Google Inbox: ein erster Blick hinein

22. Oktober 2014 Kategorie: Google, geschrieben von: caschy

Da ist sie also: Googles neue Mail-Lösung namens Inbox. Schon lange bei Google intern im Test, nun via Invite zu haben (sorry, ich habe keine!). Ich kann jetzt bereits sagen: die größte Enttäuschung, die ich in Sachen Software seit langem hatte. Ok, bevor ich hier zerrissen werde: das Ding ist Beta und ich kann logischerweise nur das Jetzt bewerten.

Inbox Mail Erinnerung

Google will, dass ich effizienter arbeite, das Gegenteil ist der Fall. Ich betone: das ist zumindest in meinem Workflow so, den ich hier beschrieb. Kurzform: viele, viele Mails, die ich filtere. Kommentare, Facebook, Google+ und Co überspringen den Posteingang, landen aber ungelesen in einem Unterlabel. Vorteil? Der Gmail-Client rappelt nicht, da ich ihn so eingestellt habe, dass er nur bei Inbox-Mails Bescheid gibt.

Inbox Mail Menü

Jeder, der mehr E-Mails am Tag kennt, wird sicher filtern und meine Einstellung dazu nachvollziehen können. Was kann Google Inbox nicht? Ungelesene und gefilterte Mails anzeigen. Nicht machbar. Ich muss ein Label besuchen, um zu schauen, ob eine Mail ungelesen ist? Geht es noch? Wie ineffizient ist das bitte?

Inbox Menü

Und bevor ich suchen kann, muss ich noch einen Klick auf die bescheuerte Sidebar machen, weil sonst meine Arbeitsleiste mit meinen Unterordnern nicht angezeigt wird? Holy Crap, Batman! Aber – wäre alles so, wie bisher, dann wäre es ja nicht neu, nicht wahr. Stattdessen gibt es jetzt Bundles.

Häufigkeit Gruppierung

Ich kann Kommentare in Bundles zusammenfassen und im Posteingang anzeigen. So wird das Label Kommentare bei eingehenden Mails auch in meinem Posteingang angezeigt. Klasse! Nachteil? Es rappelt bei jeder eingehenden Mail in diesem Label – ein Umstand, den ich ja – wie beschrieben – nicht haben will.

Posteingang__2__-_carsten_knobloch_gmail_com_-_Gmail_und_Inbox_–_carsten_knobloch_gmail_com

Da hilft es mir auch wenig, wenn ich in jedem Diskussionsstrang mit dem Tastaturkürzel „M“ einen Mailverlauf dämpfen (muten) kann. Witzig: Mobil lässt sich das einstellen, dass in der Inbox ein Bundle angezeigt wird, aber ich nicht benachrichtigt werde. Was mich noch störte? Mühsam angelegte Unterordner – also Label-Hierarchien – die existieren gar nicht in Google Inbox, die residieren einfach alle in der Sidebar. Ironie: die sieht man ja eh nur, wenn man umständlich geklickt hat. Der erste Eindruck war halt: Optik und Technik wie professionelle Lego Technik – realisiert aber mit bunter Knete.

Inbox fixiert

Aber ja, ich weiss: Beta. Steinigt mich. Das Ganze macht keinen Eindruck, als ob es für jemanden gemacht ist, der organisiert und übersichtlich Mails abarbeitet. Monk wäre wahnsinnig geworden – and so am i! Gibt es auch Sachen, die ich gut finde? Natürlich. So lassen sich Mails auf Wiedervorlage legen, beziehungsweise kann man sich an Mails erinnern lassen. Eine Sache, die Google Mail standardmäßig nicht unterstützt, ist aber über ein Script nachrüstbar.

Inbox Schnellzugriff

Auch gut: der Wechsel zwischen angepinnten Mails und Standard-Inbox. Auch toll: Visualisierung der Mail nach Monaten. Aber sonst? Ich bin enttäuscht. Da fehlt noch so viel für Power-Nutzer. Aber ich warte mal ab und verspreche euch, dass ich da am Ball bleibe. Wenn ich noch produktiver arbeiten kann als bisher, dann hat Google bei mir einen Stein im Brett.

