Mobilfunkanbieter planen angeblich Werbeblocker in ihren Netzen

15. Mai 2015 Kategorie: Mobile, geschrieben von: caschy

Laut einem Bericht der Financial Times planen europäische Mobilfunkprovider den Schlag gegen Werbung im Internet. Laut diesem Bericht arbeitet zumindest ein Mobilfunkprovider mit der Technologie des israelischen Anbieters Shine, um Werbung automatisch mobil zu filtern. Hierbei würde beispielsweise die Werbung diverser Anbieter – wie Google, Yahoo und AOL – auf Webseiten und in einigen Apps geblockt werden, In-Feed-Werbung wie sie Facebook und Twitter anbieten, soll dabei nicht betroffen sein.

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„Millionen von Mobilfunkkunden werden sich bis Ende des Jahres 2015 für die optionale Blockierung von Werbung entscheiden“, so Roi Charty, Chief Marketing Officer von Shine. Etwas, was verheerende Auswirkungen auf die Werbebranche haben könnte. Laut Shine arbeitet man mit mehreren Anbietern zusammen, darunter einem, der 40 Millionen Kunden hat.

Ein nicht genannter Sprecher eines europäischen Anbieters bestätigte gegenüber der Financial Times die Pläne. Erstmalig wolle man den werbefreien Service optional anbieten, Nutzer müssen sich also aktiv dafür entscheiden. Marktforscher rechnen damit, dass Werber dieses Jahr 69 Milllionen Dollar in mobile Werbung investieren, vieles würde unter Umständen wirkungslos verpuffen. Der Grund des Ganzen? Natürlich nicht Kundenzufriedenheit, die werbeloses Surfen genießen können, stattdessen will man sicher die Werbenetzwerke in die Ecke drängen, damit diese ihre Erlöse anders aufteilen, sich an Kosten für Infrastruktur beteiligen.

Interessant sieht das Ganze natürlichen in Sachen Netzneutralität aus. Eine gefilterte Werbung bedeutet, dass Datenpakete auf Werbung geprüft und geblockt werden – will heißen: Pakete werden nicht gleich behandelt. Der Sprecher des nicht genannten Unternehmens dazu „Auch in diesen Märkten wäre es flott möglich, Google an den Verhandlungstisch zu bringen, man müsse die Werbung nur für eine Stunde oder einen Tag blocken.“.

Google gab schon einen Kommentar dazu ab. „Es wäre unvernünftig, wenn die Werbung geblockt wird. Die Menschen zahlen für mobile Pakete, sodass sie viele Anwendungen wie Video-Streaming, Mail und andere Dienstleistungen nutzen können – und eben viele dieser Dienste finanzieren sich durch Werbung.“. Konter der Fürsprecher des Blockers: „Werbung ist ausser Kontrolle geraten, Pop-ups und automatisch abspielende Videos kosten den Nutzer rund 10 bis 50 Cent in seinem aktuellen Datentarif.“.

Man darf gespannt sein, wie viele Fürsprecher der Netzneutralität sich in diesem Falle stark machen. Oftmals ist man ja nur so lange gegen eine Lösung, so lange sie für einen selbst keine Vorteile bringt.



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39 Kommentare

iZerf 15. Mai 2015 um 11:26 Uhr

Schon pervers, wenn man so ein dies doofes Werbevideo samt Ton Untergeschoss untergeschoben bekommt. Geht gar nich!

Jens 15. Mai 2015 um 11:37 Uhr

Als Webseitenbetreiber müsste man einfach nur HTTPS verwenden, um vor Manipulationen der Mobilfunkanbieter sicher zu sein.

Daniel 15. Mai 2015 um 11:37 Uhr

Ich finde diese Entwicklung auch etwas bedenklich. Wenn ich mich bewusst für einen Blocker entscheide ist das meine Sache, wenn das mein Mobilfunkprovider (selbst wenn ich bewusst den Haken dafür setze) für mich macht, verliere ich die Kontrolle darüber, wie und was gefiltert wird.

