Epic Games plant weitere Exklusivdeals trotz anhaltender Shitstorms

Epic Games bietet über seinen Store regelmäßig Gratis-Spiele an – das ist weniger kontrovers. Unschön ist, dass es bei der Plattform auch schon zu Zwischenfällen rund um die Erfassung von Nutzerdaten gekommen ist. Außerdem stößt vielen PC-Gamern sauer auf, dass Epic Games sich viele Exklusivtitel sichert, die dann bei Valves Steam außen vor bleiben – zumeist jedenfalls für eine gewisse Zeit. Doch auch wenn das nicht jedem passt, wolle Epic Games bei dieser Strategie bleiben, so erklärt es CEO Tim Sweeney.

Laut Sweeney solle es die Sache der Entwickler und Publisher bleiben, ob sie Exklusivdeals wünschen. Man werde deswegen seitens Epic Games auch in Zukunft derartige Vereinbarungen forcieren, wenn sich die Gelegenheit ergebe. Das gelte auch dann, wenn zuvor Übereinkünfte mit Steam getroffen worden seien. Freiheit sei hier das Stichwort.

So gab es einen gewaltigen Shitstorm, als das Spiel „Metro Exodus“ zunächst via Steam erhältlich war, dann aber als Exklusivtitel in den Epic Games Store wanderte. Zunächst entschuldigte sich Epic Games dafür bei der Spielerschaft und kündigte an in Zukunft nicht mehr solche Überraschungen zu liefern. Sweeney sieht die ganze Angelegenheit mittlerweile mit etwas Abstand aber doch wieder anders: „Bei uns hat die Kontroverse zu der Einsicht geführt, dass das freie Entscheidungen sind, welche den Entwicklern und Publishern obliegen müssen. Epic wird ihnen auch in Zukunft keine Absage erteilen, nur weil sie bei Steam zuvor bestimmte Aussagen getroffen haben.

Das Fazit lautet also: Entwickler und Publisher sollen das Recht behalten ihre Meinung zu ändern – wenn sie damit die Spieler verärgern, dann sieht sich Epic Games da selbst nicht in der Verantwortung. Zuletzt gab des da ja erneut Wirbel rund um „Borderlands 3“. Auch dieser Triple-A-Blockbuster erscheint zeitexklusiv zunächst am PC nur über den Epic Games Store. Die vereinbarte Exklusivität dauert ein halbes Jahr an. Mit dieser Entscheidung waren viele Gamer nicht einverstanden und begannen als Trotzreaktion ältere Spiele des Entwicklers Gearbox bei Steam mit schlechten Bewertungen zu bedenken. Kindisch, wenn ihr mich fragt.

So ganz verstehe ich persönlich die Aufregung ohnehin nicht: Letzten Endes steht es jedem frei ein Game zu kaufen oder es eben auch zu unterlassen. Dass Entwickler sich die Vertriebskanäle aussuchen, die ihnen am lohnenswertesten erscheinen, ist aus wirtschaftlicher Sicht vollkommen nachvollziehbar. Und wenn Epic Games dann ein besseres Angebot macht als Valve, dann handelt man danach.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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21 Kommentare

  1. Richtig so, deshalb meide ich seit Jahren EA Müll, denn EA steht nicht für zuende Entwickelte Spiele. Sie machen den Herstellern nur Druck zum lauch egal ob ein Game fertig ist oder nicht, dannach das nächste statt das alte zu Pflegen. Etliche Titel geht der Spielspaß flöten wenn Cheater sich rumtreiben und man diese gewähren läßt. Ergo, man meidet EA Schrott denn das kann nicht lange Spßa machen aus genannten gründen. Dann lieber andere Publisher…

  2. Dieser Exklusiv-Müll von Epic (Tencent) ist die Pest und fragmentiert den Spielemarkt. Die bezahlen Entwickler dafür, ihr Spiel NICHT auf dem freien Wettbewerb anzubieten. Das ist wettbewerbsfeindlich und kundenfeindlich. Und der Epic-Launcher ist nachgewiesene Spyware.

