Epic Games will vor Gericht Apples Vergeltungsschläge abwenden

Epic streitet sich aktuell öffentlich mit Apple herum. Es geht um viel Geld, denn der Stein des Anstoßes sind die 30 % Provision, welche im Apple App Store für Abonnements und In-App-Käufe an Apple gezahlt werden müssen. Die Zankereien führten auch dazu, dass Apple sogar den Entwickler-Account von Epic Games sperrte.

Nun hat Epic Games eine einstweilige Verfügung beantragt, welche Apple dazu zwingen soll, das Entwickler-Konto wiederherzustellen und auch „Fortnite“ wieder in den App Store zu schieben. Eingereicht wurde die Verfügung am Bezirksgericht des Northern District of California. Demnach werde Epic Games „nicht wieder gutzumachenden Schaden“ erleiden, sollte das Gericht nicht einschreiten.

Gleichzeitig beschreibt der Antrag Apple als „Monopolist“, der seine Monopole aufrechterhalte, indem der Wettbewerb unterbunden werde. Apple weist bisher jegliche Vorwürfe von sich und unterstellt wiederum Epic Games die eigene Lage selbst verursacht zu haben. Es stehe dem Entwickler jederzeit frei, sich wieder an die Richtlinien im App Store zu halten. Epic Games könnte ja dennoch rechtliche Schritte gegen Apple einleiten.

Epic Games versucht da auch die Community einzuspannen und seinen Kampf um Umsätze als Verfechtung der Freiheit zu bewerben. So behauptet Epic Games: „Dies war eine klare Warnung an andere Entwickler, sollten sie versuchen Apples Monopole herauszufordern: Befolgt die Regeln oder wir schneiden euch von einer Milliarde iOS-Kunden ab. Fordert uns heraus und wir zerstören euch das Geschäft.“

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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43 Kommentare

  1. Einer von beiden Tims hat die Hose voll.

  2. Ich versteh nicht ganz. Es gibt Verträge, denen Epic zugestimmt hatte. Dann verletzen Sie diese und nun wird Apple vorgeworfen, dass sie die Bösen sind, weil Epic Vertragsbruch begannen hat?

    • Nicht nur das. Sie verletzten sie vorsätzlich, planen eine Anti-Apple Kampagne inklusive Werbesport im Fortnite-Universum und fangen jetzt an zu heulen, obwohl Apple von Anfang an gesagt hat: Haltet euch an die Richtlinien und Fortnite darf wieder in den App Store. Es gibt also gar kein Problem was eine Klage bräuchte.

      Das Epic Apple als Monopol anklagt und so weiter… ist alles legitim, aber nicht auf diese Art und Weise. Sie dachten halt, sie könnten mit viel Öffentlichkeit Apple erpressen.

    • Epic ist der Meinung, dass die Verträge unrechtmäßig sind, da Apple eine mögliche Monopolstellung ausnutzen soll. Dann dürfen sie selbstverständlich diese (unrechtmäßige) Verträge brechen und Apple wäre der Böse.

      Was von beidem der Fall ist müssen Gerichte klären. Aber so einfach wie du es darstellst ist es bei weitem nicht.

      • Das stimmt nicht. Das muss die Wettbewerbsstelle etc. erst einmal festlegen und dann Maßnahmen und Regulationen ergreifen. Verträge sind deshalb nicht automatisch ungültig.

        • Die beiden streiten vor Gericht, eben weil Epic der Meinung ist, dass Apple durch ihre Monopolstellung Vertragsinhalte diktiert ect.
          Selbstverständlich ist bei einer Niederlage Apples der Vertrag rückwirkend in seiner aktuellen Form ungültig und nicht erst ab der Entscheidung des Gerichts. Dieses stellt ja nur im Nachhinein fest, dass dem so ist. Genau so wie ein Dieb ein Dieb nicht erst ab dem Zeitpunkt ist, wo ein Gericht ihn dazu verurteilt, sondern diese eben nur im Nachhinein diese Tatsache feststellen.
          Entsprechend dürfte Epic bei Erfolg auch eine außerordentliche Summe Schadensersatz bei Apple eintreiben können.

          • Apple hat kein Monopol. Und Epic war 10 Jahre lang mit den Bestimmungen im App Store einverstanden und hat dabei gut Geld verdient. Der Richter war schon während der Anhörung mehrfach nicht der Meinung Epics. Sehr witzig sind auch Epics Klageschriften. Die Hälfte von denen ist quasi Werbung für den App Store.

