Game-Streaming: Microsoft offensichtlich nicht mit den geänderten Regeln für den App Store zufrieden

Apple hat aktualisierte Regeln für Entwickler veröffentlicht (wir berichteten). Da gibt es einiges was neu ist. Für mich als Changelog-Leser besonders interessant ist der Punkt 2.3.12: „Apps müssen in ihrem „Was ist neu“-Text neue Funktionen und Produktänderungen klar beschreiben. Einfache Fehlerbehebungen, Sicherheitsupdates und Leistungsverbesserungen können sich auf eine generische Beschreibung stützen, aber wichtigere Änderungen müssen in den Anmerkungen aufgeführt werden“.

Aber es gab auch andere Dinge, von denen man denken könnte, dass sie durch den Druck der letzten Wochen realisiert wurde. Da geht es beispielsweise um das Cloud-Gaming (Rechenleistung auf Microsofts Servern, ihr bekommt das Bildschirmecho zu sehen), denn laut Aussagen von Apple sind Stadia und xCloud nun nicht mehr unmöglich. Liest man sich das Ganze allerdings durch, dann wird es schwer zu begreifen, wie Stadia und xCloud nach diesen neuen Regeln funktionieren soll.

Laut der Regeln ist es scheinbar so, dass jedes einzelne Spiel auch direkt aus dem App Store von Apple herunterladbar sein muss – und dass auch jedes Update einzeln an Apple übermittelt werden muss, bevor z. B. Google oder Microsoft es an die Nutzer streamen können. App-Hersteller dürfen auch eine sogenannte „Katalog-App“ veröffentlichen, die Links zu anderen Spielen des Dienstes enthält, aber jedes Spiel muss eine individuelle App sein.

Und auch Microsoft hat sich schon dazu geäußert.„Dies bleibt eine schlechte Erfahrung für die Kunden“, sagte ein Microsoft-Sprecher in einer Erklärung gegenüber dem US-Medium The Verge. „Die Spieler wollen aus ihrem kuratierten Katalog innerhalb einer App direkt in ein Spiel springen, genau wie bei Filmen oder Songs, und nicht gezwungen sein, über 100 Apps herunterzuladen, um einzelne Spiele aus der Cloud zu spielen. Wir setzen uns dafür ein, die Spieler in den Mittelpunkt all unserer Aktivitäten zu stellen, und die Bereitstellung einer großartigen Erfahrung ist der Kern dieser Mission.“

Microsofts Erklärung beinhaltete nicht, ob das Unternehmen xCloud überarbeiten wird oder nicht, um mit den neuen Regeln von Apple konform zu sein. Ganz einfach über den Browser kann oder will man dies anscheinend nicht lösen. Microsoft startet am 15. September offiziell seinen Spiel-Streaming-Service, der früher xCloud hieß, als Teil von Xbox Game Pass Ultimate. Verfügbar sein wird das Ganze auf Android-Geräten.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

41 Kommentare

  1. Microsoft hätte wie Epic gerne einen Laden in einem fremden Laden. Es wird direkt erklärt, warum jeder Streaming-Titel individuell eingereicht werden muss. Jedes Spiel hat einen Eintrag im App Store, erscheint in der Suche und in Charts, hat Ratings und Reviews, integriert sich mit ScreenTime, und vor allem funktioniert mit Kindersicherung. Ich habe keine Kinder, aber wenn ich mich so umhöre kann ich das nachvollziehen. Trolle kommen da gleich mit Safari, aber das schliesst sich nicht aus: https://support.apple.com/de-de/HT201304

    • Das Problem mit Screentime kann ja ganz einfach gelöst werden, indem einzelne Spiele angezeigt werden. Mit Screentime kann man ja auch sehen, welche Internetseiten ich mit Safari aufgerufen habe, wenn ich mich nicht täusche. Also könnte man ja auch anzeigen lassen, welche Spiele ich damit gespielt habe.
      Die Kindersicherung ebenso. Microsoft könnte das Alter des Kindes ja auslesen und auf Basis dessen nur Spiele anzeigen, die dem Alter entsprechen. Das USK-Rating der Spiele ist Microsoft ja bekannt.

    • Dann erkläre bitte mal wie Microsoft von einem Windowsspiel, das nicht von Ihnen ist, ein iOS App programmieren könnem und dürfen soll. Nezflix und co müssen auch nicht jedrn einzelnen Film im Appstore anbieten.

