Conrad Connect wird in den kommenden Wochen eingestellt

Erst im Sommer berichtete ich noch über Conrad Connect. In dem Zuge wollte man die Verzahnungs-Plattform für Smart-Home-Gerätschaften mit radikalen Preissenkungen sowie gelockerten Limits wieder für Privatkunden interessant gestalten. Scheinbar auch ein „letzter Hilferuf“, den Dienst irgendwo profitabel zu gestalten. In einer Mail an seine Kunden verkündet die IoT-Plattform nun die Einstellung ihres Dienstes. Das kommt doch eher kurzfristig, denn man verabschiedet sich schon in den kommenden Wochen, genauer zum 16. Dezember, von der Plattform.

Heißt für euch: Nur noch wenige Wochen stehen euch sämtliche Funktionen der Plattform zur Verfügung. Ab sofort könnt ihr aber bereits keine neuen Geräte, Services sowie Addons buchen. Solltet ihr bei Conrad Connect kostenpflichtige Kontingente gebucht haben (Einheiten SMS / WhatsApp etc.), dann ist es an euch, die bis zum genannten Stichtag zu verpulvern.

Seitens Conrad Connect lässt man wissen, dass ab dem 16.12.2021 kein Zugriff mehr auf das Konto möglich ist, der Dienst eingestellt und Daten unwiderruflich gelöscht werden. Solltet ihr auf der Plattform also auch noch irgendwelche Statistiken aufgezeichnet haben, dann müsst ihr jene zwischenzeitlich sichern. Hierbei verweist man auf zahlreiche Export-Funktionen der Dashboard-Widgets.

Als Alternative verweist man auf die kostenlose Home-Connect-Plus-App der BSH-Group. Die bietet ebenfalls einige Möglichkeiten zum Verbinden und Verzahnen von unterschiedlichen Geräten, dürfte aber nicht annähernd an den Leistungsumfang von Conrad Connect herankommen.

Zudem lässt man im offiziellen FAQ wissen, dass man Abo-Kunden natürlich anteilig auch die Abo-Gebühren zurückerstatten wird.

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  • Danke Michael!

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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23 Kommentare

  1. … deswegen würde ich nur herstellerübegreifendes, selbstgehostetes smart-home wollen, sonst „wir haben den Dienst eingestellt, Ihr elektronisches Türschloss öffnet ab sofort nicht mehr“ 🙂

  2. Wilhelm Onken says:

    Also Homeassistant würde ich NICHT empfehlen als Alternative. Da kosten die Cloud-Dienste im Gegensatz zu z. B. OpenHAB nen 5er im Monat. Das geht Gar nicht… Wer also in Homeassistant Amazon Echo oder Google Home nutzen möchte zahlt…

    • Musst du nicht nutzen. Zugriff von außen geht auch per VPN. Dann ist alles komplett autark abgeschirmt. NabuCasa / deren Cloud für 5 Euro macht Sinn für Anbindung der Sensoren und Geräte via Amazon oder Google. Und um das Projekt zu unterstützen.
      Ansonsten Stimme ich den Vorrednern zu. Easy Einstieg, wächst immer mehr, dann geht einmal die Sd Karte im Raspi kaputt und im Anschluss steigt man immer tiefer ein mit automatischem Backup, anderer Hardware, mehr an Sensoren, mehr an Automatisierungen und immer mehr sonstigem Kram. Ne ziemliche Sucht…

    • die „cloud dienste“ sind komplett optional. finde das als geschäftsmodell im gegenteil sogar sehr gut. kostenlos für alle und wer komfort-funktionen haben will zahlt dafür.

  3. Ich bin seit Jahren mit Openhab sehr zufrieden. Zigbee, zwave,, Shelly, Xiaomi, Roborock, yeelight, hue, Velux, home connect, alles eingebunden.