          • Falsch, man ist so lange unshuldig, bist die Schuld bewiesen. Das gilt für den Dieb genauso wie für Apple und Epic. Wer jetzt auf der einen oder anderen Seite steht, ist ein Fanboy. Das einzige, was man jetzt meinen kann ist, ob 30% berechtigt sind oder nicht.

            • Genau. Und ob diese 30 Prozent noch okay sind, klärt die Wettbewerbsbehörde, die dann auch festlegt, ob Apple ein Monopol hat. Wenn ja, müssen sie es ändern, aber deshalb sind nicht alle Verträge der letzten hundert Jahre ungültig.

            • > Falsch, man ist so lange unshuldig, bist die Schuld bewiesen.

              Das ist korrekt. Ich habe nichts anderes behauptet. Aber wenn das Gericht feststellt, dass der Vertrag rechtswidrig ist, ist er das nicht erst ab diesem Zeitpunkt sondern rückwirkend. Genau so ist ein Dieb bis zum Urteil als unschuldig anzusehen, aber er wird dann rückwirkend ab seiner Tat zum Dieb. Das sollte dies auch nur verdeutlichen, da es sich um zwei gänzlich verschiedene Rechtsbereiche handelt ist jeder weitere Vergleich selbstverständlich Unsinn.

              Wie kommt ihr eigentlich auf die Idee, dass dem anders ist? Immer wenn ein Vertrag vor Gericht für ungültig erklärt wird, gilt dies rückwirkend und alle Parteien müssen so gestellt werden, als gäbe es diese rechtswidrigen Teile nicht. Das nennt man Rückabwicklung und ist absolut gängig…

  3. Wenn ich mich hier in der Stadt auf den Markt stelle, um meinen Kram zu verkaufen, muss ich auch eine Standgebühr entrichten und mich an die Regeln halten, die dort gelten. Wenn ich mich nicht an die Regeln halte oder die Gebühr nicht zahlen, kann ich halt nächste Woche mein Zeug nicht mehr verkaufen. Und wenn ich Epic Games wäre und mir Standgebühr und Regeln schenken möchte, fliege ich halt trotzdem raus und hätte immernoch nicht recht.

    • Es gibt aber andere Märkte, die die gleichen Kunden erreichen. Dein Vergleich hinkt. Um auf Apple Software anbieten zu können, muß man den Appstore verwenden. Und das ist es, was nicht geht. Apple versucht auf jede erdenkliche Art den Appstore zu umgehen zu verhindern. Deswegen ist ein Jailbreak auch nicht so einfach.

      • Hat aber auch damit zu tun, dass Apple und Google erfolgreiche Betriebssysteme haben, ansonsten gäbs diese Situation doch gar nicht. Wären andere auch so erfolgreich und der Markt wäre aufgeteilter, sähe alles anders aus und Epic würde sich nicht aufregen.

      • Bei BlackBerry hat damals auch keiner geheult, dass bei denen auch nur Software über deren Store lief, oder Nokia bei OVI (oder wie der hieß…).

        • Bei Nokia konntest du immer manuell aus unbekannten Quellen installieren, bei BB auch. Und bei Android geht das auch.

          Nur bei Apple geht das nicht, und ich hoffe doch sehr, dass die Klage Erfolg hat. Nicht bezüglich der Provisionen, das ist Apples Ding. Aber bezüglich der Tatsache, dass man ohne Apple Store nicht auf die Plattform kommt, genau da liegt nämlich wettbewerbsrechtlich das Problem.

      • Das ist erst einmal ihr Recht. Wenn sie zum Monopol werden, dann nicht mehr. Das ist auch richtig so. Muss eben noch geklärt werden, ob Apple schon ein Monopol ist und wenn ja, inwiefern es reguliert werden muss.

        Das kann Epic auch alles anprangern und anklagen, aber deshalb trotzdem nicht bestehende Verträge brechen und sich dann wundern, wenn man rausfliegt. Selbst wenn Apple ein Monopol ist und in Zukunft anders damit umgehen muss, ändert das an der aktuellen Situation nichts.

