Testbericht Huawei P9: Das mit der Leica-Optik

17. April 2016 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

huawei artikel logoHuawei hatte in London zur Vorstellung des Huawei P9 geladen. Der chinesische Hersteller präsentierte auf der Bühne allerdings nicht nur das eine Gerät, sondern auch die etwas größere Variante Huawei P9 Plus. Huawei denkt um und stellt bei diesen Geräten die Kamera mehr in den Fokus. Hierfür hat man eine Partnerschaft mit dem deutschen Traditionsunternehmen Leica geschlossen. Leica ging 1986 aus der  Ernst Leitz Wetzlar GmbH hervor, welche wiederum das Nachfolgeunternehmen des 1849 gegründeten Optischen Instituts ist.

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Leica ist bekannt für seine Kameras im hochpreisigen Bereich, so stellt die Ausweitung auf Smartphones doch einen spannenden Schritt dar, der von vielen Menschen kontrovers diskutiert wird. Manche sehen da die Verramschung des Unternehmens, während andere die Chancen sehen. Der Smartphonemarkt ist ein großer und viele Nutzer sind bereit, Geld für eine gute Kamera auszugeben. Wozu heute noch eine Kompakt-Knipse für 100 Euro, die man mitschleppen muss, lieber mehr Geld ins Smartphone mit guter Ausstattung legen – so meine Meinung.

Wobei Leica hier natürlich auch etwas die Zügel aus der Hand gibt – denn mit der Optik in Geräten fremder Hersteller ist man auch immer diesen ausgeliefert. Es nützt in Smartphones die beste Optik nichts, wenn die Software oder der Rest einfach Murks ist. Ich zumindest beobachte Leicas Schritt gespannt und schaue, was man da noch so machen möchte. Zur reinen Technologie im Smartphone: der Sensor kommt von Sony, Leica ist ausschließlich für die Optik zuständig.

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Doch lasst uns doch erst einmal klassisch anfangen. Seit der Vorstellung ist das Huawei P9, nicht das Huawei P9 Plus, mein Begleiter.

Haptik und Optik des Huawei P9

Wichtig für mich ist immer die Verarbeitung und das Anfassgefühl. Letzteres ist natürlich immer sehr subjektiv und kommt auch ein wenig auf die Handgröße an. Das Huawei P9 sorgte bei mir erst einmal für ein großes Oho. Die klassische Kastenform mag auf manche vielleicht langweilig wirken, weil doch alles sehr schnörkellos ist. Doch wirklich – wow – das Huawei P9 liegt wirklich perfekt für seine Größe in meiner Hand. Getestet natürlich ohne Hülle. Das P9 ist nicht nur leicht, sondern liegt trotz seiner 5,2 Zoll so perfekt in meinen Händen, dass es eine wahre Wonne ist. Auch an der Verarbeitung habe ich nichts zu bemängeln, das von mir getestete Gerät ist sauber und mangelfrei verarbeitet.

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Huawei setzt auf ein klassisches Button-Design, auf der rechten Seite befindet sich der An- / Aus-Schalter sowie die Lautstärkewippe. Der An- / Aus-Schalter weist eine leichte Riffelung auf, damit er besser greif- und ertastbar ist, die Wippe für die Lautstärke ist aus einem Guss, was bei diesem Gerät für ein wertigeres Gefühl sorgt, da einzelne Taster doch manchmal etwas Spiel haben. Unten befindet sich der Lautsprecher, der USB-C-Anschluss sowie der Anschluss für euren Kopfhörer.

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In der Draufsicht findet ihr oben die Front-Camera, welche mit satten 8 Megapixeln auflöst und den Lautsprecher für die Telefonie – hinter dessen Grill verbirgt sich dann die Benachrichtigungs-LED. Auf der Rückseite ist der Fingerabdrucksensor, um Apps oder das Gerät zu entsperren. Ist beim Halten zumindest von mir 1a mit dem Zeigefinger zu erreichen. Ebenfalls dort zu finden, die Kamera mit den zwei Objektiven, Sensoren und der Blitz. Hatte ich mir gedanklich optisch furchtbar vorgestellt, die planen Kameras sind aber gut platziert, das Design wirkt stimmig.

