Dreame V11: Akkubetriebener, beutelloser Staubsauger im Test

Staubsauger aus China gibt es wie Sand am Meer. Allerdings bleiben viele Modelle dem Importhandel vorbehalten. In Deutschland erschien erst kürzlich der Anker eufy HomeVac S11 Infinity, den Felix auch ausführlich getestet hat. Der Dreame V11 schlägt in eine ganz ähnliche Kerbe, will aber mit etwas anderen Vorzügen punkten. So erhöht der Hersteller die Saugleistung und gibt auch eine deutlich höhere Laufzeit an.

Vielleicht fragt ihr euch aber zunächst: „Dreame? Was für ein Hersteller ist das nun schon wieder?“ Nun, Dreame ist eng mit Xiaomi verbandelt und im Ökosystem des Unternehmens unterwegs. Soll auch schon für Xiaomi Geräte gefertigt haben. Deswegen werden die Unternehmen bei vielen Händlern dann auch in einen Topf geworfen, auch wenn Dreame an sich ein unabhängiges Unternehmen ist.

Technische Daten des Dreame V11

  • Saugleistung: 150 AW / 25.000 pa
  • Nennleistung: 450 Watt
  • Akkukapazität: 3.000 mAh
  • Laufzeit: bis zu 90 Minuten
  • Ladezeit: ca. 4 Stunden
  • Kapazität des Staubbehälters: 0,5 Liter
  • Gewicht, 1,6 kg
  • Lieferumfang: Saugeinheit mit fest integriertem Akku, Anleitung, 2-in-1-Bürste, elektrische Milben-Entfernungs-Bürste, flache 2-in-1-Bürste, Walze mit weicher Rolle, Charging-Dock, Verlängerungsrohr, Verlängerungsschlauch, Netzteil
  • Preis: 369 Euro

Steckt denn ein bisschen Xiaomi-DNS im Dreame V11 (hier die offizielle Produktseite)? Das versuche ich im Test herauszufinden – also ob dieser kabel- und beutellose Staubsauger in der Praxis etwas taugt.

Ausstattung und Verarbeitung

Der Dreame V11 erinnert im Aufbau weniger an den eufy HomeVac Infinity S11, sondern mehr an viele andere China-Staubsauger wie beispielsweise diverse Modelle von Jimmy oder einige Modelle der Reihe Rodmi. Das Design wirkt im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell, dem V10, nun in dem stilvolleren Silbergrau deutlich eleganter.

Trotzdem stört mich, dass der Staubbehälter sich nicht geschlossen entnehmen lässt. Das ist etwa beim erwähnten Anker-Modell für die Entleerung sehr praktisch. Stattdessen wird er beim Dreame V11 nach unten geöffnet und der Schmutz fällt dann eben heraus. Trotzdem lässt sich die Einheit für den Behälter auseinander nehmen und auf diese Weise einzeln reinigen. Dafür muss man die Filter und Co. nach oben herausziehen.

Auch der Akku ist fest verbaut, was weder umweltfreundlich noch praktisch ist. Der Ladeanschluss sitzt auch nicht am Akku, sondern an der Rückseite der Saugeinheit. Dort findet sich dann übrigens auch ein kleiner, farbiger OLED-Bildschirm. Die Anzeige ist auch auf Deutsch möglich und informiert über den gewählten Saugmodus, die verbleibende Akkulaufzeit oder Hinweise zur Wartung – etwa wenn der Behälter geleert werden sollte.

Ob ein Display bei einem Staubsauger notwendig ist? Ich sähe das Geld lieber in andere Komponenten investiert, aber praktisch ist es natürlich durchaus. Lasst euch übrigens nicht von der Optik des Dreame V11 auf den Fotos oder dem Marketingmaterial täuschen: Das Gehäuse wirkt auf Bildern stellenweise wie aus Metall, es handelt sich aber um stinknormales Hochglanz-Plastik. Die Verarbeitung passt aber.

Im Lieferumfang findet man neben dem Staubsauger an sich Folgendes: 2-in-1-Bürste, elektrische Milben-Entfernungs-Bürste, flache 2-in-1-Bürste, Walze mit weicher Rolle, Charging-Dock, Verlängerungsrohr und auch einen Verlängerungsschlauch. Die Ladestation ist dabei etwas klapprig und nur sinnvoll, wenn ihr den Dreame V11 an der Wand befestigen möchtet.

