WhatsApp: Abgleich des Adressbuchs verstößt gegen Datenschutzgesetz

29. Januar 2013 Kategorie: Android, Internet, Mobile, geschrieben von: Patrick Meyhöfer

WhatsApp bekommt weiterhin Negativschlagzeilen. Der Nachrichtendienst verstößt, laut Ansicht der niederländischen und kanadischen Behörden, gegen die bestehenden Datenschutzgesetze in den jeweiligen Ländern.

Grund ist die bekannte Vorgehensweise, dass WhatsApp einen kompletten Abgleich des Adressbuchs vornimmt und automatisch alle Kontakte abgleicht und den Kontakten hinzufügt.

Da das komplette Adressbuch natürlich, trotz der großen Popularität des Dienstes, auch viele Nicht-Nutzer enthält und diese ohne Einflussnahme mit übertragen werden, ist eine Verletzung  der Privatsphäre und Grund der Untersuchung.

Die Behörden gestehen WhatsApp, in den Ergebnissen der Untersuchung, zwar erste Verbesserungen im Datenschutz (u.a. Verschlüsselungsmechanismen und manuelles hinzufügen von Kontakten) zu, dennoch sieht man noch einige offene Punkte. Sollte WhatsApp keine Nachbesserungen durchführen, droht man auch entsprechende Strafen zu verhängen.

Ob der Dienst weltweit die Vorgaben per Update umsetzt, oder nur in den entsprechenden Ländern ist derzeit nicht klar. Sicherlich hat es WhatsApp aufgrund der großen Verbreitung getroffen. Für einige Anbieter ähnlicher Dienste dürfte dies aber auch ein Warnsignal sein und sollten zumindest in Zukunft ebenfalls einen manuellen Abgleich anbieten. [via, Quelle]


Vielen Dank für das Lesen dieses Blogs! Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann schaut euch auch diese Advertorials an, die wir auf separaten Seiten geschaltet haben: Acer Iconia Tab 8 und HP Cashback Aktion. Danke, jeder Aufruf hilft uns.

Neueste Beiträge im Blog

Gefällt dir der Artikel?
Dann teile ihn mit deinen Freunden.
Nutze dafür einfach unsere Links:
Über den Autor: Patrick Meyhöfer

#Linux, #Ubuntu, #OpenSource #Android sind meine Themen. Du findest mich auch auf Twitter und Google+. Zudem schreibe ich Beiträge für freiesMagazin und auf meinem Blog Softwareperlen .

Patrick hat bereits 404 Artikel geschrieben.


17 Kommentare

Dominik 29. Januar 2013 um 20:09 Uhr

Aber ob es jetzt automatisch geht oder manuell gemacht wird?
Die Daten gelangen dann doch so oder so an whatsapp?

Marvin Reimer (@therealmarv) 29. Januar 2013 um 20:09 Uhr

Um eine “kleine” Entwarnung zu geben. Laut WhatsApp CEO werden Nummern zwar abgeglichen und vielleicht auch vorübergehend übertragen aber nicht gespeichert http://goo.gl/N6w81

Koalazumba 29. Januar 2013 um 20:20 Uhr

Das ist aber halt gerade DAS Feature was die App so interessant macht. wenn ich wider eine Nummer oder Adresse manuell eingeben muss, dann ist man wieder bei ICQ, MSN und co.
Durch diese einfache Bedienung ist die App doch in den Charts da wo sie jetzt ist

dischue 29. Januar 2013 um 20:37 Uhr

Dann wird der User in Zukunft gefragt und es läuft auf evtl eine eine kleine, lustige Frage hinaus:
“Stimmen sie Zu dass die Kontakte aus ihrem Adressbuch übertragen werden um den Whatsapp die Möglichkeit einzuräumen, automitsch bei Whatsapp gemeldete User zu erkennen? Sollten Sie diese Frage verneinen wird WhatsApp nicht funktionieren”
Wahlweise: “…müssen Sie kontakte selbst erstellen”

löst allerdings nicht das Problem, dass die Kontakte selbst, die nicht bei Whatsapp sind nicht gefragt werden (können).. Fällt mir aber erst jetzt ein…

Beltha (@Belthazor91) 29. Januar 2013 um 20:44 Uhr

@dischue:
Also beim iPhone wird man das sogar gefragt.

N-Rico 29. Januar 2013 um 20:51 Uhr

Aber das macht Skype doch auch, wie ich das letztens bei der Android App gesehen habe. o.O

Und Skype geht noch weiter: Die App nahm die Absender-E-Mail-Adressen meiner Mails des Google Accounts und suchte passende Verknüpfungen. Nur so konnte ich mir unbekannte Namen erklären, die ich in meinen Google Mails wiederfand.

Nicolas 29. Januar 2013 um 21:25 Uhr

Tja, die einen sehen es als Verletzung der Privatsphäre, die anderen als Feature. Den meisten ist es doch heute in Zeiten von Facebook & Co eh egal, was mit ihren Daten geschieht.

Habt ihr schon mal gesehen, auf was manche Facebookanwendungen alles zugreifen wollen, was mit der Anwendung als solcher eigentlich gar nichts zu tun hat ?

—————————————

http://www.der-klinkenputzer.eu

Gray_ 29. Januar 2013 um 21:34 Uhr

Mal ne dumme Frage:
macht das die Facebook-App nicht auch so, bzw. der Messenger?
das ist doch eigentlich der Komfort eines solchen Messengers, oder irre ich mich da?

…Naja die Justiz treibt manchmal schon komische Blüten.