Daniel 15. Mai 2015 um 11:39 Uhr

@Jens mein Blog zwingt dem Browser zwar auch dazu https zu nutzen, aber wenn ich nur einen Blog hätte, würde ich nicht nur für meinen Blog ein SSL Zertifikat erstellen. Das ist mit Kanonen auf Spatzen schießen.

OxKing 15. Mai 2015 um 11:49 Uhr

“Werbung ist ausser Kontrolle geraten, Pop-ups und automatisch abspielende Videos kosten den Nutzer rund 10 bis 50 Cent in seinem aktuellen Datentarif.“

Nur weil die Provider keine echten Flatrates anbieten.

Ich glaube stark dass die damit kostenlose weil werbefinanzierte Dienste unattraktiv (für die Dienste) machen wollen und denen dann irgendwann eine Zahlung anbieten in dem sie den Nutzern irgendwelche Pakete verkaufen. Oder halt einfach nur die Werbung durchlassen für die sie wiederum Kohle sehen. Irgend so eiene Perverse Geschichte steckt da schon hinter. Dass sie damit ihren Nutzern helfen wollen nehme ich ihnen jedenfalls nicht ab…

Pete 15. Mai 2015 um 11:50 Uhr

Das ist abzulehnen. Internetprovider und Filterung müssen unbedingt voneinander getrennt sein, im Sinne einer Gewaltenteilung. Sonst wird der Provider zum Gatekeeper, Zensor und Schutzgelderpresser.

Ein Provider soll sich nur um eines kümmern: die ungefilterte und neutrale Übermittlung von Datenpaketen. Ohne Manipulation. Was ich persönlich filtere, will ich weiterhin selber bestimmen können.

Fabian W 15. Mai 2015 um 11:53 Uhr

Ich stehe da ehrlich gesagt voll und ganz hinter. Unternehmen wie Google und Facebook machen große Gewinnen mit dem Netz.
Die Infrastruktur nutzen Sie allerdings ohne dafür zu bezahlen. Man hört ja immer wieder mal vom Internet Kollaps. Also, dass die Infrastruktur des Netzes das Datenaufkommen nicht mehr bändigen kann.
Ich spreche mich also dafür aus, dass diese Unternehmen quasi eine Art Internetmaut zahlen müssen. Das dürfte ja auch dem Verbrauchern entgegen kommen, da das Geld durch für den Netzausbau nicht mehr allein durch eben diese gezahlt werden müsste.

Fabian W 15. Mai 2015 um 11:55 Uhr

Über die Art wie das durchgesetzt wird lässt sich streiten.

daniiel93 15. Mai 2015 um 11:57 Uhr

Find ich gut, Werbung frisst mobil meistens mehr Volumen als der Rest der Webseite.

Thomas Baumann 15. Mai 2015 um 12:03 Uhr

@Jens: Manipulationen, ja. Würde aber nur die Werbung abblocken die auf dem selben Server liegen. Auch bei https wird der Host im Klartext gesendet wonach gefiltert werden kann.

Wenn der Dienst optional ist würde ich das schon befürworten. Ich bin selber auch angenervt, weil viele Webseiten es mit der Masse an Werbung und Popups übertreiben, genau so wie die Ad Server mit ihren Videos. Willste mal eben schnell mit dem 100MB Tarif 2 Webseiten besuchen, zack, Ende vom Kontingent erreicht. Super.

Im Fernsehen ist es doch ähnlich. Früher hatte N24 beispielsweise nur 3-4 Werbeclips gespielt. Das war tolerierbar. Heute sind es auch 6-7 Minuten. Da schaltet doch jeder um (oder den Ton aus)… Und somit ist der Werbeeffekt gleich 0.

Ich selber hab auf Handy, Tablet und PCs meine Hosts Datei drauf die die gröbsten Werbeserver blockt. Bissl was rutscht immer durch, aber das Meiste ist raus.

„Werbung ist ausser Kontrolle geraten“ – Das stimmt. Da gibts nichts dran zu rütteln.

