Amazon und Audi: Der Kofferraum als Briefkasten

Amazon und Audi hauen auf die große PR-Pauke und verkündeten heute ein Projekt der nicht alltäglichen Art. So soll der Kofferraum eures Fahrzeuges zum Briefkasten werden. Die neue Zustellungsart wird Anfang Mai 2015 als Pilotprojekt mit Audi und DHL Paket zunächst in Deutschland getestet. Worum es konkret geht? Amazon Prime Bestellungen lassen sich in den Kofferraum eures Autos liefern.

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Ermöglicht wird das Ganze durch diverse Technologien aus der Internet- und der Automobiltechnologie. Bestellt ein Kunde, so kann er im Bestellvorgang den ungefähren Standort des Autos angeben nebst einer Lieferzeit. Ist der Zusteller am Auto angekommen, erhält er eine vorübergehende digitale Zugangsberechtigung, die an die Bestellung gebunden ist. Damit kann der Zusteller einmalig den Kofferraum öffnen, um die Bestellung zu liefern. In ähnlicher Weise wird für Kunden von Audi connect easy delivery auch das Versenden von Briefen und Paketen aus dem eigenen Auto heraus möglich sein.

Mit Schließen des Kofferraums verriegelt das Fahrzeug automatisch. Die erste Phase wird Anfang Mai mit einer Testgruppe in der Region München realisiert. Klingt irgendwie vertraut? Richtig – denn hier ist Amazon mit Audi kein Vorreiter, ein ähnliches Modell hat Volvo schon im Februar 2014 vorgestellt, Volvos System basierte auf der Telematik-App Volvo On Call, die unter anderem auch die Fernbedienung der Klimaanlage ermöglicht.

Die Lieferung ins eigene Fahrzeug dürfte sicherlich eine Nische bleiben, dennoch plausibler in Ballungszentren sein, als die Paketdrohne. Ob sich so etwas logistisch durchsetzt? Skepsis dürfte angebracht sein – oder wie seht ihr das?

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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21 Kommentare

  1. Ich seh schon die ersten DHL-Lieferwägen verzweifelt durch die Betriebsparkplätze von Großunternehmen umherirren…

  2. Cool, nach zwei Wochen gibt’s dann die ersten Hacks, um Audi-Kofferräume anderer Leute mit dem Smartphone zu öffnen. So wie kürzlich bei BMW. 😉

  3. Mega Idee. Und wieso Nische? In unserer mobilen Welt ist die Lieferung nach Hause doch ein völlig veraltetes Konzept – zeigt ja die Verbreitung von Packstationen. Ob es am Ende wirklich die Lieferung in den Kofferraum ist, die sich durchsetzt (angesichts der Tatsache, dass Autos immer weniger wichtig sind für junge Städter), ist dabei ja gar nicht mal wichtig. Es ist eine Idee auf dem Weg dahin, dass auch der Briefkasten mobil wird.

  4. Ganz egal, ob es sich durchsetzt, ob es unsicher sein könnte oder eventuell nicht auf alle Menschen passt. Ich finde solche Ideen immer sehr geil und es erinnert mich daran, in was für einer unfuckingfassbaren Welt wir leben! Es gibt noch so viele Möglichkeiten, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Irgendwann wird es dann Normalität und zack, lebt man in der Zukunft der Filme von damals (nur NOCH ohne fliegende Autos^^)

  5. Die armen Paketzusteller! Ich halte das für einen ziemlichen Quatsch.
    (Aber das hätte ich auch von Facebook, Twitter und Instagram gesagt…)

  6. „Audi – Technik die Zustellt“

    🙂

  7. Wenn sich das durchsetzt wird es nicht lange dauern, bis die ersten Beschwerden eingehen, dass der Zusteller beim Einlegen des Pakets angeblich den Lack verkratzt hat. Heilig’s Blechle und so….

  8. Ich finde das dekadent. Wenn man gleichzeitig aufs Mittelmeer schaut, dann fragt man sich schon, ob solche Pläne noch real sind.

  9. Anfür sich ein gute Grund-Idee. Aber mich beunruhigt schon, dass ein Dritter eine Zugangsberechtigung zu meinem Audi einrichten kann. Es bleibt ein gefühl der Unsicherheit und der Gedanke, dass kriminelle dem DHL-Auto hinterherfahren und die ganzen Sendungen ganz bequem aus den Kofferräume aller Audi’s nehmen. Denn wenn Audi / Amazon eine Zugangberechtigung anlegen können, können es irgendwann auch „Scriptkiddys“!

