Android: Apps sollen intelligent auf Umwelteinflüsse reagieren

AndroidUnter Android sollen Apps in Zukunft die Fähigkeit erlangen quasi intelligent auf Umwelteinflüsse zu reagieren. Beispielsweise könnte automatisch eine Playlist mit treibenden Songs starten, wenn das Smartphone über seine Sensoren wahrnimmt, dass der Besitzer zu Joggen beginnt. Zweites Beispiel: Es beginnt zu regnen, die Wetter-App erkennt dies und nun wird über den Kartendienst das nächste Café als Unterschlupf herausgesucht, während der Musikplayer „Only Happy When It Rains“ von Garbage anwirft. Möglich sein sollen genau diese Vorgänge in Zukunft durch eine „Awareness API“, die Entwicklern bald zur Verfügung stehen wird.

Im Wesentlichen vereint jene neue API viele Funktionen zuvor separater Vernetzungen. Theoretisch soll es sogar über die Awareness API möglich sein, dass das Smartphone andere Geräte in der Umgebung erkennt. So könnte man die Möglichkeiten weiterspinnen: Trifft man zuhause ein, wird dank der Awareness API am Smartphone erkannt, dass der Chromecast mit der neuesten Folge „Silicon Valley“ loslegen sollte und bei Google Home werden automatisch die passenden Einstellungen festgelegt. Google selbst nennt noch wesentlich mehr Anwendungsgebiete: Etwa könnte sich der Wecker am Wochenende selbst passend dazu umstellen, wie lange man zuvor abends auf der Piste gewesen ist – sollte im Terminkalender entdeckt werden, dass vormittags ohnehin nichts eingetragen ist.

android n logo

Die neue Awareness API unter Android vereint im Grunde viele Funktionen, für die zuvor separate APIs notwendig waren. Dadurch waren zwar einige Features auch vorher möglich, konnten durch Entwickler aber nur mit wesentlich mehr Aufwand umgesetzt werden. Auch die Belastung für RAM und Akku soll durch die Awareness API sinken. Davon profitieren natürlich am Ende sowohl Entwickler als auch User. Im Wesentlichen setzt die Awareness API aber immer noch auf zwei Sub-APIs: die Fence API, welche Reaktionen auf die aktuelle Situation erst ermöglicht und die Snapshot API, welche dafür zuständig ist quasi von anderen Apps Informationen zum aktuellen Kontext anzufordern.

Spannend klingen die Beispiele Googles zwar, aber man sollte abwarten, was die Entwickler in der Praxis wirklich aus der Technik machen. Zumal sicherlich nicht jeder von euch Lust dazu hat bei seinem nächsten Date plötzlich peinlicherweise romantische Klänge über das Smartphone dudeln zu hören, während Google Maps möglicherweise sofort das nächste Hotel empfiehlt. Ob man die Features also nutzen möchte, wird jedem selbst überlassen bleiben. Entwickler, die sich für die Awareness API interessieren, können sich hier für den Early Access anmelden.

(via TechCrunch)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Hört sich in der Theorie gut an, wird aber glaub in der Praxis nicht wirklich umgesetzt bzw funktionieren.

  2. Ich glaube von solchen Szenarien sind wir noch Meilenweit entfernt. Das Leben ist viel zu vielfältig als das uns das Handy hier sinnvolle Informationen bereitstellen könnte. Das Smartphone kann derzeit nicht einmal automatisch den Wecker stellen. Ganz einfach weil es nicht weiß wann ich aufstehen möchte. Es wäre besser wenn der Sprachassistent schneller und genauer funktionieren würde.

  3. In der Theorie gut. In der Praxis kaum nutzen.

    Ich mein es kommt ja nicht nur auf das Tempo der Musik an sondern was der Nutzer gerade hören will. Und das kann niemand wissen.

    Will ich gerade Giorgio Moroder oder Scooter. Beides gut zum Joggen. Aber Meilenweit voneinander entfernt.

  4. the matrix has you 😉

  5. Ihr habt zu wenig Fantasie. 😉
    Es geht ja nicht nur um die paar Beipiele von oben, sondern um allgemeine Automatisierung. Es ist grundsätzlich ein Vorteil, auch für Speicher und Akku. Apps können sich bei bestimmten Ereignissen selber starten, ohne vorher Ressourcen und Akku zu verbrauchen.

    Apps können sich über das Awareness-API mit Hilfe sieben verschiedener Abhängigkeiten aktivieren. Dazu können eine festgelegte Uhrzeit, ein bestimmter Ort oder die aktuelle Wetterlage gehören. Außerdem können Apps darauf reagieren, wenn sich Beacon-Geräte in der Nähe befinden, der Kopfhörer eingestöpselt wird, oder das Smartphone bestimmte Aktivitäten des Nutzers erkennt.

  6. @Fritz
    Ich bezweifle, dass sich das positiv auf den Akku auswirken könnte. Bei ständiger Ortung ist der Akku nämlich schneller leer und die Apps müssen sowieso im Hintergrund laufen, damit das Ganze funktioniert.

  7. @BeardMan: Im Gegenteil. Die Apps müssen eben *nicht* im Hintergrund laufen, wenn sie vom System gestartet werden können.

  8. Wer solche Funktionalitäten haben will, kann sich doch in tasker Profile basteln. 😉
    Nur mit dem Akku wird das nichts.

    Für mich eine Spielerei.

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