Cell Broadcast: Warnsystem soll wohl im Sommer 2022 starten

Die Telekom sprach sich bereits für ein SMS-artiges Warnsystem via Cell Broadcast aus. Da steckt aber natürlich nicht in erster Linie Altruismus dahinter, vielmehr erhofft man sich einen lukrativen Regierungsauftrag. Nun berichten die Kollegen von RND, dass ein derartiges System bereits im Sommer 2022 starten könnte.

Grund für Applaus ist das nun freilich eher nicht: Das Kind ist quasi in den Brunnen gefallen, nun kommt man dann doch einmal auf die Idee, dass es eventuell Sinn ergibt ein Warnschild aufzustellen. So ganz konkret ist die Sache ohnehin immer noch nicht. Bemängelt wurde zuletzt, dass der Abbau der Warnsirenen sich nun gerächt habe: Gab es Anfang der 1990er-Jahre etwa rund 80.000, waren es zuletzt noch ca. 15.000. Auch die Warn-App Nina ist nicht der Weisheit letzter Schluss, hat sie in Deutschland doch nur etwa 10 Mio. Nutzer.

Cell Broadcast soll wiederum automatisch Nutzer von Mobiltelefonen warnen, denn automatisch würden in einer Funkzelle alle User eine Benachrichtigung erhalten. Die Nummern müssten den Behörden dafür nicht vorliegen. Das System wäre also datenschutzrechtlich unbedenklich und verlässlich. Warum so etwas dann bisher nicht aufgebaut wurde? Da dürfte man seitens der Regierung die Kosten gescheut haben, was sich gerächt hat: 30 Mio. Euro müssten wohl ca. investiert werden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte nun, man werde die Anschaffung noch vor der Bundestagswahl am 26. September prüfen und zu einem Ergebnis kommen – das voraussichtlich positiv ausfallen werde. Welche Konsequenzen dann aus den Warnungen gezogen werden, sollen aber weiterhin Landkreise, Städte und Gemeinde entscheiden. Auch das kann im Übrigen zu Problemen führen, denn auch bei der aktuellen Hochwasserkatastrophe reagierten die jeweils regional Verantwortlichen sehr unterschiedlich und im Nachhinein oft zu zögerlich.

Ich bin einmal gespannt, wie sich das Thema entwickelt. Generell ist es gut, dass man da nun in die Puschen kommt, auch wenn es definitiv etwas spät überdacht wurde.

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90 Kommentare

  1. Seit die Debatte nach der Hochwassserkatastrophe öffentlich gewordenist, kann ich nur den Kopf schütteln: 30 Mio. sind nichts für eine so wichtige Sache, die weitaus besser ist als NINA und Katwarn. Aber was erwartet man schon bei einer App-verliebten Regierung mit einem zuständigen CSU-Innenminister….

    • Das NINA und Katwarn nicht wirklich funktionieren wissen wir doch seit dem Test 2020. Man hätte eben die guten alten Sirenen lassen sollen.

      Aber es war eine Katastrohe mit Ansage, nur Verantwortliche haben nicht reagiert, Aber auch viele Betroffene haben den Ernst der Lage nicht erkannt. Denn ach Hochwasser kennen wir schon.

      Ich denke selbst ein Warnsystem via SMS hätte nicht viel geändert. Man muss aus einer Warnung heraus auch handeln, welches aber mehr mehr ausgeblieben ist als gehandelt wurde.

      • Die Sirenen sind Klasse. Dann ist es wenigstens schön laut während dir der Keller voll läuft. 😀

        • Wo ich wohne, hats Sirenen. Die heulen mindestens 2,3 x Woche. Aber im Sept. 2020 zur Übung war Funkstille. Steht für mich stellvertr. für den Föderalismus u die Strukturen im öffentlichen Dienst. Keiner ist da für irgendwas verantwortlich. Im kommunalen Haftungsrecht ist s so das man einem Beamten schon Vorsatz nachweisen müsste, was praktisch unmöglich ist. Egal was passiert es haftet immer der Steuerzahler.

          • Natürlich ist jemand „verantwortlich“. Da sitzen auch keine Idioten herum.
            Meinst Du, dass es besser läuft, wenn jemand in Berlin auf einen Knopf drückt, wenn in Unterpiepesheim etwas lokal passiert? Föderalismus hat schon seine Vorteile, die Rettungskräfte vor Ort kennen die Gegend, die aus Berlin nicht.

            Bei größeren Unglücken kann man überregional koordinieren, mehr als bislang.

            Die Übung war damals ein Erfolg, weil man die Schwachstellen erkannt hat.
            Wie ich gelesen habe, wurde bereits ein Plan zur Verbesserung der Warninfrastruktur Anfang des Jahres erstellt.

            • Ganz Toll! Man hat nach dem erkennen von Schwachstellen einen Plan zur Verbesserung. Dieser Plan wurde so zielstrebig verfolgt, dass man den alljährlich geplanten „Warntag“ im Jahr 2021 ausfallen lässt um sich nicht erneut zu blamieren. Zwischenzeitlich haben Menschen diese Schlafmützigkeit mit dem Leben und ihrer Existenz bezahlt. Politische Verantwortung dafür? – Fehlanzeige…

      • Cell Broadcast ist keine SMS!
        Und es geht um einen Mix aus Warnmitteln.

