Anker eufy HomeVac S11 Infinity: Kabelloser Staubsauger im Test

Wie auch Roborock stellte Anker zur CES bereits im Januar einen kabellosen Akkustaubsauger als Ergänzung zu den bisherigen Saugrobotern vor: Unter  Ankers Haushaltsgeräte-Marke eufy bringt man nun den HomeVac S11 in den Ausstattungen „Go“ und „Infinity“ auf den Markt. Als Ergänzung zu meinem Saugroboter sollte der S11 Infinity in meinem Test seinen Einsatzzweck finden. Mein Roborock S50 tut hervorragend seinen Dienst, in jede Ecke oder hinter jeden Schrank kommt er aber nicht und da ist es geschickt, wenn man mal fix einen Akku-Sauger parat hat, welcher dann herhalten kann.

Lieferumfang

Der Lieferumfang fällt üppig aus: So gibt es neben der Motor-Bodenwalze und dem standardmäßigem Saugrohr aus Metall auch eine Fugendüse, einen flexiblen Verlängerungsschlauch, eine 2-in-1-Düse mit Bürste und eine kleinere, ebenfalls motorisierte Bürste. In der mir vorliegenden Infinity-Variante liegt neben dem Netzteil außerdem ein zweiter Akku bei. Der beiliegende Zusatz-Akku ist gemeinsam mit einer weichen Zusatz-Rolle für die Walze, jedoch das einzige, was die teurere Infinity-Ausstattung von der Go-Ausstattung unterscheidet. Auch an eine Montagemöglichkeit für die Wand sowie passende Zubehörhalterungen hat man gedacht und diese dem Lieferumfang beigelegt.

Technische Details

  • Leistung: 120 AirWatt
  • Nennleistung: 350 Watt
  • Akkulaufzeit max. 40 Minuten (eine Batterie)
  • Akku: 2500 mAh, 63Wh
  • Ladedauer: 3,5 Stunden

Praxistest

Ausgepackt, alle Akkus vollgemacht, los gehts. Die Zubehörteile lassen sich problemlos und binnen Sekunden mittels Klick-Mechanismus zusammenstecken. Durch die Modularität der Zubehörteile ist es zudem möglich, den Staubsauger auch als Handsauger einzusetzen, den potenziellen Einsatzzwecken ist damit kaum ein Ende gesetzt: Neben der Reinigung von Polstern könnte der eufy auch problemlos zur Reinigung des Autos herhalten. In puncto Design ist recht schnell klar, bei welchem Hersteller man sich da inspirieren ließ – da ist man neben diversen Herstellern wie Xiaomi, Roborock, Roidmi und Dreame nicht alleine unterwegs.

An der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern: Der Klick-Mechanismus funktioniert einfach, schnell und zuverlässig, man hat nicht das Gefühl, dass da sich nun etwas wackele, was sich nicht bewegen sollte. Wollt ihr eine der motorisierten Bürsten anbringen, so bleibt nur der direkte Anschluss an die Saugeinheit oder mittels Saugrohr, da nur dort die entsprechenden, stromversorgenden Leitungen vorhanden sind.

Die potenziellen Einstellungsmöglichkeiten sind fix erzählt: Mittels des oben angebrachten Schalters lässt sich zyklisch zwischen Eco-Modus, mittelstarkem Modus sowie dem Max-Modus wechseln. Dass es für die jeweiligen Modi keine Anzeigemöglichkeit gibt, ist sicherlich ein Luxusproblem – da unterscheidet man sich dann doch von der teureren Konkurrenz. Beim „Durchzappen“ lassen sich die unterschiedlichen Programme jedoch problemlos am Geräusch unterscheiden.

Das Reinigungsergebnis mit der Bodenwalze war überaus zufriedenstellend, aber auch in der Handhabung konnte der S11 überzeugen. Die Bodenwalze zeigte sich auf glatten Böden sehr wendig und flexibel, sodass auch die letzte Ecke erreicht werden konnte. Fürs Absaugen von Teppichen oder Polstern ist der Max-Modus Pflicht, dafür sollte auch dann – je nach Oberflächenbeschaffenheit – ein anderes Zubehörteil zum Einsatz kommen.

