Cell Broadcast für die Warnung der Bevölkerung kommt

Neulich gefordert, nun auch offiziell mittels einer Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, bekannt gemacht. Das Bundeskabinett habe demnach heute mit einer Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) die Einführung von Cell Broadcast zur Bevölkerungswarnung auf den Weg gebracht. Quasi das System, welches seit gefühlten Ewigkeiten von Experten gefordert wird, wird nun realisiert. Wer hätte denn ahnen können, dass all die Warn-Apps nicht genügend zur Warnung der Bevölkerung taugen, wohl aber Millionen an Steuergeldern kosten werden?

Mithilfe der Cell-Broadcast-Technologie – die Meldung der Regierung nennt noch keine konkreten Details und Voraussetzungen, bzw., Verpflichtungen der Provider, können alle Mobilfunktelefone, die in einer Mobilfunkzelle eingebucht sind, eine Warnung per Textnachricht erhalten. Das klappt auch, wenn das Smartphone im Lautlos-Modus ist. Künftig solle es laut Meldung möglich sein, über das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betriebene Modulare Warnsystem MoWaS auch Cell-Broadcast-Warnungen auszulösen. Cell Broadcast dient dabei als ergänzender Warnkanal für den bereits jetzt in Deutschland eingesetzten Warnmittelmix. Zu diesem Mix gehören auch die Sirenen, die es früher schon gab, die nun wieder aufgebaut werden.

Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier: „Mit der heute vorgelegten Änderung des TKG steht der notwendige rechtliche Rahmen für die Einführung von Cell Broadcast. Wir erarbeiten jetzt zusammen mit der Bundesnetzagentur, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und den Mobilfunknetzbetreibern die technischen Details, damit Cell Broadcast schnell zum Einsatz kommen kann.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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23 Kommentare

  1. Wow, nur eine winzige Naturkatastrophe und schon kommt unsere Bundesregierung im 21.Jhd an…da freuen sich die Betroffenen sicher…Sarkasmus aus…

    • Sagen wir eher, die Bundesregierung kommt im 20. Jahrhundert an. Cell Broadcast kennt man noch von ganz früher, als man das benutzt hat, um bei „D2 Privat“ zu sehen, in welchem Ortsnetz man telefoniert oder später um bei o2 über die Gauß-Krüger-Koordinaten der Basisstation die Homezone zu „optimieren“ 😉 Das ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich von diesem Dienst irgendwas gehört habe. Lustig, dass man das jetzt wiederentdeckt. Wer weiß, was demnächst sonst noch so wiederkommt. Massenspam per Faxgerät vielleicht.

  2. Was nützt ein noch so gut ausgebautes Katastrophen- und Bevölkerungswarnsystem, wenn die Behörden die eine Warnung auslösen müssten es nicht tun? Erst wenn Katastrophen- und Bevölkerungsschutz zentral auf Bundesebene organisiert werden ist eventuell mit einer wirklichen Verbesserung zu rechnen.

    • Das sehe ich absolut genauso.
      Zumal die Entscheidungsträger in den Kommunen durch solche >Banalitäten< nicht belastet werden.

      Gruß, whn

    • Bloß nicht auf Bundesebene, die Einheitlichkeit schützt ja nur vor dem Aufdecken von Fehlern durch Vergleich und folgende Rücktritte, die eh schon aus der Mode sind.
      Feuerwehren sollten mMn auf Kreisebene organisiert sein, analog Polizei. Da ist ausreichend Größe für Personal in Führung und Stab. Das Gemeinde X diese Autos und hauptamtliche Kräfte und Gemeinde Y andere Ausrüstung, etc. hat macht keinen Sinn. Der Landrat sollte natürlich trotzdem Ahnung vom Thema haben. Bei größeren Lagen gibt es Bereitschaften, (Bundes-)THW und Bundeswehr.

      • lebe in Japan und da gibt es schon seit Jahren. Wenn in einem vollen Zug alle Smartphone mit dem Alarm Anfang kriegt man schon manchmal Panik. Und hier sind Katastrophen irgendwie alltäglich…. Bei der Fukushima Katastrophe gab es fast täglich eine Erdbeben Warnung, war eine echt schlimme Zeit.