Inbox Standard



Über den Autor: caschy

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41 Kommentare

Mario 22. Oktober 2014 um 21:49 Uhr

Ich habs befürchtet … 🙁

kidrock 22. Oktober 2014 um 21:52 Uhr

Ist nicht kompatibel mit deiner Vorgehensweise.

1. Vorgehensweise andern
2. Programm nicht mehr verwenden

kidrock 22. Oktober 2014 um 21:56 Uhr

PBS über haupt ein Prozess gibt der geht ? 🙂

Dominik Conrads 22. Oktober 2014 um 22:06 Uhr

Los holt Steine!!….*werf-nach-dir*

ulrich 22. Oktober 2014 um 22:07 Uhr

Kommt man noch an einen invite?

John 22. Oktober 2014 um 22:08 Uhr

Caschy voll am ragen 😛

Danke für den Bericht! Ehrliche Meinung, Daumen hoch!

Jochen 22. Oktober 2014 um 22:08 Uhr

@caschy

wie bekommst du ein Leisezeichen in die Leiste, welches die Anzahl der ungelesenen Mails anzeigt?

Und wann kommt wieder Neuland? 😀

General Failure 22. Oktober 2014 um 22:09 Uhr

Caschy, hast du deine Kritik auch bei Google abgekippt? Feedback gehört dort ja zum normalen Entwicklungsprozess.

Marc Hannebrook 22. Oktober 2014 um 22:10 Uhr

Danke für den ersten Eindruck. Sieht so aus als ob Inbox für mich nach derzeitigem Stand nicht den Mehrwert für mich bietet wie mein Gmail-Postfach – so wie ich es mit Filtern und dem WVL-Script eingerichtet habe.

heutger 22. Oktober 2014 um 22:12 Uhr

So wie sich die Lösung anmutet, ist sie eben NICHT für organisierte Mailabarbeiter sondern für mal so in ihren Mailsrumklickerer, also für den Otto-Normal-Verbraucher…

Torti_78 22. Oktober 2014 um 22:18 Uhr

Scheint nichts für dich zu sein, wobei dein Workflow ja auch sehr speziell ist…
Obwohls bei mir komplett anders ist, vermute ich, dass es auch nichts für mich ist, ich werds mir trotzdem anschauen, wenn Google mir nen Invite schickt.
Warum lässt du dir die Benachrichtigungen, die du eh filterst denn überhaupt schicken? Wenn du ehrlich bist, wirst du in das meiste eh keinen Blick werfen, oder?

Tobias 22. Oktober 2014 um 22:18 Uhr

ich denke bei mir wäre das gar nicht schlecht. Aber konkret äußern wer ich mich erst wenn ichs ausprobiert hab 🙂

Bis ich ein Invite hab: danke für den Tipp mit der wiedervorlage SO etwas hab ich schon LANGE gesucht ! bisher hab ich solche Mails erneut als „Unread“ Markiert damit ich sie nicht vergesse.

Wobei es noch cooler wäre, wenn man auf dem Smartphone eine Mail mit „Wiedervorlage“ markieren könnte und man automatisch im Browserclient daran erinnert werden würde. DAS wäre noch cooler. Kommt selten vor das ich via Smartphone antworte.

Sebastian 22. Oktober 2014 um 22:21 Uhr

Die Wirkung machen auf mich übrigens sehr viele E-Mail-Apps/Webmail-Lösungen. Ist nichts für Leute, die wirklich mit E-Mails arbeiten sondern eher für Leute, die mal eben so ihre vier privaten E-Mails am Tag und die Social Media-Mails auseinanderhalten und sortieren wollen. Powerlösungen für viele E-Mails mit unterschiedlichen Stati gibt es sehr wenige bis fast keine (bei mir GMail mit ActiveInbox, Alternativen kenn ich keine).

