Amazon: Chinesische Hersteller klagen nach Verbannung aus dem Marketplace

Amazon hat in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere chinesische Hersteller aus seinem Marketplace verbannt. Insgesamt rund 600 chinesische Marken sollen rausgeflogen sein. Die Ursache liegt in Verstößen gehen die Nutzungsbedingungen. Die Hersteller sollen z. B. gegen Gutschriften zu positiven Bewertungen aufgefordert haben. Nun kommt es zu einer Sammelklage mehrerer Hersteller gegen den Online-Riesen.

Man wirft Amazon vor, Einnahmen zurückzuhalten, die den Firmen zustünden. Beteiligt an der Klage sind unter anderem Sopownic, Slaouwo, Deyixun, Cstech, Recoo Direct, Angelbliss und Tudi. Die Unternehmen bestreiten also nicht, dass sie gegen die Regeln des Marketplaces verstoßen hätten. Das Problem ist für sie, dass Amazon allerdings einige der noch ausstehenden Einnahmen offenbar nicht ausgezahlt hat. Es gehe je nach Anbieter um Hunderttausende von US-Dollar, so der Vorwurf.

Amazon sichert sich dabei in seinen Nutzungsbedingungen das Recht, ausstehende Auszahlungen einzubehalten, wenn gegen die Regeln des Marketplaces verstoßen wurde. Die chinesischen Hersteller werfen Amazon wiederum vor, von den Geschäftspraktiken lange gewusst und sie geduldet zu haben. Denn Amazon kümmerte sich im Rahmen des Programms „Fulfillment by Amazon“ um Verpackung und Versand. So sollte Amazon klar gewesen sein, dass man z. B. Gutscheine und Hinweise auf Reviews beilegte.

Auf welcher Seite steht ihr hier? Ich selbst denke, dass es durchaus richtig gewesen ist, die Hersteller zu verbannen. Allerdings bin ich der Meinung, Amazon sollte so fair sein und ausstehende Zahlungen leisten sowie das Thema damit abhaken. Letzten Endes zeigt die ganze Geschichte aber auch: Sobald man sein Geschäft auf der Plattform eines Dritten betreibt, ist man immer von dessen Willkür abhängig.

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16 Kommentare

  1. Welche willkür? Es gibt Vereinbarungen und wen man sich nicht daran hält Konsequenzen, ich sehe hier keine Willkür von Amazon.

    • Nichts desto trotz können auch (einseitige) Regelungen durchaus ungültig sein wenn ein Gericht diese für Unrecht befindet und somit könnte man durchaus im Nachgang eine gewisse Willkür „unterstellen“.

    • Doch der Zeitpunkt sein Recht durchzusetzen. Ich glaub es wird zu einem Vergleich kommen.
      Die chin. Haben recht. Amazon kannte die Praxis und die Verstöße und hat es akzeptiert

    • Sebastian Veit says:

      Bin ich bei dir. Vor allem verpackt Amazon ja lediglich die bereits verpackten Artikel, in denen dann ja normalerweise die Karte mit dem Bewerten etc beiliegt.
      Aber als ertappter Betrüger ist wohl alles Recht.

    • Willkür ist wohl eher dass man erst jetzt handelt und nicht schon von Anfang an.

  2. Na ja, ich zumindest halte es immer so, das ich mir die Produktbeschreibung durchlese und anhand dieser dann entscheide ob ich das Produkt haben möchte oder nicht. Auf die Bewertungen gehe ich meistens nicht oder nur abseits meiner eigentlichen Entscheidung ein weil es dort manchmal hilfreiche Hinweise und Tipps zu finden gibt. Ich mache mir dann nach Erhalt des Produktes ein eigenes Bild und entscheide letztlich dann ob ich das Produkt behalte oder wieder retour schicke. Bislang lag ich meistens mit meinem Vorgehen richtig und habe auch die meistens Produkte behalten. Und wenn es dann doch mal nicht gepasst hat, dann wurde es auch ein paar mal in den Bewertungen erwähnt aber meistens war dann eine unklare Beschreibung des Verkäufers der Grund meiner Unzufriedenheit und dieser Punkt auch meistens nicht in den Bewertungen aufgeführt.