    • Da liegt wohl echt fast Problem. „Wir machen jetzt eine App“ ist die Standardlösung für alles, weil es so schön simpel ist und einen klaren Abschluss hat. Das ist natürlich viel einfacher als ein komplexes Problem auch als solches anzugehen.

    • 30 Millionen sind nicht nichts. Diese Einstellung ist der Grund dafür warum die Preise überhaupt erst so hoch sind.

      …und es ist ja auch nicht so als ob so ein Warnsystem das Unglück groß verhindert hätte. Ein paar Leute hätten dann vielleicht vorher davon gewusst.

      Das ist auch nichts schlechtes, aber wir müssen von diesem reflexhaften „gerade bin ich empört deshalb fordere ich Aktivismus!“ Gedanken weg.

      Das ist kein erwachsener Umgang mit dem Problem. Stattdessen brauchen wir ein langfristiges, gelassener Verständnis für Gefahren und die Kosten ihrer Abwehr.

      … aber das ist Wunschdenken. Die Regierung wird jetzt überstürzt was vor die Wahl quetschen und danach ist das Thema wieder für 10 Jahre vom Tisch.

      • 30 Mio. sind betrachtet auf viele andere öffentliche Projekte (zB ein Segelschiff für Bremerhaven für 42 Mio.) und verglichen mit der Bewertung und Bedeutung zu vernachlässigen. Der Preis ist schlicht gut.

        • Das ist doch einfach die gleiche Behauptung die du schon weiter oben geschrieben hast, oder?

          Das ist immer noch Quatsch. …also das ändert sich ja nicht, bloß weil du es zweimal schreibst. 😀

          Damit das ein richtiger Gesprächsbeitrag wird müsstest du schon erklären, *warum* du glaubst, dass das ein vernünftiger Preis ist.

  2. Es liest sich immer als sei Cell Broadcast etwas neues und musste implementiert werden. Dabei gibt es das doch schon länger als es Smartphones gibt. Darüber gab es früher sogar lokale News und Veranstaltungstipps… aber egal ob Nina oder CB, es dient meiner Meinung nach lediglich der Information und nicht der Alarmierung. Wer von den betroffenen wäre wohl rechtzeit wach geworden, wer hat nicht sein Handy auf lautlos? Wichtiger für eine solche Fall wären wohl Sirenen die die Menschen wecken damit sie auf dem Handy sehen warum sie geweckt wurden. CB ist mMn wieder Augenwischerei, geht schnell und beruhigt die Masse.

    • Niemand sagt, dass CB etwas neues ist, im Gegenteil, es wird ja immer gesagt, dass es das im Ausland seit Ewigkeiten gibt. Und ja, es muss implementiert werden, da es die notwendige Hard- und Software im deutschen Mobilfunk fast gar nicht gibt. O2 hat es glaube ich gar nicht und die Telekom hat es vor 20 Jahren (?) wieder rausgeschmissen.
      Und das mit dem „Handy auf lautlos“ ist kein Problem, da es sich nicht um SMS handelt. Diese Nachrichten können die Geräteeinstellungen umgehen und einen lauten Ton mitten in der Nacht von sich geben, wenn es auf lautlos gestellt ist.
      Sirenen sind auch nicht die perfekte Lösung. Die Häuser bzw Fenster werden immer schallisolierter, so dass man eine Sirene in ein paar hundert Metern Entfernung bei entgegengesetztem Wind nicht hört. CB und Sirenen im Zusammenspiel sind wohl die beste Lösung.

  3. Moin, wieso baut man die gute alte, analoge Sirenen ab? Die hört jeder!! Da braucht man auch nicht wieder zig. Mio € ausgeben.

    • Markus M. says:

      Alte Sirenen wurden durch 5 Ton Folgen per Funk gesteuert. Das kann heute jeder Bastler hacken. Das heißt alle müsste auf aktuelle Signalisierungstechnik umgerüstet werden. Aktuell gibt es wohl 15.000 Sirenen. , flächendeckend bräuchte es 100.000 mehr (ca. 5000.- je Sirene). Alleine der Batterieservice für die USVs währe teurer als Cell Broadcast.
      Hauptproblem ist aber, dass heute kaum einer weiß, was bei Sirenenalarm zu tun ist. Frag mal auf der Straße was 1 Minute Dauerton bedeutet (Entwarnung). Bei CB kann man zumindest kurze Verhaltensanweisungen senden.
      Am besten wäre natürlich eine Kombination aus beidem, und auch noch Radio/Fernsehen sofort zur Meldung einbinden (hat ja diesmal auch nicht schnell funktioniert)

      • „Hauptproblem ist aber, dass heute kaum einer weiß, was bei Sirenenalarm zu tun ist.“
        Früher stand das im Telefonbuch, früher gab es auch noch Katastrophenschutzübungen, daher hatte ich eine Karte und die klebte immer neben dem Telefon.
        Früher wurden die Sirenen auch an jedem Sonnabend einmal gestartet, 12 Uhr mittags, so konnten keine Vögel nisten, früher hatten wir in der Grundschule Räumungsübungen ergänzend zu den Kat-Schutzübungen.
        Warum man das alles abgebaut hat? War der Russe nicht mehr die Gefahr?
        Leider haben sich WDR und SWR dieses man nicht mir Ruhm bekleckert, Radio einschalten hätte nichts genützt, es gab keine Warnungen.
        Sirenen und CB wäre eine gute Kombination, auch, wie in den USA, zumindest für Kabelkunden, weil damit regional eingrenzbar, eine Unterbrechung des TV und Radioprogrammes.

