Mobilfunkanbieter planen angeblich Werbeblocker in ihren Netzen

15. Mai 2015 Kategorie: Mobile, geschrieben von: caschy

Laut einem Bericht der Financial Times planen europäische Mobilfunkprovider den Schlag gegen Werbung im Internet. Laut diesem Bericht arbeitet zumindest ein Mobilfunkprovider mit der Technologie des israelischen Anbieters Shine, um Werbung automatisch mobil zu filtern. Hierbei würde beispielsweise die Werbung diverser Anbieter – wie Google, Yahoo und AOL – auf Webseiten und in einigen Apps geblockt werden, In-Feed-Werbung wie sie Facebook und Twitter anbieten, soll dabei nicht betroffen sein.

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„Millionen von Mobilfunkkunden werden sich bis Ende des Jahres 2015 für die optionale Blockierung von Werbung entscheiden“, so Roi Charty, Chief Marketing Officer von Shine. Etwas, was verheerende Auswirkungen auf die Werbebranche haben könnte. Laut Shine arbeitet man mit mehreren Anbietern zusammen, darunter einem, der 40 Millionen Kunden hat.

Ein nicht genannter Sprecher eines europäischen Anbieters bestätigte gegenüber der Financial Times die Pläne. Erstmalig wolle man den werbefreien Service optional anbieten, Nutzer müssen sich also aktiv dafür entscheiden. Marktforscher rechnen damit, dass Werber dieses Jahr 69 Milllionen Dollar in mobile Werbung investieren, vieles würde unter Umständen wirkungslos verpuffen. Der Grund des Ganzen? Natürlich nicht Kundenzufriedenheit, die werbeloses Surfen genießen können, stattdessen will man sicher die Werbenetzwerke in die Ecke drängen, damit diese ihre Erlöse anders aufteilen, sich an Kosten für Infrastruktur beteiligen.

Interessant sieht das Ganze natürlichen in Sachen Netzneutralität aus. Eine gefilterte Werbung bedeutet, dass Datenpakete auf Werbung geprüft und geblockt werden – will heißen: Pakete werden nicht gleich behandelt. Der Sprecher des nicht genannten Unternehmens dazu „Auch in diesen Märkten wäre es flott möglich, Google an den Verhandlungstisch zu bringen, man müsse die Werbung nur für eine Stunde oder einen Tag blocken.“.

Google gab schon einen Kommentar dazu ab. „Es wäre unvernünftig, wenn die Werbung geblockt wird. Die Menschen zahlen für mobile Pakete, sodass sie viele Anwendungen wie Video-Streaming, Mail und andere Dienstleistungen nutzen können – und eben viele dieser Dienste finanzieren sich durch Werbung.“. Konter der Fürsprecher des Blockers: „Werbung ist ausser Kontrolle geraten, Pop-ups und automatisch abspielende Videos kosten den Nutzer rund 10 bis 50 Cent in seinem aktuellen Datentarif.“.

Man darf gespannt sein, wie viele Fürsprecher der Netzneutralität sich in diesem Falle stark machen. Oftmals ist man ja nur so lange gegen eine Lösung, so lange sie für einen selbst keine Vorteile bringt.


Über den Autor: caschy

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