Bei längeren Reinigungszeiten am Stück habe ich eine Taste zum Arretieren vermisst, der S11 Infinity lässt sich leider nur durch dauerhaftes gedrückt halten der Taste am Saugen halten. Zudem: Nachdem ihr die Taste einmal losgelassen habt, startet der Sauger wieder im mittelstarken Modus.

Großer Pluspunkt in meinen Augen am eufy-Akkusauger: Das Gewicht, denn das fiel deutlich leichter aus als beispielsweise bei einem Dyson V8. Letztgenannter war meiner Oma immer zu schwer, sodass ich sie auch am eufy mal Hand anlegen ließ – gewichtstechnisch fiel der S11 sehr zu ihrer Begeisterung aus.

Das LED-Licht am großen Bürstenaufsatz, welches bei Caschy für etwas Belustigung sorgte, zeigte sich tatsächlich als recht nützlich. In dämmrigen Ecken oder auf dunklen Untergründen waren Staub und Haare tatsächlich besser erkennbar, sodass man da etwas gezielter ans Werk gehen konnte.

Akkulaufzeiten

Der eufy S11 hält im Max-Modus nur etwa 8 bis 10 Minuten durch und wird dabei auch deutlich warm. Für die Laufzeit kann man Anker da keinen Strick drehen, denn die liegt in etwa da, womit man den Sauger bewirbt. Im mittelstarken Modus hält der Staubsauger dann in etwa 25 bis 30 Minuten durch, im Eco-Modus bis zu 40 Minuten – da haben einige Konkurrenzprodukte sicherlich den längeren Atem. Aufgeladen wird über Kabel – in etwa 3 bis 4 Stunden – eine entsprechende Kabelhalterung oder Ladeversorgung in der Ladestation ist nicht vorgesehen. Da sich der Akku – wie auch die anderen Bauteile – mittels eines Klick-Mechanismus entfernen lässt, ist auch das Aufladen außerhalb des Akkusaugers problemlos möglich. Ebenso lässt sich im Falle des Akkudefekts dieser dann auch problemlos austauschen – Preise sowie den Akku als einzelnes Zubehörprodukt konnte ich hier bislang aber noch nicht ausmachen.

Im Saugbetrieb informiert der Akku über 3 LED über seinen Ladestatus sowie über etwaige Probleme. Wenn man den Akku außerhalb des Gehäuses bereithält – was man im Falle der Infinity-Ausstattung aufgrund des Zusatz-Akkus zwangsläufig tut – lässt sich der Akkustatus leider nicht auslesen. Ein simpler Knopf hätte hier vermutlich ausgereicht, der nach einfachem Drücken die vorhandenen LED entsprechend des Akkustands aufleuchten lässt. Schade, denn so wäre auf einen Blick klar, ob der Ersatzakku voll ist.

Reinigung

Der eufy S11 hat eine Taste, um den Staubbehälter zu entleeren sowie eine weitere, um ihn für etwaige gründlichere Reinigungsvorhaben komplett zu entfernen. Auch die rotierende Bürste ließ sich beim Ausprobieren recht einfach aus der Bodenwalze zur Reinigung entfernen. Dies war auch dringend notwendig, denn die langen Haare der Frau im Haushalt haben sich hier recht stark drum herumgewickelt – waren ohne größere Bemühungen dann aber entfernbar.

In manchen Ritzen des Staubbehälters verfingen sich Staub und Dreck, welche nicht durch alleiniges Ausleeren des selbigen beseitigt waren:

Nach Demonatage des Behälters konnten aber auch diese Rückstände entfernt werden. Auch der Filter ließ sich problemlos über eine Art Schraubverschluss vom Rest des Akkusaugers ablösen. Dieser tat wohl recht ordentlich seinen Dienst, denn meiner (leichten) Hausstauballergie war hier nichts anzumerken. Schöne Sache: Der Filter lässt sich auswaschen und nach dem Trocknen wieder einsetzen.