    Eine aktuelle Umfrage unter Spielern ergab, dass 82% der Spieler Borderlands 3 nicht kaufen werden, solange es exklusiv im Epic Store eingesperrt ist:

    https://www.strawpoll.me/17726686/r

    Da muss Epic viel Schmiergeld an 2K zahlen, um das auszugleichen. Aber mit Fortnite und dem chinesischen Milliardenkonzern Tencent im Rücken hat Epic noch genug Schmiergeld übrig. So versuchen sie, sich Marktanteile zu erzwingen, wenn es schon nicht mit Kundenfreundlichkeit klappt.

    • Hm, die Beteiligung von Tencent liegt blaber bei fast allen vor. Und wieso wird der Spielemarkt fragmentiert? Du kannst auf dem selben PC spielen, das ist kein fragmentieren.
      Die Spywaregeschichte ist natürlich alles andere als toll, aber Steam Fanboys der Steam Marketingabteilung nachplappern ist einfach nur krass. Generation Y ist irgenendwie nicht mehr n der Lage einen Schritt weiter zu denken.

      • Was mich nerven würde wäre, wenn ich ne Excel Tabelle anfertigen muss um nachzuvollziehen wo ich welches Spiel gekauft habe.
        Borderlands 1 und 2 auf Steam, 3 auf Epic und 4 dann bestimmt im eigenen GearBox Launcher.

        • Florian Schmied says:

          Mir fallen auf Anhieb einige Spiele ein, die exklusiv auf Steam verfügbar sind, also Epik hat damit sicherlich nicht angefangen.
          Eine Excel Tabelle hab ich noch nie gebraucht, bisher reicht der Doppelklick auf das Desktopicon oder der Start aus dem Startmenü aus – der jeweilige Launcher startet dann einfach mit.

          • Welche? Außer nun direkt von Valve entwickelten Spiele. Mir fällt auf Anhieb nicht ein einziges Spiel ein, wo Valve Deals für Exklusivität geschlossen hat. Entwickler die woanders verkaufen können sogar Steam-Keys für den Wechsel umsonst generieren.

          • Tobias Müller says:

            @Florian Schmied:
            Und was machst du, wenn du mal viele Spiele, nach einem Plattencrash o.Ä., neu installieren musst? Dann fängt die Sucherei nämlich an.

  3. André Westphal says:

    Die Umfrage mit der extrem geringen Teilnehmerzahl (gemessen an der Zielgruppe) sagt doch null aus, zumal klar ist, dass da hauptsächlich Leute abstimmen, die aktuell entrüstet sind – und ein hoher Prozentsatz kauft es am Ende dann doch.

    Damit will ich für niemanden Partei ergreifen, aber am Ende erscheint das Game für den PC und wer es spielen will kann es spielen. Und wer Epic Games halt ganz doof findet, kauft es legitimerweise nicht.

  4. Der ganze Spuk mit dem Epic Launcher wird dann enden, wenn nicht mehr genügend Geld über Fortnite reinkommt.
    Im Moment können die das so machen, auf Dauer wird das nicht gehen. Zumal der Epic Launcher derzeit nichts vorzuweisen hat ausser einem Shop.

    • So ist es. Und da der größte Teil der Fortnite Spieler Kinder sind, kann das schnell passieren, weil sich Interessen von jungen Menschen schnell ändern. Ein altbackenes MMO wie zb TESO hypt zwar nicht so wie Fortnite, generiert aber der betagten und meist wohlhabenden Spielerschaft wegen, Gewinne über einen langen Zeitraum. Wie auch immer, dieser Epic Store ist die Krätze. Wie viele Launcher soll ich mir noch installieren? Damals war ich gegen Steam, habe mich aber daran gewöhnt und es schätzen gelernt. Und der größte Vorteil von Steam ist, dass man auch beim günstigen polnischen Keyhändler kaufen kann. Ich sehe das wie der Autor, wer Epic nicht leiden kann, muss es meiden. Ich brauch die nicht.