Praxistest

Dreame ist lernfähig: Musste man bei Vorgängermodellen (oder auch dem bereits erwähnten eufy HomeVac S11) während des Saugvorgangs den Power-Button stets gedrückt halten, so gibt es beim V11 einen Sperrmechanismus. Dann bleibt der Staubsauger also so lange aktiv, bis ihr die Sperre wieder herausnehmt. Wer lieber den Abzug gedrückt halten möchte, hat ebenfalls diese Option – so sind also beide Seiten zufrieden. Die Saugstärke lässt sich über einen Button unter dem OLED-Bildschirm verstellen, der übrigens keine Touchscreen-Funktion mitbringt.

Dreame vermarktet den V11 mit seinem Space 4.0 High-Speed-Motor. Laut Datenblatt erreiche man eine Leistung von 150 AW bzw. 25.000 pa. Mit 125.000 RPM soll der Motor arbeiten, was alles recht beeindruckend klingt. Damit lässt man beispielsweise auch den eufy HomeVac S11 mit 120 AW und 22.000 pa hinter sich. Aber Zahlen auf dem Papier sind die eine Sache – die Saugleistung in der Praxis eine andere. Ich vergleiche dabei mal mit dem Jimmy JV51 (115 AW), den ich lange genutzt habe. Aber auch den eufy HomeVac S11 habe ich schon in Aktion erlebt.

Saugt der Dreame V11 besser? Bemerkt man im Alltag eine höhere Saugleistung? Nun, es mag schon sein, dass der Dreame V11 den ein oder anderen Krümel doch etwa flotter vom Boden stibitzt, insbesondere natürlich im Turbo-Modus. Zumal man eben mit den unterschiedlichen Aufsätzen für Sofa, Spinnweben an der Raumdecke oder Laminat und Holzfußboden bestens gerüstet ist. Wie auch bei anderen Handstaubsaugern, so ist auch der Dreame V11 allerdings nicht so sehr für Teppichböden, insbesondere Langflor, prädestiniert. Wer Teppiche absaugt, wird definitiv in die höchste Stufe schalten müssen, erreicht aber immer noch gute Ergebnisse.

Ich habe mit dem Dreame V11 auch nach dem Frühstück mal den Tisch von Krümeln befreit, natürlich mit feuchtem Nachwischen und da merkte man eben schon, dass weniger Durchgänge notwendig sind, als mit schwächeren Modellen wie meinem alten Jimmy. Gut gefunden hätte ich, wenn man die weiche Stoffwalze, die sich immerhin auch gut für größere Möbeloberflächen eignet, gegen eine Drehbürste tauschen könnte – wie eben beim eufy HomeVac S11 Infinity. Da wickeln sich dann zwar gerne Haare drumherum, für harten Boden ist so eine Bürste aber besser geeignet.

Lustigerweise konkurriert der Dreame V11 nicht nur in den Spezifikationen, sondern auch im Namen quasi direkt mit dem Dyson V11, der allerdings 185 AW erreicht. Wobei preislich der eufy HomeVac S11 natürlich näher dran liegt. Ich selbst tue mich nun schwer damit, welchen Sauger ich hier eher empfehlen würde: Denn der eufy HomeVac S11 Infinity kostet über 60 Euro weniger als der Dreame V11 und bringt dennoch einen zweiten Akku mit, hat den praktischeren Staubbehälter und zudem eine LED-Beleuchtung an der Walze. Der Dreame V11 liefert dafür die stärkere Saugleistung und ein OLED-Display.

Ich denke, hier kommt es etwas auf das Einsatzgebiet an: Der Dreame V11 kann bei Teppichen nach meinem Eindruck bessere Ergebnisse erzielen und eignet sich wegen der höheren Leistung auch besser für Besitzer von Haustieren bzw. die damit verbundenen Tierhaare. Der eufy HomeVac S11 Infinity ist sonst wegen des zweiten Akkus und dem besseren Design für mich persönlich der Sieger.