    • Die Generation Z weiß aber mit den Sirenensignalen nichts mehr anzufangen. Das „Geheule“ ist ja nur für die Ehrenamtler der freiwilligen Feuerwehren. Es soll Leute geben, denen geht schon der monatliche Probealarm (wo es ihn noch gibt) auf den Sack. Demnächst also noch mehr Sirenenlärm der einen beim Meditieren oder in der Phase höchster Konzentration beim zocken stört???
      @Snickers
      Die zig. Mio € werden gebraucht um die Verantwortlichkeiten zu klären und die Leute zu bezahlen die vielleicht den Auslöseknopf für die Sirenen und das CellBroadcast drücken,

      • Was hat das mit Generation Z zu tun?
        Selbst ältere als genannte haben kein Bewusstsein und Wissen mehr dafür.
        Es muss turnusmäßig informiert und geübt werden.

        • Eigentlich muss das nicht geübt werden.
          Der Grundsatz ist bei Sirenenalarm Radio und TV einzuschaltende und sich aktiv zu informieren.
          Ein Alarm bedeutet nicht das sich irgendwer schon kümmern wird und man dann bei der Hand genommen wird.
          Selbstständig handeln ist eigentlich nicht schwer.

          • Keri,
            sehr weise gesprochen.

            Ich wette, dann kommen wie die Deppen und sagen: „Ich entscheide schon selber, wann ich Radio und TV einschalte“ oder „Radio und TV sind nur Lügenpresse, die sehe ich nicht“ oder „Solange Reitzschuster nicht im TV ist, ist das alles Staatsfunk“.

            In einem Interview meinte einer in Erftstadt: „Die hatten gesagt, 120 mm Regen, das sind 120 l / qm, woher soll ich wissen, daß das viel ist“, Auf den Hinweis, es sei vor Starkregen gewarnt worden, meinte er: „Ach, geregnet hat es schon immer.“

    • Die Sirenen werden nicht abgebaut. Sie sind oft schon längst abgebaut.
      Der kalte Krieg war vorbei und es schien nicht mehr wichtig.
      Es gibt auch für neue Sirenen einen Fördertopf damit es wieder mehr werden.

      Und jeder hört die Sirene sicherlich nicht!

  4. Evtl. nochmal herausstellen, dass es keine SMS ist. Die Technik dahinter ist eine ganz andere. Eine Nachricht herauszuschicken dauert wenige Sekunden an eine unbegrenzte Anzahl an Geräten, quasi ein Radiosignal. Eine SMS hätte zur Folge, dass das Netz sofort überlastet wäre, wie früher Silvester.

    • Sag das doch bitte mal den News-Redaktionen, das CB keine SMS ist. In den Nachrichten wird nämlich genau das Gegenteil berichtet.
      Aber ganz unabhängig davon, es braucht einen Auslöser. Egal ob CB-Signal oder Sirene. Wer drückt wann mit welcher Berechtigung den Knopf? Da hätte bei der Flutkatastrophe in RLP und NRW eines der Probleme gelegen. Die Meldekette ist schwach, wenn nicht sogar brüchig. (Un)Wetter, insbesondere bei kleinen Wetterzellen, lässt sich schwer vorhersagen. Pegelstände die über die üblichen Berechnungen hinausgehen und deren mögliche Auswirkungen sprengen das Maß dessen was die Menschen in evtl. betroffenen Gebieten sich vorstellen können und wollen.

  5. Mich würde ja echt mal interessieren, was daran 30 Millionen Euro kosten soll. Da werden immer mit Summen umsich geworfen.

    • Können wir halt nicht nachvollziehen. Es wird aber Hard- und Software benötigt und einige Arbeitsleitung um diese Technik in drei Mobilfunknetze bundesweit zu implementieren.
      Ebenso wenig können wir die Millionenkosten für eine App-Entwicklung nicht nachvollziehen. Die Corona Warn App soll insgesamt 67 Millionen kosten, wovon SAP 7 Millionen bekommen. SAP soll sich noch nicht einmal wirklich aufgedrängt haben diesen Auftrag durchzuführen.

    • Grumpy Niffler says:

      In wie weit da hardwareseitig etwas gemacht werden muss, kann ich nicht sagen. Aber aktuell wird das halt softwareseitig definitiv nicht unterstützt. D.h. die Mobilfunker müssen dafür erst mal eine Schnittstelle für die Behörden basteln und dann muss auf Seiten der Warnsysteme eine entsprechende Integration erfolgen. Da das Ganze kritische Infrastruktur ist und es sich um relativ spezielle Systeme handelt, kostet das eben. Soll danach ja auch funktionieren.
      Das ist für so ein Projekt keine ungewöhnliche Summe (und in den Dimensionen des Staatshaushalts auch nicht besonders viel).

  6. Nach dem missglückten „Warntag 2020“ flammte die Diskussion darüber, wie die Bevölkerung vor gefährlichen Ereignissen gewarnt wird, kurz auf. Man beschränkte sich leider weitgehend darauf einen Schuldigen auszumachen. Leider ist auch nach der Hochwasserkatastrophe in Teilen von RLP, NRW und BY diese Verhaltensmuster erneut erkennbar. Das eigens für diesen Zweck gegründete Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist die Verantwortung, ähnlich wie beim „Warntag 2020“, von sich. Gerne verweist man auf die föderale Struktur der Bundesrepublik Deutschland hin um sich aus der Affäre zu ziehen. Das im Bevölkerungsschutz und bei der Katastrophenhilfe in unserem Land einiges im Argen liegt, hätte man schon längst erkennen und sich um Abhilfe bemühen müssen. Leider wird man zu spät aktiv, nachdem ein Unwetterereignis Menschenleben gefordert und Existenzen vernichtet hat. Bevor Systeme wie CellBroadcast und Sirenenwarnung richtig funktionieren können. muss man sich um die Struktur kümmern und nicht vorschnell investieren. Aber die verschiedenen Forderungen bezüglich div. Warnsysteme sind vermutlich auch ein Stück weit dem Bundestagswahlkampf geschuldet.