        • Wolfgang D. says:

          @Renee
          Würde ich ja auch gerne, Glückwunsch. Trotz der durch Erdbeben/Tsunami ausgelösten Folge-Katastrophen.

          In Deutschland kann man vor solchen Panikattacken jedenfalls relativ sicher sein, denn dazu müsste man ja wenigstens in *allen* Zügen *durchgehend* Empfang haben. Aber das wird hoffentlich noch.

  3. Sehr zielführend für D, da SMS eben auch in edge-Land funktionieren. Wenn das mit den Sirenen nicht schnell genug klappt, könnte man auch auf Kirchenglocken zurückgreifen. Wenn in einem Techblog auch nicht gern gelesen, aber nicht alles ist reif für eine Digitalisierung.

    • BItte informieren, das hat nichts mit SMS zu tun und funktioniert anders.
      Angenommen, es würde wie SMS funktionieren, würde das Netzt sofort überlasten.

      • Das ist schon korrekt, das es letztlich keine SMS ist. Aber in dem Sinne das eben keinen Internetempfang (3G/4G/5G) geben muss wie bei den Apps, sondern reiner 2G/ „Edge“ Empfang ausreichend ist hat Dirk schon recht…

        • Andererseits ist es im Katastrophenfall immer besser Basistechnologien wie eben CB, analoges Radio oder auch Kirchenglocken zu haben.
          Man mag es ja kaum glauben, aber bei Katastrophen neigen komplexe Infrastrukturen dazu als erstes zu versagen.

    • Cell Broadcasting ist schon ziemlich ideal für diesen Zweck. Das Signal ist auch laut zu hören, wenn das Gerät auf stumm steht. Und CB wird über jeden Mobilfunkstandard transportiert, 2G GSM ist keine Voraussetzung, geht auch über 5G. Und wie erwähnt, mit SMS hat das nix zu tun.

  4. oh je, der Altmaier ist dran und verspricht, dass es „…schnell zum Einsatz kommen kann“. Was wohl zu erst kommt, 6G oder Cell Broadcast in Deutschland?

  5. Nach meiner Reiserückkehr vor 2 Wochen habe ich kurz vor Ankunft in Kiel schon eine Nachricht per SMS / Cell Broadcast von der Bundesregierung bekommen, dass ich die Test-/ Quarantäneregeln zu beachten hätte.
    So ganz neu scheint es für die Politik Cellbroadcast ja nicht zu sein.
    Warum dann so ein Theater?

    • Das war kein Cellbroadcast sondern eine SMS. Lies dich bitte ein, das ist ein ziemlicher Unterschied.

    • Das war aber sicherlich kein Cell Broadcast.
      Den hätte nämlich jeder(!!) in dieser Funkzelle bekommen, egal ob Urlaubsheimkehrer oder Flughafenmitarbeiter. Ist eben ein Broadcast, also Benachrichtigung ohne Ansehen des Gerätes/SIM/etc.

      Die angesprochene Meldung kommt, wenn man sich zum ersten Mal nach längerer Zeit wieder im Netz der deutschen Betreiber anmeldet.

    • Krümelmonster says:

      SMS war das.
      Cell Broadcast hatte ich 2020 in den Niederlanden wegen Corona. Sehr lauter Ton am iPhone, obwohl es stummgeschaltet war. Hatte den Ton vorher auch noch nie gehört.

  6. Ich finde das könnte Andreas Scheuer gut übernehmen. Der Mann hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er wichtige Dinge zeitnah, effizient, und kostengünstig umsetzen kann.

  7. Wolfgang D. says:

    Das endet wohl wie in Griechenland, tolle Warnungen für hohe Kosten, und man weiss im Ernstfall nicht, was woher wie und wohin, weil es keine Übungen gibt und UKW (=stromsparsames Radio) abgeschaltet ist. Aber Hauptsache, der Unmut vom Volk ist bis zur nächsten Wahl besänftigt.

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