Pokémon GO für Einsteiger: Tipps, Tricks und warum dieses Game so einschlägt

11. Juli 2016 Kategorie: Android, Games, iOS, geschrieben von: Benjamin Mamerow

Pokemon_go_150Es läuft schon fast zu gut mit diesem Game. Es war der 6. Juli dieses Jahres, da erwachte ich mit einer Benachrichtigung in meiner Twitter-Timeline, die versprach, dass Pokémon GO tatsächlich endlich den finalen Release geschafft hat. Doch die Vorfreude hielt nicht lange an, da tatsächlich lediglich Neuseeland und Australien in einigen Arealen zum „Release“ offiziell in den Genuss des Spiels kamen. Lange Gesichter bei vielen Millionen Fans auf den restlichen Teilen der Erde. Doch mittlerweile spielen fast alle – wenn auch nicht ganz offiziell – Pokémon GO. Was ist dran an Pokémon? Woher kommt dieses Interesse daran? Caschy bat mich um de Artikel – der ist fast 40 und versteht manchen Hype nicht 😉

Nun, wie ihr sicher wisst, ist Pokémon keine neue Marke, die nun völlig verblüffend den Markt erobert. Nee, um genau zu sein ist das erste Spiel dazu bereits 1996 erschienen und entstammt dem kreativen Kopf von Satoshi Tajiri. Seine Idee entwickelte sich rasant zu einer der wichtigsten Franchises von Nintendo. Die Fanbase wuchs stetig, vorerst im asiatischen, dann aber schnell auch im westlichen Raum. Jeder wollte Pokémon spielen, schauen, ein Teil davon sein. Nicht nur hierzulande wirklich beliebt war vor allem die zugehörige TV-Serie um Ash Ketchum (Man beachte hier die Ähnlichkeit zum „Serien-Slogan“ ‚Gotta catch ‚em all) und sein ihm folgendes Pokémon Pikachu. Er bereist die aus den Spieleditionen (Rot, Blau, Gelb, Silber, etc) bekannte Welt, lernt Freunde kennen, trifft immer wieder auf wilde Pokémon und kämpft in Arenen gegen andere Trainer. An mir ging damals der Kelch ein wenig vorbei. Etwas jüngere Freunde gaben das letzte Taschengeld dafür aus, um die „soundso-farbene“ Edition des Spiels für den Gameboy zu ergattern.

Ich selbst konnte mich damals für das ganze Thema irgendwie nicht so recht begeistern. Aber schon damals war mir durchaus klar, dass es sich hier nicht einfach nur um eine Kinderserie aus dem Fernsehen handelt, wofür Nintendo zufällig ein paar Games auf den Markt geworfen hat. Themenbasierte Freizeitparks wurden eröffnet, Pokémon-Kinofilme erschienen (insgesamt immerhin 12 Stück), einige Flugzeuge und Züge wurden Exemplaren der namensgebenden „Tierchen“ optisch angepasst – freilich nicht alles in westlichen Gefilden – vom Cosplay mal ganz abgesehen. Und bisher fand das Interesse daran kein Ende, auch heute noch gibt es sie, die Pokémon-Anhänger, für die es kein wichtigeres Thema geben könnte.

Und tatsächlich freute dann auch ich mich, als es die ersten vagen Meldungen gab, dass Niantic Labs – das Entwicklerteam hinter dem Augmented Reality-Hit Ingress – zusammen mit der Pokémon Company an einem eigenen Smartphone-Titel arbeiten würde. Dass dabei vermutlich Ingress als Grundkonstrukt herhalten könne, wurde schnell spekuliert. So kam es nun aber auch.

Der Spieler startet nach dem Erstellen seines Charakters mitten auf einer vermeintlich virtuellen Karte in der Iso-Perspektive. Das Spiel benötigt das GPS-Modul des Smartphones, um den Avatar auf dieser Karte durch die Bewegung des Spielers in der realen Welt ebenfalls in Bewegung zu setzen. An dieser Stelle wird klar: Die virtuelle Karte basiert auf Google Maps und stellt die tatsächliche Umgebung des Spielers dar.

Bewegt man sich nun durch die Welt, tauchen an verschiedensten Stellen wilde Pokémon auf, die gefangen werden wollen. Raschelnde Blätter sind auf der Karte ein Indiz für die Anwesenheit eines Pokémon, also nichts wie hin da. Dabei scheint es tatsächlich so zu sein, dass man an Gewässern eher Wasser-, an Tankstellen eher Feuerpokémon antreffen kann. Hier sollte alles ausprobiert werden, doch Obacht – versucht gerade bei den Wasserviechern lieber mal bei Ebbe an der Nordsee vorbeizuschauen, bevor ihr wegen des Games noch unbeabsichtigt absauft 😉

Taucht ein Pokémon auf, dann tippt man dieses an und schon wechselt das Spiel in eine andere Perspektive. In dieser dient euer Kamerabild als Hintergrund und darin will ein Pokéball so gekonnt auf das Wesen geworfen werden, dass er sich öffnet und dieses „aufsaugt“. Glückwunsch, erstes Pokémon gefangen 😉 Angeblich lassen sich verfehlte Bälle per Fingertipp auch wieder einsammeln, konnte ich allerdings noch nicht testen. Mit der Zeit kann das verdammt süchtig machen und gerade das Wissen darum, dass es noch hunderte (soll mit der Zeit erweitert werden) Pokémon zu entdecken und fangen gibt, spornt enorm an.

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Unten rechts im Spielbildschirm ist eine Anzeige, auf der anhand von Silhouetten zu erkennen ist, welche Pokémon sich in der näheren Umgebung verstecken. Die Tatzen-/Krallenabdrücke darunter sollen dabei den Abstand von je 100 Metern pro Tatze/Kralle Abstand zum Spieler darstellen. Später soll es Unternehmen ermöglicht werden, dass diese gegen ein gewisses Entgelt spezielle Pokémon an ihrem Standort platzieren lassen können. die dann entsprechend Spieler und somit potentielle Kunden anlocken sollen.