    • Hätte das Hochwasser nach der Wahl stattgefunden, wäre das Thema wahrscheinlich wieder totgeredet worden und wie nach dem Warntag in der Versenkung verschwunden.
      Zum Glück ist es vor der Wahl. 🙁
      Zudem kann an mehreren Stellen gleichzeitig was verbessert werden

      • Das wird so nicht kommen, es gab schon den Hinweis von CDU und FDP, daß es zeitlich nicht mehr reicht, Verordnungen und Gesetze auf den Weg zu bringen und in dieser Legislaturperiode zu verabschieden.
        In der neuen Regierung, sofern CDU daran beteiligt ist, wird es da nicht geben, Herr Merz will sich nur das leisten, was auch finanzierbar ist, er sprach von einem Kassensturz – und die 30 Mio werden fehlen.

  7. Bei Stromausfall und in drr Nacht nützt das alles nichts. Da sind Sirenen wirklich wirksamer, als letztes Mittel praktisch

    • Die Sirenen funktionieren auch mit Strom.
      Wenn es den Mobilfunkmast auf dem Haus x weghaut, reagiert die Sirene daneben auch nicht mehr.

    • Markus M. says:

      Es soll aber auch vorher gewarnt werde, da ist Strom noch da. Wenn der Bach erst durchs Wohnzimmer fließt, wirst du es schon selber merken. Eine CB Warnung weckt dich auch auf, wenn das Handy auf Lautlos ist.

    • @Stefan
      Meldest du dich dann freiwillig um mit der Kurbelsirene durch den Ort zu ziehen, falls du informiert wirst das zu tun?
      Vielleicht sollte man sich doch erst mal mit der Technik rund um Sirenen vertraut machen, bevor man so tut als bräuchten die Dinger keinen Strom. Neue Sirenenanlagen bestehen aus eine Vielzahl von Druckkammerlautsprechern die an einem Mast montiert sind neben dem ein Kasten zur Stromversorgung und zur Aufnahme der Steuerelektronik steht.

    • Bei komplettem Stromausfall nützt gar nicht mehr, außer dass die Feuerwehr mit Lautsprecherdurchsagen durchs Dorf fährt.
      Und falls du darauf anspielst, dass Cell Broadcasting nachts nichts bringt… jedes eingeschaltete Handy piept laut, egal wie es eingestellt ist.

      • Bitte beim Ruf nach der Feuerwehr nicht vergessen, dass es Regionen gibt in denen die freiwilligen Feuerwehren schon heute kaum noch in der Lage sind den Brandschutz und die Brandbekämpfung zu gewährleisten. Es werden immer weniger Menschen, die bereit sind ehrenamtlich Leib und Leben für Andere in Gefahr zu bringen. Ganz abgesehen von der Freistellungspraxis von Unternehmen, für den Dienst am Nächsten.

        • Das hat denke ich weniger etwas damit zu tun, dass die Leute keine Lust haben, als eher keine Zeit.

          Ich selber wollte in die FF in Hamburg eintreten, aber das stramme Programm, besonders zu Anfang mit der Grundausbildung, traue ich mir keine 6 Monate zu ohne massive Einschnitte im Berufs und Privatleben.

        • Wenn es lokal nicht genügend Leute für die freiwillige Feuerwehr gibt, können die Leute mit dem entsprechenden Alter zwangsverpflichtet werden. Die sogenannte Pflichtfeuerwehr.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Pflichtfeuerwehr

          • @dave
            Möchtest du im Notfall auf eine solche zwangsverpflichtete Truppe, die den Job wohl ziemlich untermotiviert antritt, treffen?

            • @Mr.T
              Möchtest Du im Notfall, wenn Du mit Deiner Familie noch im brennenden Haus eingeschlossen bist, ohne rettende Feuerwehr dastehen?

              So oft gibt diese Pflichtfeuerwehr oft.

              • Ich mag nicht weiter ins OffTopic abdriften. Das Thema hier ist Schutz und Warnung der Bevölkerung mittels CellBroadcast. Zum Thema „Pflichtfeuerwehr“ nur noch ein Satz. Wenn die Freiwillige Feuerwehr durch Massenaustritt ihre Einsatzfähigkeit verliert, dann sollten sich die Verantwortlichen um die Gründe für diesen Massenaustritt kümmern und sie beseitigen.

            • solchen hat man damals, andere Truppe, aber auch zwangsverpflichtet, die Verteidigung des Vaterlandes anvertraut.

              Außer Saufen hätte ich dort damals nichts lernen können (oder Misogynie)

        • Peter Brülls says:

          Ich folge einigen Feuerwehrleuten auf Twitter. Ein Grund für die Überlastung ist, dass die FF für jeden Mist rausgeschickt wird, Dinge, die Festangestellte wie die Gemeindehausmeister machen könnten.