  5. André Westphal says:

    Ich bin selbst auch kein Fan der ganzen versprengten Stores und kann schon verstehen, wenn PC-Gamer darauf keine Lust haben. Aber deswegen Review-Bombing zu betreiben und sich aufzuregen, finde ich irgendwie auch übertrieben. Dann kauft man das Spiel eben nicht, meidet konsequent die Launcher, an denen man sich stört – und dann behebt sich das Problem auf lange Sicht von selbst.

    Das Problem liegt eher darin, dass sich viele Leute aufregen, aber am Ende doch einknicken und das Game kaufen, weil sie „ja keine Wahl haben“. Die Wahl ist aber eben auf das Spiel zu verzichten bzw. abzuwarten, bis es dann auch woanders angeboten wird.

  6. Nice, der schreiberling hat das Problem natürlich nicht verstanden, was epic mit diesen exclusiv Deals gestartet hat. Ist ja klar, man müsste ja sonst mehr als 2 Minuten mal nachdenken 😉

    • André Westphal says:

      „Hast du nicht verstanden“, ist immer eine schöne Aussage, wenn einem keine Argumente einfallen. Erkläre doch mal, was du denn so schlimm daran findest? Warum ich es legitim finde, steht ja, mit Begründung, im Beitrag.

      Entwickler haben die Wahl mit wem sie zusammenarbeiten und Spieler haben die Wahl welche Produkte sie kaufen. Ich kann verstehen, wenn sich Gamer daran stören, dass es eine gewisse Fragmentierung gibt durch die Launcher. Allerdings wird eben wie schon gesagt keiner gezwungen bestimmte Titel zu kaufen. Ich persönlich kann auch verstehen, wenn einige Entwickler vielleicht froh sind, dass Konkurrenten zu Steam erstarken, weil sie dort so hohe Margen abgeben müssen. Das ist auch weder für Entwickler noch für Spieler gut. Konkurrenz belebt den Markt und davon profitieren in erster Linie die Käufer.

      • „Konkurrenz belebt den Markt“, aber Epic macht genau das Gegenteil: Sie erzwingen sich mit viel Geld ein Monopol bei bestimmten Titeln und bezahlen die Publisher dafür, dass sie ihre Produkte gerade NICHT bei der Konkurrenz anbieten. Das ist wettbewerbsfeindlich und kundenfeindlich.

        Epic hat mit den Milliarden von Tencent und Fortnite zur Zeit noch eine gut gefüllte Kriegskasse. Es ist eine Schande, dass sie diese Milliarden nur zum Blockieren von Mitbewerbern nutzen, um sich gewaltsam Marktanteile zu erzwingen. Was hätten sie stattdessen mit diesen Milliarden alles machen können, z.B. einen konkurrenzfähigen und Community-freundlichen Shop entwickeln. Stattdessen ist der Epic Store kundenfeindlich und z.B den Community-Funktionen von Steam um Welten unterlegen. Und nachweislich Spyware.

        Ohne diese Exklusiv-Deals ist der Epic Shop einfach nicht konkurrenzfähig. Das Produkt von Epic ist einfach schlechter. Aber Tim Sweeney hat halt beschlossen, seine Milliarden lieber zur Blockade der Konkurrenz einzusetzen, sich Marktanteile zu erzwingen und die Spieler zu bestrafen, indem er ihnen die freie Wahl nimmt. Und nein: „Friss oder Stirb“ ist keine echte Wahl.

        • André Westphal says:

          Da sehe ich keinerlei Monopol? Ist Epic Games der einzige Store für PC-Spiele? Nein. Der Store hat bestimmte, zeitexklusive Titel. Nach der Argumentation hätten auch Microsoft oder Sony ein Monopol, weil es Exklusivtitel wie „God of War“ oder „Halo“ nicht für die jeweils andere Plattform gibt. Damit vernachlässigt man tausende von Games, die überall zu haben sind.

          Ist doch klar, dass Sony Kunden zur PlayStation, Microsoft zur Xbox, Valve zu Steam oder Epic eben zu seinem Store locken will. Wer das blöd findet, kauft die betreffenden Spiele nicht – fertig. Valve hat ebenfalls genug Geld, verlangt aber deutlich höhere Margen – ich finde es gut, dass sie mal unter Druck geraten und viele Entwickler offenbar auch – sonst würde sie nicht mit Epic kooperieren.