Technische Daten des Huawei P9

Hinten einfach ein Leica-Logo draufklatschen sorgt alleine nicht für ein gutes Gerät, heutzutage will so ein Flaggschiff in allen Facetten eine gute Figur abgeben, demzufolge musste auch Huawei in die Kiste greifen und aktuelle Technik verbauen. So setzt man auf einen HiSilicon Kirin 955 (Octa-Core, 2,5 GHz/1,8 GHz) und 3 GB RAM. Das Super IPS-Display des Huawei P9 (P9 Plus hat AMOLED) löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf und ich persönlich glaube, dies ist eine gute Entscheidung. Nur weil alle der Meinung sind, dass jetzt UHD und 4K die heißen Marketingwörter und Technologien sind, muss man diese Pixelmasse nicht zwingend in einem Smartphone dieser Größe verbauen.

Huawei setzt bei den Deutschland-Varianten erst einmal nicht auf Dual-SIM, stattdessen findet eine Nano-SIM nebst einer microSD-Karte im Einschub Platz. Mit dieser könnt ihr den internen Speicher erweitern, der 32 GB groß ist. In Sachen Kamera setzt man auf die erwähnte 12 Megapixel Leica Dual-Kamera (Summarit-H 27 mm f/2.2 ASPH,BSI CMOS, Dual-LED-Blitz) und eine Frontkamera mit 8 Megapixel, (f/2.4 Blende). Der Akku ist 3.000 mAh stark. Das Huawei P9 wiegt 144 Gramm und misst 70,9 x 145 x 6,95 mm. Als Schnittstellen findet man beim Android 6.0 Marshmallow-Gerät auf den Fingerprintscanner, NFC, USB-C (USB 2.0 Speed), WLAN ac und Bluetooth 4.2.

Display des Huawei P9

Huawei erreicht eine hohe Display-Ausbeute, kann aber natürlich nicht auf Rahmen verzichten, logo. Aber es ist nicht viel und das wirkt manchmal schon komisch. Nämlich dann, wenn ihr in die Einhandbedienung wollt. Nicht von meinen Screenshots verwundern lassen, ich setze den Nova Launcher Prime ein. Aber ihr werdet die Problematik eventuell auch haben, wenn ihr auf das standardmäßige EMUI 4.1 setzt und das Gerät mit einer Hand bedienen wollt.

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Halte ich das Gerät fest in einer Hand und möchte mit meinem Daumen eine App auf der gegenüberliegenden Seite starten, so klappt das manchmal nicht. Schuld ist der Handballen, der ebenfalls aufs Display drückt. Bedeutet, dass beim Anklicken der App auf der Gegenseite gar nichts passiert – oder dass ihr eine App startet, die sich im Bereich des Handballens befindet.

Zum Display als solches – und hier spreche ich nur von dem, was meine Augen empfinden: Huawei hat 1920 x 1080 Pixel im 5,2 Zoll großen Huawei P9 verbaut, der Gesamteindruck ist stimmig, hier wirkt nichts ausgefranst oder gar unscharf. Alles ist knackig scharf, das Display weist eine ordentliche Blickwinkelstabilität auf.

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Pro-Tipp: Apple iOS lässt sich beim großen iPhone auf die halbe Höhe bringen – und auch Huaweis EMUI beherrscht dies. Wischt einfach mal von links nach rechts oder umgekehrt über die Menüleiste 😉 Keine langen Finger? No problem!

Fingerabdruckleser des Huawei P9

Huawei verbaut nach eigenen Aussagen den „Fingerprintscanner 2.0“. Damit könnt Ihr über den rückseitigen Fingerabdruckscanner nicht nur das Smartphone entsperren, sondern auch durch die Galerie blättern, Anrufe annehmen, die Kamera auslösen oder Alarme stoppen. Er reagierte in meinen Tests genau und ziemlich flott. In den Einstellungen der Fingerbadrucksverwaltung lassen sich die von mir genannten Funktionen justieren. Vielleicht für den einen oder anderen ganz praktisch, hält man das Gerät in einer Hand fest, so kann man mittels Zeigefinger halt bequem diverse Dinge ausführen, ohne das Display zu betatschen.

