Ich blogge jetzt 9 Jahre und wollte euch was sagen

4. März 2014 Kategorie: Privates, geschrieben von: caschy

Es ist ein Text, den ich fast jedes Jahr an diesem Datum schreibe. Ein Text, der mit den Jahren wächst. Die Grundgeschichte bleibt identisch, angereichert wird dieser Text nur mit aktuellen Anekdoten oder Änderungen der letzten 12 Monate. Ja, ich blogge jetzt 9 Jahre und habe was zu erzählen.

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Wie alles entstand

Als ich am 4. März 2005 die Blogging-Software b2evolution installierte, konnte ich nicht ahnen, dass sich dadurch irgendwann einmal mein ganzes Leben verändern würde. Und wie es sich in den neun Jahren durch das Blog verändert hat! Ich installierte die Blogging-Software um mich über die unwichtigen Dinge des Lebens auszulassen. Ohne Hintergrund – und mit Hang zu einem fast dümmlich wirkendem Humor. Und ganz ehrlich: ich würde es jederzeit wieder tun!

Eine Frage, die ich heute noch oft beantworten muss: woher kommt der Domainname und was sagt die Stadt dazu? Ich habe die Frage schon 100 Mal beantwortet. Die Domain war frei, ich habe mir damals nichts dabei gedacht, hatte auch noch ein paar andere Domains rumfliegen. Nein, die Stadt ist nie auf mich zugekommen, um mir den Bürostuhl unter dem Hintern wegzuklagen.

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Fakt ist: ich wusste damals einfach nicht, welchen Drive mein neues Hobby bekommt. Technisch interessiert bin ich schon immer gewesen, habe damals bei PC-Spezialist als Technischer Leiter gearbeitet und habe von morgens bis abends Rechner zusammen geschraubt, konfiguriert, eingerichtet und eben alles, was dazu gehört. Danach ging es dann zu einem Saturn-Markt,  wo ich mich dann nach ein paar Jahren als Verkaufsleiter-Assistent der Neuen Medien verabschieden durfte.

Ich springe mal in die Bresche: es ist ein Irrglaube, dass bei Media Markt und Saturn nur die Menschen arbeiten, die als Kind immer beim “Versteck spielen” gewonnen haben. Es gibt viele, die haben richtig Ahnung von ihrem Gebiet. Einige könnten aber auch besser Schuhe verkaufen. Danach ging es direkt in die Arbeitslosigkeit. Unendliche Monate. Schlechteste Zeit meines Lebens. Bewerbungen hier, Bewerbungen da. Dennoch Blog. Gedanken und Wissen auslagern und teilen. Weitermachen – das Leben singt keine Kinderlieder.

Ich war schon früher, also vor dem Blog, in Communities aktiv, in denen der Wissensaustausch groß geschrieben wurde. Nach ein paar Monaten dann das Angebot, beruflich für die Powerflasher aus Aachen zu bloggen. Nach knapp einem Jahr warf ich trotz großer Dankbarkeit das Handtuch und wechselte als “Werksblogger” zu notebooksbilliger. Nach über zweieinhalb Jahren passte mir das Korsett nicht mehr.

Die Finanzierung

In den ganzen Jahren bloggte ich hier weiter, das Blog wurde größer und bekannter. Es ist eine riesige Ehre für mich, für so eine Masse an Menschen zu bloggen. Meistens denke ich nicht drüber nach, wäre mir irgendwie ein wenig unangenehm -jeden Tag liest hier ein volles Fußballstadion mit. 2012 Jahr machte ich mich dann komplett selbständig. Irgendwann muss man das mal versuchen. Man kann alles versuchen, man kann auch 10x hinfallen, man darf nur eines nicht vergessen: man muss wieder aufstehen – oder mit dem Gesicht nach oben hinfallen! Und so bin ich also seit dem 1.7.2012 auf eigene Faust unterwegs.

Geflasht, wie viele Steuern man zahlen kann. Geflasht, wie teuer eine Krankenkasse ist. Geflasht, wie viel man für die Altersvorsorge tun muss, denn bis ich alt bin, hat Vater Staat die Hosen ganz weit unten. Schon die Oma wusste: von nichts kommt nichts – und so blogge ich seit Jahren so 12 – 14 Stunden am Tag. Hier Foren und soziale Netzwerke, dazu unendliche Newsquellen und Austausch.

Kann man davon leben? Anscheinend, wobei die Schreiberei auch andere Vorteile hat: ich spiele und schraube nicht mehr soviel am Rechner rum, wie früher. Früher konnte ich schon davon ausgehen, dass ein Teil des Gehaltes in neue Hardware geht. Ich war schon immer so. Aufrüsten, aufrüsten – und wenn Neues kam, dann wurde das alte wacker verkauft und neue Hardware kam auf den Tisch. Ich bin sparsam, packe alles aufs Sparbuch oder in die Altersvorsorge. Ich wohne als Exil-Dortmunder mitten auf dem Dorf, weit ab vom Schuss – der Vorteil ist: hier kann man günstig leben. Hier bekommt man Häuser, für deren Anschaffungspreis man in München vielleicht ein Wohn-Klo mit Küche bekommt. Nachteil ist halt: muss man irgendwo hin, dann ist man echt lange unterwegs.