  4. Auf der letzten IFA in Berlin, zu der man noch live gehen konnte, hat der Mitarbeiter von Conrad die Plattform noch sehr gut verkauft. Es klang auch gut. Auf die Ktitikpunkte, man sei dann abhängig von den spontanen Einstellungen und Änderungen des Anbieters oder wenn der das System einstellen will sei man ausgeliefert, wurde relativierend reagiert. Wird bestimmt nicht passieren etc. Nun denn. Unschön wenn man bestätigt wird.
    Es bleibt dabei: Niemals bei Smarthome abhängig von externen Plattformen und Anbietern machen. Weder von Kleinen wie hier Conrad, noch von Großen (Siehe Googles Produkt“strategie“)

  5. Wer mehr Freiheiten möchten und mal abseits vom üblichen „wenn das, dann das“ programmieren möchte, empfehle ich IOBroker. Bei OpenHAB war ich erschroken das die Programmierung kaum Dokumentiert war und es viele Einschränkungen dabei gibt. IOBroker hat eine Unmenge an Interfaces, auch weit ab vom Standard. Programmierung, wenn man möchte, ist in verschiedenen Sprachen möglich, auch mit Blockly (alles sehr gut dokumentiert). Visualsierung sehr flexibel.
    Ich würde kein Raspberry dafür empfehlen, da man hier doch etwas an Stabilität einbüsst. Ist oftmals auf ein billiges Netzteil oder der SD-Karte zurückzuführen. Original Netzteil und SSD empfehlenswert.

  6. Oder halt direkt KNX, alles offline und ein seit 30 Jahren bestehender Standard mit 1000enden Herstellern.

  7. Das es eingestellt wird ok, aber ich hätte von Conrad dann doch etwas mehr Übergangszeit erwartet. So macht man sich keine Freunde…

  8. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: So ein Smart-Home-All-in-one-System wie CC als Anbieter am Leben zu erhalten ist eine riesige Dauerbaustelle. Dass es mit freien Projekten einigermaßen funktioniert ist der Beweis – die Wirtschaftlichkeit ist dort nicht zwingend und Fehlerchen werden eher toleriert.
    So ein abruptes Ende bei CC ist aber schon außergewöhnlich.
    Ich bin seit einer Weile bei homee und es reicht für meine Zwecke, läuft einfach, kaum Bastelei und ich konnte alle Komponenten hinreichend sinnvoll zusammenbringen. Falls dort mal Schicht sein sollte (=Webfrontend zu und keine Updates der Apps und Firmware) wäre es verschmerzbar. Ich hoffe natürlich, dass es dort weitergeht, obwohl ich ja dort erst mal keine neue Hardware mehr kaufe (da ich alles hab).
    IObroker, OpenHAB und HA waren bei mir nach ein paar Wochen Test nämlich rausgefallen, da zu klobig und nerdy-workaround-intensiv für einfachste Dinge – jedes auf seine Weise.
    Wobei die „Schuld“ dafür meiner Ansicht nach am ehesten bei den implementierten „Standards“ liegt: Wenn es nach OSI-Layern gehen würde, wäre beispielsweise bei den Funkstandards für mich bei Layer 4 Schluss. Z-Wave mischt aber auch darüber mit („Assoziationen“) und durch Verschlüsselungsanforderugen und Zertifizierung wird alles einfach langsam, kompliziert und das kann vor dem Benutzer nicht einfach versteckt werden…

  9. Krass!
    Da muss von Anfang an völlig falsch kalkuliert worden sein.
    Die Preise die sie da vor dem sommer noch verlangt haben hat die ganze Geschichte auch komplett unattraktiv gemacht.
    Dass aber so schnell der Stecker gezogen wird…
    Da würden mich mal wirklich die Hintergründe interessieren.

    Ich bin froh dass ich komplett auf Homatic IP setze.
    Dort kommt dann immer die Frage wieso das Zeug so teuer ist. Ja, halt genau deswegen, weil sie eine gut bedienbare, kostenlose Cloudlösung, mit recht umfangreichen Automatisierungen haben, die ich mit Alexa und Google bedienen kann.
    Finde ich auf jeden Fall besser als eine Grundgebühr.

  10. Hatte fast 2 Jahre Hausautomatisierung benutzt, nun 1 Jahr nicht mehr und muss sagen, gewaltige Kosteneinsparung ohne den Käse. Was man schnell vergisst, alle Geräte müssen ja durchgehend laufen (Hue, etc.). Wer denkt, dass das nur ein paar Cent sind wird sich erschrecken. Weit über 100 Euro Kosteneinsparung im Jahr waren es bei mir und ich hab keine 100 Geräte in meiner kleinen Mietwohnung.

    Natürlich weniger Komfort, ich muss jetzt wieder aufstehen und zum Lichtschalter gehen, aber die 4 Sekunden sind es mir wert 🙂

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