Software des Huawei P9

Huawei setzt beim Huawei P9  auf die neue EMUI 4.1 und Android 6.0 Marshmallow. Weiterhin sieht das Ganze wie ein Klon von iOS auf. Während ich auf einem iPhone damit gut leben kann, muss ich das bei Android eben klassischer mit App Drawer haben. Mein innerer Monk macht mich sonst wahnsinnig, zudem finde ich die Themes und Icons einfach nicht klasse. Wie bisher hat man unter der Standardoberfläche die gleichen Funktionen, wie unter EMUI 4.1. Benachrichtigungen werden in einem Zeitstrahl dargestellt, Shortcuts werden in einem separaten Reiter angezeigt.

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Während ihr den Launcher auswechseln könnt, so bleiben natürlich alle Einstellungen und der Benachrichtigungsbereich Standard. Schaut auf jeden Fall in die Einstellungen, mich hat ein Standard nämlich immer wahnsinnig gemacht. Zieht ihr die Leiste nach unten, so seht ihr zwei Teilbereiche, diese agieren intelligent. Sind keine Benachrichtigungen da, so landet ihr in den Verknüpfungen – sind Benachrichtigungen da, so landet ihr im Bereich Verknüpfungen. Kann man in den Einstellungen so justieren, dass der Wisch einen expliziten Bereich anzeigt. Links nach unten wischen zeigt dann die Benachrichtigungen, der Wisch rechts bringt die Verknüpfungen.

Nun zu einem spezifischen Problem, welches in meinem Test aufgefallen ist.

Die Software ist zumindest bei meinem Testgerät der Showstopper. Ich mag das Huawei P9 wirklich sehr, für mich eigentlich das perfekte Gerät – aber etwas stört mich massiv. Huawei setzt zum Verlängern der Akkulaufzeit automatisch eine Bremse ein. Apps werden nicht mehr ausgeführt, wenn der Bildschirm längere Zeit aus war. Das gibt mit manchen Apps einfach Probleme und wie man diese Probleme umgeht, beschrieb ich bereits in zwei Beiträgen. Letzten Endes ist es aber so, dass man Apps erlauben kann im Hintergrund zu laufen. Das sorgt dann halt dafür, dass die Apps auf dem aktuellen Stand sind wenn ihr das Display anschaltet, beziehungsweise ihr Benachrichtigungen bekommt.

Ich nutze für gewöhnlich Weatherlove als Widget und da fiel es mir als erstes auf: das Widget zeigte eine alte Uhrzeit an. Also flugs in die Einstellungen und dem Widget das Recht eingeräumt, auch im Hintergrund aktiv zu sein. Half früher, hilft im konkreten Fall aber nicht bei meinem Huawei P9. Nichts zu machen, halb so wild – switche ich halt auf ein anderes Widget. Dieses funktionierte dann auch als ich das Funktionieren im Hintergrund erlaubte.

Viel schlimmer ist allerdings die Tatsache, dass das Huawei P9 mir keinerlei Benachrichtigungen bei Twitter schickt. Nix, nada. Ich versuchte es mit Talon und auch Fenix. Allen erlaubte ich das Agieren im Hintergrund und auch das zeitnahe Abrufen stellte ich ein. Doch mein Huawei P9 blieb stumm. Offensichtlich werden Apps im Hintergrund gelegentlich eingefroren, auch wenn man das Einfrieren explizit verbietet. Nachdem ich eine Twitter-App nach längerer Nichtnutzung startete, tröpfelten alle Benachrichtigungen auf Schlag rein. Das große Problem ist halt: ich will kleine App starten müssen, um Benachrichtigungen zu sehen.

Ich will nichts machen, ich will informiert werden. Bemüht man eine Google-Suche, so ist das automatische Optimieren von Apps bezüglich ihrer Hintergrundaktivität eine bekannte Hürde bei Huawei-Geräten. Entweder raffen nicht so versierte Nutzer nicht, wie man Apps für die Daueraktivität scharf stellt – oder sie landen in der Problematik wie ich. App scharf gestellt – aber nichts funktioniert.

Eben weil mir das Huawei P9 so gut gefällt, hat mich das echt hart getroffen. Man hat ja nichts besseres vor und sucht alles ab. Apps deinstalliert, stundenlang an Einstellungen geschraubt, dauerhaft getestet. Letzten Endes der Werksreset und die Neueinrichtung. Problem: hat bei mir nicht geholfen. Mag mancher drüber lachen, doch für mich ist es halt der Showstopper. Funktioniert eine Benachrichtigung nicht, so will ich das Gerät nicht haben, egal wie gut der Rest ist. So einfach ist das.