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Wie sich dieses Blog  finanziert? Es gibt hier keine Schleichwerbung. Ich habe einen Vermarkter, der sorgt für Bannerwerbung oder Advertorials auf Unterseiten. Das mache ich nicht aus Gehässigkeit oder weil ich reich werden will, sondern weil ich den Spaß hier finanzieren möchte. Ich versuche das Ganze immer im Rahmen zu halten, keine Beiträge sind von Werbung unterbrochen, sodass ihr störungs- und unterbrechungsfrei lesen könnt, natürlich auch im RSS-Feed.

Ebenfalls kommt Google Adsense zum Einsatz, unter dem Beitrag Plista und ansonsten findet ihr HostEurope (derzeit noch Server-Sponsor), die PSW Group und redcoon als Sponsoren vor. Würde ich die Plätze mit Blinke-Blink-Werbung zuklatschen, würde ich an diesen Bannerstellen das 10-fache einnehmen. Mache ich aber nicht.

Ebenfalls schreibe ich regelmäßig bei der Deutschen Messe AG, Intel und bei klarmobil. Das sind die Sachen, die ich dann noch neben den 12-14 Stunden dieses Blogs mache. Für eine Fernsehrolle als dicker Johnny in einer Eis am Stiel-Neuauflage hat es ja leider nicht gelangt. Weil immer gefragt wird: ja, ich bekam schon Kaufangebote für dieses Blog und auch schon mehrere Angebote, für größere (Online-)Magazine zu schreiben. Habe ich nie großartig drüber nachgedacht. Warum auch. Ich bin derzeit frei wie ein Vogel. Wer der Meinung ist, uns unterstützen zu wollen, der klickt ab und an mal einfach in eines der Advertorials – Sony hat derzeit zum Beispiel eine Unterseite gebucht. Flattr hatten wir versucht, bringt aber bei uns gar nichts.

Verstärkung

Nicht nur ich schreibe hier, sondern auch seit einem knappen Jahr der Sascha Ostermaier. Der hat es hier mit einigen Lesern nicht leicht gehabt, weil es anscheinend einige gab, die nicht damit umgehen konnten, dass hier noch jemand anderes schreibt. Ich sag euch was: der Sascha macht einen guten Job. Auch Sascha lebt unter anderem von den Einnahmen dieses Blogs – und ich habe ihm das Ganze hier auf langfristige Basis in die Hand versprochen und will mit ihm noch mehr reissen. Das habe ich gemacht, weil Sascha ein Guter ist. Das Herz am rechten Fleck, aber auch auf der Zunge. Guter Typ, mittlerweile zu einem echten Freund geworden. Menschen finden, mit denen man auf einer Wellenlänge ist – trotz nicht immer gleicher Meinung, das ist selten.

Mein Leben

Heute? Heute bin ich auch erst einmal 9 Jahre älter. Regenerierungszeiten nach Feiern sind länger, die Haare grauer, kürzer und weniger. Dennoch: der Spaß zum Bloggen ist immer noch da – heute mehr denn je. Ob ich Motivation brauche? Ach was! Ich stehe morgens auf, habe eine “Gooooooooood Moooorning, Vietnam!” im Kopf und versuche, den Lesern Neuigkeiten aus der Welt der Technik auf eine lockere, verständliche Art zu kredenzen. Wenn ich eines Tages nicht mehr bloggen darf, sondern muss – dann ist Feierabend. Dann muss ich mir was anderes als Beruf suchen.

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In der Hirse bin ich in den Jahren nicht älter geworden – eher nachdenklicher, vernünftiger. Das Leben schleift einen Menschen. Am 22. Januar 2014 bin ich außerdem zum ersten Mal Papa geworden. Was ein Flash in meinem Leben! Ich war sofort in Max, meinen Sohn, verliebt. Ich glaube, dass der kleine Mann das ist, was mir in meinem Leben noch fehlte. Eine Aufgabe im echten Leben. Ein Ziel. Werte weitergeben. Und natürlich jemand, mit dem ich zum Fußball gehen kann. Ich bin unfassbar dankbar, glücklich und stolz.

