USB-C statt 3,5 mm Audioanschluss im Smartphone, ist das wirklich so schlimm?

13. Juni 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_usbcViele Jahre wird der allgegenwärtige Kopfhörernanschluss mit seinem Durchmesser von 3,5 mm nun schon in den unterschiedlichsten Gerätschaften verbaut. Nicht wirklich groß, nicht sehr fehleranfällig und vor allem von jedem Hersteller verwendet. Bei den größten Entertainern der aktuellen Zeit – den Smartphones – wird allerdings so langsam das Ende des Anschlusses eingeleitet, prominentes Beispiel ist das Moto Z, welches bereits ohne den Anschluss auskommt. Nun fürchten sich viele Nutzer davor, dass man teures Zubehör benötigt, wenn man denn weiterhin seine gewohnten Kopfhörer verwenden möchte. Ist das denn wirklich so? Eher nicht.

Man muss bei Audio über USB erst einmal unterscheiden, ob das analoge Audio-Signal weitergegeben werden soll oder ein digitales. Im Fall der analogen Weitergabe sieht USB-C einen Alternate-Mode vor, der das Signal einfach an den Adapter durchreicht. Ja, auch hier wird ein Adapter benötigt, allerdings muss dieser nichts können als das Signal von einem Stecker auf den anderen zu übertragen. Dank USB-C kann der Adapter auch so gestaltet sein, dass er gleich noch die Stromzufuhr ermöglicht, ein weiterer Kritikpunkt am Wegfall des Audio-Anschlusses, der damit entkräftet wird.

Motorola legt dem Moto Z einen solchen passiven Adapter bei, andere Hersteller werden sicherlich folgen. Nun kann man natürlich immer noch argumentieren, dass man ja einen Adapter mitschleppen muss, nur um Musik zu hören. Das ist richtig, allerdings hat man dafür auch eine Öffnung am Smartphone weniger und im Gerät, das ja unbedingt noch einmal 0,01 mm dünner werden musste, gibt es auch mehr Platz.

Interessant wird die Audioausgabe über USB-C aber auch dann, wenn nicht einfach das analoge Signal durchgeschleust wird, sondern digital am Kopfhörer ankommen soll. Eine solche Methode wurde von Intel bereits vorgestellt und sorgt bestimmt auch ein bisschen für Verwirrung beim Wegfall des Klinkensteckers. Mit dieser Methode ist es dann nämlich möglich, dass Adapter oder Kopfhörer mit einem eigenen DAC ausgestattet sind und eine bessere Audioqualität ermöglichen.

Und dann sollte man auch nicht vergessen, das Audioübertragung via Funk immer populärer wird. Headsets kommen teilweise komplett ohne Kabel aus, man steckt sich nur noch zwei kleine Stöpsel in die Ohren. Natürlich spielt hier die Akkulaufzeit eine entscheidende Rolle, denn auch das ist ein großer Vorteil von kabelgebundenen Kopfhörern, sie benötigen nur in seltenen Fällen eine eigene Stromversorgung (zum Beispiel zur aktiven Geräuschunterdrückung).

Passive Adapter, etwas, das Ihr permanent an Euren bevorzugten Kopfhörern mitschleppen würdet? Ich denke, dass hier in vielen Fällen wieder nur laut gemeckert wird, weil eben ein Standard wegfällt, der so viele Jahre einfach dazu gehörte. Sicher gibt es Nutzer, für die ein Wegfall des Anschlusses ein größeres Problem darstellen wird, aber dafür gibt es ja die Übergangsphase. Nicht jeder Hersteller wird sofort auf Klinke verzichten. Die Kosten für einen passiven Adapter sollten sehr niedrig sein

Allerdings zeigen Smartphone-Modelle wie das Eco Le2, dass so ein Adapter auch gerne einmal ohne Lademöglichkeit kommt, was wiederum nicht toll ist, da so die Ladebuchse tatsächlich nur als Audiobuchse zu gebrauchen ist. Laden und Headset Nutzen gleichzeitig ist hier also Fehlanzeige. Einige Nutzer fordern von den Herstellern mehrere USB-C-Anschlüsse, damit man eben gleichzeitig ein Headset anschließen und das Smartphone aufladen kann. Ergibt Sinn, würde aber auch wieder weniger Platz im Smartphone bedeuten, Platz, den man durch das Weglassen des 3,5 mm-Anschlusses gerade erst gewonnen hat.

Da ich mein Smartphone ganz selten mal mit einem Kopfhörer verbinde, habe ich natürlich leicht reden, ich freue mich über jeden Anschluss, der weggelassen wird. Allerdings bin ich auch noch nicht von Bluetooth-Kopfhörern überzeugt, kann für mich aber behaupten, dass ich keinen Adapter nutzen werde. Das ist mir dann doch eine Nummer zu rückschrittlich. Entweder die Hersteller bekommen es eben hin, dass ich die Geräte nach meinen Vorstellungen nutzen kann, oder ich nutze sie eben nicht. Man hat ja zum Glück die Wahl.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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