Ansonsten: Huawei hat viel Energie in die Software gestopft und wartet auch mit Funktionen wie Gesten- oder Sprachsteuerung auf. Android-Puristen werden sicherlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, doch wer sich ernsthaft einarbeitet, der bekommt ziemlich gute Möglichkeiten, das Gerät nach eigenem Gusto anzupassen. Und das ohne auch nur einmal eine App aus dem Play Store zu laden – ganz einfach, weil viel drin ist, versteckt in den Einstellungen. Überraschenderweise stört mich diese Vielzahl an Möglichkeiten nicht, ganz im Gegenteil.

Nur bei den Benachrichtigungen muss man viel justieren, in dem Bereich taucht echt eine Menge auf, sodass es initial unübersichtlich sein kann. Und an der UI kann ich weiterhin nichts finden. Fakt ist aber erst mal: Der Neubesitzer wird sich mit Benachrichtigungen auseinandersetzen müssen, denn standardmäßig muss alles erlaubt werden, auch das Agieren im Hintergrund. Hier wäre weniger mehr gewesen – oder ein leicht verständlicher Assistent.

Kamera des Huawei P9

Was eine gute Kamera ausmacht, das weiss der Benutzer wohl nur selber. Letzten Endes nutzt die Kamera jeder anders, die meisten machen wohl nur reine Snapshots, während andere Wert auf professionell anmutende Smartphone-Fotos legen. Ich hab beim Huawei meistens das flotte Schießen von Fotos ausprobiert, denn das ist das Szenario der meisten Nutzer, hier muss es einfach passen. Man kann garantiert mehr aus der Kamera holen, die ein Verbund aus der Hard- und Software von Huawei, des Sensors von Sony und der Optik von Leica ist.

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Doch ich kann schon einmal anhand flotter Fotos im Tageslicht sagen: ich bin wirklich angetan. Sehr angetan. Und das sage ich selten so euphorisch, doch die Kamera des P9 hat mich einfach im Modus des flotten Fotografierens überzeugt. Ich war in London unterwegs und habe dort mit manuellem Modus fotografiert und ich war auch hier im hohen Norden am Deich unterwegs, damit ich ein paar Fotos machen kann. Das Wetter war gut, klar – so etwas sollte eine Kamera schaffen, also keine großartige Herausforderung sein. Ist es aber offenbar doch, denn ich habe schon etliche Smartphones in der Hand gehabt, die auch bei Tageslicht nicht die Qualität boten, die sie vorher vollmundig versprachen.

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Normalerweise greift man immer zu Kamera-Apps von Dritt-Herstellern. Oder eben viele, die ich kenne. Soll nicht allgemeingültig klingen. Bei der Kamera des P9 will ich die Software nutzen. Weil sie schnell erreichbar alles bietet. Darunter halt die üblichen Einstellungen wie Auflösung, Speicherort, Blitz und Co – aber eben auch vorgefertigte Szenarien, damit der Nutzer beispielsweise HDR, Monochrom, nachts, Panorama, Lichtmalerei, Zeitraffer und weiteres aufnehmen können.

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Das ist ne gute Nummer, dass so etwas dabei ist. Nicht jeder ist ein professioneller Fotograf und kommt im Pro-Modus, der manuell aktiviert werden kann, klar. ISO-Werte von Hand einstellen? Was ist eine Blende? Verschlusszeiten? Autofokus? AWB, irgendwas mit Weißabgleich? Schaut euch um, wissen sicherlich viele nicht, was das genau ist. Deshalb vorgefertigte Szenarien für Einsteiger, worüber empfohlene Einstellungen für die aktuelle Situation aufrufbar sind – und eben der Pro-Modus für das tiefere Eintauchen. Kann ich jedem nur empfehlen, sich da bei Interesse mal einzulesen, beziehungsweise einfach mal auszuprobieren.

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Die Änderungen im Pro-Modus werden live auf dem Display angezeigt, sodass ihr da sehen könnt, was mit eurem Bild passiert. Ich selber war meistens automatisch unterwegs, teils monochrom. Ich habe dieses Mal einfach mal anders fotografiert. Scheiß auf die Drittel-Regel (jedenfalls nicht bewusst) – und auch einfach mal aus anderen Situationen aufgenommen. Häufig vom Fußboden aus, mit Absicht unscharf – einfach draufgehalten.