      • Genau das ist es. Netflix bietet nicht jeden Film einzeln an also sollte Microsoft auch nicht jedes Spiel einzeln anbieten. Wenn Apple es erlauben würde, könnte Microsoft die Game Streaming App aber so anpassen, dass sie mit Screentime und der Kindersicherung harmoniert, ohne für jedes Spiel eine einzelne App anbieten zu müssen.

      • Äpfel… Birnen…
        FIlme sind etwas anderes als Spiele.
        Das sollte man schon voneinander trennen können.
        Auch schon, weil in Deutschland USK und FSK auch zwei völlig unterschiedliche Dinge sind!

        • Meine Güte, Apfelbrille bitte abnehmen. Man kann alles vergleichen, dazu sind Vergleich da, sogar Äpfel mit Birnen, beides ist Obst. Aber wenn man die Frage nicht verstehen will, versteht man sie auch nicht. Das Apple seine Gebühr haben will, ist eine Sache, aber zu zwingen, daß Apps dazu je Spiel erstellt werden soll geht nicht. Darf und kann MS nicht. Es würde bei Filmen bedeuteten, daß da der Inhalt beim Streamen angepaßt werden müßte, weil Apple bestimmte Inhalte nicht will. Und ja, man kann es vergleichen, es ist wie ein interaktiver Film, außer Eolingabeabfragen muß nichts auf dem Handy sein. Aber Apple hat verlernt mit der Zeit zu gehen seit Steve Jobs tot,ist und er für Visionen gesorgt hat.

          • Stimme voll zu. Ein Bereich den Apple noch nicht erschlossen hat und verhindert, dass Mitbewerber Stellung beziehen. Sei es wegen deren arcade flat oder sie an einem eigenen streamingdienst arbeiten.
            Ist daher ja jedem Endverbraucher selbst überlassen, was sie mit ihrem Mobiltelefon anstellen möchten und welches Endgerät sie letztlich kaufen.
            Kaufe mir ein Gerät ja nicht wegen des Brandings, sondern aufgrund meines Nutzungsverhalten.

        • Nö, in dem Fall sind Filme nichts anderes als Spiele. Ob Netflix oder xCloud/Stadia, es wird der Inhalt gestreamt. Installiert werden muss nur die Streaming App, nicht das, was innerhalb der App gestreamt wird. Apples Argumentation ist an der Stelle einfach gaga.

      • Eben. Versuch mal Metro Exodus, Borderlands 3 oder Elder Scrolls online auf ein iOS-Gerät zu bekommen. In der Praxis wird das weiterhin von Apple unmöglich gemacht, auch wenn hier unser Apple-Fanboy Kalle wie immer versucht, diese Blockade von Apple schönzureden.

        • P.S.: Die oben erwähnten Spiele laufen wunderbar auf Google Stadia. Nur dank Apple’s Blockade nicht auf iOS.

          • Stadia geht im Browser. Wenn Google das wollte, könnten die auch an Mobile Safari ausliefern.

            • Wenn der mobile Safari nicht von der Performanz eingeschränkter wäre.

                • Vielleicht solltest du die Benchmarks auch verstehen.
                  Warum werden wohl mobile Browser in einer eigenen Kategorie getestet?
                  Mobile Browser sind von der Leistung eben schwächer und möglicherweise reicht hier die Leistung nicht. Der mobile Safari kann z.B. kein AV1, geschweige beschleunigt durch Hardware. Und für die Bildübertragung muss ein effizienter Codec schnell verarbeitet werden.

                  • Was hat AV1 mit irgendwas zu tun? Der Encoder ist zur Zeit noch derartig ineffizient, dass er sich für Live-Inhalte nicht eignet. Netflix liefert statische Inhalte mittlerweile als AV1 an die Android-App aus und killt dadurch schneller als nötig den Akku, wenn kein Hardware-Decode vorhanden ist.

                    Stadia liefert in H.264 oder VP9 aus. Jetzt musst einem nur noch weismachen, dass Mobile Safari nicht mit einem H.264-Stream zurecht kommt.

