VZBV fordert Qualitätsstandards für Gesundheits-Apps

30. April 2016 Kategorie: Software & Co, geschrieben von: André Westphal

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Wie man zu Fitness Armbändern und Smartwatches von Fitbit, Garmin oder auch Apple steht, bleibt jedermanns eigene Sache. Unumstritten ist jedenfalls, dass die Wearables vor allem mit Gesundheits- und Fitness-Funktionen nach einer eigenen Nische streben. Auch an Smartphones wird man via Google Play bzw. über den Apple App Store geradezu mit entsprechenden Apps von Runtastic über Endomondo bis hin zu Google Fit überflutet. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) sieht jenes kritisch und fordert sowohl mehr Qualitätsstandards für die Messungen als auch Transparenz für Datenschutz und Privatsphäre.

Man beruft sich dabei vor allem auf die just veröffentlichte Studie „Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps – Charismsha“ der Medizinischen Hochschule Hannover. Wenig überraschend bemängelt man beispielsweise die ungenauen Messungen der Herzfrequenzsensoren und auch die Statistiken zu den gezählten Kalorien. Zudem gehen viele Anbieter intransparent mit den gesammelten Daten um. Um auf rund 100.000 Apps die sinnvollen Anwendungen auswählen zu können, benötigen die Kunden laut Verbraucherzentrale VZBV verlässliche Unterstützung.

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Gewünscht bzw. gefordert ist sind daher zum einen Qualitätsstandards für die Messungen und genauere Kontrolle des Datenschutzes. Speziell Apps, die Diagonistik und Therapie unterstützen sollen, müssten strenger kontrolliert werden. Ansonsten könne nicht sichergestellt werden, dass die erhobenen Daten mit konventionellen Tests mithalten könnten. Im Idealfall sollte „eine unabhängige nationale Online-Plattform geschaffen werden, die empfehlenswerte Apps aufführt und Verbraucher informiert“, so der VZBV.

Nun ja, es gibt auch eine unendliche Zahl von Bildbearbeitungprogrammen oder Apps für Selfies – auch dort benötigen die Verbraucher nichts zwangsweise gleich eine „nationale Online-Plattform“, die Empfehlungen ausspricht. Klar, Gesundheitsdaten sind ein sensibleres Thema, allerdings traue ich dem Gros der Anwender im Gegensatz zum VZBV durchaus zu sinnvolle von unsinnigen Apps abzugrenzen. Was die Genauigkeit der Messungen betrifft, stimme ich wiederum zu: Da besteht definitiv Optimierungsbedarf, wie ich selbst schon beim Testen des Herzfrequenzsensors meiner Moto 360 der zweiten Generation feststellen konnte. Auch was den Umgang mit den Daten angeht, würde ich mehr Transparenz begrüßen.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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