      • „Es gibt aber andere Märkte, die die gleichen Kunden erreichen. Dein Vergleich hinkt.“
        Nö, weil das Amt in der Stadt für alle Märkte die gleichen Regeln anlegt und wenn du auf einem keinen Platz bekommst, dann auch auf den anderen nicht…. andere Stadt, andere Kundschaft, andere Konkurrenz. Ich kann gegen die Regeln vorgehen, ich kann sie aber nicht einfach verletzen und danach klären lassen, ob ich evtl. im Recht bin.

        • Leider gibt es eben genau nicht das gleiche Recht für alle.

        • Falsch, in dem Moment, in dem Du bezahlst, hast Du den Vertrag akzeptiert, Dein Geld zurückzuerhalten wird schwierger.
          Und was den Marktplatz betrifft, Du willst nicht verstehen. Apple hat ein Monopol bei iOS Geräten, welche in nicht geringem Anteil den Markt bevölkern. D.h. es gelten andere Regeln.

          • Meinetwegen hat Apple ein Monopol … was halt so nicht ganz hinhaut, aber sei es jetzt im Beispiel mal so: Dann steht Epic immernoch der Weg offen, die ganzen Bedingungen rechtlich klären zu lassen, Geld genug scheinen sie ja dafür zu haben. Was sie aber getan haben: die Bedingungen akzeptiert, dagegen mit einer fett aufgezogenen Kampagne gewettert und die akzeptierten Bedingungen bewusst verletzt und jetzt erst gehen sie einen Weg über die Gerichte. Die wissen, dass sie im Unrecht sind und wollen als moralischer Sieger aus der Nummer rausgehen. Evtl hoffen sie ja noch, dass die aufgescheuchten Fortnite-Kiddies ihre Eltern so lange nerven, bis Apple für Epic eine Ausnahme macht, weil sie die ganzen Mails genervter Eltern nicht ertragen wollen.

      • Nein, der Vergleich ist super. Denn den von dir beschriebenen anderen Markt findest du nur in einer anderen Stadt. Wenn du hier auf unserem Marktplatz in unserer Stadt deine Sachen verkaufen möchtest, dann zahlst du unsere Gebühren.

    • Es hindert dich aber in deinem Beispiel keiner daran deine Waren auserhalb der Stadt (Appstore) zu verkaufen. Nur das Apple User die Stadt nicht verlassen dürfen.

    • Wenn dir die Gebühr zu hoch erscheint, kannst Du jederzeit vor Gericht ziehen und die Rechtmäßigkeit bewerten lassen. Vor allem, wenn der Anbieter des Marktplatzes eine so beherrschende Stellung hat, dass Du nicht nur auf dem einen, sonder auf allen anderen Marktplätzen deine Kunden nicht mehr bedienen kannst. Dann hast Du wahrscheinlich vor Gericht sogar mit einer einstweiligen Verfügung Erfolg, die den Marktplatzanbieter dazu zwingt, dir bis zur endgültigen Klärung erstmal wieder den Verkauf zu erlauben.

  4. Hoffentlich fliegt Epic hier richtig derbe und teuer auf die Fresse!

    • Wünsch dir nicht Zuviel. Wenn sich milliardenschwere Unternehmen sich gegenseitig bekriegen geht das immer zulasten der Konsumenten.
      Es kann auch zum Vergleich kommen wo Apple etwas weniger und Epic etwas mehr bekommt und der Kunde die Differenz als Preisaufschlag zahlen muss.
      Lachende Gewinner sind nur die Anwälte.

    • …auf dass ihr von Apple die Hosen noch ein Stück weiter runtergezogen bekommt? Warum 30% wenn auch 40% gehen. Umgelegt wird das auf den Verbraucher!

    • Hoffentlich fliegt Apple hier richtig derbe und teuer auf die Fresse!

  5. Ich denke Apple sollte endlich Mal Kundenorientiert die Marge berechnen und nicht Giergerecht. Fortnite ist bei den Teens äußerst beliebt und kein Spieler wird sich ein Smartphone kaufen auf dem sein Lieblingsspiel nicht läuft. Mal sehen ob es sich dieses Mal auf die Verkäufe auswirkt. Man darf gespannt sein.

