Homeoffice: Heimarbeiter haben weniger krankheitsbedingte Fehltage

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Beschäftigte mit Homeoffice-Möglichkeit haben weniger Krankentage als Beschäftigte ohne diese Arbeitsmöglichkeit. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor. Demnach hatten einer Statistik aus dem Jahr 2021 zufolge Beschäftigte im Homeoffice im Durchschnitt 7,9 Fehltage in den vergangenen 12 Monaten. Bei Beschäftigten ohne Homeoffice waren es 12,9 krankheitsbedingte Fehltage. Ist natürlich die Frage, ob man wirklich weniger krank ist – oder ob man daheim krank Dinge erledigt.

Außerdem muss hier keine Kausalität vorliegen, sondern es kann eine zufällige Korrelation vorliegen, bei der eigentlich eine dritte Variable den Ausschlag gibt. Das ist so ohne Weiteres nicht zu sagen. Nun ja, aus der Antwort geht auch hervor, dass Arbeiten im Homeoffice vor allem ein Phänomen höherer Einkommensgruppen ist: In der höchsten Einkommensgruppe nutzten den Angaben zufolge 86,8 Prozent im Jahr 2021 Homeoffice, in der niedrigsten waren es 25,7 Prozent.

Nach Altersstufen gestaffelt, zeigt sich, dass jüngere Beschäftigte (bis 39 Jahre) das Homeoffice mit einem Anteil von rund 51 Prozent deutlich häufiger nutzen als ältere Beschäftigte (55 bis 67 Jahre) mit einem Anteil von rund 41 Prozent.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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19 Kommentare

  1. Wundert mich kein bisschen. Auch mit Bezug auf das Einkommen. Natürlich kann der gut bezahlte Entwickler von zuhause arbeiteten mit leichter Erkältung, während der Regaleinräumer im Laden schnieft. Aber mei kann man nix machen

  2. Also bei uns im Unternehmen wird schon erwartet das man mit einer Erkältung bzw. Corona zuhause bleibt und dann von dort arbeiten kann. Man ist ja nicht richtig krank, offiziell natürlich nicht, aber die Erwartung ist schon da. Daher sind natürlich auch weniger krankgeschrieben. Schöne neue Arbeitswelt …

    • Martin Deger says:

      Ist bei uns ähnlich, aber lieber von Zuhause mit Erkältung arbeiten als die Kollegen absprechen. Bei stärkerer Erkältung ist schwererem Coronaverlauf natürlich ab ins Bett.

    • Naja, da sollte man differenzieren. Wenn man nur Corona-positiv ist, aber keine Symptome verspürt, spricht nichts dagegen im Homeoffice zu arbeiten. Man ist ja effektiv nicht krank, nur infektiös. Hat man Symptome, und da reichen schon Kopfschmerzen, ist das natürlich anders und man ist arbeitsunfähig. So wird das bei meinem Arbeitgeber gehandhabt und ich finde das völlig in Ordnung.

      • GooglePayFan says:

        Gegen Kopfschmerzen ist eine Tablette effektiver, als ein Gelber Schein. Und nebenbei auch günstiger. Und besser für die Kollegen.

        • Wenn du das so machst, ok. Aber in der Regel spricht man bei den o.g. Symptomen weniger von Kopfschmerz als von Fieber. Und bei Fieber hilft definitiv etwas von Ratiopharm, aber es braucht definitiv Ruhe. Schaut auf Eure Pulsuhr, da ist der Ruhepuls bei Fieber gerne 20 und mehr Schläge höher. Mit viel Ruhe und Fürsorge durch Frauchen übersteht man das schnell. Arbeit man weiter, dann wirds nur verschleppt.

        • Wenn man solche Kollegen wie dich hat. Schmerzmittel und weiter geht es… Nein, danke.

        • Durch diese Haltung („besser für die Kollegen“) machst Du dir ein Problem zu eigen, welches tatsächlich eines Deines Arbeitgebers ist. Wer seine Personaldecke so dünn klöppelt, dass krankheitsbedingte Ausfälle zu erheblicher Mehrbelastung der Kollegen oder einer nennenswerten Beeinträchtigung des Geschäftsbetriebs führen, der spart reichlich Geld, handelt aber letztlich sowohl im Sinne der Angestellten als auch des Unternehmens fahrlässig. Warum wird’s trotzdem gemacht? Weil’s funktioniert und die Leute halt oft so ticken und sich lieber gegenseitig das Leben zur Hölle machen als sich gemeinschaftlich für nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen einzusetzen (z.B. Betriebsrat, Gewerkschaft…).

          • TierParkToni says:

            Ich hatte 9 Jahre lang (bis Ende 2021) einen Chef (Kommunal-GmbH), der das „ich geh trotzdem ins Büro“ gnadenlos durchgezogen hat – wohl auch, weil er trotz Möglichkeit dafür auf Home Office verzichtet hat (er hat gerne die Kontrolle über seine „Lämmer“).
            Als dann Corona kam und er vermutlich 3x die gesamte Belegschaft (11 Leute) angesteckt hat, kam nicht nur das Gesundheitsamt, sondern auch die Gewerbeaufsicht – und die haben seinen Allerwertesten so was von aufgerissen, dass er vermutlich bis zur Rente kein Klopapier mehr braucht. Nicht nur, dass er trotz 3x positiven Befund weiter ins Büro ging, sondern auch, weil er damit die Unbeteiligten Besucher bei uns in der Firma gefährdete, was u.a. auch im nicht geringen Umfang die Zielgruppe >65 Jahre ist …
            Die Auflagen, die er dann erhalten hat, waren sehr umfangreich und auch für Ihn persönlich sehr kostenintensiv – aber wer nicht lernen will, muss fühlen …

            • Gunar Gürgens says:

              Ja sehr gut. So muss das sein! Hoffentlich kam da auch noch was mit „gefährlicher Körperverletzung“ hinterher und nicht nur Quarantäne brechen.

