CleanMyMac X veröffentlicht

Bei irgendwelchen System-Werkzeugen scheiden sich die Geister. Das ist in der Mac-Welt nicht anders als bei Windows-Nutzern. Die einen schätzen Komfort-Funktionen, andere packen solche Tools nicht mit der Kneifzange an.

Eines dieser Werkzeuge ist heute in neuer Version auch für macOS Mojave erschienen. CleanMyMac heißt das Tool und ich persönlich habe da eine sehr gespaltene Meinung. Früher war es ein nettes Tool zum Aufräumen und Deinstallieren, dann kam immer mehr dazu, denn man möchte jährlich ja neue Versionen verkaufen. Quasi ein Weg wie damals TuneUp ihn gegangen ist.

Und auch zum Preis muss ich gleich etwas sagen: 40 Euro möchte man für eine Ein-Jahres-Lizenz haben. Das ist nicht wenig Geld. Alternativ kostet die immer nutzbare Version 90 Euro. Das ist unverschämt viel Geld für ein solches Werkzeug. Zumal – und auch das muss erwähnt werden – die Software nur auf einem Mac lauffähig ist. Habt ihr zwei Rechner, so müsstet ihr also zwei Lizenzen erwerben. In der ersten Woche gibt es aber wohl ein Angebot, hier kann man 30 Prozent sparen und die Zwei-Mac-Lizenzen sind auch etwas günstiger als der zweimalige Einzelkauf.

Allerdings darf man nicht vergessen: Nutzer von Setapp haben es etwas einfacher. Hierbei handelt es sich um einen alternativen AppStore, für monatliches Geld bekommt man alle Apps, die bei Setapp zu finden sind. Für viele, die eben diese Apps brauchen, sicher die günstigere Alternative. Ich selber finde die Auswahl da allerdings nicht so spannend.

Und übrigens: Hinter Setapp steht MacPaw, die wiederum hinter CleanMyMac stecken – und man übernahm seinerzeit noch den Unarchiver und hat auch Apps wie Gemini im Programm. Das Unternehmen aus der Ukraine scheint umtriebig.

Was neu ist in CleanMyMac X?

Es soll bis zu 3x schneller beim Scannen sein. Auch will man noch mehr „Systemabfall“ finden.  Der Smart Scan beinhaltet jetzt drei Parts, einmal die Bereinigung, dann will man Malware aufspüren – und mit dem Freigeben von Arbeitsspeicher, dem Ausführen von Wartungsscripten und dem Löschen des DNS-Caches soll es flotter auf dem Mac sein.

Ich wiederhole: Freigeben von Arbeitsspeicher. Das ist normalerweise recht unbrauchbar heute, denn freier Arbeitsspeicher bringt in der normalen Anwendung nichts, hier sollte und muss man der Intelligenz des Systems vertrauen. Es ist 2018 und nicht 1998.

Ebenso gibt es nun einen Updater für Apps und ein verbessertes Menü, in welchem man die Reinigungsmöglichkeiten für Startup-Elemente und weiteres findet. Ferner findet CleanMyMac X nicht reagierende Apps, kann diese abschießen und über die Menübar gibt es Einblicke in das System.

Damals war das Tool ganz nett zum Aufräumen von Deinstallationsresten, heute braucht man viele Elemente einfach nicht mehr. Caches bestimmter Programme leer räumen? Oft kontraproduktiv, da diese den Cache wieder füllen werden – oft sind die Inhalte für schnellen Zugriff vorgehalten. Übrigens, nicht verwirren lassen: Meine Screenshots sind in englischer Sprache, das Programm spricht aber auch Deutsch.

Und nun freue ich mich auf Stimmen von Nutzern. Also solchen, die so ein Werkzeug gerne nutzen. Wie erwähnt: Ich finde einige Parts nett, einige wiederum nicht.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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19 Kommentare

  1. Ich nutze es ganz gerne. Man sollte aber immer genau kontrollieren, was gelöscht wird. Die neuen Funktionen brauche ich alle nicht. Ich bleibe bei meiner jetzigen Version.

  2. Ich hab es damals günstig bekommen und nutze es weil es bequemer ist als viele einzelne Tools zu nutzen. Deinstallation, großen Dateien finden,Sprachpakete löchen und ab und an um die Zugriffsrechte zu reparieren.
    Aber bei aller Liebe, 90€ / Rechner ist dafür nicht gerechtfertigt.
    Die Entwicklung im Bereich der software für MacOS nimmt leider eine für mich unschöne Richtung. Als ich damals zum Mac gewechselt bin war ich begeistert über die Zahl an qualitativ hochwertiger Tools zum angemessen Preis. Nicht billig aber angemessen. Mittlerweile nimmt leider das Abo Modell Oberhand. Für Dienste kann ich das vielleicht noch verstehen, für wirkliche klassische software eher weniger, vor allem wenn es meistens einer massiven Preiserhöhung gleichkommt.

  3. Hektor Rottweiler says:

    Bin mit CleanApp von Synium noch zufrieden. Deren Forum die Seite Mactechnews sind leider eine bildzeitungsartige Müllhalde.
    Wenn das nicht mehr läuft, werde ich mich mal wieder nach einer Alternative umsehen. Was gibt es denn außer dem anscheinend völlig überfrachteten Cleanmymac noch so auf dem Markt. Wäre doch mal einen Überblicksartikel wert.