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Lahmer Spruch, aber: Das schlechteste Bild ist das, was ihr nicht aufgenommen habt. SD-Karte rein und ab dafür. Und wenn am Ende von 100 Fotos nur zwei übrig bleiben, die brauchbar sind, dann ist das so. Dann habt ihr zwei geile Fotos und nicht ein paar schlechte. Ist ja kein Film mehr, der zur Entwicklung muss. Persönliche Meinung eines Menschen, der kein professioneller Fotograf ist, der da Realist ist bezüglich seiner Ahnung: Die Fotos wirken durch die Bank weg sehr natürlich, nicht übertrieben und auch das schnelle Foto wird oft ein guter Treffer.

Einstellungen und Pro-Modus

Einstellungen und Pro-Modus

Gefällt mir als Snapshotter mehr als die Kamera des Mate 8 von Huawei. Für Freunde von Selfies: ihr könnt die Software auf euer Gesicht anlernen, sodass ihr ein „schönes“ Selfie machen könnt. Von kleinen Anpassungen geht es rüber zu „glatter wie ein Babypopo“. Doch auch ohne Anlernen: im Selfie-Modus findet ihr einen Schieberegler, der den Grad der Verbesserung visualisiert.

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Von 1 bis 10 ist da alles möglich. Aber ich sage ja immer: Lass das. Du bist schön wie du bist. Das Leben zeichnet halt Menschen und Gesichter. Selfie-Fotos können eine Enttäuschung sein, wie es die Push Ups in den 90ern waren und immer noch sind. Sieht nett aus, kann aber nichts im echten Leben.

Perfect Selfie - alles auf Maximum

Perfect Selfie – alles auf Maximum

Selfie-Verbesserung: 0,5 und Stufe 10

Selfie-Verbesserung: 0,5 und Stufe 10

Selfie-Filter

Selfie-Filter

Ich hab hier im Beitrag mal ein paar Fotos eingebunden, das komplette Paket habe ich hier hochgeladen, entschuldigt bitte, dass ich bei einigen verpixelt habe, aber mein Sohn soll später selber entscheiden, ob er mit seinem Gesicht ins Web will. Ebenfalls habt ihr hier ein paar Bilder des Interfaces und des Beauty- / Perfect Selfie-Modus eingebunden.

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Ihr könnt da alles regeln, von großen und weißen Augen, ich zeige hier natürlich nur die Extreme. Die Kamera ist nicht alles andere überragend. Die Kamera des Huawei P9 spielt aber oben mit in der Liga der Smartphone-Kameras, wenn ihr euch mal auf die manuellen Möglichkeiten einlasst und ihr mal den Blickwinkel ändert. Schaut man sich so Geschichten wie den DxOMark Mobile an, dann sieht man eh, dass es an der Spitze immer eng ist. Da entscheidet dann halt auch ein bisschen die eigene Technik, wie gut euer Foto ist.

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Huawei P9 – das doppelte Optik-Lottchen

Was macht die zweite Optik des Huawei P9 eigentlich noch so? Wer schon einmal eine Lytro-Cam in den Händen hatte oder weiss, wie diese arbeitet, der kennt es. Ihr nehmt so ein Foto auf und könnt im Nachhinein die Fokussierung auf einen Punkt des Fotos ändern. Habt ihr beispielsweise einen Menschen im Vordergrund scharf gestellt, so könnt ihr nachträglich in der App den Menschen künstlerisch unscharf schalten und dafür betrachtenswerte Inhalte im Hintergrund fokussieren. Ein Bild, viele Möglichkeiten.

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Und ja, diese einzelnen Fokus-Bilder lassen sich auch separat wegspeichern. In meinen Beispielen seht ihr das vielleicht ein bisschen, neben dem reinen Fokus auf ein anderes Element lässt sich hier auch eine Symbiose mit der Blendenöffnung eingehen, sodass ihr hier sicherlich das für euch Optimale findet. Filter? Auch möglich. Nette Sache, wenn man die Kamera dazu auserkoren hat, häufig aktiv zu sein. Die entsprechenden Fotos, die ihr über das Shutter-Logo aufgenommen habt sind übrigens in der Galerie-App als solches ersichtlich, sodass ihr da immer nacharbeiten könnt, wenn ihr wollt.