      • Egal wie es eingestellt ist?
        Also zumindest bei meinen Handies kann ich CB völlig problemlos deaktivieren.

        • Technisch sollte es möglich sein sämtliche Systemeinstellungen des in einer Funkzelle angemeldeten Handy zu umgehen. Der Empfang von CB-Alarmen wäre damit nur durch ausschalten oder Trennung vom Mobilfunknetz zu verhindern.

        • Peter Brülls says:

          In den USA nicht den Presidential Alert.

  8. Schön das man von der technischen Seite ein Fortschritt zu erkennen ist – auch wenn es aus meinen Augen nur dem Wahlkampf geschuldet ist

    Trotzdem bleibe ich dabei, das ist zu kurz gesprungen. Es muss von vorne bis hinten durchdacht werden.

  9. Was muss da groß geprüft werden? In den USA gibt es das schon und es funktioniert.

  10. Warum werden eigentlich Apps wie Nina, Katwarn Hessenwarn nicht in TV und Radio beworben? Ich will natürlich keine Werbung für Ballerspiele sehen, aber bei dermaßen nützlichen Apps könnte man doch vielleicht auf diesem einfachen Weg pushen, dass einige User mehr die App nutzen.

    • Markus M. says:

      So Hintergrund Apps sind immer problematisch. Bei mir wurde Nina auch von Android die Rechte wegen Nichtbenutzung nach paar Monaten eingeschränkt. Bei manchen Herstellern werden Hintergrund Apps auch nach kurzer Zeit geschlossen. Kann man sicher einstellen, aber Otto Normaluser macht das meist nicht.

  11. War das Versagen nicht eher, dass man nicht ausdrücklich genug vor diesen Wassermassen gewarnt hat? Ich mein, wenn man mich vor Starkregen mit Hochwassergefahr warnt, dann denke ich persönlich auch nicht an solche Bilder.

    Was NINA, Katwarn & Co. betrifft, wäre es letztendlich ja nur ein Versagen der Regierung, wenn das ganze nicht funktionieren und nicht wirklich jeder kennen würde. Wer eine derartige App dann nicht installiert, ist letztendlich ja dann selber schuld. Meiner Meinung nach hätte man also besser einen Mio.-Betrag in deren weiteren Ausbau und insbesondere Werbung stecken sollen.

    Und den Rest halt in den Ausbau von Sirenen. Sie mögen zwar irgendwie nicht mehr zeitgemäß erscheinen, aber letztendlich sind sie doch das einzig zuverlässige Mittel, um effektiv auf Gefahren hinzuweisen. Warnungen auf dem Smartphone habe ich jedenfalls schon so manche übersehen (Stumm, grad nicht in der Nähe liegen, am schlafen, etc.). Die Sirenen reißen mich dagegen nach wie vor selbst aus den Schlaf, wenns nachts mal wo brennt.

    • Die Richtlinie der EU besagt, das egal ob man CB-Broadcast oder eine App nutzt, 90% der Bürger erreicht werden müssen. 9 oder 10 Millionen sind nicht 90% von 60 Millionen. So schlecht können die Mathematik-Kenntnisse unserer Politiker doch nicht sein, oder?

  12. Ich bin mal gespannt wie die „Kosten“ begründet werden.
    CB ist ein Standard den sowohl Mobilfunknetze als auch Geräte beherrschen müssen.
    Viele Länder um uns herum benutzen CB.
    Und eine Regierung kann auch solche Maßnahmen anordnen. Da muss man nichts zahlen.
    Nina hatte schon mehr als 20 Millionen Euro gekostet und erreicht mal gerade 9 Millionen Nutzer, eventuell.

    Es ist unverständlich warum sich Deutschland damals so sehr gegen CB gewehrt hat und als einziges Land in der EU unbedingt auf eine App setzen musste.

    Das ganze Thema riecht so nach Mauschelei im Hinterhof. Und erst nachdem es genug Tote gab und die Bundestagswahl bevorsteht, bewegt sich was.

    • Markus M. says:

      Man muss ja ein System aufsetzen, welches jede Funkzelle (das können mehrere pro Mast sein) jedes Anbieters kennt und eine regionale Zuordnung einer Meldung automatisiert. Dazu müssen Schnittstellen programmiert und implementiert werden. Wenn Landrat Müller im Kreis Oberland auf den Knopf drückt, müssen ja für die richtigen Zellen für seinen Ort / Kreis mit der richtigen Warnungen ausgespielt werden.

      Da ja quasi wöchentlich Zellen dazukommen und wegfallen, darf der Pflegeaufwamd nicht unterschätzt werden.

      • Das von dir angesprochene System ist das tägliche Brot der Mobilfunkbetreiber.
        Die kennen ihre Masten und haben alle Daten die erforderlich sind, allein für den täglichen normalen Betrieb.
        Ein SQL für die Abfrage eines bestimmten Gebietes abzusetzen, ist jetzt auch nicht wirklich aufwendig.
        Was bleibt ist eine Schnittstelle zu berechtigten Behörden zu schalten.

        Und selbst da könnte man per Amtshilfe bei den Nachbarländern nachfragen wie sie das implementiert haben.

        Zum Beispiel haben unsere Nachbarn in den Niederlanden ein solches CB System im Einsatz an dem auch die Telekom.nl teilnimmt.

        Was soll da Millionen kosten? Die Software von niederländisch auf Deutsch zu übersetzen?

