Bitkom-Studie: Jeder zweite Internetnutzer beansprucht kostenpflichtiges Videostreaming

Laut einer neuen Studie des Branchenverbands Bitkom nutze jeder zweite Internetnutzer kostenpflichtiges Videostreaming (53 %). Gemeint sind damit Angebote wie Amazon Prime Video, Apple TV+, Disney+, Netflix oder das Sky Ticket. Die Beliebtheit der Plattformen wächst, denn 2019 kam man bei einer ähnlichem Umfrage nur auf 42 % der Internetnutzer.

Einen Popularitätsschub hätten die Streaming-Dienste laut Bitkom auch durch die Corona-Krise erhalten, welche viele Menschen von Unterhaltungsangeboten außer Haus abgeschnitten hatte. Dabei sind die User laut der Studie sowohl bereit einmalig für Inhalte zu bezahlen (67 %) als auch Abonnements abzuschließen (65 %). Allerdings variieren die Ausgaben dann doch erheblich.

Für den einmaligen Abruf von kostenpflichtigen Filmen und Serien geben die Befragten im Durchschnitt 9 Euro pro Monat aus. Das finde ich sogar ziemlich hoch – ich leihe mir vermutlich so einmal im Jahr mal einen Film für 99 Cent und bleibe sonst bei meinen Abonnements. Wer laut Bitkom wiederum Abonnements unterhalte, zahle für jene im Durchschnitt 17 Euro pro Monat.

Nicht gerne von den Betreibern gesehen, aber noch weitgehend stillschweigend geduldet: Sieben von zehn Abonnenten (69 %) erklären, dass die sich die Kosten für eines ihrer Abonnements mit anderen Nutzern teilen. Nur etwa drei von zehn Abonnenten (28 %) zahlen alleine für ihre gebuchten Dienste. 17 % der Befragten zahlen gar nichts und nutzen Abonnements aus ihrem Bekanntenkreis mit, ohne sich an den Kosten zu beteiligen.

Zu erwarten: Vor allem jüngere Zuschauer nutzen die Plattformen – 63 % der 16- bis 28-jährigen Internetnutzer schauen hin und wieder Filme und Serien über kostenpflichtige Angebote. Unter den 30- bis 49-jährigen  sind es 55 % und unter den 50- bis 64-jährigen Internetnutzern 51 %. In der Generation 65+ nutzen ca. 32 % kostenpflichtige Videostreaming-Dienste.

Diese Studienergebnisse basieren auf einer Umfrage, welche Bitkom Research unter 1.004 Personen ab 16 Jahren durchgeführt hat. Die Fragestellungen lauteten: „Nutzen Sie kostenpflichtige Video-Streaming-Dienste?“, „Wie viel geben Sie im Monat durchschnittlich für Ihre kostenpflichtigen Video-Streaming-Abonnements bzw. Ihr -Abonnement aus?“ und „Welche der folgenden Aussagen trifft auf die Nutzung und Bezahlung Ihres bzw. Ihrer kostenpflichtigen Video-Streaming-Abonnements zu?“.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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17 Kommentare

  1. Die Durchschnittskosten von 17 Euro pro Nutzer legen übrigens nahe, daß wohl die meisten nicht nur ein Abo (mit)nutzen, sondern zwei oder gar drei, denn für ein Abo muß man ja bei keinem Anbieter soviel hinlegen.

    • Wenn du Bundesliga bei Sky sehen willst zahlst du fast das Doppelte

      • Es gibt offensichtlich genügend Nutzer welche die absurd hohen Gebühren bezahlen. Wäre dem nicht so, würde sich das Problem ganz schnell von selbst erledigen.

    • Ja, und das deckt sich auch mit den 70% der Nutzer welche sich die Abos teilen. Handhaben wir auch so, und zum Einzelpreis würde niemand von uns die ganzen Dienste nutzen.

  2. Global oder National? Schwer vorstellbar das in Deutschland jeder zweite Streaming Abos nutzt.

    • Edit: Interessanter wäre es zu wissen wieviele Haushalte Streaming nutzen. Wenn es im Haushalt verfügbar ist nutzen es ja eher alle Teilnehmer im Haushalt. Wenn ich mich also in meiner Blase so umsehe, dann ist Videostreaming eher noch Neuland.

      • Dann ist deine „Base“ recht alt, ich würde auch pauschal sagen, dass jeder zweite bis 35-40 Streaming nutzt. Da drüber wird’s dann schon weniger.

        Ist auf jeden Fall enger mit dem Alter verbunden, meiner Meinung nach.

      • Doch das glaube ich direkt, selbst meine Eltern haben schon länger mehrere Streaming Abos.

    • Doch klar, Topper – nennt sich GEZ 😉

  3. Ich kann von mir nur behaupten, das ich Amazon Prime nutze, weil ich es wegen dem Versand sowieso habe. Bei Prime habe ich schon mal interessante Filme und Dokus gefunden. Wenn mal was für mich interessantes dabei ist, zahle ich auch mal 5 Euro für einen aktuellen Film. Netflix habe ich mal getestet, da gibt es fast nichts was mich interessiert. Disney+ ist auch nicht mein Genre. Sky (Ich schaue nahezu kein Sport) habe ich bis jetzt noch nicht durchblickt, aber bei 10 Euro wäre bei mir Schluss. Man muss ja auch immer noch die Zeit haben das Angebot zu konsumieren. Da RTL ja ab 2021 keine Rechte mehr an der Formel1 hat wechsel ich bestimmt nicht für 10 Euro im Monat oder mehr zu Sky. Dann schaue ich das halt nicht mehr.

  4. @Dennis ich schaue ja Amazon Prime Streaming. Linear tendiere ich mehr zu Sendern mit Dokus und Reportagen. Da fällt RTL2 schon mal aus.

  5. beanspruchen

    „beanspruchen“ wird in den meisten Fällen als fordern, verlangen oder Anspruch erheben verstanden, die Bedeutung im Sinne von verwenden ist eher selten. Ich hätte die Überschrift im Sinne einer besseren Lesbarkeit nicht so formuliert.

    • Bin ich auch drüber gestolpert. So liest es sich in der Tat, als würden Nutzer einen Anspruch darauf erheben. Das hier soll aber bitte nicht als Vorwurf an den Autor verstanden werden.

      • Wieso nicht? Jeder kann sich verbessern und der Titel ist definitiv verbesserungswürdig. Selbst der erste Satz beschreibt schließlich besser, was eigentlich gemeint ist. Ein Professor fragte mich dann immer „und uneigentlich?“ Sollte heißen: schreibe doch gleich die Überschrift so, dass das Gemeinte offensichtlich wird.

  6. In Deutschland jeder – GEZ zum Dank ^^

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