richtig, was ein sinnvoller Reboot benötigt. Das Sequel ist eine gelungene Evolution und ein absolutes Must-Have-Game für PlayStation-Besitzer.

Den wohl einzigen Dämpfer möchte ich jedoch vorwegschicken: Man merkt „God of War Ragnarök“ an, dass die PlayStation 4 noch die Lead-Plattform gewesen ist. Während „Horizon Forbidden West“ (hier mein Test) an der PS5 deutliche Mehrwerte bietet, sieht es bei Kratos neuem Abenteuer enger aus. Allerdings gibt es eine breite Vielfalt von Modi. Zum einen könnt ihr dieses Action-Adventure in nativem 4K mit höchsten Qualitätseinstellungen und 30 fps zocken. Nutzt ihr ein Display mit 120 Hz Bildwiederholrate, habt ihr auch die Möglichkeit, auf 40 fps zu gehen – wie man das auch vom Remake von „The Last of Us“ kennt.

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Dann gibt es noch zwei Performance-Modi: Der erste zeigt euch „God of War Ragnarök“ mit 60 fps, reduziert aber einige Details und auch die Auflösung, jetzt dynamisch, auf minimal 1.440p. Der zweite Performance-Modus, welcher nur an 120-Hz-Displays funktioniert, behält die dynamische Auflösung abermals bei und entsperrt die Framerate komplett. Hier landet ihr dann auch mal bei 90 fps und mehr, die Bildrate schwankt aber extrem. Das lohnt sich eigentlich nur, wenn ihr einen TV mit VRR-Unterstützung besitzt.

Ich selbst schiele immer am meisten auf die grafische Qualität und muss nicht die höchste Bildrate haben. Daher zockte ich weitgehend im 40-fps-Modus. Es ist aber cool, dass es so viele Optionen gibt. Das gilt im Übrigen auch für die Einstellungen zur Barrierefreiheit, die ähnlich enorm sind wie bei den Titeln von Naughty Dog. Hier sollte man Sony loben, die sich hier bei First-Party-Spielen richtig reinknien.

„God of War Ragnarök“ setzt dabei die Geschichte von „God of War“ fort. Kratos ist mit seinem Sohn Atreus immer noch im Norden unterwegs. Der martialische Antiheld tritt also nicht mehr, wie in den ersten Spielen aus der PlayStation-2- und PlayStation-3-Ära, gegen griechische Götter an, sondern versinkt tief in nordischer Mythologie. Für mich als Nordlicht ist das eine tolle Sache. Der Reboot wechselte da aber nicht nur das Szenario, welches „God of War Ragnarök“ weiterführt, sondern krempelte auch das auf Button-Mashing und Quick Time Events ausgelegte Kampfsystem um.

Letzteres bleibt im Sequel weitgehend unangetastet, wurde aber verfeinert. Weiterhin könnt ihr sowohl mit Kratos Axt hantieren oder etwa seine Klingen sprechen lassen. Je nach Gegnertyp und Anzahl der Feinde bietet sich mal die eine und mal die andere Waffe mehr an. Simples Draufhauen, wie in den ersten Spielen der Marke „God of War“, bringt euch dabei nicht weit. Stattdessen geht es im Kampfsystem meistens um das richtige Timing beim Blocken, Ausweichen und Angreifen sowie die Wahl der richtigen Attacken. Ohne Aufmerksamkeit und Taktik liegt ihr rasch am Boden.

Wie im Vorgänger könnt ihr Kratos Wut auffüllen und so eine Art Berserker-Zustand auslösen, in dem Kratos unbeirrt austeilt und weniger Schaden einsteckt. Auch da sollte der Zeitpunkt wohl gewählt sein, an dem ihr diesen mächtigen Bonus nutzt. Ich fand dabei „God of War“ im Schwierigkeitsgrad damals so ungewohnt knackig für ein modernes Spiel, dass ich zeitweise auf „Easy“ unterwegs gewesen bin. „God of War Ragnarök“ ist da gnädiger, was aber vielleicht auch an Kratos bereits zu Beginn aufgestocktem Arsenal liegt. Atreus steht ihm dabei weiterhin zur Seite und unterstützt mit Pfeil und Bogen, was ebenfalls der Schlüssel sein kann, um Schwächen von Feinden auszunutzen. Zumal die Entwickler die Vielfalt der Gegner stark erhöht haben.

Auch auf Mini-Bosse trefft ihr jetzt deutlich häufiger, sodass man in einigen Arealen des Spiels kaum zum Luftholen kommt. Damit ihr nicht untergeht, gibt es auch wieder die Möglichkeit, neues Equipment einzusammeln und aufzuwerten. Das ganze System wurde aber etwas entschlackt, damit es nicht mehr zu verschachtelt wird. Etwa sockelt ihre eure Waffen nicht mehr. Runen könnt ihr aber weiterhin ausrüsten, um euch spezielle Fähigkeiten und Boni zu sichern. Hier sollte man laufend mal anpassen, denn je nach separater Welt, in die man im Spielverlauf reist, helfen andere Fähigkeiten weiter.

