Lytro: die Lichtfeldkamera ausprobiert

14. August 2013 Kategorie: Hardware, geschrieben von: caschy

Ich hatte jüngst die Möglichkeit, die mittlerweile auch in Deutschland erhältliche Lytro Lichtfeldkamera auszuprobieren. Eine spannende Technik eigentlich. Erst auslösen, dann fokussieren – nach diesem Prinzip können Objekte in einem bereits aufgenommenen Bild nachträglich am Computer scharf gestellt werden. Zudem kann der Szene durch Veränderung der Perspektive ein netter 3D-Effekt verliehen werden.

Ihr fotografiert quasi die komplette Szenerie und könnt am PC dann halt das anschauen, was scharf dargestellt werden soll. Die Kamera nimmt also alles auf, es muss nicht darauf geachtet werden, ob der Point of interest im Bild wirklich scharf gestellt ist, dies kann man bequem hinterher erledigen. Spannend, oder? Jein. Denn die Kamera ist schon sehr speziell. Der kleine Quader liegt aufgrund der Kompaktheit gut in der Hand, ist auch von Laien easy zu bedienen, da es nur zwei Tasten gibt. Anschalten und auslösen.

IMG_7688

Was geschossen wird, kann man auf dem winzigen Display gerade einmal erahnen. Es ist nicht nur winzig, sondern regelrecht schwach. Ferner muss beachtet werden, dass nicht jede Aufnahme das Zeug zur Lytro-Aufnahme hat. Durch die Fokussierung auf verschiedene Elemente erscheinen logischerweise nur Motive sinnvoll, die einmal Fokussierbares im Vorder- als auch im Hintergrund haben, bestenfalls noch etwas dazwischen.

IMG_7685

Ein Lytro-Lichtfeldbild will im besten Fall arrangiert werden. Wie funktioniert das Ganze dann? Bilder werden auf die Lytro-Webseite geladen (ihr müsst ein Konto anlegen) und können dort in einem Flash-Betrachter angesehen werden. Upload- und Betrachtungssoftware findet man derzeit für OS X und Windows vor, alternativ kann man mittels neuer iOS-App die Bilder in die Netzwerke teilen. Nun will man vielleicht die Einzelbilder speichern, alles kein Problem, hier kann in das RAW- oder JPG-Format exportiert werden, ebenfalls sind Filter anwendbar.

Bildschirmfoto 2013-08-14 um 09.12.43 Bildschirmfoto 2013-08-14 um 09.22.01

Ein Lytro-Bild kann so in verschiedene JPGs konvertiert werden, um verschiedene Fokussierungen eines Bildes zu erhalten. Qualitativ ist das eher ein Ergebnis, welches ich auch mit meinem Smartphone locker hinbekomme – 1080×1080 Pixel. Die Bilder als Einzel sind nichts besonderes mehr, da der Lytro-Effekt halt nur im Viewer sinnvoll erscheint. Dafür ist die Kamera, die momentan um 479 Euro kostet (8 GB, 16 GB 579 Euro) einfach viel zu teuer.

IMG_7686

Interessierte sollten einen USA-Besuch einplanen, dort ist die Lytro-Lichtfeldkamera noch ein gutes Stück günstiger. Ja, die Lytro-Lictfeldkamera ist recht kompakt und für einige Minuten macht es auch Spaß, die eigenen Bilder nachzufokussieren, doch letzten Endes ist es nur ein Nice to Have-Gadget, welches einfach viel zu teuer ist und zudem noch maximal durchschnittliche Bildergebnisse liefert. Die Technik und die Idee sind sehr gut, die Ausführung in diesem Modell aber noch stark verbesserungswürdig.

IMG_7683

Auch die Software darf man seitens Lytro gerne verbessern, denn dass ich nach jedem Upload aus der Software ausgeloggt wurde und ich mich neu authentifizieren musste, hat mich schon extrem genervt. Wer sich mehr Testfotos anschauen will, der findet diese hier.

IMG_7690


Vielen Dank für das Lesen dieses Blogs! Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann schaut euch auch dieses Advertorial an, welches auf einer separate Unterseite geschaltet wurde: Sony startet mit 4K Ultra HD durch

Gefällt dir der Artikel?
Dann teile ihn mit deinen Freunden.
Nutze dafür einfach unsere Links:
Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Dortmunder im Norden, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin und YouTube.

Carsten hat bereits 17697 Artikel geschrieben.