WATT? SONICable verspricht schnelles Aufladen

18. Januar 2015 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

Interessante Geschichte, die derzeit bei Indiegogo zu finden ist und von vielen unreflektiert im Netz beklatscht wird. 10.000 Dollar wollte das Produkt SONICable sammeln, momentan ist sie bei 140.000 Dollar – und sie läuft gerade einmal knapp eine Woche. Ein Erfolg, wenn man das so deuten möchte.

sonicable

Was verspricht SONICable? Kurzum: doppelte Ladegeschwindigkeit eines Smartphones, kompatibel ist man mit Android und iPhone. Wie das Ganze geregelt wird? Das Kabel hat einen eingebauten Schalter, der zum Beispiel beim iPhone das Synchronisieren deaktiviert und so laut Infos den Ladestrom auf 1000 mA – also 1 Ampere verdoppelt. Zwei der Kabel sind als Angebot für 49 Dollar zu haben.

Interessant ist hierbei, dass in den Videos und Bildern immer mit 500 mA Grundstrom gerechnet wird, der auf das Gerät abgegeben wird – und eben jenen verdoppelt man magisch auf knapp unter 1 Ampere.

Nutzt man das mitgelieferte Netzteil und Kabel eines iPhones, dann liefert dieses ebenfalls 1 Ampere Stromstärke (iPhone 6 und iPhone 6 Plus afaik 2,1 A). Noch konkreter wird das Ganze, wenn man das iPhone mit einem Lightning-Kabel an einen USB 3.0 Port eines Macs hängt, denn dort wird es ebenfalls mit ganzen 2.1 Ampere geladen, übrigens auch die Ausgangsstärke eines iPad-Netzteils.

Kurzum: ich persönlich glaube einfach nicht, dass die Jungs da irgendetwas Magisches gebastelt haben, sondern lediglich eine Verbesserung auftritt, wenn man vorher nicht passende oder zertifizierte Kabel / Netzteile am Android-Smartphone oder iPhone nutzte.

Während das iPhone am besten mit dem eigenen Netzteil harmoniert, ist es mittlerweile auch so, dass es spezielle Quickcharge-Techniken bei Android gibt, die das schnellere Laden ermöglichen, beispielsweise Qualcomm Quick Charge. Alternativ findet man zu Preisen von ab 30 Euro mittlerweile Universalnetzteile vor (Anker, equinux & Co), die die jeweiligen Geräte jeweils mit dem passenden Saft versorgen.

Will man dem Projekt etwas Positives abgewinnen, so kann man zumindest sagen, dass man zwei Kabel mit reversiblen USB-Steckern für das Geld bekommt. Der Rest ist meines Erachtens Blödsinn. Dr. Volt und Mr. Ohm mögen mich eines Besseren belehren.


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