Leif Sikorski 15. Mai 2015 um 12:13 Uhr

Ich finde es etwas absurd, denn die großen Anbieter investieren ja durchaus in die Netze – nur halt vermehrt in die wichtigen Überseekabel und in Regionen die bisher keinen vernünftigen Zugang haben. Wäre die Verbindung zu den bei vielen Menschen so beliebten US-Diensten nicht so gut ausgebaut würden auch unsere lokalen Provider wahrscheinlich weniger Datenpakete verkaufen.

Man mag sich nicht ausmalen wohin solch ein Schritt führen würde. Weitere Filterungen? Wer wird als nächstes zur Kasse gebeten … evtl. Webseitenbetreiber mit einer zusätzlichen Steuer? Schließlich sind die Werbenetzwerke ja nur ein kleiner Teil jener die auf Basis des Netzes ihren Lebensunterhalt verdienen.
Zumal solche Schritte vermehrt die Werbung voran treiben würden die als solche nicht mehr erkennbar ist.

Mir fällt es schwer darin irgendwas positives zu sehen.

Dominik 15. Mai 2015 um 12:16 Uhr

Die Anbieter sind keine Wohltäter…
Sie werden es kostenlos anbieten und am Ende muss entweder der Kunde oder die Webseitenbetreiber zahlen, damkit die Anbieter die große Kohle machen.

Ich hoffe dieses Vorgehen wird schnellstmöglich blockiert!

Sumser 15. Mai 2015 um 12:21 Uhr

aha. Hier gibt es als Personen, der befürworten, dass eine Firma (Provider) nun entscheidet, was ich zu sehen bekomme und was nicht. Ich zahle für den Zugang zum Netz, ohne Filter. Ebenso zahlen die Unternehmen ihre Netzanbindung an die Provider / Knotenbetreiber.

Ok, dann sollten sie man anfangen zuerst diesen ganzen Messengerscheiss zu filtern. Du willst Whatsapp nutzen? Dann zahle 5 Euro zusätzlich im Monat… 😉 Eigentlich kann man auch gleich alle ausländischen Websites blockem, kostet nur enormen Traffik. Wer Websites im Ausland ansurfen will, der soll extra zahlen. Germany Net 2.0

Dominik Conrads 15. Mai 2015 um 12:24 Uhr

@Fabian W du hast ja echt einen Dachschaden und den Knall nicht gehört oder? Womit verdienen Provider Geld? Achja, damit das sie Zugänge an Kunden verkaufen. PUNKT! Das ist das Geschäftsmodell und dabei hat es zu bleiben! Milliardengewinne einzufahren darf nicht das Ziel eines ISP sein – denn dann macht er etwas grundlegend falsch.

Piet 15. Mai 2015 um 12:33 Uhr

@ Fabian

Wer bezahlt DIch den für solche Marketing Kommentare? Du schießt hier eindeutig gegen das neutral Netz. Wenn google und facebook zahlne müssen, warum nicht auch der kleine Blogbetreiber? Warum nicht Netflix und Youtube? Letztlich argumentierst Du für ein Intranet des jeweiligen Providers, der bestimmt was er in seinem Netz „senden“ wird. Das ist dann in etwa das Niveau von BTX und Datex J am Anfang der 90ziger.

Die Telekom hat im letzten Jahr 3,2 Milliarden Euro Gewinn gemacht. An mangelnden Einkommen kann es nicht liegen. Hier zu argumentieren das es dann für den Kunden ja billiger würde ist auch Unsinn. Er bekommt am Ende ja auch kein Internet mehr, sondern ein verstümmeltes Telekom Intranet, quasi ein AOL ohne Netzzugriff.

Kein Mensch würde die Internetpakete von den Telkos nachfragen wenn es nicht ein entsprechendes Angebot gäbe.

Davon ab, Content Provider generieren auch nur ihre Gewinne mit den Kunden die bereits die Telcos bezahlen. Am Ende würde die Habgier der Provider zu steigenden Preise bei Contentmachern führen, was zu steigenden Werbepreisen und damit Preisen für die Kunden führt. Im Grunde wird der Kunde dann durch die Hintertür doppelt durch die Provider abgezockt.