Was zur Story führt: Das titelgebende Ende der Welt, Ragnarök, naht. Das passt den noch lebenden nordischen Göttern, wie Odin und Thor, wenig in den Kram. Begeistert sind sie dabei von Kratos Zuzug in ihre Sphären nicht, speziell da seine Handlungen in „God of War“ viel Staub aufgewirbelt haben und zu neuen Freundschaften, aber auch neuen Feindschaften führten. Ich will euch da nichts spoilern, aber die Geschichte ist deutlich ausladender als in Teil 1, wo das zentrale Motiv, das sich um den Tod von Kratos Frau und Atreus Mutter drehte, simpler, aber auch persönlicher gewesen ist.

In „God of War Ragnarök“ fand ich die Story nicht ganz so mitreißend, jedoch immer noch sehr gut inszeniert. Wie viele Fortsetzungen, so verfällt man etwas in die Mentalität „schneller, höher, weiter“, was manchmal übers Ziel hinausschießt. Entsprechend ist das Game übrigens auch umfangreicher als der Vorgänger. 30 Stunden könnt ihr für die Hauptgeschichte einplanen. Nehmt ihr Nebenaufgaben mit und gebt dem Entdeckungsdrang nach, dann rechnet vielleicht nochmal 15 Stunden oder mehr obendrauf. Für ein Nicht-Open-World-Spiel ist das sehr beachtlich.

Richtig gelesen, es gibt hier keine offene Spielwelt: Wie beim Vorgänger gibt es quasi einen gewissen Hub-Bereich von dem aus ihr über Portale in unterschiedliche Welten reist, die in sich geschlossen sind. Das führt wieder mal zu viel Abwechslungsreichtum, selbst wenn man einige Szenarien aus dem Vorgänger kennt. Ach, wobei ich mahnen möchte: Habt ihr den Vorgänger bisher nicht gespielt, dann solltet ihr das vor dem Einstieg in „God of War Ragnarök“ definitiv nachholen. Allzu oft werdet ihr sonst mit einem Fragezeichen vor dem Bildschirm sitzen, da ihr bei der Geschichte nicht mitkommt.

Letztere ist immer noch melancholisch angehaucht, hat aber auch Platz für hin und wieder etwas mehr Humor als im Erstling. Für viel Stimmung sorgt dabei auch der orchestrale Soundtrack von Bear McCreary, den ich seit seiner Arbeit für „Battlestar Galactica“ extrem schätze. Hier hat man sich nicht lumpen lassen seitens Sony und fährt alle Geschütze auf. Und auch wenn ich anfangs angedeutet habe, dass „God of War Ragnarök“ eindeutig als PS4-Titel zu erkennen ist: Das Art-Design und die Liebe zum Detail spielt hier auf deinem so schwindelerregend hohen Niveau, dass das Spiel dennoch absolut großartig aussieht.

Wie man es von Sonys First-Party-Spielen kennt, so ist „God of War Ragnarök“ zudem schon zum Launch extrem feingeschliffen. Die Framerate ist stabil wie Beton, Bugs oder Abstürze blieben schon bei meiner Vorabversion aus. Es hat seine Gründe, dass die PlayStation Studios als Crème de la Crème unter den Entwicklern gelten. Hier liegt ein weiterer Exklusivtitel vor, auf den Microsoft mit großen Augen blicken dürfte.

Das wichtigste, worauf es ankommt, ist, dass man bei so einem Spiel Spaß hat: Und das ist bei „God of War Ragnarök“ jederzeit der Fall. Die Geschichte unterhält gut, die Kämpfe gehen einem schnell in Fleisch und Blut über und die abwechslungsreiche Spielwelt nimmt einen gemeinsam mit dem atmosphärischen Soundtrack rasch gefangen.

Ich habe selten so oft die Zeit vergessen, wie bei diesem Spiel. Zuletzt konnte mich wohl „Horizon Forbidden West“ so einnehmen. Wer also eine PlayStation 4 oder PlayStation 5 besitzt, sollte sich unbedingt an diesem neuen Exclusive versuchen. „God of War Ragnarök“ ist ein Spiel, von dem man sicherlich noch lange hören wird – spätestens, wenn es dann auf den vorderen Rängen in vielen „Game of the Year“-Listen auftaucht.

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5 Kommentare

  1. Muss man wieder vier Jahre warten, eh man es ordentlich auf dem PC spielen kann?

  2. Es muss ja nicht alles auf PC verfügbar sein. Ist ja schließlich kein Naturgesetzt. Und ich denke man kann es ganz gut auch ordentlich auf der P5 mit Dual Sense Controller spielen.

  3. Für 70 euro interessiert mich das noch null.

  4. Gunar Gürgens says:

    Sehr cool! Habe gerade den Vorgänger durch und macht dort grad noch ein paar Side-Quests aber das Ende hat schon gut Lust auf den neuen Teil gemacht. Vielleicht werde ich mir dann zum Weihnachtsurlaub das Spiel mal gönnen.

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