Bei der Akkulaufzeit wiederum sind die 90 Minuten übrigens auf den schwächsten Saugmodus bezogen, das macht Dreame also recht geschickt. Im mittleren Modus dürft ihr mit ca. 70 Minuten rechnen und wer volle Kanne in den Turbo geht, nun, jener Hoschi wird dann etwa 10 Minuten hinkommen. Zwar nicht granatenstark, aber das liegt durchaus über dem Schnitt.

Fazit

Der Dreame V11 ist ein beutel- und kabelloser Handstaubsauger, der gut verarbeitet ist und sich in der Ausstattung nur kleine Schwächen leistet. Etwa hätte ich mir einen austauschbaren Akku gewünscht und einen komplett abnehmbaren Staubbehälter präferiert. Dafür ist super, dass man im Betrieb nicht permanent den Power-Button drücken muss, weil man eine optionale Sperre aktivieren kann. Der OLED-Screen wiederum sieht natürlich nett aus, stattdessen hätte ich für die große Walze aber lieber eine zweite, austauschbare Bürstenrolle genommen.

Die Saugergebnisse des Dreame V11 sind gut – durchaus eine Ecke besser als beim eufy HomeVac S11 Infinity – speziell bei Teppichböden. Dafür ist der Lieferumfang bei Ankers Modell aber umfangreicher und auch das Design des Saugers, bis auf die fehlende Arretierung des Powerbuttons, gelungener.

Bleiben wir also in dieser Preisklasse, der Dreame V11 kostet ca. 369 Euro, während der eufy HomeVac S11 Infinity bei 299 Euro steht, dann kommt es eben drauf an, welche Punkte für euch schwerer wiegen. Einen guten, beutellosen Handstaubsauger bekommt ihr in beiden Fällen. In Europa bzw. Deutschland ist der Dreame V11 laut Hersteller ab dem 8. Juli 2020 zu haben.

Kleiner Hinweis zum Schluss: Bei AliExpress soll es den Deame V11 ab dem 9. Juli um 9 Uhr bis zum 10. Juli um 9 Uhr für 293,99 US-Dollar mit einem elektrischen Mopp geben. Solltet ihr aber abwägen, ob sich das lohnt, da ihr dann natürlich auf die Garantie verzichtet.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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19 Kommentare

  1. Boah, dass die Chinesen schon stumpf die Modellbezeichnung des Spitzenmodels des Vorbilds abkupfern ist echt unfassbar frech. Ohne Worte…

    • das sehe ich genauso….Bei aller geiz ist geil Mentalität sollten wir aufpassen das wir Innovationen und Firmen in Europa nicht zerstören. Ich für meinen Teil verzichte auf solche „Kopien“ und erst recht auf Käufe bei Alibaba und Co…..Es ist erschreckend wieviel Marken die Chinesen in Vielfalt kopieren. Alleine auf dieser Webseite wurden schon 2 Dyson Kopien in der letzten Woche beworben….Und das wir das so schlucken macht mich fassungslos…

      • Jo mach ruhig, ich spare gerne und bestelle in China.

      • Dyson fertigt in Asien und verlegt auch seinen Firmensitz nach Malaysia. Soviel zur europäischen Firma…

        • Herr Dyson, extremer Brexit Befürworter, vergegt den Firmensitz, weil der Brexit beschlossen wurde und wohnt nun im größten (oder einem der größten) Penthouses der Welt in Malaysia, der braucht kein Geld mehr, der hat schon genug.

          Am E-Auto hat er ja auch die Lust verloren, dass mit viel trarra angekündigt wurde.

      • Naja wenn Dyson sich die Technik hätte patentieren lassen können, hätten sie es ja wohl gemacht.
        Zudem gefällt mir bei Dyson nicht dieses quietsch-bunte Design. Ist doch gut wenn man als Kunde dann Alternativen hat.

    • …meine Meinung… der sauger konkurriert nicht mit dem dyson sondern kopiert ihn quasi 1:1. Das könnte man ruhig erwähnen. Tatsächlich frage ich mich auch warum hier immer mehr Klone schon fast beworben werden

      • André Westphal says:

        Wenn du dir Bilder beider Sauger ansiehst, dann ähnelt der Aufbau des Dyson V11 aber mehr dem eufy (Staubbehälter-Aufbau) als dem Dreame. Dass die Namensähnlichkeit besteht, hab ich ja im Post erwähnt, wobei „V + Nummerierung“ generell nun auch nicht sonderlich kreativ ist.