Warum beteiligen die Telkos eigentlich nicht die Contentanbieter an ihren Profiten? Schliesslich sorgt der Content erst für die Nachfrage bei den Telcos. Hier bereichern sich die Infrastrukturanbieter schamlos an den Contentmachern. Kann nicht sein oder? Wieso bleiben alle Kosten an den Kunden von Yahoo und Co hängen? Wird Zeit das die Telcos dafür zahlen, dann muss der normale Kunde nicht mehr soviel Werbung sehen oder anderweitig mit Abos und Co zahlen. Also ich bin dafür, die Kosten für den Content den Telcos in Rechnung zu stellen.

der andere Peter 15. Mai 2015 um 12:35 Uhr

@Fabian W

Natürlich zahlen Google und Co. für die Infrastruktur. Oder glaubst du, dass die nichts für die sicher sehr dicke Anbindung ihrer Rechenzentren zahlen? Und wenn da dann mehr Daten von Amerika nach Europa als anders herum fließen, dann klären das die ISP und die Betreiber des Internetbackbones, der Internetknoten, der Überseekabel usw. seit eh und je unter sich. Da mach ich mir keine Sorgen, dass sich einer von denen die Butter vom Brot nehmen lässt.

Abgesehen davon, ob ich mein monatliches Volumen mit Youtube-Videos oder Daten von meinem Owncloud-Server aufbrauche, ist für meinen Provider sowieso wumpe, der haut mir halt nach 500 MB die Drossel rein.

Und dass die Provider sich nicht zu schade für Wegelagerei à la Adblock sind, haben sie bei den Musikstreamingdiensten ja schon demonstriert.

Fabian Schlögl 15. Mai 2015 um 12:39 Uhr

Das ist eine offene Kriegserklärung von Seiten der Netzbetreiber, ich bin gespannt wie es da weitergeht, wie man sieht möchten die Netzbetreiber auch ihr Stück vom Kuchen von Google und co abhaben, ist halt die gleiche Erpressung wie bei Adblock Plus nur auf einem grundlegenderen Level. Ich denke Google wird den Schritt als Anbieter von Netzzugängen noch härter und umfassender angehen in Reaktion drauf, ich würde sofort meinen Vertrag wechseln bei nächster Gelegenheit falls das wie in den USA kommen würde..

cyrob 15. Mai 2015 um 12:43 Uhr

Filtern geht gar nicht. Es trifft zum Schluss vor allem die kleinen Anbieter und Werbetreibenden. Diesen Blog zum Beispiel. Wenn Google dafür zahlen muss, dass deren Werbung durchgelassen wird, wird der Betrag halt zum Teil bei Adsense eingespart und zum anderen Teil bei Adwords drauf gehauen. Kleine Netzwerke können sich das vielleicht nicht leisten und ganz kleine Anbieter, deren Werbung (oder Inhalte) vielleicht auch nur fälschlicherweise in Filter kommen, schauen blöd aus der Wäsche.

Bambino 15. Mai 2015 um 12:51 Uhr

@Fabian W: Werbung von Facebook soll aber ausdrücklich von diesem Blocker aber nicht geblockt werden. Der Rest ist einfach nur großer Quatsch den du von dir gibst. Wie kann man so einen Mist hier so verbreiten. Einfach nur ein billiger Versuch die Menschen mit Scheinargumenten zu verunsichern.
Hier ein Video für dich das dir helfen soll das ganze zu Verstehen: https://youtu.be/6JZNvhCwKRE

Jörg Lehmann 15. Mai 2015 um 12:57 Uhr

Super, dann gibts bald Google Fi mit eigenem Netz in Europa : )

Mal ehrlich: Der Provider hat nicht zu entscheiden was durchgelassen wird und was nicht.

„Pop-ups und automatisch abspielende Videos kosten den Nutzer rund 10 bis 50 Cent in seinem aktuellen Datentarif“.
Also von Google habe ich noch nie auch nur ein einziges Popup gesehen (Es wird ja wieder direkt gegen Google geschossen).
Das mit Werbevideos auf Youtube ist zwar richtig, aber soweit ich das bisher verstanden habe ist das auch vom Channel abhängig den man sich anguckt ob dort Werbung angezeigt wird oder nicht.

