Microsoft warnt wieder vor Betrügern, die sich als Support-Mitarbeiter ausgeben

24. Oktober 2016 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von: André Westphal

artikel_microsoftMicrosoft spricht aktuell eine Warnung aus: Im Grunde geht es dabei um eine alte Masche: Vermeintliche Mitarbeiter des Microsoft-Supports wenden sich per Telefon, via E-Mail oder sogar über Pop-Ups auf infizierten Websites an ahnungslose Anwender, um ihnen Nutzerdaten herauszuleiern. In Wahrheit sind die vermeintlichen Mitarbeiter Microsofts natürlich keine, sondern es handelt sich um Betrüger. Besorgnis erregt das Ausmaß der Betrugsversuche: Microsoft hat in den vergangenen zwölf Monaten dazu eine Studie in zwölf Ländern durchgeführt. Zwei Drittel der Befragten gaben an, innerhalb des letzten Jahres mit dem sogenannten „Tech Support Scam“ konfrontiert worden zu sein.

In Deutschland sind sogar mehr als die Hälfte der Befragten betroffen. Ungewöhnlich: Besonders die Altersgruppe der 18-34-Jährigen fiel zumindest teilweise auf die Masche rein – also genau die Gruppe, die eher als Internet-erfahren gilt. 50 % der Personen, die durch einen betrügerischen Telefonanruf kontaktiert wurden und zur genannten Altersgruppe gehörten, führten tatsächlich weitere Aktionen durch. Wirklichen finanziellen Schaden nahmen in Deutschland zum Glück aber nur 3 % derjenigen, bei denen die Masche versucht wurde. International war es jeder Zehnte.

Dabei ist die Masche recht durchschaubar: Ein vermeintlicher Microsoft-Mitarbeiter behauptet der Computer des Nutzers sei mit Viren verseucht. Eine ganz tolle Software von Microsoft solle das Problem aber beheben. Wer jene Software natürlich installiert, schaufelt in Wahrheit einen Trojaner auf seinen Rechner, der mit Microsoft nix zu tun hat. Microsoft mahnt, dass man selbst keinerlei unaufgeforderte Anrufe durchführe und Hilfestellungen auch auf Anfrage hin fast ausschließlich via E-Mail gebe. Auch gebe es keine „Microsoft-Lotterie“, was ebenfalls gern durch die Betrüger behauptet würde. Zudem werde man seitens Microsoft niemals Kreditkarteninformationen abfragen, um die Echtheit von Produkten zu verifizieren.

Wer von Betrügern kontaktiert werde, die sich als Microsoft-Mitarbeiter ausgeben, solle laut den Redmondern so schnell wie möglich am Telefon auflegen und E-Mails nicht beantworten. Auf keinen Fall sollte man vorgeschlagene Software installieren. Wer schon eine derartige Software installiert habe, sollte seinen PC vom Internet trennen und sich über Virenscanner und Anti-Malware-Software um die Entfernung kümmern. Zudem ist in so einem Fall natürlich die Änderung aller Passwörter empfohlen. Laut Microsoft arbeite man bereits mit den Polizeibehörden zusammen, um die Hintermänner der Betrügereien ausfindig zu machen. Auch Betroffene sollten die Betrugsversuche zur Anzeige bringen. Auch bei Microsoft selbst lassen sich die Betrugsfälle über dieses Formular melden.

Letzten Endes sollte der gesunde Menschenverstand gebieten, auf eine derartig krumme Tour nicht hereinzufallen. Bei IT-Laien kann es aber natürlich dennoch geschehen, dass gutgläubige und unerfahrene User auf die Masche eingehen. Bleibt zu hoffen, dass man vielleicht die Drahtzieher erwischt.

(via Microsoft)


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Über den Autor: André Westphal

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