Hightech-Strategie 2025: Deutschland investiert in die Zukunft

Deutschland, Land der Dichter und Denker? Nun ja, zu dieser alten Aussage kann man stehen, wie man möchte. Ja, wir exportieren viel, auch Wissen – aber im internationalen Technologie-Vergleich sehen wir sicher schlecht aus. Nicht falsch verstehen: Ich mag unser Land. Hier und da zwackt es, aber mein Sohn wächst in Frieden auf und das Gesundheitssystem passt mir eigentlich auch, ich kann jederzeit zum Arzt, auch wenn ich lange warten muss – die Grundversorgung steht. Aber so beim Technikblick über den Tellerrand fällt auf: Deutschland könnte mal mehr machen.

Nun hat die Bundesregierung die Hightech-Strategie 2025 beschlossen, da soll es dann auch um Forschungs- und Innovationspolitik gehen. Allein 2018 investiert die Bundesregierung mehr als 15 Milliarden Euro, Gesundheit, Klima, Sicherheit, Wirtschaft und vieles mehr sind die Themen.

Mein Ziel als Forschungsministerin ist es, Deutschland an die Spitze technologischer Entwicklungen zu stellen„, schreibt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in einem Zeitungsbeitrag. „Wir brauchen passende Aus- und Weiterbildungsangebote, damit Menschen in der Lage sind, die Veränderungen zu bewältigen„, betont Karliczek. „Deshalb setze ich mich für digitale Bildung, für lebenslanges Lernen und für die Etablierung einer neuen Weiterbildungskultur in Deutschland ein.“

Als Leitfaden für die Zukunft bündelt die HTS 2025 Forschung und Innovationen mit dem Ziel, Wohlstand, eine nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität in Deutschland zu mehren. Dazu investiert die Bundesregierung allein 2018 mehr als 15 Milliarden Euro.

Im Fokus der Strategie stehen laut Mitteilung die Themen „Gesundheit und Pflege“, „Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energie“, „Mobilität“, „Stadt und Land“, „Sicherheit“ und „Wirtschaft und Arbeit 4.0“. In den Themenfeldern, in denen Lösungen nur in der Kooperation aller Akteure gefunden werden können, wird die Bundesregierung ihre Förderung missionsorientiert ausrichten.

In jedem Themenbereich möchte man Missionen planen. Im Bereich der Gesundheit gibt es beispielsweise „Krebs bekämpfen“. Das alte Arschloch Krebs soll früher erkannt, besser bekämpft und langfristig zurückgedrängt werden. Bis 2025 soll auch eine forschungskompatible elektronische Patientenakte an allen deutschen Universitätskliniken zur Verfügung stehen.

Auch das alte Thema Energieversorgung will man weiter angehen. Maßgeblich für die Energiepolitik ist das energiepolitische Zieldreieck Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit. Um Energie klimaschonend, intelligenter und effizienter zu nutzen, soll insbesondere die Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr durch zukunftsweisende Konzepte und Geschäftsmodelle weiterentwickelt werden, so das Kabinett. Klingt so ein bisschen nach Smart City das Ganze. Aber dafür benötigt man sicher sehr viel Zeit.

Ebenfalls interessant: Auch Deutschland versucht weiter, von den fossilen Brennstoffen weniger abhängig zu werden. Die Bundesregierung will sowohl den Aufbau einer Brennstoffzellenproduktion als den auch einer Batteriezellproduktion in Deutschland unterstützen. Zur Sicherung der technologischen Souveränität und zur maximalen Abdeckung der Wertschöpfungskette Batterie wird sie die Batterieforschung weiter vorantreiben und entsprechende Konsortien bis zur „Etablierung einer Zellfertigung“ begleiten.

Da bin ich ja mal gespannt, wie Deutschland 2025 aussehen wird. Man kann über die Versuche der Regierung natürlich lachen und sich zurücklehnen, man kann das Ganze aber auch positiv sehen und vielleicht selber daran mitwirken. Wer, wenn nicht wir? Unsere Kiddies werden es uns danken.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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4 Kommentare

  1. Im Bereich Versorgungssicherheit sollte man sich auch dringend mal mit den Themen Intelligente Steuerung der Stromnetze und Sicherheit bei den Betreibern der jeweiligen Netze befassen. In den letzten Jahren häufen sich die Meldungen in denen nicht mehr viel zu sehr weitflächigen Blackouts gefehlt hatte. Abgesehen von den Fällen in denen Landkreise und Städte dann tatsächlich lahmgelegt waren.

  2. Wir sind ausschließlich Exportweltmeister weil wir im Maschinenbau die besten sind und da gibt’s auch technologisch nichts zu schämen, im Gegenteil. Davon bekommt der normale Bürger aber nichts mit weil bei der consumer electronic die USA und asiatische Hersteller dominieren. Aber so wie eure Wohnzimmer und Schreibtische von Geräten mit Logos südkoreanischer, amerikanischer oder japanischer Unternehmen gespickt sind, so ist es mit den Werkshallen von Industrie und Handwerk rund um die Welt mit Geräten aus Deutschland.

    Aber was extrem erstaunlich ist: die deutsche Wirtschaft schafft es nicht diese Stärke bei den Industriegütern auf consumer electronics zu übertragen.

    Ähnlich ist es auch mit Breitband. Größere Unternehmen bauen sich ihr eigenes Intranet mit superschneller Glasfaser, mit dem DECIX ist der weltgrößte Internetknoten in Deutschland. Die Industrie ist auch hier bestens digitalisiert. Aber kleine Unternehmen und Privathaushalte werden für lahme Anschlüsse gemolken, ftth gibt’s nur ein einzelnen Städten wie München flächendeckend.

    Woran das liegt kann man nur spekulieren. Aber Fakt ist, wir haben alles um es besser zu machen, wie die Industrie beweist. Möglicherweise sind 13 Jahre Neuland-Kanzlerschaft auch ein größerer Bremsklotz als man denkt. Die Bundesregierung hat Digitalisierung schließlich nie mit Leidenschaft oder Ambition geplant. Frau Merkel ist vielleicht auch nicht mehr der Jahrgang von dem man das überhaupt verlangen kann, wir brauchen die Generation Macron, Kurz oder Trudeau im Kanzleramt, dann geht auch mehr vorwärts. Meine Meinung.

  3. Schöne Zusammenfassung die es sehr gut auf den Punkt bringt.

  4. Bob (der andere) says:

    @ ermic:
    Auch ich stimme 100% ig zu!
    Letzter Absatz, 2. Satz: das “möglicherweise durch “nahezu sicher“ ersetzen.
    Aber schauen wir mal wie sich Flinten-Uschis Cyper-Kamptruppe entwickelt (hust).
    Diese Ergebnisse lassen sich womöglich auch auf die “Hightech-Strategie 2025“ übertragen.

    Auf jeden Fall wäre es höchste Zeit sowas wie ein IT-Ministerium zu gründen.
    Das wird aber von den anderen Ministerien/Ministern blockiert, um, trotz fehlender Sachkenntnis mitreden zu können (oder besser gesagt zu wollen).
    Mit anderen Worten: da wird wohl wieder außer verschwendetetn Steuergeldern und heisser Luft nichts dabei rauskommen.

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