Low Light-Modus des Huawei P9

Nicht immer ist das Licht gut, hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Im manuellen Modus kann man sehr viel machen, nur benötigt man eine ruhige Hand oder ein Stativ. Doch hier muss man auch einmal den flotten Modus sehen. Schlechtes Licht, kein Pro-Modus, einfach draufhalten mit der Smartphone-Cam und abdrücken. Ich habe einmal das Nexus 6P, das iPhone 6s und das Huawei P9 befragt. Hier sind meine Ergebnisse – aus meinem fensterlosen Flur, der in allen Tests herhalten muss. Behauptung: Das Huawei P9 macht dabei nicht den allerbesten Job. Hierbei muss man aber auch immer die automatischen Settings der Kamera im Auge haben, die wahrscheinlich immer unterschiedlich ausfallen.

Huawei P9 mit Blitz: f/2.2, 1/33, 4,5mm, ISO 320. Ohne Blitz: f/2.2, 1/17, 4,5mm, ISO 3200.

Nexus 6P mit Blitz: f/2, 1/30, 4,67 mm, ISO 920. Ohne Blitz: f/2, 1/15, 4,67 mm, ISO 3658

iPhone 6s mit Blitz: f/2.2, 1/17, 4,15mm, ISO 80. Ohne Blitz: f/2.2, 1/17, 4,15mm, ISO 2000

ohne blitz

mit blitz

Meine Tests sind für die schier unendlichen Belichtungssituationen wahrscheinlich nicht zu 100 Prozent aussagekräftig, dennoch will ich den manuellen Modus noch erwähnt wissen, auch wenn ihn viele Menschen in dunklen Umgebungen vielleicht nicht nutzen. Trotzdem sollte man mal reinschauen, wenn man in dunklerer Umgebung vorhat, Fotos zu schießen.

Oftmals reicht das Justieren an der ISO und an der Belichtungszeit, um wesentlich bessere Fotos rauszuholen. Und nein, man braucht nicht zwingend ein Stativ, oftmals hilft ein ruhiges Händchen, wenn das zu fotografierende Objekt nicht zu sehr in Bewegung ist. Wenn es ruhige Motive sind, dann schraubt lieber die Zeit etwas hoch, ist es flotter, dann hilft mehr ISO, was aber auch mit Pech etwas grobkörniger wirken kann.

Hier einmal ein paar Beispiele, alle ohne Blitz mit den manuellen Einstellungen.

f/2.2, 0,6 Sekunden, 4,5mm, ISO 1000:

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f/2.2, 0,8 Sekunden, 4,5mm, ISO 1000:

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f/2.2, 1/2, 4,5mm, ISO 1000:

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f/2.2, 1/6 Sekunden, 4,5mm, ISO 3200:

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Leistung des Huawei P9

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Auf dem Papier hat das Huawei P9 ausreichend Dampf. Dampf, um alle normalen Anwendungen wegzurocken. Im echten Leben auch? Ja! Zumindest in meinem Test, mit meinen Anwendungen. Alles was mit dem Konsum von Medien zu tun hat, wird locker erfüllt. Die Oberfläche fühlt sich rund an, Apps starten flott und funktionieren gut. Was anderes würde aber eigentlich auch gar nicht mehr gehen Mitte 2016 bei einem Flaggschiff.

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Wer auf Real Racing, Ballerei und Co. setzt, der wird wohl auch keine Engpässe in der Leistung feststellen, ohne Framedrops fuhr ich in meinen Runden durch die Weltgeschichte. Der geneigt Spieler sollte eigentlich auch glücklich werden, für Zahlenfüchse habe ich aber auch noch die Benchmark-Peitsche geschwungen.

Akkulaufzeit des Huawei P9

Auf der Pressekonferenz wurde man nicht müde, sich mit dem Wettbewerb zu vergleichen. In Sachen Akku trompetete man gegen das iPhone 6s, welches man sich als Gegner aussuchte. Mehr Leistung solle der Akku bringen, ein Mehr, welches beim Smartphone-Weg durch den Tag helfen soll. 3.000 mAh hat der Akku zu bieten – und damit ist er bei der Performance und den Maßen durchaus als ausreichend zu betrachten. Es ist kein Killer, es ist gesamt betrachtet ein gutes Ding. Kommt auf eure Nutzung an. Normaler Tag mit Social Media und ordentliches Fotos schauen und aufnehmen? Dann kommt ihr über den Tag. Gefühlt muss man tatsächlich weniger ans Netz als mit dem iPhone 6s. Ist aber halt nur ein Gefühl bei meiner Nutzung, die in den letzten tagen natürlich außergewöhnlich hoch war.