  4. Meine aktuellen Lieblinge:

    – Entrümpeln, so wie hier beschrieben: Dr. Cleaner (App Store, gratis)
    – Programme samt Beigemüse entfernen: AppCleaner (freemacsoft.net, gratis)
    – Grosse Verzeichnisse aufspüren: DaisyDisk (AppStore, 10 Franken)
    – Systemdaten anzeigen: iStat Menus (AppStore, 10 Franken)

    Bin aber jederzeit für Neues offen! 🙂

    • Kann noch OnyX empfehlen. Kostenlos und wird gut gepflegt

    • DaisyDisk hab ich mir gekauft und dann 1-2 mal genutzt. Ich hab für meine Macs eigentlich noch nie den Babysitter gespielt. Ich schliesslich macOS, nicht Windows. Das gilt für alle Apps dieser Art. Die sind höchstens nützlich als Troubleshooting-Tools.

      Gelegentlich entferne ich das Beigemüse mit AppCleaner. Allerdings ist das auch eher unnötig. Man hat ne App von mehreren MB auf dem System um damit die paar KB zu entfernen, die Apps so hinterlassen: für mich eher sinnlos. Das ist höchstens relevant wenn man als Tester zig Apps probiert.

      macOS ist auch nicht so voller Designfehler wie Windows (Registry, WinSxS, etc) so dass man für jede App ne Uninstall-Routine benötigt (wenn der Entwickler dann auch wirklich seine Keys aus der Registry entfernt und keine verwaisten Einträge hinterläßt die man dann mit Tools wie CCleaner entfernen muss).

      Systemevents im Überblick zu haben ist aber manchmal ganz nützlich. Ich habe lange iStat Menus genutzt und bin dann bei Release zu Monity gewechselt. Wenn’s geht entferne ich alles was ablenkt aus der Menübar.

      https://www.monityapp.com

      • Grundsätzlich hast du in allem Recht. Es geht mir auch eher um die «Arbeitsplatz-Hygiene». 🙂 Allerdings hat DaisyDisk auch schon Ordner gefunden, die mir sonst entgangen wären und die ich nie nutze, zum Beispiel Gigabytes an Loops und Sound-Samples von GarageBand oder woher auch immer.

        Und für deine Abneigung gegen die vollen Menüleisten empfehle ich Bartender (https://www.macbartender.com). Aber den kennst du vermutlich eh schon. 😉

        • Ok, ich kann schon verstehen wenn man seinen Library-Ordner aufgeräumt haben will, auch wenn der mittlerweile nicht mehr sichtbar ist.

          Bartender habe ich lange genutzt. Bräuchte ich aber nur noch um das Spotlight-Icon zu entfernen. Ich habe einen Weg gefunden das im Terminal zu erledigen.

    • Dr.Cleaner (App Store) soll lt. „Malwarebytes“ gefährlich sein und wird für Quarantäne vorgeschlagen.
      Warum?

  5. Sportliche Preisgestaltung. Habe gerade nachgesehen, für CleanMyMac 3 zahlte ich vor drei Jahren 19,97 Euro. Bald zahlen wir für diverse monatliche Abos mehr als fürs KFZ-Leasing.

  6. Kann man mit diesem Programm auch Backups löschen die jemand ausversehen aus der TimeMachine in den Papierkorb löschte (denn diese bekomme ich leider nicht mehr aus dem Papierkorp gelöscht seit dem mein Admin (Win User) mal Platz machen wollte….schnief

  7. Niemals würde ich für so ne Software ein Abo eingehen. Zur Not muss es eben ohne die Software gehen.
    Auf den ersten Blick finde ich auf der Website auch keine Infos, was das Abo überhaupt beinhaltet. „Zukünftige große Upgrades“ ist da schon sehr schwammig.

  8. Ich finde, Apple sollte sich um diese Aufgabe kümmern. Das System soll sich selber warten.

  9. Zu diesem Preis!? Never! Für solche Tools wäre ich bereit, bis zu 20€ auszugeben, Abos lehne ich aus Prinzip ab. Für CleanMyMac habe ich seinerzeit incl. Rabatt 15,-€ bezahlt. Das war in Ordnung, aber jetzt … Nee, das tut nicht Not.

  10. Solche Programme braucht es auf einem Mac nicht, im Gegenteil, sie zerstören meist mehr als dass sie nutzen. Jeder langjährige Mac Nutzer weiß das.

    Paranoide Windows zu MacOS Wechsler kann man damit evtl. noch das Geld aus der Tasche ziehen.

    • Hektor Rottweiler says:

      Kommt drauf an: wenn man wie ich seit 10 Jahren ohne Neuinstallation mit Time Machine umzieht und erweitert, käme da im Laufe der Zeit schon einiges an Schrott zusammen, den man wirklich nicht braucht. Gerade um Adobe zu entfernen war so ein Tool (siehe oben) ein wahrer Segen, ebenso um wirklich restlos alles von einer Office Installation loszuwerden.
      Gerade weil diese Apps Aufzeichnungen der Programme mitprotokollieren, finden die auch Zeug, das eher untypisch ist. Aber stimmt, man kann sich damit auch in heikle Situationen bringen…

  11. Wenn ihr schon solche Tools nutzen wollt, dann bitte nur TinkerTool Systems oder Malwarebytes.

    Siehe auch hier, ein Thread zum Thema CleanUp Tools. Sehr empfehlenswert:

    http://www.apfeltalk.de/community/threads/warnung-vor-cleanup-tools-antivirenprogrammen-co.435167/

    …oder auch hier zum Thema Antiviren Software auf dem Mac:

    https://macmark.de/osx_antivirus_nonsens.php

    Bitte tut mir und vor allem.euch einen großen Gefallen und lest euch die Seiten mal durch!!!

    • Ich selbst nutze seit vielen Jahren lediglich TinkerTool Systems ca. einmal im Jahr und hatte wirklich noch nie Probleme mit meinen Macs.

      Und ja…zugegeben…ich musste mich nach meinem Wechsel von Windows zu OSX (jetzt MacOS) auch erstmal daran gewöhnen solche Tools zu verbannen.

      🙂

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