WhatsApp wird in Brasilien gesperrt, Telegram freut sich über Zulauf

17. Dezember 2015 Kategorie: Internet, Social Network, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Artikel_TelegramDes einen Freud, des andern Leid. So oder so ähnlich könnte man die Messenger-Situation in Brasilien aktuell beschreiben. Dort wurde nämlich nach monatelangem Streit dennoch relativ überraschend eine WhatsApp-Sperre ausgerufen. Das liegt aber nicht etwa daran, dass man die Kommunikation der Nutzer unterbinden möchte, sondern Brasilien möchte WhatsApp einen Denkzettel verpassen, wie es den Anschein hat. Es geht darum, dass WhatsApp nicht mit staatlichen Behörden zusammenarbeitet, wenn es um die Strafverfolgung geht. WhatsApp müsse als Telekommunikationsanbieter behandelt werden, da auch Gespräche über die App möglich sind. Folglich müsse man auch mit den Behörden zusammenarbeiten.

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Während die Sperre auf 48 Stunden begrenzt ist und ab 17. Dezember läuft, freut sich ein anderer Messenger über großen Zulauf. Innerhalb von 3 Stunden konnte Telegram 1,5 Millionen Neuanmeldungen aus Brasilien verzeichnen. Dadurch wurden sogar die SMS-Gateways für die Bestätigungscodes lahmgelegt. Vor ein paar Stunden vermeldete Telegram dann, dass gar keine SMS mehr ausgeliefert würden, das Problem aber fast behoben sei.

Das Ganze ist eine interessante Vorgehensweise. Weltweit aktive Dienste zu sperren ist für kein Land so einfach durchführbar, Nutzer finden meist trotzdem einen Weg, einen Dienst zu nutzen. Und wenn es einen einfacheren Weg gibt – wie zum Beispiel die Installation eines anderen Messengers – wird eben der gegangen. DIe Auswahl ist zum Glück sehr groß.

Aber auch von staatlicher Seite nicht uninteressant. Muss man sich mal überlegen, da versucht ein Staat quasi WhatsApp durch eine Sperre zu nötigen, als Dienst mit dem Staat zusammenzuarbeiten. Kann ja auch nicht die richtige Lösung sein. Entweder ein Dienst geht mit den Gesetzen eines Landes einher oder er ist nicht verfügbar. Aber doch nicht mit temporären Sperren drohen und diese auch tatsächlich durchsetzen?



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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