  10. Und wo soll da der Sinn sein? Die meisten fahren doch mit dem Auto zum Arbeitsplatz, also funktioniert’s bei Lieferungen nach Hause nicht. Lasse ich mir das Paket in die Firma schicken kann’s ja auch da drin abgegeben werden. Also nur für Leute die mit der Bahn fahren und das nagelneue Auto zu Hause vor der Tür (aber nicht in der Garage) stehen lassen…..
    Viel mehr als die Euphorie über solche „zukunftsträchtigen Ideen“ kommt bei mir Trauer auf, in was für einer anonymen und/oder unehrlichen Welt wir angelangt sind, dass nicht einmal mehr ein Nachbar ein Paket annehmen kann/will/darf…..

  11. Blödsinn, denn wenn ich nicht Zuhause bin ist mein Auto auch weg. Außerdem steht es meist in der Tiefgarage.

  12. Zitat aus der Zukunft: „Gesucht wird ein schwarzer Golf auf dem Uni Gelände.“

    Zur Idee an sich: Ok nicht jeder Arbeitgeber ist erfreud wenn zig Amazon Pakete bei ihm ankommen, weil daheim keiner ist und es zu unsicher/doof/faul ist beim Nachbarn/Garage/Schupfen abgeben zu lassen oder Packstation liegt auch nicht immer auf dem Weg, geschweige denn das es dann doch bitte am nächsten Tag in der Post wegen Überfüllung abgeholt werden muss. Und wenn halt ein Paketbote eh schon ne Firma anfährt, dann kann er auch gleich auf dem Parkplatz private Pakete abgeben.

    Ansich für Geeks/Nerds eine Idee, aber praktisch finde ich das eher nicht.
    Auf dem Land so oder so undenkbar, bei uns wird eh jedes Haus angefahren weil DHL und Post eins ist. In Städten grundsätzlich anders und wenn der Bote eh schon immer auf der Straße unterwegs ist, kann er dann gleich noch ein Auto befüllen die am Straßenrand stehen.

  13. Ich lass doch nicht jeden an meinem Auto rumdoktern..
    Die spinnen.. Wenns verkratzt ist oder was fehlt wars nämlich keiner..

  14. Würde ich in 100 Jahren nicht machen.

  15. Würde einen Paketzusteller niemals an meinen Audi lassen…

  16. Die Miele Werkskundendienst Fahrer bekommt schon seit Jahren die Ersatzteile nachts direkt ins Servicefahrzeug geliefert. Das wird dann auch vom Paketboten geöffnet. Vermutlich ganz altmodisch mit Schlüssel.

  17. Nur noch Bekloppte in den Chefetagen!
    Wenn schon jetzt ein Postbote mein Paket nicht abliefert,
    ja nicht mal klingelt, obwohl ich hier auf Ihn warte (Zugang im nächsten Verteilerzentrum mit Paketnachverfolgung geortet)
    und der weil er
    – nicht gut Deutsch kann (mit Migrationshintergrund oder auch nicht)
    – unter enormem Zeitdruck steht;
    wie häufig würde dann mein Auto als „nicht gefunden“ vermerkt werden?

    Feuert diese überkandidelten BWL-Idioten; sollen die doch Pakete austragen.

  18. Wenn ich mal im Auto wohnen muss, kaufe ich mir ein Audi. Dann kommt zumindest die auf amazon bestellte Schrankwand an. 😀

  19. DancingBallmer says:

    Abgesehen von meinem autolosen Lebensstil, für sowas hätte ich zu wenig Vertrauen in die Menschheit. Gleiches gilt auch für das Hinterlegen an einem gehemein Ort. Mit den Nachbarn verstehe ich mich gut, trotzdem möchte ich die nicht ständig belästigen, sind schließlich auch keine Posstation. Und das Thema Zuverläßigkeit von Zustellern wurde ja hier auch schon angesprochen, komischerweise warte ich bei fast jeder Samstagslieferung vergebens, da ich laut „angeblich“ nicht dagewesen sei…

    Wünschte mir es würde allgemein mehr Paketstationen geben. Obwohl ich in der Stadt wohne ist die nächste doch einen kleinen Fußmarsch entfernt. Dazu auch nicht auf dem Weg oder Nähe der U-Bahn. An manchen überirdischen Bahnhöfen habe ich schon welche gesehen, wäre schön diese vermehrt auch in U-Bahnhöfen zu sehen. Bei meinem wäre dafür genügend Platz, wobei es dann wahrscheinlich mit dem Zugang Probleme gibt.

    Wobei, wie wäre es denn mal mit Zusammenarbeit zwischen Vekehrsbetieben und DHL? DHL darf im Depot die Bahnenn befüllen und dann auf der Strecke die Paketstationen befüllen. Würde man das richtig groß bewerben, ich bin mir sicher eine Menge Leute in den Großstädten würden sowas nutzen.

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