Austausch

Der Austausch mit vielen von euch ist einfach das größte Lob. Wenn mir jemand schreibt, dass er dieses Blog gerne liest, er diesen und jenen Tipp noch nicht kannte, da freue ich mich dann wirklich wie ein kleiner Junge. Dennoch: man macht sich natürlich nicht nur Freunde bei der Masse an Lesern. Aber ich denke, dies ist normal. Wir haben so viele Charaktere und Schichten in Deutschland, da ecke ich mit manchen Aussagen garantiert an. Ganz ehrlich? Stört mich nicht und sollte euch im Leben auch nicht stören. Mein Motto? Man kann es nicht jedem Recht machen! Versucht das auch nicht. Jeder Leser, den ich zum Beispiel während der CeBIT die Hand schütteln darf, ist mir 1000x wichtiger, als irgendein Kommentar, der anonym versucht, die Leser oder mich zu beleidigen.

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Ich habe solche Leute schon zum Bier eingeladen, damit sie mir mal die Meinung geigen können. Hat leider noch keiner gemacht. Solltet ihr auch bloggen und diese Menschen kennen, dann ärgert euch nicht über die, sondern freut euch über die, die gerne bei euch lesen und konstruktiv Kritik äußern können. Es ist nun einmal so: es gibt Leute, die können dich nicht verstehen und manche wollen dich nicht verstehen. Streiten bringt nichts. Streiten ist immer ein Kampf gegen sich selbst. Warum? Weil du mit einem Gegenüber kämpfst, welches genau so agiert, wie du – es will seine Standpunkte bringen, seine Meinung vertreten.

Bloggt!

Womit wir beim bloggen wären. Ich finde, es sollten noch viel mehr machen. Also bloggen. Man liest ja immer, dass Blogs tot sind. So ein Bullshit. Blogs werden immer mehr. Jeder ist ein eigener Sender. Der eine macht Food, der andere Autos, der andere Schminke oder Mode. Ich mache halt Technik-Gedöns. Aber wichtig ist: macht es! Ich will euch lesen! Unabhängige Stimmen, die mir von ihren Erfahrungen in 1000 Kategorien des Lebens erzählen.

Ich wurde vor über einem Jahr auf ein Blog hingewiesen, wo ein übergewichtiges Mädel über ihr Leben bloggt. Da müsst ihr euch mal die Kommentare reinziehen. Was für unfassbare Arschlöcher es gibt. Aber ich sage euch was: das Mädel hat Cochones – mehr als die anonymen Trolle! Etwas schreiben, was anderen nicht gefällt und dennoch weitermachen. Super! Man muss kein Raketenforscher sein, wenn man bloggen will. Man muss es einfach wollen, etwas zu sagen haben. Studiert? Nicht? Scheiß egal, wenn du eine Stimme, Enthusiasmus  – und bestenfalls noch etwas Empathie hast.

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Ich selber weiss, dass es diverse Formen des Lesens und Schreibens gibt. Der Großteil der Leserschaft ist nicht daran interessiert, wer eine Story schreibt. Der Schreiber hinter der Geschichte ist oftmals austauschbar. Blogs ticken da irgendwie anders. Hier liest man auch den Menschen – weil er etwas zu sagen hat. Das macht mir Spaß, vielen von euch sicherlich auch. Und wenn dem Kommentator oder dem Blogger Fehler unterlaufen – so what – niemand ist perfekt, ich eh nicht – also seid nicht immer gleich im Klugscheisser-Modus.

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Abschließend

Was ich eigentlich in nur wenigen Worten schreiben wollte: Ich bin dankbar für jeden Leser, der gerne hier liest – der etwas aus diesem Blog mitnimmt. Und ich bin super dankbar, dass ich meiner Berufung nachgehen darf. Und natürlich danke ich meiner Nadine, die durch meine Berufung weniger von mir hat, als mancher Netzbewohner. Aber in den Jahren haben es Nadine und ich perfektioniert, gemeinsame Zeit intensiv zu erleben, zu nutzen. Keine Selbstverständlichkeit. Und an dieser Stelle auch noch einmal einen lieben Gruß an die Freunde aus dem Real Life. Die, mit denen ich Grillen, Fußball und Bier an vielen Wochenenden (und dennoch viel zu selten) erleben darf – ihr seid die Besten!

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Ich danke jedem, egal ob er per RSS-Feed, Twitter, Facebook, Google+ oder anders mitliest. Ihr seid ein Grund, warum ich dieses machen darf und will. DANKE für neun lange Jahre und auf die nächsten….keine Ahnung. Wenn ihr Bock habt und mir was sagen wollt, vernetzt euch mit mir, Twitter, Google+, Facebook oder auch per Mail oder Instagram – ihr werdet mich erreichen – ich verbringe eh die meiste Zeit hier.

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Und wenn ich mal ein halbkluges Statement abgeben dürfte –  so öffentlich quasi: Versucht, trotz aller Widrigkeiten und Knüppel, die einem das Leben zwischen die Beine wirft, ein guter Mensch zu sein. Macht, dass diese Welt einfach einen kleinen Ticken besser ist – zumindest menschlich. Arschlöcher gibt es genug.

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Über den Autor: caschy

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