Twitter kauft Periscope und entzieht Meerkat den Zugang zum Social Graph

14. März 2015 Kategorie: Social Network, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Twitter streckt seine Fühler in so ziemlich jeden Bereich, in dem man Nutzer binden oder gewinnen könnte. Die Konkurrenz wird durch diverse Mittel vom Netzwerk ausgeschlossen, das sahen wir bereits mit Instagram und auch Drittanbieter-Clients werden zum Beispiel durch das Token-Limit an der kurzen Leine gehalten. Nun trifft es auch Meerkat, einen Livestreaming-Dienst, der innerhalb kürzester Zeit bereits einen stattlichen Bekanntheitsgrad erreicht hat.

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Ein solcher Dienst, der nicht nur die Anmeldung via Twitter ermöglicht, sondern auch direkte Verbindungen über den Social Graph, passt Twitter nicht ins Konzept. Vor allem nicht nachdem man Periscope.tv gekauft hat, eine bisher noch nicht veröffentlichte App – für Live-Videostreaming. Twitter bestätigte den Kauf von Persicope.tv bereits und leitete direkt Maßnahmen ein, um Meerkat das Leben schwerer zu machen.

Meerkat wurde der Zugriff auf den Twitter Social Graph entzogen. Dadurch können Follower nicht mehr wie bisher hinzugefügt werden und Follower erhalten keine Tweets mehr, wenn man selbst ein Livestreaming startet. Für Dienste wie Meerkat ist dies aber vor allem für das Wachstum sehr wichtig. Meerkat muss sich nun etwas anderes einfallen lassen, um die Nutzer zu verknüpfen, über Twitter ist dies nicht mehr möglich.

Dies bestätigte auch ein Twitter-Sprecher gegenüber VentureBeat: “We are limiting [Meerkat’s] access to Twitter’s social graph, consistent with our internal policy. Their users will still be able to distribute videos on Twitter and login with their Twitter credentials.”

Sicher ist es das gute Recht von Twitter, hier andere Dienste zu beschneiden, besonders beliebt macht man sich dabei aber weder bei den Nutzern, noch bei den Entwicklern. Eigene Dienste, die man dem Nutzer aufs Auge drückt und andere gleichzeitig aussperrt, das kam noch nie gut an. Und vor allem widerspricht es dem, was Twitter erfolgreich gemacht hat. Das war nicht der eigene Dienst, sondern vor allem die Drittentwickler, die den Dienst für den Nutzer komfortabel machten.



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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