Und das das den Nutzer 10 bis 50 Cent kostet, ist einfach darin begründet, dass die Provider die Bezeichnung „Flatrate“ soweit verwaschen und missbraucht haben, das es eben keine echten Flatrates mehr sind und sie sich jedes MB bezahlen lassen (dagegen habe ich nicht mal was. Das ist eine Dienstleistung die ich nutze und wenn der Preis stimmt ist es auch ok).

Im Prinzip ist das auch wieder nur die Kopie von Googles Idee, dass die Werbung gegen einen kleinen monatlichen Beitrag für den Nutzer weglassen, denn wer glaubt, dass er dieses Angebot der Provider kostenlos bekommt, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann….

@FabianW: Das mit dem Internetkollaps wurde uns schon zu Zeiten von Napster und Kazaa erzählt. Nix ist passiert. Heute gibt es HD und UHD-Streaming und auch ist bisher nix passiert. Wenn das Internet zusammenbricht wird sicherlich kein kleiner Werbebanner dafür verantwortlich sein.

Bambino 15. Mai 2015 um 12:57 Uhr

@Thomas B: Wie soll sich denn das alles finanzieren? Wie sollen denn die meisten Webseitenbetreiber dann überleben? Mit einer Paywall? Der Vielfalt kannst du dann definitiv auf Wiedersehen sagen. Man kann doch nicht ernsthaft davon ausgehen das man die ganze Zeit Content bekommt und dafür keine Gegenleistung erbringen muss.
Und bitte welche 2 Seiten verbrauchen 100MB bei einem Besuch, oder ist das einfach nur leeres gerede?

Grainger 15. Mai 2015 um 13:05 Uhr

Einerseits begrüße ich grundsätzlich alles, was weniger Werbung bei mir ankommen lässt.

Denn das Argument
„“Werbung ist ausser Kontrolle geraten …“
ist für sich genommen ja kaum von der Hand zu weisen.

Ich sehe oder höre Werbung im Netz, im TV, im Radio, in der Zeitung, finde den Mist in meinem Briefkasten, usw.

Das ist einfach ein derartiges Überangebot, dass (zumindest bei mir) ganz klar zu Abwehrreaktionen führen muss.

Andererseits werden die Netzbetreiber Werbung sicherlich nicht blockieren, weil sie mein Wohl als Konsument im Auge haben. Entweder sie wollen zukünftig Geld von der Werbebranche für das Durchlassen der Werbung oder sie bauen ein eigenes Werbenetzwerk auf, dessen Inhalte sie dann natürlich nicht filtern.

Ich für meinen Teil werde weiterhin auf alle Werbung verzichten (soweit ich das mit vertretbarem Aufwand realisieren kann) .

Grainger 15. Mai 2015 um 13:12 Uhr

Nachtrag:

allerdings sehe ich es durchaus skeptisch, wenn die Netzanbieter damit beginnen den Inhalt zu filtern.

Heute ist es Werbung, die ich nicht sehe soll (und vielleicht auch nicht sehen will).

Morgen ist mein jeweiliger Netzbetreiber vielleicht der Meinung, dass die Nachrichten über irgendeinen Bürgerkrieg irgendwo auf der Welt mich nicht interessieren müssen oder der Ausgang der Wahlen in Takatuka-Land oder …

Und falls das wirklich solche Ausmaße annehmen sollte würde sogar die Nachrichten über einen zukünftigen Snowden, der das aufdeckt, vermutlich gefiltert werden. 😉

Bjoern - Essen 15. Mai 2015 um 13:15 Uhr

@Cachy Beziehen sich die 69 Millionen Dollar fuer die mobile
Werbung auf Deutschland ? Kommt mir sonst naemlich
bisschen wenig vor, aber sich bin ich nicht. Insgesamt danke
fuer den gut interessanten Artikel.

ted 15. Mai 2015 um 13:16 Uhr

das würde man dann Erpressung nennen und ist meines Wissens nicht legal

ted 15. Mai 2015 um 13:20 Uhr

„damit diese ihre Erlöse anders aufteilen, sich an Kosten für Infrastruktur beteiligen.“ so ein Scheiss, ich als Nutzer bezahle ja für diese Infrastruktur schon, warum soll da Google nochmals dafür bezahlen? Oder muss etwa Spotify auch noch ein Teil vom Gewinn abgeben weil sie über das Netz Musik streamen?

