So berechnet Google Maps die geschätzte Ankunftszeit

Ihr kennt das, will man sich per Google Maps an einen anderen Ort navigieren lassen, bekommt man auch angezeigt, wie lange die Reise dauern wird. Diese Angabe ist meistens recht akkurat, aber wie wird diese berechnet? Schließlich kann Google Maps nicht wissen, wie schnell ich fahren werde. Ex-Google-Techniker Richard Russell erklärt dies ein wenig genauer.

Google Maps

Die errechneten Ankunftszeiten ergeben sich aus einer ganzen Menge an Daten, je nachdem, was in dem gewünschten Gebiet gerade verfügbar ist. Diese Daten reichen von offiziellen Geschwindigkeitsbegrenzungen und wahrscheinlicher Geschwindigkeit aufgrund der Straßenverhältnisse bis zu durchschnittlichen Geschwindigkeiten der Vergangenheit. Dies können generelle Durchschnittswerte, Werte zu einer bestimmten Zeit des Tages, Zeiten anderer Fahrer und Echtzeit-Verkehrsinformationen sein. Daraus wird dann die Vorhersage abgeleitet.

So kommt es auch, dass Anbieter mit einer großen verfügbaren Datenmenge bessere Vorhersagen treffen können als die anderen. Je besser echte Zeiten mit den Vorhergesagten abgeglichen werden können, desto besser lässt sich das System feintunen, um wiederum bessere Vorhersagen treffen zu können.

Im Prinzip sind alle Anbieter von Navigations-Geräten auf ein gewisses Crowdsourcing angewiesen. Google Maps Produktmanager Dave Barth beschreibt dies so: „Wenn wir Deine Geschwindigkeit mit der Geschwindigkeit anderer Smartphones auf der Straße zusammenfassen, von tausenden Telefonen, die sich auf den Straßen einer Stadt bewegen, zu jeder beliebigen Zeit, erhalten wir ein gutes Bild von aktuellen Verkehrsbedingungen.“

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

18 Kommentare

  1. Interessant. Damit könnte man auch Prognosen für Verzögerungen zu bestimmten Zeitpunkten in der Zukunft treffen, z. B.:

    „Wie lange stehe ich morgen im Berufsverkehr im Stau, und wieviel schneller geht es, wenn ich eine Stunde später fahre?“

  2. @Jo
    Was wiederum zu Problemen führen kann, wenn diese Prognosen für alle verfügbar sind 😉

  3. @Jo In San Francisco oder Los Angeles, weiß nicht mehr wo es war, gibt es bereits erste Pilot Projekte dazu.

    Man muss aber hinnehmen, das nicht jeder die Wahl hat. Ich als Lehrer muss „immer“ 7:50 im Raum sein. Schichtarbeiter um 0600 etc. Lediglich Leute mit einer Gleitzeit könnten von davon nutzen, was natürlich ein Vorteil für alle wäre.

  4. @Jo: Es gibt immerhin schon die Möglichkeit, sich bspw auf autobahn.nrw.de entsprechende Prognosen anzeigen zu lassen.

  5. Bedeutet das gleichzeitig, dass Google sehr viele Daten sammelt!?
    Denn die Menge an Daten, die Google sammelt, kann man vermutlich gar nicht erahnen. Ich gehe davon aus, dass man bald die Uhrzeit angeben kann und Google aufgrund der Tageszeit dann eine neue und noch genauere Prognose erstellen kann/wird.

  6. Die Infos sind dann doch etwas schwammig und nicht wirklich überraschend.

    @Kim: Bereits jetzt steht bei Maps schon, das die Fahrzeit anhand der aktuellen Uhrzeit berechnet wurde.

  7. Insbesondere das Einbeziehen von Verkehrszeichen, Ampeln, Anzahl Kreuzungen usw. ist wird (logischerweise) nicht nur bei Google genutzt. Hier fasziniert mich die Offline-Navigationslösung OsmAnd für Android seit geraumer Zeit. Selbst auf einer Strecke von 500km war die Zeitangabe mit +/- 5 Minuten bei knapp 4:30 Stunden Fahrzeit überaus präzise. Natürlich wird kein Stau mit eingerechnet, an dem Tag war aber auch so gut wie nix los… Aber auch das kann Google mir ja nicht 100% genau von vorneherein sagen, schon garnicht bei einer solchen Strecke.

  8. Google ist schon sehr genau bei der Vorhersage. Nur bei unvorhersehbaren Staus kann Google natürlich auch nicht hellsehen.

  9. Noch ein Grund, warum man GPS ausschalten sollte, wenn man es nicht braucht…

  10. @Gerrit
    Das stimmt! Das ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen! Da ich selbst kein Auto habe und die meisten ohnehin ein Navi haben, schaue ich mir eigentlich nur Fußwege und die genaue Lokalisation eines Ortes an.

    Aufgefallen ist mir, dass die Uhrzeit nicht eingestellt werden kann!? Hmmmm, aber wenn da „bei aktueller Verkehrslage“ steht, weiß Google ohnehin bereits schon seeeeehr viel.

  11. @Martin
    Dann lieber kein Samrtphone besitzen 😉
    Den GPS ausschalten ist google relativ egal anhand der Telefonmasten und Wlan signalen kann man schon ein recht genaues Bewegunsprofil erstellen. Des weitern frag google sogar einem ob sie den Standort aufzeichnen dürfen(und in dne maps AGBs hat man bestimtm dem ganzen auch zugestimmt.)

    Ich finde das ganze super Praktisch.

  12. Schnickendicken says:

    Warum eigentlich die Rommelstraße Du Kriegstreiber?

  13. @Gerrit, Kim, Jo, tamcore: Man kann sich bereits heute eine Prognose über die Verkehrslage anzeigen lassen, allerdings nur über die Webseite von Google Maps. Bei eingeschaltetem Verkehr kann man unten links auf der Karte den Tag und die Uhrzeit auswählen. Das entspricht auch genau dem was autobahn.nrw.de anbietet. Was noch fehlt ist die Auswahl bezogen auf eine berechnete Route. Das wird hoffentlich noch kommen, auch per App.

  14. Ich fahr öfters mal Köln – München. Die Abweichung ist dabei nie mehr als 10min. Egal wie viele Staus oder Baustellen. Das ist schon sehr beeindruckend und vor allem extrem praktisch. So genau war keines meiner alten Navis…

  15. Naja, da lobt man sich aber etwas zu viel. Ich habe in meinem 2007er-Astra ein stationäres Navi eingebaut, das RDS-Daten zur Stauberechnung nutzt und geroutete Fahrten bzw. prognostizierte Ankunftszeiten zeigt auch dieses Navi ziemlich genau an. Hier wird das Routing „klassisch“ berechnet, also nach bestimmten Geschwindigkeitswerten für unterschiedliche Streckenarten. Schon dieses Routing führt zu recht genauen Werten, abhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit.

  16. Christian says:

    Mit Google Now und den Kalender geht es funktioniert es mit der Uhrzeit. Wenn ich ein Termin mit einem Ort habe, sagt mit Google Now, dass ich in kürze (mit Uhrzeit Abgabe)starten muss um rechtzeitig anzukommen. Je nach Verkehrskage.

  17. Das scheint aber nur für Routing mit Auto zu gelten. Auf dem Rad, lieg ich immer gut 20% niedriger, was google aber wissen könnte, wenn sie meine google Fit Daten mit einbeziehen würden. Da scheint immer nur fest 20kmh als Quotient eingetragen zu sein, egal ob Berge dabei sind oder nicht.