3lektrolurch 29. Januar 2013 um 22:11 Uhr

@Gray_ Ich denke mal der Punkt ist, dass der Benutzer nicht oder in nicht ausreichendem Maß in Kenntnis gesetzt wird. Würde er das, könnte vlt. eine kollektive Verweigerung im Ausmaß wie etwa bei Google Streetview daraus entstehen.

basti 29. Januar 2013 um 22:31 Uhr

Ist doch absolut kein großes Problem. Dann schickt der Whats App Client eben nur einen Hash der einzelnen Telefonnummern an die Whats App Server und der Hash wird gegen geprüft.

iTdee 29. Januar 2013 um 22:31 Uhr

Eine “riesen Welle” wegen alltäglichem Nichts… als wenn nicht die Steuerfahndung aka der Staat eh seit Anbeginn Zugriff auf alle Konten hätte… auf den allgemeinen nicht verschlüsselten Mailverkehr, alle unsere nicht verschlüsselten IP Telefonate der überwiegend IP Anschlusstelefonierer. Also wenn schon aufregen… dann nicht nur über Whatsapp… Obwohl es mir relativ wumpe is ob US of A oder NSA weiß das ich mein Frau liebe oder ich am Samstag ein Bier mit meinem Kumpel trinke, Oder verschickt jemand ernsthaft Geschäftsbilanzen per Whatsapp?

Tom 29. Januar 2013 um 22:44 Uhr

Egal ist das nicht. Ich hab kein Bock, dass irgendein Unternehmen meine Handynummer hat, obwohl ich nie zugestimmt habe. Ich will selbst entscheiden, wem ich meine Nummer gebe. Insofern sind die Bedenken seitens der Regierung vollkommen gerechtfertigt.
Wie kann einem sowas auch egal sein? Manchmal glaube ich, dass die Leute durch die ganzen offenen Strukturen vollkommen vernebelt worden sind und keinen Respekt mehr vor mancher Leuten Privatssphäre haben.

Sebastian 29. Januar 2013 um 23:17 Uhr

Ja, es gibt hier (auf der Welt) schon ein paar Menschen mit einem sehr eingeschränkten Weltbild. Nur weil es einem (Ihnen) egal ist, das Ihre Nummer sonstwohin übertragen wird, lassen sie mir meine Nummer bitte bei den Leuten, denen ich sie nicht unbedacht gegeben habe.
In diesem Sinne kann ich eine solche Überprüfung des Rechtszustands von vglbaren Programmen nur gutheißen. Es gibt Regeln nicht ganz umsonst ;-)

Wird dann eh darauf hinauslaufen, dass es irgendeinen Text bei Installation/Update gibt, der fragt ob XY durch klick auf “Ja” anerkannt wird, wenn nicht, dann jene Einschränkungen. (verm. Funktionsumfang/ausfall)

Albert 30. Januar 2013 um 00:09 Uhr

Ich verstehe die Aufregung nicht. Wenn jemand nicht will, dass die Daten übertragen werden, soll er den Dienst nicht nutzen. Die meisten scheinen auch zu vergessen, dass die Mobilfunkanbieter die Anrufdaten eines jeden Kunden speichern, sogar länger als Whatsapp. Auch können Ermittlungsbehörden bei Telco-Anbietern anklopfen, bei WhatsApp aber (noch) nicht. Außerdem: was ist an einer Telefonnummer privater als z.B. an einer ICQ-Nummer, die ja der IM-Anbieter selbst ausgibt? Beides sind Identifikationsmittel, im Prinzip bloß Nummern die einer Person zuzuordnen sind. So what? Was ist dann mit Telefonbüchern – Skandal… Millionen von Telefonnummern gesammelt und veröffentlicht!!!

Justus 30. Januar 2013 um 05:34 Uhr

@Albert: Du scheinst zu vergessen, dass es nicht um Deine, sondern um die 200 anderen Nummern Deiner Kontakte geht. Du kennst als Einziger und als vertrauter Freund (fiktive Annahme?!) Präsident Obamas Geheimnummer, die er nur Dir im persönlichem Vertrauen gegeben hat und dann kommst Du und bläst die Nummer durch die Nutzung von WhatsApp “in die Welt” heraus – was meinst Du hält er davon und wer hat letztlich das Recht, über die Weitergabe der Nummer zu entscheiden?! Obama hat in diesem Fall niemand gefragt. Es ist eine Frage der persönlichen Verantwortung – und da WhatsApp in der Regel _alle_ Adressbucheinträge dahernimmt, hast Du – selbst wenn Du die Tragweite Deiner Entscheidung abschätzen könntest – keine Möglichkeit der Selektion der zu übrtragenden Kontakte. Weiterhin ist ja neben der Rufnummer vermutlich auch die geheime Privatadresse von Obama mit übertragen und gespeichert worden – wie sieht es denn damit aus? Obama hat sich zumindest entschieden, die Rufnummer eben nicht im Telefonbuch oder als Schild an der Straße zu veröffentlichen, Du aber nimmst diese Entscheidung als die Deine an. Das sieht ein bischen danach aus, als ob Du nur bis zu Deinem Tellerrand schaust…

dil3ttant 30. Januar 2013 um 09:12 Uhr

Dann müsste ich ja jedem Freund, dem ich meine Nummer gebe ein Schriftstück überreichen, wo er sich einverstanden erklärt, dass er meine Nummer nicht in seinen Googlekontakten oder einem ähnlichen Dienst hinterlegt. ;-)

Koalazumba 30. Januar 2013 um 16:57 Uhr

Die Nummern hat doch Google oder Apple eh schon durch die Syncronisation.
(also auch die oben genannte von Obama, die vertraulich weiter gereicht wurde)


Deine Meinung ist uns wichtig...

Kommentar verfassen

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich eine Zusammenstellung.