    • Ist bei uns das gleiche.

  3. Martin Deger says:

    Wurde in der Studie für andere Faktoren wie Alter korrigiert? Wenn nein, dann ist die Korrelation uninteressant, obwohl sie natürlich wie erwartet ist.

  4. Naja, Punkt 1 kann ich mich im Homeoffice natürlich bei den Kollegen nicht anstecken. Deshalb vermutlich schon mal weniger Krankheitstage. Und Punkt 2, wenn es mich dann doch mal mit einem Schnupfen erwischt hat, dann gehe ich damit halt nicht in Büro. Aber HomeOffice geht auch mit ein bisschen Schnupfen.

    • Plus die Leute, wie ich, die früher in Großstädten mit den Öffentlichen zur Arbeit gefahren sind. In Berlin mit zwei U-Bahnen zur Arbeit fahren… ich war im Winter teilweise einmal im Monat mit grippalem Infekt ein paar Tage krank. Hab mir da aufgrund der Häufigkeit schon Sorgen über mein Immunsystem gemacht. Seit Corona arbeite ich 100% aus dem HomeOffice… in mittlerweile fast drei Jahren hatte ich nun eine(!) leichte Erkältung.

      Ist also nicht nur die Arbeit selbst, die krank macht. 😉

      • @Ernstl:
        Was lernen wir daraus: wenn jeder eine Maske trägt, oder zumindest die Personen die Niesen und Husten, dann würden sich Erkältungen auch weniger verbreiten. Wird in Asien praktiziert. Ich wünschte mir, dass die Leute das auch bei uns begreifen würden. Aber das Thema ist mittlerweile zu politisch.

        Zur Studie:
        Kurzfristig mag das so stimmen. Bis dann die ganzen Rückenleiden zu Tage treten und Übergewicht gesundheitliche Konsequenzen hat weil man nun nicht mal mehr zum Arbeiten seine Wohnung verlassen muss.

      • Hallo Ernstl., genau, der Weg zur Arbeit , aber auch andere Menschenansammlungen sind der Ort wo Infektionen übertragen werden. Das galt , wie Du richtig schreibst auch schon vor Corona. Grippe , also eine echte Virusgrippe, kein grippaler Infekt, ist nämlich auch kein Zuckerschlecken und auch da sterben menschen, gerade ältere oder solche mit Vorerkrankungen , genau wie bei Corona. Von daher wäre als Erkenntnis aus den bitteren Corona-Erfahrungen zu überlegen ob man nicht
        -übeerall wo möglich Home-Office ermöglicht
        – keine Großraumbüros mehr , sondrn wieder individuelle Arbeitsräume wo immer es geht wo jeder seinen eigenen Luftraum hat
        – keine Megaklassen mehr , sondern kleine überschaubare lerngruppen mit höherem Personalschlüssel bei den Lehrkräften, keine Kurse mehr wo hin- und her gemischt wird, sondern feste Klassenverbände wo die Gruppen überschaubar sind und sich weniger durchmischen
        – Individualverkehr statt ÖPNV – ja weiß ist in der aufgeheizten Klima-Diskussion vielleicht keine stromlinienförmige Meinung – aber ich fahre lieber im eigenen PKW und muß mir meine Atemluft nicht mit anderen teilen
        – mehr online einkaufen
        – Treffen in Familie überschaubar halten , Großveranstaltungen auf die Frühlings- und Sommermonate konzentrieren
        das würde viel helfen . Und natürlich : Impfen, impfen impfen. Mehr auf seine Gesundheit achten, Vorsorgeuntersuchungen mitnehmen .
        Und : sich nicht selber ausbeuten. Das ist kein Arbeitgeber wert. Wenn es einem schlecht geht , soll man sich auskurieren. Alles andere ist vielleicht schlecht für den Arbeitgeber – aber schlimmer ist doch , Familie, Partnern , Kindern , Eltern, Freunden verlorenzugehen weil man eine nicht auskurierte Krankheit nicht übersteht. Dann lieber den chef schwitzen lassen. Acht Stunden sind kein Tag und auch kein Leben wert.

  5. Der geringere Krankenstand liegt daran, das viele dann doch noch den Rechner hochfahren und sich an die Telearbeit machen. Anstatt wie im Falle des auf die Arbeit fahren müssens, sich zurecht auszukurieren. Habe ich jetzt schon mehrfach mitbekommen.

  6. Wir handhaben das in der Firma mittlerweile auch alle so. Wenn du kleinste Anzeichen einer Erkältung verspürst, arbeite einfach von Zuhause! Ist halt der Vorteil, wenn man sich wie bei uns das Home-Office komplett selbst einteilen darf.
    So steckt man im Zweifel seine Kollegen nicht an und wenns gar nicht geht, meldet man sich halt doch krank. Auch hier die Prämisse, wenn du dadurch wieder schneller fit wirst, melde dich krank. Finde ich durchaus fair.

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