          Dann muss Valve eben zusehen, dass sie vielleicht nicht mehr 30 % abzwacken, sondern nur noch 20 %.

          • Der Unterschied ist halt, das Valve eigene Server parat stellt, z.B. für das ganze Mod-Feature und die Foren für jedes einzelne Spiel. Dadurch hat Valve viel mehr laufende Kosten als Epic, die eigentlich nur einen Shop bieten. Unter Druck stehen die Entwickler denke ich mal auch nicht wirklich, die hoffen nur das es genug Leute auch im Epic Store kaufen.
            Im Grunde wird dieser Kampf auf dem Rücken der Kunden ausgetragen und das halten viele für nicht richtig, dementsprechend gibt es halt genügend Gegenreaktionen der Kunden.
            Fakt ist Steam bietet mehr Funktionen, will daher auch mehr Kohle.

            • Florian Schmied says:

              Fakt ist auch: Spiele können dadurch billiger werden, siehe z.B. Metro: Exodus.
              Ich denke auch dass man davon ausgehen kann, das Epic den Store weiter ausbaut, um Steam wirklich Konkurrenz zu bieten. Aber die Exklusivdeals haben sie nun wirklich nicht erfunden.

            • André Westphal says:

              Dass Steam aktuell in den Community-Funktionen besser ist, würde ich z. B. auch gar nicht bestreiten würden – das ist definitiv so. Allerdings sehe ich persönlich hier eben auch keinen riesigen Aufreger und wenn ich da so in Gaming-Communities mitlese, schüttele ich eben doch oft den Kopf. Vor allem weil viele Gamer so tun, als ob sie dann gezwungen wären über den Epic Store zu kaufen. Was aber eher für die eigene Charakterschwäche spricht: Man kann das Produkt nämlich auch meiden. Am besten zeigt man einem Anbieter, dass man mit dessen Vorgehensweisen nicht einverstanden ist, wenn man das Produkt links liegen lässt.

              Was meines Erachtens aber stattdessen passiert: Da wird laut geschrien und gemeckert und das Spiel am Ende dennoch gekauft, denn „ging ja nicht anders“. Das ist aber irgendwie auch so eine ganz typische, moderne Verhaltensweise – schlechtmachen aber trotzdem aktiv nutzen – auch mit Facebook, WhatsApp und den Diensten von Google gerne so gehandhabt :-).

  7. Hatte auch das Interesse an Satisfactory als ich gehört habe das man sich wieder einen neuen Launcher und dann noch Epic Games installieren muss, hat sich meine Lust verworfen.

  8. ist doch klar, dass Epic so weitermacht. die wären doch blöd, wenn sie nicht weitere Exclusivtitel anbieten würden. Natürlich ist das auch unschön für die Spieler, aber dann müssen sich die Spieler einfach mal an die eigene Nase packen: IM ERSTEN JAHR nicht kaufen, danach gibt’s das Spiel auch auf Steam.
    Von daher würde es wirklich interessant werden, wenn nächstes Jahr die Verkaufszahlen veröffentlicht würden, nachdem z.B. Metro auch auf Steam verfügbar wird.
    Für mich persönlich stellt sich die Frage eh nicht, denn ich warte meist eh mindestens ein Jahr, bis ich mir ein Spiel kaufe. Auch welche, auf die ich schon lange gewartet habe

  9. Lassen wir Epic doch einfach machen. Wisst ihr, was aus meiner Aussage unter diesem Beitrag wurde:

    https://stadt-bremerhaven.de/epic-games-store-verschenkt-ab-21-februar-das-top-adventure-thimbleweed-park/

    Nichts. Hab direkt beim Installieren die Lust verloren und abgebrochen. Ich könnte nicht mal sagen was genau der Auslöser war. Nennt mich oberflächlich, aber es ist mir auch egal. Bei mir ist nur hängen geblieben: Ist Mist, will ich so nicht haben.

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