        Wenn wir nun ein Produkt testen und das Ergebnis gut ist, bringts aber auch nichts das irgendwie ohne Mangel am Produkt an sich zu verreißen. In erster Linie gehts darum, ob der Käufer für das Geld einen adäquaten Gegenwert bekommt. Gibt ja auch genügend Hardware, die da bei uns nicht allzu gut weggekommen ist.

        • Naja,
          wenn ich mir die Bilder so anschaue, sieht ehr mehr nach meinem Dyson V6 aus. Gerade als ich die Bilder von der Unterseite und den Bürsten gesehen habe, ist das Dyson mit minimalen optichen Variationen.
          Der Staubbehälter und Postion und Größe des Akkus (inkl. Befestigung) ist Dyson.
          Eigentlich ist das ganze Teil der Dyson V6 mit anderem Deckel auf dem Saugbehälter und Display.

          Ich bestelle zwar auch ab und zu Mal gerne über Ali, aber nur kleinkram. Mal ein Paar Kabel, oder Coils für die Dampfe oder mal ne Handyhalterung. Aber sowas würde ich nichtg mal kaufen wenn hier in den Läden steht.

    • HAHA! Habe mir den Staubsauger gekauft, einfach TOP und der Preis erst :DDD 260,99 für den Dreame V11 und den Xiaomi CC Mopp gibt es geschenkt dazu (Preis liegt zwischen 70 und 90 €) 😛 Super Saugleistung und sehr leise. Wer eine Teppichbürste braucht kann eine für ca 40 € nachbestellen. Ich persönlich brauche sie nicht! Wer sich für den überteuerten Dyson entscheidet ist selbst schuld xD

  2. Ich habe erst in den Kommentaren gemerkt dass es sich nicht um das Dyson Original handelt

  3. Hört doch mal für diese Plagiate Werbung zu machen! Und dann auch noch mit einem Tipp zu Chinashop! Das ist ja schon echt nicht mehr normal!

  4. Ich mag mich weder an Akku- noch an Beutellos-Staubsauger gewöhnen. Beutelos geht gar nicht wegen der hygiene: Beutel schließen, entnehmen, wegwerfen. Wenn man geschickt ist bleibt keine fluse wo sie nicht hingehört . Beutellos : im eigenen Dreck wühlen , und zwar im konzentrierten , weil zusammengesaugten Dreck, der u. U. ein paar Tage im Staubbehälter vor sich hin“gelebt“ hat: ich mag keine Mikrobenzucht in der Wohnung auf noch unter den Fingernägeln sammeln smile .
    und Akku: ja, für einen Staubsauger im Auto, dem Boot oder dem Camper OK , vielleicht wäre ein echter 12-V-anschluß zur Boots- oder Autobatterie mit dickem kabel für viel Ampere hier auch besser . Ein E-Motor der ordentlich Unterdruck erzeugt braucht leistung : Und wer mehr als eine 15-qm-Bude bewohnt braucht die leistung länger als 10 min (soviel soll das Ding ja bei „Volldampf“ laufen -. Also viele lade-entladezyklen, Akku putt. Sauger putt wenn Akku fest verbaut. Hier kommt dann auch der umweltgedanke: keine papierbeutelwechsel, selbst wenn ich für jeden Sauggang nen frischen nähme, sind so eine Belastung wie auch nur einer dieser Akkus, wenn er hinüber ist.
    Fazit: außer für außeneinsatz fern einer Steckdose ist der Akku als Stromquelle sinnfrei, Beutel ist immer besser wegen hygiene. ein produkt was m. E. nur modehype ist und niemand braucht. übrigens: würde ich mir ein haus selber bauen würde ich über einen zentralstaubsauger nachdenken smile

    • Wer einmal einen guten Akkubodensauger von Schlage des Dyson V11 probiert hat, wird keinen konventionellen mehr nehmen!

      Das Leeren ist übrigens supereasy und hygienisch, Laufzeit 45 Minuten, auswaschbarer HEPA-Filter und der Akku ist selbstverständlich wechselbar.

      Also erst informieren, probieren und dann urteilen…

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