        Und zu guter letzt kann auch die Regierung per Verordnung ein CB System kostenlos anordnen.

        Für mich sieht es so aus das die Mobilfunkbetreiber hier gerne noch aus einer Notlage Profit schlagen wollen.

      • Jeder Mast und seine genauen GPS-Koordinaten sind bei den Anbietern gespeichert, denn so funktioniert die Triangulierung über das Mobilfunknetz.

        Die Schnittstellen existieren bereits da CB-Broadcast Teil des Mobilfunkstandards ist und alle angebotenen Lösungen das beherrschen müssen.

        Das Problem ist dass zu viele Köche den Brei verderben. Es reicht wenn DWD und Katastrophenschutz diese Warnungen verschicken können dürfen. Eventuell Unbeteiligte machen wahrscheinlich Fehler und gefährden damit Menschenleben.

    • CB ist eine standardisierte Technologie, aber die notwendige Infrastruktur (Technik) für die Mobilfunknetze muss trotzdem angeschafft werden.

      • Nö. Geht um Lizenzgebühren in der Software der Masten. Die Technik ist da.

        • Also an den Funkmasten wird man nix machen müssen, aber mindestens an den Servern und den Schnittstellen zu den Behörden und Einsatzzentralen. Wird schon seinen Grund haben, warum die Mobilfunkanbieter sagen, dass diese Technologie derzeit nicht in Deutschland existiert und 40-50 Mio kosten würde. Und selbst wenn es nur Softwareänderungen benötigt, so kann man dann trotzdem sagen, dass die Technologie erst aufgebaut werden muss.

          • Es wirkt auf mich schon irgendwie befremdlich, dass bis auf den Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat sich sonst kein Minister in dessen Verantwortungsbereich das auch fällt zielführend äußert.

          • Die Lizenzen zu kaufen und im System einzutragen ist eine Sache von Stunden.

            Das was lange dauert ist das jede Gemeinde darauf ihren eigenen Zugriff haben soll, so wie der Bürgermeister der die Warnung erhalten hat, aber nicht daran geglaubt und nix unternommen hat.

            Wenn es zwei Schnittstellen gäbe mit 2-3 Autorisierungen jeweils, für entsprechend 2-3 Personen, die in Bereitschaft sind, einmal beim DWD und einmal beim Katastrophenschutz, dann wären das zwei Terminals und evtl ein manueller Auslöser beim Anbieter. Sollte auch in ein paar Tagen realisierbar sein.

            Warum man deswegen noch lange diskutieren muss und ein Jahr für die Umsetzung brauchen soll, ist mir schleierhaft.

  13. Eigentlich unfassbar: Auf der einen Seite „nur“ 30 Millionen, auf der anderen Seite 150 Tote und circa. 70 Vermisste. Und ich schrieb es schon: Hier in Köln gab’s von Nina etc. keine richtige Warnung, bzw. dadurch, daß man teilweise völlig wahllos warnt nimmt man Nina-Warnungen nicht mehr ernst.

    Viele hier sind nur noch sauer, egal welche politische „Farbe“ (Extreme lassen wir mal raus). Zum einen weil man die Bevölkerung nicht gewarnt hat (auch WDR/SWR gestehen ja Fehler ein) und weil man sich 1,5 Jahre nur auf Corona konzentriert und alles andere irgendwie „vergessen“ hat.

    Und nu? Alle sind still, egal ob Regierung, Rekers, Lauterbach, RKI usw. Dabei bräuchte man gerade jetzt definitive Ansagen, z. B. daß man alles offen lässt damit niemand in den nächsten 12 Monaten Kurzarbeit befürchten muss. Bei richtigen Katastrophen verkrümeln sie sich, und das stößt auch den Vernünftigsten vor den Kopf.

    • „teilweise wahllos warnt“ Genau das ist ja das Problem, entweder es wird gemeckert dass die Apps zu viel waren und dann nix passiert oder zu wenig. Niemand hat mit so einem Wetterextrem gerechnet. In einem Ort war das höchste Hochwasser 3,5m und jetzt waren es 8m.
      Man kann jetzt halt nur daraus lernen aber selbst das wird niemals 100%ig helfen sowas beim nächsten Mal die Todeszahl auf null zu senken.
      Die viele Kritik führt jetzt auch dazu, dass die öffentlich rechtlichen Medien komplett übersensibel reagieren. Statt jetzt einfach zu sagen, dass Starkregen droht (gestern bei uns im Norden) wird 1-2 Minuten erklärt dass das bedeuten kann, das bei dem einem das Haus voll läuft und eine Strasse weiter kein Tropfen Regen runterkommt. Hilft auch keinem.

      • Hast Du noch nicht erlebt, dass es bei Dir kräftig geregnet hat und die Strasse weiter ist alles trocken?
        Die Wettervorhersage kann aber nicht nur für Dich warnen und die Leute die Straße weiter nicht.

        So gibt es zwangsweise „Fehlwarnungen“ für einen Teil der Menschen. Viele Fehlwarnungen = man beachtet Warnungen nicht mehr.

        • Peter Brülls says:

          Da wird das dann ggf. so argumentiert, dass 90% der Bürger die App nutzen könnten. Ob sie es tun ist dann deren Sache. Gibt ja auch keine Pflicht die Sirenen zu beachten.