SteeBee 15. Mai 2015 um 13:26 Uhr

Und die Leidtragenden sind natürlich die Webseitenbetreiber und die werbenden Unternehmen. Wenn die Mobilfunkbetreiber Geld von Google & Co. bekommen, darf ich dann auch entsprechend verlangen, dass mir der durch Werbung entstandene Traffic nicht mehr angerechnet wird? Vermutlich nicht, die Provider wollen schön doppelt kassieren.

„Pop-ups und automatisch abspielende Videos kosten den Nutzer rund 10 bis 50 Cent in seinem aktuellen Datentarif“
Dann bleibt zu hoffen, dass auch viele der eher kleineren Werbeanbieter blockiert werden, nicht nur die Großen. Denn zumindest Google bietet bei AdWords/AdSense keine Pop-ups als Werbeformate an und die Videos dürfen nur automatisch starten, wenn auf der Website „ausschließlich interaktiver Media-Content angesehen oder wiedergegeben werden kann“ oder als Pre-Roll, was vor dem Starten eines anderen Videos erfolgt. Ebenso gibt es dort keinen Dreck, der plötzlich auftaucht, wenn man die Maus an bestimmten Positionen platziert etc..

Da sind die (verhältnismäßig) kleineren Anbieter, bei denen der gesamte Hintergrund durch Werbung ausgetaucht wird, die Werbevideos auch wirklich automatisch starten, hier und da vielleicht sogar noch Flash-Müll mit eingebaut wird, doch deutlich schlimmer.

Jonas 15. Mai 2015 um 13:30 Uhr

Hoffen wir, dass Google den besagten Mobilfunanbieter dann ebenfalls blockiert. Wie lange würde wohl ein Mobilfunkanbieter überleben, wenn keinerlei Google-Dienste mehr über sein Netz nutzbar sind?
Die Argumentation seitens des Mobilfunkanbieters ist ganz schön absurd. Oder zahlt Mercedes und co auch für die Straßen auf denen ihre Kisten rollen?
Letzendlich sollten alle Mobilfunktanbieter glücklich über Google, Facebook und co sein. Ohne ihre Dienste gäb es für viele keinen Grund ein Internet-Paket zu buchen.

lentille 15. Mai 2015 um 13:48 Uhr

Netzneutralität muss ins Gesetz. Internetprovider haben sich aus Content-Filterung und Manipulation einfach herauszuhalten. Aber leider ist der Einfluss der Telekom-Lobbies auf Politiker in Europa ziemlich stark.

Fabian W 15. Mai 2015 um 14:11 Uhr

Oha. Ich merke gerade, dass das ganze eine gewisse Eigendynamik entwickelt hat, da ich mich, an dieser große Kritik an mich selbst, ziemlich beschissen ausgedrückt habe.

Ich kann euch versichern, dass ich nicht bezahlt werde.
Die Zeilen habe ich vorhin so zwischendurch getippt und dabei scheinbar nicht genug nachgedacht. Dafür möchte ich mich schon mal entschuldigen.

Ich stehe zudem voll und ganz für die Netzneutralität, deswegen habe ich vorhin auch schnell einen Kommentar hinterher geschoben.
Das was ich sagen wollte kann ich gerade nicht in vernünftige Worte fassen, da ich mich mit dem Thema noch nicht genügend auseinandergesetzt habe.

Konstruktive Kritik nehme ich gerne an, aber beleidigen lassen tue ich mich nicht.
An dieser Stelle herzliche Grüße an Dominik Conrads.
Ich verzichte da lieber auf Beleidigungen. Das habe ich nicht nötig.