Fazit

Der Eufy S11 Infinity ist ab sofort zu einem Preis von 299 Euro bestellbar, die Auslieferung läuft ab 1. Juli. Wer den zweiten Akku und die zusätzliche, weiche Walze nicht benötigt, der kann zur sonst identischen Go-Variante für 239 Euro greifen – zum derzeitigen Pre-Sale liegt man da nochmals 20 Prozent drunter. Damit spielt man preislich ein gutes Stück unter dem Vorbild der Dyson-Sauger mit, aber auch für einen Roborock H6 muss man noch deutlich mehr berappen.

An Verarbeitung und Reinigungsergebnis habe ich nichts zu meckern, da bekommt man mit dem S11 ein Produkt mit ordentlichem Preis-Leistungs-Verhältnis und ohne Schnickschnack. Für meine Zwecke, dem Saugroboter da nochmals etwas zur Hand zu gehen, überaus ausreichend – auch in puncto Akkulaufzeiten. Im letztgenannten Anwendungszweck reicht dann sicherlich auch die Ausstattung mit einem Akku. Schön zu sehen aber, dass der Akku problemlos auswechselbar war.

Für den aufgerufenen Preis hätte ich mir zur Entspannung meines Zeigefingers noch eine Arretierungs-Funktion sowie ein Abrufen des Akkustandes außerhalb des Saugers gewünscht. Zu einem ähnlichen Kostenpunkt gibt es sicher ähnlich preiswerte Alternativen aus Fernost, im Falle des eufy S11 ist der schnelle Versand durch Amazon, ohne Thematik der Einfuhrumsatzsteuer etc., eben auch gewährleistet.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. @ Felix kommst mal vor bei und führst ihn mir vor?? Vlt, saugt er ja besser als mein DirtDevil Akkusauger. Ansonsten wie bei Vorstellung schon gesagt, die LED´s an der Bürste bringen wirklich was.

  2. Wie sehr man sich hier am Design von Dyson bedient hat ist aber auch irre…. Vorallem an den Bürsten etc.

  3. Prima Sache, so ein kleiner Akkusauger, bei uns wird der allerdings nur für’s punktuelle Reinigen benutzt, das ganze Haus würde ich damit nicht saugen.
    Ich bin übrigens gerade etwas erstaunt, als ich in Gedanken die Staubsauger bei uns im Haushalt durchgegangen bin, im EG ein normaler Miele Staubsauger, noch einer im Obergeschoss. Der alte Medion Saugroboter tut seinen Dienst jetzt im Büro im Untergeschoss, nachdem er im EG von einem Roborock abgelöst wurde. In der Werkstatt steht eine Festool-Saugmobil und im Gartenhaus noch ein alter Industriesauger für’s Grobe. Dazu noch der Dyson Handstaubsauger, macht sieben Stück, das ist doch eigentlich bekloppt…

  4. Spannender Test, vielen Dank! Ich habe mir gerade erste den von HCBOO einen Akku Staubsauger gekauft, welcher die Hälfte von dem hier vorgestellten kostet. Und der Tests liest sich, als hättest du meinen Sauger getestet. Alles was Du beschreibst trifft auch auf den HCBOO zu, d.h. selbst das der Dreck leider im Sammelbehälter immer nach oben wandert und somit nicht nur mit dem Leeren des Behälters entsorgt werden kann. Auch sehen die Akku-Sauger alle gleich aus, als wenn (wird wohl auch so sein) es ein Universal-Design gibt, was sich keiner traut zu verändern. Z.B. auch diese doppelt drücken Funktion (1x medium-, 2x starke-)Saugkraft. Warum gibts nicht einen Schalter der einrastet und dann einen ganz normalen Knopf oder Taster. Ist schon spannend wie stark sich alle an die „Vorlage“ halten. Ich kenne mich da nicht so aus, deshalb die Frage: Hat Dyson das auch so? Ist dass sozusagen die Schablone?

  5. Finde den zu teuer. Den V8 Absolute gibt’s für 30€ mehr und man weiß, was man bekommt.

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