Microsoft: Windows 10 bekommt verschachtelte Virtualisierung

15. Oktober 2015 Kategorie: Windows, geschrieben von:

artikel_windowsVirtualisierung innerhalb einer virtuellen Maschine klingt ein wenig schizophren, bei meinen privaten und beruflichen Aufgabenstellungen bin ich bisher stets mit Virtualisierungsaufgaben unterwegs gewesen, die Client bzw. Server virtuell auf ein anderes „Blech“ abgelegt haben und damit war es dann auch gut (was nichts heißen muss!). Für den ein oder anderen durchaus legitimen Einsatzzweck (Labs, Entwicklungsumgebungen etc.) scheint es aber auch wichtig zu sein, eine virtuelles System innerhalb einer bereits bestehenden Virtualisierungsschicht darstellen zu können: Genau an dieser Stelle setzt Microsoft mit dem aktuellen Windows 10 Insider Build 10565 an und ergänzt seinen Hyper-V Dienst um die genannte Funktion, die aktuell allerdings noch mit Vorsicht zu genießen ist.

Win_virt_01

Die „nested virtualization“ ist im Build 10565 noch ein wenig versteckt und wurde seitens Microsoft auch erst nach ihrem Erscheinen in einem separaten Blogpost entsprechend erklärt. Als Grundvoraussetzung muß natürlich die Hyper-V Rolle installiert sein, damit die Virtualisierungsschicht überhaupt erst einmal dargestellt werden kann – und hieran erkennt man auch, dass das Feature noch in den Kinderschuhen steckt: Die verschachtelte Virtualisierung klappt dann auch nur mit Hyper-V in der aktuellsten Version, ein Hyper-V unter einem älteren Windows 10-Build, Windows 2012 Server R2 oder gar einem Mitbewerber-Hypervisor wie Platzhirsch VMware oder Xen funktioniert zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

win_virt_02

Als weitere Bedingung darf die dynamische Speicherzuweisung nicht aktiv sein, sonst fährt die virtuelle Maschine erst gar nicht hoch. Von Snapshots bzw. Checkpoints oder Möglichkeiten zur Live-Migration darf man sich auch direkt verabschieden. Möchte man – was Sinn ergibt – im Gastsystem auch ein Netzwerk benutzen, muss im übergeordneten Hyper-V Host das MAC-Spoofing aktiviert sein, zusätzlich muss die Funktion „Virtualization Based Security (VBS)“ deaktiviert werden, damit das Gast-OS die die Erweiterungen des Hypervisors überhaupt erst einmal verwenden kann. In Sachen Hardware benötigt Microsoft aktuell ausschliesslich Intels VT-x, später soll auch AMDs Virtualisierungstechnik AMD-V unterstützen – einen genauen Zeitpunkt nannte man uns indes nicht.

win_virt_03

Ihr seht, das Ganze wirkt noch extrem halbgar, zeigt aber ganz gut, wo Microsoft mit dem Thema Hyper-V noch hin möchte bzw. welche Optionen man sich für den Hypervisor noch offen hält. Aufgrund des frühen Stadiums ist natürlich vom Einsatz in Produktivumgebungen entsprechend abzusehen. Das und auch den Weg, wie die verschachtelte Virtualisierung unter Hyper-V überhaupt einzurichten bzw. was das Ganze denn technisch überhaupt ist, erklärt Microsoft auch in dem oben bereits erwähnten Blogbeitrag.


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant.

Oliver hat bereits 431 Artikel geschrieben.