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Bosch: Serienfertigung für stationäre Brennstoffzellen soll 2024 starten

Bosch will bereits 2024 in die Massenfertigung dezentraler Kraftwerke auf Basis von Festoxidbrennstoffzellen-Technologie gehen. Hierzu arbeitet man mit dem britischen Unternehmen Ceres Power fortan noch stärker zusammen. Seit Januar 2020 ist man seitens Bosch mit knapp 18 Prozent an Ceres Power beteiligt. Ceres Power liefert in dieser Partnerschaft die Technologie, Bosch das Know How zur Fertigung. Die sogenannten SOFC-Anlagen sind stationäre Kraftwerke und sollen nach derzeitiger Fertigungskapazität eine Leistung von rund 200 Megawatt Leistung pro Jahr erreichen. Damit könne man, so Bosch, den Bedarf von 400.000 Menschen mit nachhaltiger Energie decken.

Entwickelt werden die Kraftwerke in Stuttgart-Feuerbach sowie Renningen. Zur Serienfertigung in Bamberg, Wernau und Homburg nimmt Bosch einen weiteren dreistelligen Millionenbetrag in die Hand. Insgesamt sind knapp 250 Mitarbeiter derzeit in das Projekt involviert. Das Ziel mit der SOFC-Techologie: Kleine, dezentrale jedoch vernetzbare Kraftwerke, die kleinere Städte, Fabriken und Gewerbegebiete oder gar Rechenzentren oder Elektroladeinfrastruktur „mit Saft“ versorgen. Künftig ist denkbar mehrere Kraftwerke virtuell zusammenzuschalten und zu vernetzen, um die Leistung mehrerer Anlagen zu bündeln. Somit wolle man je nach Standort eine „bedarfsgerechte Energieversorgung“ gewährleisten.

Betrieben werden die SOFC-Anlagen mit Biogas oder Erdgas. Doch auch für die Zukunft ist man gerüstet: Auch der Einsatz mit Wasserstoff ist möglich. Spannender Punkt an solch einem Kraftwerk: Mit mehr als 85 Prozent erreicht man einen überaus hervorragenden Wirkungsgrad und sei „jedem anderen Energiewandler deutlich überlegen“, so Bosch.

Aufgrund ihrer Technologie und Effizienz sei die Festoxid-Brennstoffzelle ein wichtiger Beitrag im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung. Insbesondere überzeugt bin ich vom Ansatz eines dezentralen Energienetzes: Die Kosten, die man in riesige und teure Trassen steckt dürften oftmals besser investiert sein in solch kleinen und dezentralen Kraftwerken. Die Elektrifizierung des Antriebsstranges für nachhaltige Mobilität ist gesetzt. Mit derartig effizienten Brennstoffzellen zeigt man auch auf, wohin sich das Ganze im Automobilsektor bewegen könnte – hier scheitert das Konzept der Brennstoffzelle bekanntlich bislang insbesondere aufgrund des niedrigen Wirkungsgrads bei der Herstellung von „grünem“ Wasserstoff.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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6 Kommentare

  1. mike fedders says:

    Auch interessant: Wasserstoff aus Ammoniak. Vorteil für mobile Anwendung: Sehr einfache Tanks. https://tinyurl.com/y6htcncl (spiegel,de). Nach Cracken und verbrennen entsteht nur Stickstoff und Wasser. Und dezentrale Ammoniakherstellung direkt neben dem Windrad sehr einfach möglich.

    • „Und dezentrale Ammoniakherstellung direkt neben dem Windrad sehr einfach möglich.“ Öööhm. Nein. Das Haber-Bosch-Verfahren ist nicht mal so eben. Und etwas anderes gibt es noch nicht.

  2. Der letzte Absatz ist schon ein bisschen komisch: a) „Die Kosten, die man in riesige und teure Trassen steckt dürften oftmals besser investiert sein in solch kleinen und dezentralen Kraftwerken.“ Warum? Dezentrale Netzwerke müssen mit Treibstoff versorgt werden (=Tanklaster fahren durch die Welt), verursachen also regelmässige Kosten, während die Trasse (von Wartung abgesehen) auf Dauer günstiger ist. b) „Die Elektrifizierung des Antriebsstranges für nachhaltige Mobilität ist gesetzt.“ Der Teil ist total unsinnig: der Wasserstoff ist in der Herstellung schon total ineffizient (ggü. dem Strom aus der Steckdose), da hilft ein effizienter Motor/ein Kraftwerk mit hohem Wirkungsgrad jetzt wenig.

    • Hallo Christian , wenn mit Biogas oder sogar Erdgas betrieben gibt es aber ne vorhandene Verteilinfrastruktur , es muß also nicht mehr durch die gegend gefahren werden als bisher . Reiner Wasserstoff läßt sich m. W. nicht ohne Nachrüstung , also im Grunde neubau , weil anderere Gasrohre und -verbindungen , verteilen. nutzt man dagegen z. B. biogas oder Synthesegase , die an windparks erzeugt werden hat man ein fertiges Verteilnetz.

  3. Leistung ist Energie pro Zeiteinheit, also zB. ist 1 Watt = 1J/s.
    Daher ist eine Energiemenge die Leistung * Zeit, also z.B 5 kWh.
    Leistung / Jahr macht keinen Sinn. Leistung (MW) oder Energie (MWh).
    Ich denke, das solltet ihr korrigieren.

  4. Sehr grüne und nachhaltige Sache. Und absolut keine Konkurrenz zu Lebensmitteln.
    Wie ist denn der Gesamtwirkungsgrad so?

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