Breznschorsch Hans 15. Mai 2015 um 16:48 Uhr

Wenn ich auf eine Website zugreife will ich folgendes:
Anfrage -> Content (und zwar genau den, der auf dem Server liegt – 1:1)

Und was ich noch extrem bedenklich finde:
Die Provider schauen in das Paket und manipulieren es. Moment mal – machen das Diktaturen nicht auch so? Vielleicht bin ich da zu ängstlich, aber damit ist man doch einen Schritt näher an der Zensur des Internets…

LuZiffer 15. Mai 2015 um 17:07 Uhr

würde gerne für inhalte bezahlen wenn ich auf werbung verzichten kann. klappt ja auch bei den meisten apps. es ärgert mich maßlos dass ich bei schlechtem internet auch noch die dreckswerbung mitlade. benutze textbrowser auf dem handy oft damit die seiten werbefrei bleiben. egal was passiert es wird sich nichts bessern. entweder wird man gegen provider klagen, dee filter funktioniert nich oder die werber bezahlen die anbieter um durch den filter zu kommen. ich könnte auch mit einer genormten werbung leben. ohne animation umd ton. aber ärgerlich ist wirklich wie die werbung unsere pseudoflatrate beeinträchtigt

Jensemann 15. Mai 2015 um 17:20 Uhr

Dann installier dir halt ein Werbeblocker-Plugin, z. B. uBlock für Firefox auf Android. Als Android-User hat man ja genug Möglichkeiten, lästige Werbung loszuwerden.

Aber die Kontrolle über die Filterung muss unbedingt beim Benutzer bleiben. NIE beim Provider!

Jensemann 15. Mai 2015 um 17:28 Uhr

Mobiles Werblocker-Plugin für Firefox auf Android:

https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/ublock/

Dort kann man auch Whitelists für Ausnahmen anlegen, damit Caschy noch was Geld verdienen kann. 😉

Ali E. 15. Mai 2015 um 21:08 Uhr

Was passiert wenn Google einfach alle Inhalte blockiert wenn Provider die Werbung blocken… Dann werden alle schnell sauer und die Mobilfunkprovider machen einen Rückzieher 😀

Dirk K. 15. Mai 2015 um 22:19 Uhr

Das könnten die Kabelbetreiber doch auch mal einführen . . .

Hans 16. Mai 2015 um 00:10 Uhr

Grundlegend ist die Idee gar nicht schlecht 🙂
Spart dem Endnutzer Traffic, Nerven und am Ende auch evtl. Geld. :

Thomas Baumann 18. Mai 2015 um 18:51 Uhr

@Bambino:
*schlag an den Hinterkopf geb* Denk mal nach wenn auf Webseiten ständig irgendwelche Videos laufen während du sie liest…

Paywall gibt es schon, nutzen einige News-Seiten. „hier klicken um den kompletten Artikel zu lesen“ bla bla.

Dann – noch schlimmer – diese Softwarearchive. Chip ist da ein tolles Beispiel. Verschandeln die Anwendung die man eigentlich haben will mit ihrem eigenem Installer (ach ja, wird ja „sicherer Download“ genannt), und wer weiß was da noch mit installiert wird (Toolbars, Startseite, …). Ich selbst habe mit diesen Leuten oft genug Streit wegen sowas gehabt (ich bin selber Softwareentwickler). Meinste ich bekomm was dadurch dass die meine Anwendungen modifizieren? Nö. Dass ich es für selten dämlich halte eine Mac App in einen Win32 Downloader zu packen und das Ganze „sicher“ zu nennen, da gehe ich jetzt nicht näher drauf ein. Es wird also Geld verdient mit ein bisschen eigener Webseite und jeder Menge an Software von Herstellern die davon nichts abbekommen, außer die Mails von wütenden Usern die den Mist wieder runter schmeißen mussten.

Kurz um: Ich habe nichts gegen Werbung, sofern es im Ramen bleibt. Und dem ist heutzutage beiweitem nicht mehr so.
Außerdem sagte ich dass ich so eine Sperre gut finde – wenn sie optional ist.

Die Werbeindustrie hat es übertrieben und muss jetzt damit leben. Fertig.
Und solange es optional ist hat das in meinen Augen nichts mit Netzneutralität zu tun. Kann ja jeder selber entscheiden ob ers haben will oder nicht.


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