Amazon Astro: Entwickler des Hausroboters kritisieren das Endprodukt

Amazon hat mit seinem Astro einen Hausroboter vorgestellt. Der Robo soll autonom eure Wohnung abklappern und mit einer Teleskop-Kamera Ausschau halten. Über Astro ist auch Videotelefonie möglich und er kann euch benachrichtigen, wenn er Ungewöhnliches bemerkt. Auch Gesichter erkennt der Helfer. Wie nun allerdings Vice berichtet, sollen ausgerechnet diejenigen, die mit an dem Roboter gearbeitet haben, nicht von dem Endprodukt überzeugt sein.

So überwacht der Roboter zum einen nicht nur euer Haus, sondern auch euch. Durchgesickerte Dokumente sollen zeigen, dass Astro das Verhalten von jedem Hausbewohner detailliert auswerte. Das geschieht nicht in böser Absicht, sondern um effizienter zu überwachen und Anomalien festzustellen. Das System zur Personenerkennung von Astro weise aber erhebliche Schwächen auf. In den Dokumenten wird noch der interne Codename von Astro, „Vesta“ verwendet. Manchmal ist auch von „Sentry“ die Rede, um Hard- und Software von Astro zu beschreiben.

Unklar ist natürlich, ob nun die von den Amazon-Mitarbeitern bemängelten Kritikpunkte vielleicht bis zur finalen Version behoben oder zumindest abgeschwächt worden sind. Beispielsweise bezeichnete man die Personenerkennung als „unzuverlässig“. Außerdem sei die Verarbeitung zu bemängeln und Astro gemessen an seinem Preis viel zu zerbrechlich. Ebenfalls bemängeln die ehemaligen Projektmitarbeiter laut Vice, dass Astro mit hoher Wahrscheinlichkeit Treppen herunterstürzen und dann zu Bruch gehen werde. Das Produkt sei schlichtweg nicht bereit zur Veröffentlichung.

Astro solle sich dabei auch von Nadelöhren fernhalten, weswegen er etwa das Verhalten der Benutzer auswerte. Beispiel: Zur Frühstückszeit wäre es nervig, wenn sich der Roboter dazu entschließen würde, ausgerechnet dann vor Kaffeemaschine und Kühlschrank herumzukurven. Das soll durch die Verhaltensauswertungen z. B. vermieden werden. Allerdings ist eben die Frage, ob man da ausreichend Vertrauen in Amazon setzt, dass diese Daten lokal verbleiben bzw. nicht für andere Zwecke genutzt werden.

Zunächst erscheint Astro ohnehin nur in den USA und zu Deutschland fehlen noch Angaben. Sobald das Gerät in Nutzerhände gelangt ist, wird sich zeigen, wie die Qualitäten im Alltag abseits des Marketings aussehen.

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8 Kommentare

  1. Wenn jemand Fremdes erfährt, wie ich ich in meiner Wohnung bewege und wie oft ich zum Kühlschrank gehe, ist das ja nun fast egal. Da gibt es sensiblere Daten.

    Allerdings frage ich mich, was denn jemand mit dem Roboter soll? Um die Wohnung zu überwachen und um Videotelefonate zu führen braucht man keinen Roboter. Webcams mit Bewegungserkennung tun es auch.

    Die ganzen Auswertungen sind bloß dafür da, dass der Robot nicht im Weg rum steht und nicht die Treppe runter fällt. Das habe ich auch ohne Astra-Roboter.

    Wenn der schon nicht viel kann, dann sollte wenigstens so niedlich und süß sein, wie Cozmo oder Vector. Aber davon sehe ich nix.

    • eben nicht. aus deinem nutzungsverhalten sind mitunter sogar krankheiten/neurologische auffälligkeiten erkennbar. ich finde das nicht unerheblich.

  2. Astra ist zu groß und kann ja fast nix.
    Ich bleibe erstmal bei meinem Cozmo. Der hat Persönlichkeit und mit dem kann man spielen. Der macht begeisterte Kinderaugen. 🙂

    https://youtu.be/uMlr-IY_BP4

  3. Der Roboter wird ein Flop. Wenn er wenigstens saugen könnte. Der kann so gut wie gar nichts und dafür dann 1500$ hinblättern?

  4. Mir erschließt sich der Sinn von dem Ding auch nicht. Kommt mir irgendwie vor, als dient dieses Ding Amazon einfach nur als Testroboter für die Entwicklung von Navigationsalgorithmen, was man sich durch die Kunden finanzieren lässt.

  5. Generell halte ich hausroboter durchaus für sinnvoll, wenn sie a: eigenständig ohne Rückkopplung mit einer externen Cloud Arbeiten verrichtenn können wie putzen, saugen, aufräumen usw. Evtl. dann eben mit einer intensiven lernphase durch die NutzerInnen. b: sollte er nur Verbindung nach außen aufnehmen wenn er explizit dazu aufgefordert wird oder einen Notfall erkennt. Aber ja ich hätte schon gern so ein „hausmädchen“ – aber das muß dann leistungsfähig und extrem diskret sein. Und ich hätte kein schlechtes Gewissen ihm auch um 3 Uhr Morgens das Wegräumen meiner Hinterlassenschaften zuzumuten wie ich das bei einem mensch hätte – denn es ist eben nur eine maschine. ende aller prekären und halbseidenen Beschäftigungsverhältnisse schlecht bezahlter und ausgebeuteter „hausmädchen“, „Au paires“ und wie diese moderne Form von Sklaverei auch immer bezeichnet wird. Von daher stehe ich Robotern grundsätzlich positiv gegenüber: alle Vorteile einer Sklavenhaltergesellschaft ohne die die moralisch-ethischen Implikationen. Könnte die menschen echt weiterbringen denn weer keinen Dreck mehr wegräumen muß kann sich um wesentlichere oder schönere dinge kümmern.

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