Broadcom, Qualcomm, Intel: Donald Trump mischt sich ein – aus Angst vor Huawei

Wie Ihr sicherlich mitbekommen habt, hat Broadcom starkes Interesse an einer Übernahme von Qualcomm. So stark, dass man nicht einmal das Einverständnis von Qualcomm voraussetzt. Nun ist letzte Woche mit Intel plötzlich ein dritter Player aufgetaucht, der auch ein Wörtchen mitreden möchte, ein Zusammenschluss von Broadcom und Qualcomm wäre für Intel eine ziemlich starke Konkurrenz. Und auch auf politischer Ebene wird eine solche Übernahme kritisch gesehen.

Das ist auch der Grund, warum sich der jetzige Präsident der USA, Donald Trump, einmischt. Er blockiert die Übernahme, weil dadurch die Gefahr bestünde, dass die USA ihre Position als Standard-Macher an China verlieren würden, wenn Broadcom Qualcomm übernimmt. Auch die nationale Sicherheit sei dadurch in Gefahr, da bei einer Übernahme im Bereich 5G innerhalb von 10 Jahren ein großer Player in allen Kategorien entstehen würde – und dieser würde wahrscheinlich Huawei heißen.

Huawei hatte in den letzten Wochen schon öfter Probleme in den USA. So wurde beispielsweise der Verkauf von Huawei-Handsets über Netzbetreiber wohl sehr kurzfristig abgesagt. Bei der Übernahme geht es aber vorrangig um die 5G-Netztechnologie, also die Infrastruktur, die von den Netzbetreibern eingesetzt wird. Hier möchte die USA offenbar keinen chinesischen Anbieter, auch nicht über Umwege.

Qualcomm hält aktuell ca. 15 Prozent der 5G-Patente, Nokia kommt auf 11 Prozent und „ganz China“ auf 10 Prozent. Aber auch Huawei möchte da eben mitspielen, unternimmt große Anstrengungen, um bei Netzbetreibern in den USA und Europa Fuß zu fassen. Mit technischem Fortschritt hat das leider nicht mehr viel zu tun, das ist mittlerweile eher politischer Klamauk.

Mal sehen, wie die ganze Sache ausgehen wird, vielleicht bleibt auch alles so wie es ist – oder Intel wird eben doch der lachende Dritte. Mit seiner Blockade möchte Trump jedenfalls letztendlich verhindern, dass China eine starke Position im Bereich 5G aufbauen kann.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

  1. „Auch die nationale Sicherheit sei dadurch in Gefahr, da bei einer Übernahme im Bereich 5G innerhalb von 10 Jahren ein großer Player in allen Kategorien und dieser würde wahrscheinlich Huawei heißen.“

    Da fehlt irgendwas. 😉

  2. WalterWhite says:

    „Auch die nationale Sicherheit sei dadurch in Gefahr, da bei einer Übernahme im Bereich 5G innerhalb von 10 Jahren ein großer Player in allen Kategorien und dieser würde wahrscheinlich Huawei heißen.“

    Häh? Da fehlt doch was, oder?

    • WalterWhite says:

      Ich hatte meinen Kommentar ^^ wieder entfernt, weil doppelt. Nun taucht er aber wieder auf.
      Vielleicht mal die Löschfunktion überprüfen 😉

  3. Sorry aber da fehlen doch ein paar Zusammenhänge.

    Broadcom ist in Singapur ansässig. Warum würde man also die „Position als Standard-Macher an China“ verlieren?

    Und wie kommt Huawei hier ist spiel? Das ist aus dem Artikel auch nicht wirklich erkenntlich.

  4. Was Huawei damit zu tun hat kapiere ich nicht!?! Kann mir da jemand weiterhelfen?

  5. Wolfgang D. says:

    „das ist mittlerweile eher politischer Klamauk“
    Ja, bei uns wird das Know-How bereitwillig nach China geliefert, die Unternehmen Stück für Stück von chinesischen Investoren aufgekauft, und dann jammern wir alle gemeinsam über die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach China.

    Nicht zu vergessen, die Flutung des Marktes hier mit gesundheitsschädlichen chinesischen Produkten über Grauimporte samt Steuerbetrug. Trump wirtschaftet zwar auch in die eigene Tasche (Strafzölle nur für Länder in denen keine Niederlassungen seiner Unternehmen sind), aber dieses Veto ist mal ok. Passt nur nicht in die Expansionspläne der China-Brands.

    • Flutung mit gesundheitsschädlichen Produkten? Hast du dafür Quellen? Anders gefragt: Welche Produkte im Technikbereich kommen nicht aus China bzw. Ostasien?

      Ich sehe es schon vor mir, erst die Flüchtlingswelle, jetzt die chinesische Giftflut, wie sollen wir das nur überleben? 😉

      • Wolfgang D. says:

        In der Troll-Schulung gut aufgepasst? „Hast du keine Gegenargumente, versuche das Thema ins Lächerliche zu ziehen“. Informiere dich doch bitte selber, bei tatsächlichem und nicht nur vorgetäuschten Interesse.

        • Gut, ich habe amateurhaft ein wenig bei Google und Google News recherchiert, es gibt einige Fälle von Spielzeug, Nahrungsmitteln, Tiernahrung und Kosmetika. Der Großteil der Fälle ereignete sich in nahe gelegenen Staaten, ich würde, gerade weil es Alternativen gibt, sowieso keines dieser Produkte aus China beziehen, schon aus ökologischen Überlegungen heraus.

          Auch wenn die Anzahl der Fälle gehäuft erscheint, sprechen wir von einem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern und einer um ein Vielfaches höheren Produktion von Gütern, deshalb kann man getrost von, natürlich weiterhin bedauerlichen, Einzelfällen sprechen.

          Fälle von giftigen Technikprodukten, von denen wir hier eigentlich reden, konnte ich nicht finden.

          Warum sie trotzdem von einer „Flutung des Marktes .. mit gesundheitsschädlichen chinesischen Produkten“ sprechen ist mir unverständlich, es sei denn das ist sprachliches Mittel ob eines gewissen Zwecks. Mancher nennt es auch Propaganda. Wollen Sie uns diesen nicht einmal offenlegen?

          Vielleicht habe ich aber auch etwas übersehen, deshalb habe ich Sie ja gefragt.

  6. Trump mischt sich ein, wieder mal populistisch korrekt, wie immer. Wenn es ihm um nationale Sicherheit geht, passt es nicht so ganz, wenn er der Forschung den Hahn abdreht. Wie will man denn wieder technologisch in Führung gehen und mit China weiterhin konkurrieren? So ist das nur ein herumdoktern an den Symptomen. Und seine America-first Politik führt ins Abseits, da er kein Handelabkommen mit China will.

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