Microsoft: Windows 10 bekommt verschachtelte Virtualisierung

artikel_windowsVirtualisierung innerhalb einer virtuellen Maschine klingt ein wenig schizophren, bei meinen privaten und beruflichen Aufgabenstellungen bin ich bisher stets mit Virtualisierungsaufgaben unterwegs gewesen, die Client bzw. Server virtuell auf ein anderes „Blech“ abgelegt haben und damit war es dann auch gut (was nichts heißen muss!). Für den ein oder anderen durchaus legitimen Einsatzzweck (Labs, Entwicklungsumgebungen etc.) scheint es aber auch wichtig zu sein, eine virtuelles System innerhalb einer bereits bestehenden Virtualisierungsschicht darstellen zu können: Genau an dieser Stelle setzt Microsoft mit dem aktuellen Windows 10 Insider Build 10565 an und ergänzt seinen Hyper-V Dienst um die genannte Funktion, die aktuell allerdings noch mit Vorsicht zu genießen ist.

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Die „nested virtualization“ ist im Build 10565 noch ein wenig versteckt und wurde seitens Microsoft auch erst nach ihrem Erscheinen in einem separaten Blogpost entsprechend erklärt. Als Grundvoraussetzung muß natürlich die Hyper-V Rolle installiert sein, damit die Virtualisierungsschicht überhaupt erst einmal dargestellt werden kann – und hieran erkennt man auch, dass das Feature noch in den Kinderschuhen steckt: Die verschachtelte Virtualisierung klappt dann auch nur mit Hyper-V in der aktuellsten Version, ein Hyper-V unter einem älteren Windows 10-Build, Windows 2012 Server R2 oder gar einem Mitbewerber-Hypervisor wie Platzhirsch VMware oder Xen funktioniert zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

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Als weitere Bedingung darf die dynamische Speicherzuweisung nicht aktiv sein, sonst fährt die virtuelle Maschine erst gar nicht hoch. Von Snapshots bzw. Checkpoints oder Möglichkeiten zur Live-Migration darf man sich auch direkt verabschieden. Möchte man – was Sinn ergibt – im Gastsystem auch ein Netzwerk benutzen, muss im übergeordneten Hyper-V Host das MAC-Spoofing aktiviert sein, zusätzlich muss die Funktion „Virtualization Based Security (VBS)“ deaktiviert werden, damit das Gast-OS die die Erweiterungen des Hypervisors überhaupt erst einmal verwenden kann. In Sachen Hardware benötigt Microsoft aktuell ausschliesslich Intels VT-x, später soll auch AMDs Virtualisierungstechnik AMD-V unterstützen – einen genauen Zeitpunkt nannte man uns indes nicht.

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Ihr seht, das Ganze wirkt noch extrem halbgar, zeigt aber ganz gut, wo Microsoft mit dem Thema Hyper-V noch hin möchte bzw. welche Optionen man sich für den Hypervisor noch offen hält. Aufgrund des frühen Stadiums ist natürlich vom Einsatz in Produktivumgebungen entsprechend abzusehen. Das und auch den Weg, wie die verschachtelte Virtualisierung unter Hyper-V überhaupt einzurichten bzw. was das Ganze denn technisch überhaupt ist, erklärt Microsoft auch in dem oben bereits erwähnten Blogbeitrag.

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Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant.

12 Kommentare

  1. MarslMarcello says:

    Wow… dann brauch ich jetzt doch endlich mal wieder ein CPU Update…

  2. Erinnert mich an Inception…noch eine Ebene und noch eine…….

  3. Also ich sehe irgendwie keinen Anwendungsfall für eine vm in der vm.

  4. Warum wird das so gehyped? Geht bei VMware schon seit einigen Jahren. Da ging das nicht rum. Koomisch.

    Nested Virtualization ist ganz nützlich, um Schulungen für Virtualisierung abzuhalten. Die Teilnehmer kriegen in einem Cluster ne Hyper-V / VMware-VM, in welcher Hyper-V / VMware ESXi läuft.
    Darin können die Teilnehmer dann mit verschiedenen virtuellen Maschinen ihre Testaufgaben durchführen, im Notfall kann die komplette Landschaft in 20 Minuten zurückgesetzt werden & alles is wieder sauber.

  5. Oliver Pifferi says:

    @Dennis Versteh‘ ich nicht, das ist einfach ein Bericht über ein neues Feature in Windows 10 – wo ist im Artikel denn der Hype? Vielleicht wirkt es auch nur so, gerade WEIL VMware (über dessen neue Versionen auch OHNE Hype berichtet wird) als Platzhirsch (wie von mir auch angegeben) und Marktführer das Feature schon seit langem hat?

  6. Geht mit Virtualbox übrigens auch. Nur zur Info. Entspannt euch wieder. 😉

  7. Oliver Pifferi says:

    @Tom – Danke für die Ergänzung 😉 !

  8. @ Timo: Einfacher Anwendungsfall:
    Du hast eine Entwicklungsumgebung in einer „sauberen“ VM. Um z.B. Anwendungen für Windows Phone zu schreiben bzw. vielmehr diese zu testen/debuggen, benötigt man den Windows Phone Emulator und der läuft in einer virtualisierten Umgebung und schon macht es ohne Verschachtelung bing.

  9. @Oliver: Sorry, war nicht agressiv gemeint 🙂
    Ich lese das nur seit einigen Tagen auf mehreren Seiten, wo sich für meinen Geschmack doch zu begeistert darüber ausgelassen wird.
    War keine Kritik an deinem Beitrag, sondern nur an der Allgemeinsituation 🙂

  10. @Dennis – Alles gut. Ist immer schwer, die Balance zu finden, ohne dass sich irgendeiner benachteiligt fühlt oder „seine Seite“ schlecht dargestellt sieht. Menschen wie Meinungen und halt auch Auffassungen sind halt verschieden 🙂 !

  11. @Oliver: Absolut. In dem Sinne: Schönes WE 🙂