Synology Drive: Nicht verwirren lassen, freier Sync ist noch da

11. November 2017 Kategorie: Backup & Security, geschrieben von: caschy

Synology hat aktuell in der Beta einen neuen Dienst an den Start gebracht, der auf eurem Synology NAS läuft. Hört auf den Namen Drive und löst den Cloud Station Server ab, also die Software, mit der ihr bisher euren Rechner synchronisieren konntet. Je nach Einrichtung des NAS ist Drive eine Verbesserung oder eine – auf den ersten Blick aber nur – Verschlechterung. In meinem Fall trifft letzteres zu, wenn ich den angebotenen Standard nutzen würde.

Ich habe auf dem NAS gemeinsame Ordner und Freigaben, beispielsweise für Musik, Bilder und Videos. Den kompletten Ordner Musik habe ich in der Vergangenheit mit dem Cloud Station Server auf meinen Rechner synchronisiert. Der neue Drive erlaubt kein (selektives) Synchronisieren freier Order über die standardmäßige „MyDrive-Funktion“. Doch nicht erschrecken, zur normalen Synchronisation wie früher komme ich noch später.

Die reine My-Drive-Funktion:

Die freigegebenen gemeinsamen Ordner sind im Synology Drive automatisch Teamordner, der jeweils angemeldete Benutzer bekommt sein eigenes Verzeichnis, in welchem er schalten und walten kann. Bei der Einrichtung des Drives habe ich als Nutzer zwei Möglichkeiten, die ich parallel nutzen kann. Ich kann einmal meinen eigenen, persönlichen Ordner synchronisieren, diesen auch selektiv – und auf der anderen Seite kann ich den Ordner mit Inhalten nutzen, die mit mir geteilt wurden. Das alles über eine nette Oberfläche, die schon recht modern wirkt. Hier einmal der reine Setup-Vorgang anhand von Screenshots, selbst als neuer Dienst ist das Synology-Nutzern sicher nicht ganz fremd:

Allerdings ist es so, dass man als Nutzer über den Drive nun keinen kompletten gemeinsamen Ordner synchronisieren kann – und aus meiner Beobachtung heraus machen das schon recht viele Leute, gerade, wenn man die Kiste privat nutzt und zudem alles sortiert in gemeinsamen Ordnern – zum Beispiel für DLNA-Streaming – haben will.

Nun denkt man, dass man das vielleicht umgehen könnte, wenn man Inhalte des gemeinsamen Ordners für den eigenen Benutzer freigibt – und ja, das stimmt teilweise. Freigegebene Inhalte aus Teamordnern tauchen bei mir korrekterweise in der Weboberfläche auf, synchronisieren sich aber nicht automatisch mit dem Rechner, auch wenn hier der Drive-Software mitgeteilt wurde, dass man „Für mich freigegeben“ auf dem Rechner haben möchte.

Hierfür muss der Nutzer noch in die Weboberfläche und eine Schaltfläche anklicken, die für den Synchronisationsauftrag sorgt. Hat man dort den Auftrag gegeben, dann wird auch synchronisiert. Überraschend: Diese Art der Synchronisation ist weder Zwei-Wege-basierend noch automatisch, nach jeder Freigabe müsste man über die Weboberfläche den Befehl für das Herunterladen geben. Das ist schade. Logo: Man will sicher nicht automatisch jeden freigegebenen Quatsch auf den Rechner synchronisieren, aber als optionales Feature wäre das eine schicke Sache gewesen.

Das mal kurz zum Drive. Wie erwähnt: Kann für den Privatnutzer erst einmal verwirrend wirken, denn der braucht vielleicht keine Teams. Ich kam bisher mit Ordner-Freigaben und dem Sync von Ordnern klar. Aber auch das geht noch wie früher. Nach der Ersteinrichtung des Drive kann man nämlich die Software auf dem Rechner starten und eine Verbindung hinzufügen. Wie früher bei der Cloud Station. Ordner auf dem NAS aussuchen, lokalen Ordner angeben und Art der Synchronisation auswählen. Ich erwähne das noch einmal, da es nach der Einrichtung von Drive nicht offensichtlich sein könnte, so etwas übersieht man vielleicht ganz gerne. In Screenshot-Form:

Übrigens: Wer den Drive nicht haben will, der kann auch die Sync-Option „MyDrive“ löschen und nur das Gewünschte synchronisieren, wie früher eben auch. Sollte Bestandsnutzer aber weniger interessieren, denn da werden die Aufträge ja eh migriert.

In diesem Sinne: Nicht bei der Ersteinrichtung irre machen lassen.


Über den Autor: caschy

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