    • Das war bestimmt vor 1-2 Jahren so, mittlerweile scheint die Karawane weitergezogen zu sein – zumindest kann ich das bei meinem Sohn und dessen Freunden beobachten. Ich denke nicht, dass Epic den Quatsch mit ihrem wichtigsten Produkt gemacht hätten, die werden schon genau gesehen haben, dass Fortnite seinen Zenit überschritten hat, aber (noch) bekannt genug ist, um Schlagzeilen zu machen – anscheinend war ja alles an der Aktion recht langfristig geplant

  6. Vorweg:

    Ich habe jedes Apple Produkt bei mir im Besitz.

    Ich bin der Meinung dass insbesondere beim Smartphone Android Smartphones eine deutlich bessere Performance und Ausstattung haben als das von einem iPhone geboten wird.

    Leute, wir reden über 30 % aller Umsätze!
    Jede Art von Wettbewerb, wird hier im Keim erstickt, weil ein anderer Marktplatz nicht verfügbar ist.

    Das ist eine eindeutige Wettbewerbsverzerrung.

    Apple argumentiert immer mit der Sicherheit und dem Schutz der Anwender. Das ist uralter Verkaufspsychologie. Man muss nur ein nicht vorhandenes Problem schaffen, um die passende Lösung für den Anwender verkaufen zu können.

    Jeder der mal das Apple Universum verlassen hat und sich mal den Google Playstore angeschaut hat, wird feststellen, dass dort nicht nur deutlich mehr Apps aufzufinden sind, sondern diese auch deutlich kostengünstiger sind, als dies bei Apple Apps der Fall ist.

    An dieser Stelle muss dringend Wettbewerb. Die gut vorbereitete Klage von Eppic ist daher absolut begründet. Ich bin mir ziemlich sicher dass auch eine Kartell oder Wettbewerbsbehörde das genauso sehen wird.

    Im Ergebnis ist eine längst überfällige Schritt durchzuführen.

    Alle Verbraucher werden davon profitieren, denn es kann nicht sein das die eigentliche Entwicklungs und Denkleistung um 30 % reduziert wird. Genau das passiert aktuell.

    • Und dann? Welcher Wettbewerb wird denn entstehen, wenn Epic seine Produkte nur noch über den eigenen Store vertreiben wird?

    • Epic geht’s nicht um 30% oder 15%. Epic will einen eigenen Laden mit eigener Bezahlmethode und kostenlos in fremden Märkten schmarotzen. Die einzigen, die hier gut vorbereitet waren, ist die Marketingabteilung von Epic.

      Mehr Apps im Play Store? App Store: 1,8M. Play Store: 2,5M. Praktisch gesehen macht das keinen Unterschied. Die wichtigen und relevanten Titel gibt es in beiden. Kostengünstiger? Ja, es ist bekannt, dass im Play Store weniger gerne Geld ausgegeben wird: https://sensortower.com/blog/app-revenue-and-downloads-1h-2020
      Da sieh man auch ganz gut, dass Fortnite schon längst nicht mehr dort ist, wo man noch vor 2 Jahren war. Epic sieht die Felle davonschwimmen und spannt 12-jährige für eine stümperhafte Marketingkampagne ein.

      Die Kostenstrukturen sind in beiden Läden gleich. In den Stores der Konsolenhersteller fallen die gleichen Gebühren an. Es handelt sich um digitale Inhalte, bei denen man ein mal in Vorleistung gehen muss. Danach profitiert man davon, in den beiden größten digitalen Marktplätzen vertreten zu sein (Skaleneffekte).
      Man muss nicht mal In-App-Käufe anbieten. Man kann die Inhalte auch außerhalb verkaufen und dann in der App verfügbar machen. Im App Store muss man auch nicht vertreten sein. Man kann auch als Web App ausliefern. Natürlich macht das kaum einer. Weil jeder weiss, dass man im App Store gutes Geld verdienen kann.

  7. Also meiner Meinung nach geht es darum das andere keine 30% abdrücken müssen zb, Netflix. Die halt eine bessere Position haben den Apple würde einige Kunden verlieren wenn Netflix nicht auf deren Geräten laufen würde.

    • Netflix drückt nix ab da sie kein Abo über die App bewerben.
      Könnte ja Epic auch so machen. Aber nein man rebelliert. Was man halt nicht kalkuliert hat ist das der Aufschrei der Apple User sehr sehr gering ist. Die Spieler wandern zu anderen Spielen anstatt Apple den Rücken zu kehren. Ging wohl nach hinten los.

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