        • Peter Brülls says:

          Man muss die Warnungen allerdings auch lesen. Ich verstehe es nicht. Die Leute kommen mit 7 Staffeln Games of Thrones klar, aber die Warnungen mal lesen und dann als
          „Okay, die war harmlos“ zu verwerfen, ist dann plötzlich Überforderung? Ich habe letzte Woche diverse Nachrichten gehabt, weil ich „alles“ angekreuzt habe. Na und? Da steht dann im Display „Blitzerwarnubg“ oder „Gewitter“ und gut war’s. Bei „Deichbruch“ hätte ich genauer hingeschaut und diesen Warntyp gibt es auch.

          Vielleicht sollte derd default bei den Apps aber tatsächlich die höchste warnstufe sein.

  14. Im Zusammenhang mit CellBroadcast kommen immer wieder NINA, die Warnapp des Bundes und Katwarn (hessenWARN), die App der regionalen Gebietskörperschaften ins Gespräch. Leider wird durch diese Apps zu oft und unbegründet gewarnt. Als User stumpft man dadurch ab und nimmt die Warnungen nicht mehr ernst. NINA z.B. wurde auch für die Verbreitung von Corona-Meldungen und Hinweise auf geänderte Corona-Verordnungen missbraucht. Bei mir z.B. hat dieser „Missbrauch“ dazu geführt die Benachrichtigungen entweder stumm zu schalten oder zu deaktivieren.
    Mit Warnmeldungen per CellBroadcast könnten Stummschaltungen von Endgeräten umgangen werden. Selbst bei der Gerätesuche von Google kann das Handy, egal ob es stumm geschaltet ist oder nicht, klingeln. Ebenso scheint das beim Warnsystem in den USA der Fall zu sein. Solange das Handy an ist wird gewarnt, wenn es nötig ist.

    • Markus M. says:

      Nina warnt für den Bereich, für den eine Warnung eingegeben wird. Hab durchaus schon ortsbezogene Warnungen (Rauchentwicklung durch Brand) erhalten. Gestern aber wieder Warnung Starkregen in ganz Ba-Wü. Bei uns hat’s dann nur normal geregnet. Solche Warnungen stumpfen dann eher ab.
      Ich verstehe aber auch, dass Gewitterzellen sich nich so exakt vorhersagen lassen dass immer nur die richtigen Orte gewarnt werden können. Daran wird aber auch CB nichts ändern. Jemand muss die Warnmeldungen ja ins System eingetragen. Dass müsste viel kleinteiliger und gezielter geschehen. Wenn CB Warnungen dich mehrfach unbegründet nachts geweckt haben, schaltest du das vermutlich auch wieder ab.

    • Peter Brülls says:

      Du wurde nichts missbraucht. Ist die Sektion Bevölkerungsschutz und das meiste ist einfach nur unter „Warnhinweise“. Wenn du nur von scharfen Bomben unter deinem hintern lesen möchtest, dann stell auf extreme Gefahr.

  15. du kannst CB nicht abschalten.

    • Peter Brülls says:

      Doch. Geht. Nur den level presidential alert (USA) kann man nicht ausschalten.

      • Also kann man CB nicht komplett ausschalten.

        • Peter Brülls says:

          Korrekt. Aber der Presidential Alert ist für eine Sache wie den Atomkrieg oder Ausbruch eines bewaffneten Bürgerkriegs.

          Der wird nicht benutzt wenn in Florida ein Orkan das Land erreicht.

  16. Nach dem Lesen der Kommentare (nicht nur hier) sollte erst einmal geklärt werden, ob _diese_ Bevölkerung überhaupt einen funktionierenden Kat-Schutz verdient.

  17. FreekYDeep says:

    Das soll jetzt kein Merkel-Bashing sein, aber ich war irgendwie extrem erschüttert, als unsere Bundeskanzlerin letzte Woche im Krisengebiet war und von einem Reporter zum Thema Warn-SMS befragt wurde. Ihre Reaktion hat mir persönlich eigentlich gezeigt, dass sie wenig Bezug zum realen Leben hat. Sie hat u. a. auf NINA verwiesen und darauf, dass Warn-SMS ja nicht effektiv seien. Wenn das Mobilfunknetz zusammenbrechen würde, so würde die Warn-SMS ja nicht mehr zugestellt werden können, während Apps wie NINA ja auch noch per WLAN funktionieren würden. So habe ich ihre Äußerung wahrgenommen. NINA hat wie viele Downloads, 9 Mio? Man fragt sich schon, ob die gute Frau überhaupt ein Verständnis dafür hat, welche Menschen ein Smartphone verwenden, welche Altersgruppen usw. Wird überhaupt verstanden, 9 Mio Downloads NICHTS sind???

    Ich habe NINA installiert und komme aus einer Stadt in NRW, die schwer getroffen ist. Ich selbst bin nicht von Hochwasserschäden betroffen. 2 Tage vor dem Unwetter (montags) kam eine NINA Warnung. Wenn ich mich nicht ganz irre, lautete die sinngemäß: „Amtliche WARNUNG vor ergiebigem Starkregen“ Da stand nichts von Überflutungen, Lebensgefahr usw. Das war eine dieser typischen Warnungen, die man so bekommt und die man nicht zwangsläufig anklickt, ähnlich wie bei Gewitter, Hitze usw.

    • Ganz richtig. Die letzten Jahre bis Jahrzehnte hat man den Paniklevel bis an den Anschlag ausgereizt. Wir alle hätten mindestens schon fünf mal gestorben sein sollen am sauren Regen, am Ozonloch, am Waldsterben, an Konservierungsmitteln, am Feinstaub, an CO2, an Schweinegrippe, am Rechtsradikalismus, an Burn-Out, an Corona und was nicht alles.