An sogenannten Pokéstops (blaue Ringe an Sehenswürdigkeiten) kann der Spieler den Ring drehen und so Pokébälle, Items oder aber auch ausbrütbare Pokémon-Eier bekommen. Diese beherbergen dann zufällige Pokémon. Dank dieser Stops ist niemand wirklich gezwungen, echtes Geld für neue Bälle oder Ähnliches auszugeben. Ein Aspekt, der die Spielerschaft durchaus binden könnte.

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Was sollte man noch wissen?

Nun, das Spiel basiert wie erwähnt auf den Karten von Google Maps, profitiert also auch davon, wenn ihr die Karten im Vorfeld via Maps offline heruntergeladen habt. Die Karten laden so deutlich flotter, verzichten auf dein Datenvolumen und so kann angeblich auch einiges an Akku eingespart werden. Apropos Akku: Ganz sensibles Thema beim Game. Durch das daueraktive GPS-Modul, den hellen Bildschirm und dergleichen frisst das Spiel enorm viel Batterie – Ingress-Spieler kennen das Problem. GO bietet in den Einstellungen einen Stromsparmodus und die Option, Töne zu deaktivieren. Macht das – dem Spielspaß tut dies keinen Abbruch. Die folgenden 2 Bilder habe ich via G+ zugesandt bekommen, kann aber leider nicht mehr die ursprünglichen Ersteller benennen – vielen Dank jedenfalls für die Zusammenstellungen. Diese zeigen zum Einen, welche Medaillen an welchen Voraussetzungen hängen und zum Anderen, welche Pokémon selten, sehr selten oder aber langweiliger Standardbrei sind:

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Achtet immer darauf, dass ihr euch nicht in Gefahr bringt beim Spielen, nur weil möglicherweise auf den nahegelegenen Bahnschienen ein dickes Traumato sitzt. Es gab mittlerweile tatsächlich schon die ersten Todesfälle, die mit dem Spiel in Verbindung gebracht werden konnten. Leute, die beim Fangen von Brücken gestürzt sind oder aber auch Raubüberfälle an Pokéstops. Das Spiel soll Spaß bereiten und lange binden. Dass das bereits klappt, zeigen die enormen Spielerzahlen (trotz immer noch nicht erfolgtem offiziellen weltweiten Release), die Nintendos Aktie in die Höhe treiben.

Zusätzlich verdienen wird das Unternehmen spätestens dann, wenn parallel zum Release das zugehörige Wearable für knapp 40€ erscheint, welches via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist und dann per Vibration darauf hinweisen soll, wenn wilde Pokémon oder andere Trainer zum Herausfordern in der Nähe sind. Bisher kann lediglich in den zahlreichen Arenen gegeneinander angetreten werden. Das passt allerdings auch eher zur Idee der Serie. Die Arenen können ab Level 5 betreten werden. Eines von drei konkurrierenden Teams nimmt dieses ein und muss es gegen die anderen Fraktionen mit einem mächtigen Pokémon verteidigen.

Zum Thema Sicherheit:

Mittlerweile gibt es Meldungen, die besagen, dass für Nutzer eines US-Accounts in Verbindung mit der iOS-Version des Spiels ein riesen Sicherheitsleck besteht, dass Beachtung finden sollte:

Offensichtlich hat Niantic es versäumt, die Zugriffsrechte der App unter Verwendung des Google-Accounts zur Anmeldung anzupassen und bekommt demnach durch den Login mit selbigen Daten VOLLSTÄNDIGEN Zugriff auf euer Google-Konto! Das heißt auch auf alle Sicherheitseinstellungen oder eure Mailkonten. Es wird nicht davon ausgegangen, dass Niantic hiermit plant, einen riesen Daten-GAU zu verursachen, aber man scheint zumindest enorm unachtsam in diesem Punkt gewesen zu sein. Kommen nun auch noch gewitzte Hacker auf die Idee, an diese Daten zu gelangen, dann ist das Desaster komplett. Wie gesagt betrifft dies wohl aktuell nur das Betriebssystem iOS und auch nur Spieler mit US-Account, den einige hierzulande aber leider auch nutzen, um bereits vorzeitig das Game daddeln zu können. Deshalb vielleicht: Dummy-Account von Google nutzen, um sich einzuloggen.

Aktuell ist das Spiel noch von regelmäßigen Serverabbrüchen geplagt und auch sonst läuft noch nicht alles rund. Aber was will man auch erwarten, wenn Millionen von Spielern die Server fluten, obwohl diese eigentlich offiziell noch gar nicht spielen können dürften? Die Appstores von Apple und Google vermelden für die meisten Spieler noch Inkompatibilitäten zu deren Smartphones oder aber, dass das Spiel in der entsprechenden Region noch nicht verfügbar sei. Via Sideloads (wie auch im ursprünglichen Artikel beschrieben) geht das aber eben doch… Nun musste Niantic den Start erst einmal verzögern, um die Serverkapazitäten aufzustocken. So oder so – das war zu erwarten und wohl auch nötig.

Das ganze Konzept trifft meiner Meinung nach genau die Interessen der Zielgruppe. Und die ist älter als erwartet, treten doch nun vor allem die Alt-Fans der Serie dazu an, Meistertrainer zu werden. Und auch wenn ich nicht zu diesem Teil der Fans gehöre… ich hege auch Hoffnung auf Siege in den Arenen und spannende Suchen nach noch unentdeckten Pokémon 🙂 Gotta catch ‚em all !



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Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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