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Eine genaue Angabe ist allerdings unmöglich, da so unfassbar viele Szenarien wie WLAN oder mobiler Netzzugang, Signalstärke, automatische Displayhelligkeit, Außenbedingungen, Art der Anwendung und ähnliches mit in die Laufzeit des Akkus fallen. In der letzten Zeit gehen wir hier aber im Blog etwas anders mit Test-Szenarien um, um zumindest etwas konkreter werden zu können. Wie bei den letzten Tests haben wir einen synthetischen Benchmark hinzugezogen –  in Form der App „PCMark“. Hierbei wurde die Helligkeit manuell auf 50 Prozent eingestellt, WLAN war die ganze Zeit über an und die Benachrichtigungen des Smartphones waren aktiviert.

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Daraufhin durchläuft der Benchmark verschiedene Alltags-Nutzungsszenarien wie das Betrachten von Bildern und Videos, das Surfen um Web und vieles mehr. Dies spielt der Benchmark-Test so lange durch, bis der vorher vollgeladene Akku auf 20 Prozent runtergefahren ist. Hier ergab sich der Wert von 6 Stunden und 42 Minuten – 402 Minuten. Kramt man sein Schul-Mathe raus auf und rechnet die restlichen 20 Prozent drauf, kommt das Huawei P9 auf eine ungefähre Akkulaufzeit 502 Minuten – oder aber auch rund 8 Stunden und 22 Minuten. Damit kommt man nicht gegen das Mate 8 an, liegt aber im soliden oberen Bereich.

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Hier ist jedoch folgendes zu bedenken: Dies sind Testszenarien. Meine Nutzung ist immer anders als die eure. Die Akkulaufzeit hängt immer von der persönlichen Nutzung und den installierten Apps ab. Daher ist dieser Akkutest lediglich als Richtwert anzusehen und nicht als absolute Angabe – zudem hat jeder Hersteller unterschiedliche Helligkeitswerte bei 50 Prozent. Wer noch mehr Akku will, der muss sich halt ein anderes Gerät kaufen – oder noch besser: eine günstige und transportable Powerbank. Ich mache es nicht mehr ohne 😉

Sonstiges

Telefonie: Zu keiner Zeit hatte ich Probleme, die Sprach- und Hörqualität ist als gut zu bewerten. Lautsprecher: Mono, klingen in hohen Lautstärkeregionen etwas zu hochtönig, es fehlt eine warme Sättigung.

Fazit zum Huawei P9

Ich gehe mal positiv an die Sache ran und lasse mal eben mein persönliches Problem mit der Software weg, weil ich hoffe, dass das rasch gefixt wird. Zum Preis von 569 Euro liegt das Huawei P9 schon in der preislichen Oberklasse, man liegt aber unter dem Wettbewerb. Doch das was ich bislang sehe, rechtfertigt einen Einstiegspreis eigentlich, zumal man nicht nur hier, sondern auch beim Wettbewerb von einem Preisverfall in den nächsten Monaten ausgehen kann und muss. Zu meinen Highlights gehört die Griffigkeit in meiner Hand. Auch die Kamera macht Spaß, wenn man sich mit ihr befasst. Ich denke, dass da Labore wieder ordentlich Messdaten am Start haben, ich traue nur meinem Auge – und das hat schon zig Smartphone-Fotos gesehen. Die sind einfach gut bei Tageslicht – und wer mehr will, bekommt im Pro-Modus mehr raus.

Alle hier eingebundenen Fotos sind nicht gestellt oder so – geschweige denn habe ich bei den meisten überhaupt einen Blick auf das Display geworfen (jaja, Ausnahme Selfie). Abstriche macht man offenbar bei der Fotografie bei schlechten Lichtverhältnissen im Automatikmodus, hier muss der Nutzer besser mal in den manuellen Modus schauen.

Abzüge in der B-Note bekommt die Software. Das habe ich oben ausführlich beschrieben, das Haushalten mit dem Akku ist für den normalen Nutzer erst einmal an eine Herausforderung geknüpft, will er denn seine Apps im Hintergrund aktiv wissen. Da muss man noch einmal ans Reißbrett. Das nervt.


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Über den Autor: caschy

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