      Alleine verbal ist die Sprache schon längst so mit Superlativen ausgereizt, dass es kaum noch eine Möglichkeit gibt, den Leuten klarzumachen, wenn es wirklich mal ernst wird. Wie, schon wieder ernst? Hatten wir doch letzte Woche erst. Und die Woche davor auch schon…

      Und dann auch hier gerne der Hinweis, dass es hierzulande mindestens die letzten zehn Jahre jede Menge Prioritäten gab. Der Schutz der eigenen Bevölkerung gehörte nicht unbedingt dazu.

      • Peter Brülls says:

        sauren Regen – wurde zurückgedrängt, Wälder sind aber immer noch kaputt.
        ozonloch – FCKW wurde verboten, das Loch schließt sich tatsächlich.
        Feinstaub – natürlich sterben daran Leute. Nut halt nicht so auffällig wie bei der Staublunge der Bergleute oder Lackieren und Handwerkern, die ohne Maske arbeiten.
        An Corona sind bisher in Deutschland 90.000 gestorben. Dass alle sterben hat niemand behauptet.

        „ Der Schutz der eigenen Bevölkerung gehörte nicht unbedingt [zu den Prioritäten].“

        Wovor? Dem bißchen Wasser, dass da unten runterkam?

  18. Krümelmonster says:

    Ich habe in den Niederlanden mal eine Warnung per Cell Broadcasting bekommen über Telekom.nl übrigens. iPhone war lautlos, hat aber in einem mir bis dahin völlig unbekannten, lauten Ton gepiepst. Das war 2020 irgendwas in Zusammenhang mit Corona. Es ist zumindest ein weiterer Weg, alle aktiven Mobiltelefone anzusprechen.

  19. Der DWD sollte diese Meldungen verschicken bzw Katastrophenschutz.

    Alles andere ist bürokratischer Unsinn.

    • In der Theorie funktioniert das doch ganz prime. Kann man auf der Internetseite und in Broschüren vom BBK nachlesen.
      https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Warnung-in-Deutschland/Organisation-der-Warnung/organisation-der-warnung_node.html

    • Peter Brülls says:

      DWD ist eine Bundesbehörde. Katastrophenschutz ist ländersache.

      • Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist eine Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat. Der Deutsche Wetterdienst ist eine teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.
        @Peter Brülls
        Schon ein Unterschied ob Bundesbehörde oder AöR – oder?

          • Ich wollte ja auch nur auf den Unterschied zwischen einer Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat und die AöR im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur hinweisen. Per Gesetzt liegt es in der Verantwortung des DWD vor Unwetter zu warnen. Eine Warnung vor regionalen Hochwasserereignissen ist Ländersache. Die Bundesländer betreiben gemeinsam ein länderübergreifendes Hochwasserportal. Trotzdem kümmert sich auch die Bundesanstalt für Gewässerkunde, eine Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, um Wasserstände und Hochwasserschutz.
            Es gibt also tatsächlich eine Vielzahl amtlicher Stellen die sich um den Schutz der Bevölkerung vor Schadensereignissen kümmern. Diese sind Geschäftsbereichen unterschiedlicher Bundesministerien zugeordnet. Deshalb müsste m.E. erstmal eine einfachere Struktur mit deutlicheren Verantwortlichkeiten geschaffen werden, bevor zig Millionen € für ein Warnsystem ausgegeben werden, das a) prinzipiell vorhanden ist und b) niemand weiß wer die Warnung auslöst.

  20. Schon interessant, dass gegen eine Eiinführung der CB Warnungen ‚Geld‘ als Argument genannt wird.
    30.000.000 Kosten / 81.000.000 Einwohner = 37 Cent pro Bürger. Soviel sollten uns Menschenleben schon wert sein.

    • Momentan wären die 30 Mio. € eventuell besser für die Opferhilfe und die Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur aufzuwenden. Währenddessen kann man sich quasi kostenlos Gedanken über die Schwachstellen des bestehenden Warnsystems machen und am Ende einen relativ ausgegorenen Vorschlag dazu machen wie und mit welchem finanziellen Aufwand diese Schwachstellen beseitigt werden. Auch gewisse Minister und Behördenleiter könnten mal Verantwortung für das was schief gelaufen ist übernehmen. Aber so eine Vorgehensweise wäre weit weniger schlagzeilenträchtig und wahlkampfgeeignet.

      • Die betroffenen Orte werden bereits unterstützt. Gut so. Auch durch private Spender. Hab ich selbst auch gemacht. Es bringt nichts, dass eine gegen das andere auszuspielen. Du schreibst ja selbst in einem vorherigen Kommentar, dass die Zuständigkeiten sehr verworren sind. Bei CB könnte das anders laufen und es hieß, es könne möglicherweise kurzfristig eingeführt . Aber ja, dass wird nur ein Baustein zum Hochwasserschutz sein. Auch die bessere Überwachung der Flüsse wird wichtig sein.

    • Genau um die 37 Cent sollte die Fernseh-Steuer abgesenkt werden bzw. einem Warnsystem umgewidmet werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk kommt dieser Funktion schließlich nicht nach.

      Ich würde sogar meinen Jahresbeitrag in Höhe von 210 Euro für ein Warnsystem spenden, da ich weder Fernsehen gucke noch Radio höre…

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