    Ich jedenfalls finde es durchaus schade das einige Anbieter gebannt wurden da ich keine schlechten Erfahrungen mit deren Produkte habe.

    Klar… de rägels sin de rägels und an die sollte man sich halten und dennoch finde ich es aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen schade.

  3. Die Willkür von Plattformen ist halt da, genauso wie die Abhängigkeit. Was ist richtig / falsch? Der einzige King ist der Plattformbetreiber.

  4. Jemand Anders says:

    es kommt drauf an was für „z. B. Gutscheine und Hinweise auf Reviews“ beigelegt hatte …
    hatte schon die seltsamsten sachen erlebt.. ein socken-hersteller zb hatte damit sogar im artikeltext geworben, dass man bei einer bewertung 20 Euro zurück bekommt… bei 10 Euro für die Socken.. und dann kam nur: sorry, unsere gutscheine können derzeit nicht generiert werden.. habe die dann auch gemeldet…

  5. Mann soll bedenken das Bewertungen für Amazon „Basic“ Marke wegen so viele „VINE“ Rezensionen auch gefaked sind, kaum einer von Vine Tester schreibt eine schlechte Bewertung für Amazon Marken, sonst wird er nicht mehr zum „testen “ bekommen.
    Eigentlich klare Fall der Marktmissbrauch.
    Dann steht das Problem mit Verhältnis „verkaufte Produkte/ Anzahl der abgegebenen Rezensionen“ die Amazon nicht im Griff bekommt. Anzahl der verkauften Einheiten (wie bei Ebay) könnte das Problem lösen…
    Stattdessen werden Händler abhängig von subjektiven Wahrnehmung der Kunden gemacht.
    Ich finde es nicht fair weil sich Amazon selbst an eigene Regeln hält.

  6. Krümelmonster says:

    „Die chinesischen Hersteller werfen Amazon wiederum vor, von den Geschäftspraktiken lange gewusst und sie geduldet zu haben.“

    Ach, wie ich diese Dreistigkeit liebe … wer lange was falsch macht, hat ein Gewohnheitsrecht? Sind die 3 Jahre schon rum? 😀
    Ich denke schon, dass man Zahlungen erledigen sollte, aber die Verbannung ist absolut gerechtfertigt. Ich bin auch der Meinung, eine Vielzahl der Händler hätte nie bei Amazon verkaufen dürfen, die teilweise lächerlichen Impressen, bei denen anscheinend jemand auf der Tastatur eingeschlafen ist, teils in Verbindung mit einer deutschen Umsatzsteuer-ID, sind doch grundsätzlich als suspekt anzusehen.

  7. Vielleicht hat Amazon ja gegenüber den auffälligen Händlern Warnschüsse abgegeben?! Ich fände es smarter, zunächst alle Bewertungen der betroffenen Artikel zurückzusetzen.
    Und warum hat Amazon nicht schon viel früher gegengesteuert? Das System ist doch seit Jahren bekannt.

  8. Interessant. Und geheuchelt.

    Wenn es um Arbeitnehmerrechte oder bessere Löhne geht, betont Amazon immer, dass sie kein Händler sondern ein reines Logistikunternehmen sind. Weil man da die Mitarbeiter schlechter bezahlen kann und weniger Ärger mit Gewerkschaft/Betriebsrat/Steuern usw. hat.

    Wenn sie sich aber als Logistikunternehmen verkaufen, dann gibt es keinen Grund, Chinaware auszuliefern.

  9. Erst betrügen und sich dann noch beschweren, wenn man dabei erwischt wird. Diese Dreistigkeit der chin. Firmen ist schier grenzenlos. Unglaublich…

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