UFS-Speichertyp und -geschwindigkeit unter Android auslesen

6. Mai 2017 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

Höher, schneller und weiter. Damit werben viele der Hersteller heutzutage, wenn sie ihre Geräte an den Mann bringen wollen. Handelt es sich um Geräte in den oberen Preisregionen, dann werden es unter Umständen auch immer mehr Punkte sein, die man als „so viel besser“ nennt. Während beim günstigen Mittelklasse-Smartphone vielleicht die Akkulaufzeit oder die Kamera im Fokus steht, so wirbt man bei teureren Geräten vielleicht mit dem superschnellen Arbeits- oder Flash-Speicher. UFS-2.1 ist da derzeit das, was gerne beworben wird. 

Universal Flash Storage bietet einige Vorteile, ist natürlich schneller als eMMC und verbraucht weniger Strom. Universal Flash Storage kommt in Version 2.0 seit 2015 in Smartphones zum Einsatz, seit 2016 gibt es den Nachfolger UFS 2.1. Nicht einfach eine Versionsnummer, sondern eben auch in Sachen theoretischer Geschwindigkeit ein Unterschied. Theoretisch deshalb, weil nicht nur der Speicher alleine für Geschwindigkeit sorgt.

Das macht sich im normalen App-Alltag sicher nicht bemerkbar, doch wer große Datennmengen liest oder schreibt, der könnte unter Umständen bei entsprechend angepasster Hardware einen Unterschied merken. Hersteller von Smartphones nennen dann den schnellen UFS 2.1-Speicher gerne in Verbindung mit den Möglichkeiten großformatiger Fotos, die schneller gespeichert werden – und auch 4K-Videos werden in Verbindung aus der Kiste geholt.

Nun ist es so, dass Hersteller mit UFS 2.1 geworben haben, diesen wohl aber nicht immer verbaut haben. Letztes Beispiel: Huawei. Die sollen im Mate 9 und im P10 eigentlich UFS 2.1-Speicher haben, dies ist aber nicht immer der Fall, stattdessen kommt nachweislich auch UFS 2.0 zum Einsatz. Auch Samsung setzt wohl unterschiedlichen Speicher bei seinem neuen Flaggschiff, dem Samsung Galaxy S8 ein, wie herausgekommen ist.

Nutzer hierzulande müssen sich aber offenbar keine Sorgen machen, denn hierzulande kommt der Exynos-Chip zum Einsatz, der laut ersten Ergebnis durchgängig mit einem Samsung UFS 2.1-Speicher gekoppelt ist, während die Snapdragon-Ausgabe wohl auch mal mit UFS 2.0 daherkommt.

Samsung hat offenbar auch Wind von der Speicher-Debatte rund um Huawei bekommen und heimlich die Webseite angepasst, auf der Spezifikationen genannt werden. Nannte man bis vor kurzem noch UFS 2.1 auf der Seite (allerdings mit dem Hinweis, dass sich das je nach Land und Anbieter unterscheiden kann), so fehlt der entsprechende Passus mittlerweile völlig.

Hier einmal die Seite in der Übersicht, alt gegen neu:

Wie erwähnt: Normalerweise merkt ein Nutzer im besten Falle im Alltag keinen großen Unterschied, da UFS 2.0 echt schnell unterwegs ist. Dennoch müssen Hersteller, wenn sie schon mit UFS 2.1 werben, diesen auch verbauen. Und dabei ist es eigentlich auch Latte, ob die Geschwindigkeiten erreicht werden – weil man vielleicht einen langsameren RAM oder Prozessor hat. Wenn man mit UFS 2.1 wirbt, soll das drin sein – ob ich die Geschwindigkeit merke oder ich diese überhaupt nutzen kann, ist dabei egal.

So könnt ihr euren Speichertyp auslesen:

Solltet ihr nun ein aktuelles Smartphone euer Eigen nennen, dann könnt ihr die ja mal wie folgt testen. Installiert euch die App „Material“ aus dem Play Store. Startet die App und gebt folgenden Terminal-Befehl ein: „cat /proc/scsi/scsi“ (Ohne Anführungszeichen, Leerzeichen nach cat beachten). Dann wird euch die App den Speicherchip ausgeben.

Material Terminal
Material Terminal
Entwickler: Yaroslav Shevchuk
Preis: Kostenlos+
  • Material Terminal Screenshot
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  • Material Terminal Screenshot
  • Material Terminal Screenshot
  • Material Terminal Screenshot
  • Material Terminal Screenshot

Diesen kann man dann in Google werfen und wird dann am Ende erfahren, wie es mit UFS bestellt ist. Zum Vergleich: Ich habe mal ein LG G6 durch den Benchmark gejagt, hier kam ich auf „SKhynix H28U62301AMR“. Hierbei handelt es sich um einen UFS 2.1-Speicher. Das Mate 9 und das P10 von Huawei? UFS 2.0. (P10: Samsung KLUCG4J1EB-B0B1, Mate 9: Toshiba THGBF7G9L4LBATRC).

Was ihr auch mal spaßeshalber machen könnt, wenn ihr Wert auf Zahlen legt: Den Androbench installieren und einmal schauen, auf welche Werte ihr kommt. Diesen Benchmark sollte man am besten nach einem direkten Neustart ausführen. Hier kommt dann zum Tragen, wie gut die Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

Zwar setzt das LG G6 auf UFS 2.1-Speicher, ist aber nicht in Sachen Geschwindigkeit so unterwegs. Hier liegt das LG G6 hinter dem P10 und dem Mate 9 von Huawei – ist aber in sämtlichen Anwendungen nicht langsamer – gefühlt. Des Weiteren haben die unterschiedlichen Hersteller von Speicher auch unterschiedliche Aussagen bezüglich der maximalen Geschwindigkeiten. Gerade SK-Hynix ist da so ein Negativ-Beispiel, hier ist UFS 2.1 gerne mal langsamer als Speicher von Toshiba oder Samsung.

LG G6:

Huawei P10:

Huawei Mate 9:

Huawei P10 Plus:

Und schaut man auf die Ergebnisse, so wird man erkennen: Das sind Unterschiede. Und es geht nicht immer nur darum, was ein Smartphone in einem Benchmarktest kann. Nach jedem Benchmark werdet ihr Unterschiede in den Zahlen merken.

Testet mal das Pixel von Google in Sachen Speicher aus – ich bin mir sicher, dass es nicht besser als die genannten ist. Dennoch ist es – leider nicht auf den Preis bezogen – eines der besten Smartphones, die richtig, richtig gut performen und empfehlenswert sind. Speicher alleine macht kein Smartphone.

Dennoch bleibe ich bei meiner Aussage: Wenn Hersteller schon auf dicke Hose machen, dann sollen sie auch das verbauen, was sie angekündigt haben. Alles andere ist Lüge und die Hersteller bekommen zu Recht negatives Echo. Ob ich es nutzen kann oder nicht: Vööööllig egal. Aber letzten Endes ist es doch so: Mir ist egal, welcher Speicher drin ist, wenn er entsprechend flott ist und ich ein geiles Gesamtpaket habe. Denn nicht immer bedeutet UFS 2.1 auch schnelleren Speicher gegenüber UFS 2.0.


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Über den Autor: caschy

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