                    • H.264 ist nur eben veraltet und wird in Zukunft durch die effizienteren Codecs ersetzt.
                      Edge, Chrome und Firefox können AV1 alle am Desktop, die Grafikkarten können es dort effizienter Abspielen. Und eben diese Beschleunigung fehlt in den mobilen Browsern.

                    • Was hat AV1 mit irgendwas zu tun? Kannst du die Frage beantworten? Natürlich nicht. Apple ist bei AV1 beteiligt. Wenn es soweit ist wird Safari den Codec schon unterstützen.

                      Stadia liefert aktuell in H.264 aus und könnte das auch an Safari ausliefern. Das war’s.

    • Du meinst so wie Amazon Prime Video, youtube, twitch, Netflix, crynchyroll und uns und

    • Im Browser wird sowas unter iOS ziemlich unmachbar sein weil Apple ja keine anderen Browser Engines zulässt und Safari halt irgendwie alle modernen APIs einfach nicht unterstützt. Ist ja genau so mit PWAs, die irgendwie nach nen paar Tagen ihren Storage gelöscht bekommen, damit sie nicht zur normalen App im AppStore Konkurrenzfähig werden…

      • > Safari halt irgendwie alle modernen APIs einfach nicht unterstützt

        Das ist Bullshit.

        > irgendwie nach nen paar Tagen ihren Storage gelöscht bekommen
        Nicht irgendwie, sondern nach zwei Wochen und wenn man die PWA _niemals_ benutzt hat. Warum sollte man auch jede Seite den Speicher zumüllen lassen…

        • „Nicht irgendwie, sondern nach zwei Wochen“
          Kann man den Zeitraum denn einstellen?

          • Wenn man die PWA als offline-App installiert, werden alle Daten in IndexedDB und Cache für unbegrenzte Zeit vorgehalten. Das macht auch Sinn. Eine Seite kann sich schnell mal 1 GB Speicher krallen. Erst danach kommt eine Meldung ob der Nutzer mehr zulässt.

  2. Ich kehre mich immer mehr von Apple ab.
    Mein MacBook wurde durch ein surface Book 3 ersetzt, mein iPad Pro hab ich Nur noch weil die Stifteingabe dort einfach besser funktioniert.
    Sobald fertig mit dem Studium werd ich das iPad direkt verscherbeln.
    Oder wenn noteability, GoodNotes auch für Windows 10 verfügbar sind.

    Beim Handy bin ich noch mit mir an Hadern ob es ein Android wird.

    • Schau dir das neue Poco X3 NFC an, mit MIUI der iPhone-Oberfläche sehr ähnlich (mit alternativen Launcher auch auf Android-UI umstellbar) und kostet nur 1/5 eines neuen iPhones. Dann kannste das Apple-Gefängnis komplett verlassen.

  3. LOL, da sieht man das Apple ein vollkommen veraltetes Management hat, das nicht begreift das diese Service das gleiche wie ein Netflix oder Spotify ist bloß mit Spielen und Remote Clients sind, beide Seiten könnten sich ja relative einfach einigen das sie für die Apps 99 Cent verlangen

  4. Das wird sicher auch wieder shadow aus dem Store kicken und genau darum hab ich mir ein Android tablet gekauft. Brauche keinen Store der von Apple regiert wird.

    • Shadow streamt aber keine Spiele. Es streamt das Bild von einem externen Rechner, auf dem du machen kannst, was du willst. Nutzen einige auch als Workstation für Videoschnitt oder zum rendern, wie ich gehört habe.

  5. Letzten Endes geht es Apple doch nur ums Geld das ihnen mit spielestreaming entgeht.

    Da werden jetzt irgendwelche scheinbaren (in der Realität nicht ausführbare) Lösung angeboten.
    Pfui Apple, Pfui!

  6. Das kapier ich nun aber auch nicht. Netflix ist ja auch erlaubt und muss nicht jeden Film auf iTunes einpflegen.

  7. Hans Maulwurf says:

    Es gibt ernsthaft Leute, die diese fragwürdige Geschäftspraktik von Apple gutheißen? Okay, einige Leute mögen es auch, auf Nagelbrettern zu sitzen…
    Solche Aussagen können nur von Fanboys kommen. Wäre es umgekehrt und jemand würde das so mit Apple machen, würdet ihr was anderes sagen, auch wenn ihr es jetzt natürlich leugnen werdet. Das erkennt man an eurem Fanboyverhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.