RedTube: Filmrechte unter Umständen nicht in der Hand der Abmahner

29. Dezember 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Wer damit gerechnet hat, dass die RedTube-Abmahn-Affäre zwischen Weihnachten und Neujahr ruht, der irrt. Am heutigen Sonntag veröffentlichte man beim Team von Abmahnhelfer den Lizenzvertrag zwischen der spanischen Firma Serrato Consultors S.L., der deutschen Firma Hausner Productions und den Vertrag zwischen Hausner Productions und der schweizerischen Firma „The Archive AG“.

Redtube

Die Verträge waren Teil der Anträge von Rechtsanwalt Daniel Sebastian an das Kölner Landgericht. Mit Ihnen sollte glaubhaft gemacht werden, dass The Archive AG im Besitz der Nutzungsrechte war und zur Abmahnung von Rechtsverletzungen befugt sei.

IT-Anwalt Johannes von Rüden gab bereits Anfang Dezember zu Protokoll: „Erstaunlich an den Verträgen ist, dass die Firma The Archive AG lediglich die Rechte hat, die Filme im Internet anzubieten und Verstöße selbstständig zu ahnden. Die laden also die Filme selber in Netzwerke, um dann alle abzumahnen, die sich diese angesehen haben. Wenn das so ist, ist das ein perverses Geschäft zu Lasten von Verbrauchern.“.

Die nun veröffentlichten Verträge lassen allerdings wiederholt Zweifel an der Rechtmäßigkeit der ganzen Aktion aufkeimen, wie auch DIE WELT in ihrer Sonntagsausgabe berichtet. Das Landgericht Hamburg hatte kurz vor Weihnachten entschieden, dass die angeschriebenen Nutzer von RedTube nicht gegen die Rechte von The Archive verstoßen, zudem steht ja immer noch das unerlaubte Erfassen der IP-Adressen im Raum.

Laut Verträgen liegt der Verdacht nahe, dass die abmahnende Firma unter Umständen die Rechte an den Filmen nicht besitzt – ist dies der Fall, ist die ganze Geschichte wahrscheinlich hinfällig – zumindest für Abgemahnte, hoffentlich nicht für die Abmahnenden. Wer bereits gezahlt hat, schaut vielleicht dumm aus der Wäsche, wie man bei DIE Welt abschließend festhält: Die abmahnende Kanzlei könnte die Betroffenen direkt an den Mandanten The Archive in der Schweiz verweisen. Hier könnte eine Klage nicht viel bringen: The Archive hat für das Jahr 2012 gerade einmal 100.000 Franken Grundkapital und keinerlei versteuerbare Einnahmen ausgewiesen.


Über den Autor: caschy

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