Carsten Knobloch 22. Oktober 2014 um 22:22 Uhr

@Torit: Falsch verstanden: Ich überspringe den Posteingang. Will Kommentare aus dem Blog da zB nicht haben. Aber die ungelesenen auf Wunsch sehen können. Und ja – ich lese fast alles..

Andre 22. Oktober 2014 um 22:23 Uhr

Schade. Ich hätte gern die Funktionen von Mailbox direkt in Gmail. Den zusätzlichen Umweg über Dropbox will ich mir ersparen.

Leider ist Gmail für mich in Sachen Mail immer noch das Maß aller Dinge. Obwohl sich in letzter Zeit gar nichts bewegt hat. Aber ich habe noch keine adäquate Alternative gefunden.

kidrock 22. Oktober 2014 um 22:27 Uhr

Eventuell statt als „gelesen markieren“ , „archivieren“ ?

Steffen 22. Oktober 2014 um 22:30 Uhr

Ich erachtet es natürlich auch schwierig ein Stück Software zu kreieren welches den Workflow von Millionen Nutzern trifft. Auch in unserem Betrieb wird immer versucht die Software zu verbiegen anstatt man lernt mit dieser zu arbeiten. Sollte natürlich wichtige Funktionen fehlen oder nicht richtig funktionieren dann hilft nur die Software zu ignorieren und was besseres suchen.
Ich finde das ganze auf jeden Fall sehr interessant. Und wer sich noch an den ersten GMail Client erinnert weiß auch was alles werden kann.

Schmitti 22. Oktober 2014 um 22:31 Uhr

Mal eine generelle Frage. Wird das die Ablöse für GMail oder zusätzlich oder wie oder was?

Tom 22. Oktober 2014 um 23:11 Uhr

Das läuft neben GMail Schmitti, man kann praktisch beides benutzen wie man will. Soll auch nicht anders werden laut Google.

Hängegengeblieben nach dem Artikel ist bei eigentlich nur, dass ich keinem Invite hinterherrennen muss und das spektakulärste sind die 175GB Google Speicher 😉

Jochen 22. Oktober 2014 um 23:20 Uhr

Wie kommt man denn an 175 GB?^^

Pietz 22. Oktober 2014 um 23:50 Uhr

haha, du bist so hammer caschy 😀

aber man muss sich echt nach dem sinn fragen. leute die nur 4 bis 5 mails am tag bekommen, können das ganze mit einem normalen posteingang lösen. leute die 40 bis 50 mails am tag bekommen brauchen einen komplexeren workflow und möglichkeiten diese benutzerdefiniert zu filtern.

für wen soll Inbox also gut sein?

KChristoph 23. Oktober 2014 um 00:23 Uhr

„Thanks for requesting an invite. We’ll send you one as soon as possible.
Your friends at Gmail“

Ich verschenke die Einladung wenn sie angekommen ist.
Der 7. bekommt sie. >>> Mein Kontaktformular.

Niranda 23. Oktober 2014 um 03:03 Uhr

Ich vermisse google Wave, in Sachen Zusammenarbeit hat das super hingehauen. Aber die Welt war wirklich bereit für sowas 🙁

werner67 23. Oktober 2014 um 06:59 Uhr

„Grosse Steine, kleine Steine, und für die Kleinen eine Tüte Kieselsteine …“ 😉

sutadur 23. Oktober 2014 um 07:02 Uhr

@Andre: „Ich hätte gern die Funktionen von Mailbox direkt in Gmail. Den zusätzlichen Umweg über Dropbox will ich mir ersparen.“

Auf welchem Weg realisierst Du da welche Features? 🙂

zhet 23. Oktober 2014 um 07:22 Uhr

Hier ergibt doch das Invite-System wirklich Sinn – das Ganze ist offensichtlich noch weit davon entfernt, ein „fertiges“ Produkt zu sein. Ich finde, das ist OK, Google macht sowas ja häufiger bei Neueinführungen (herrjeh, Glass ist seit Jahren ein Probierfeld), daher ist es im Moment schwer zu sagen, ob das ein Erfolg wird oder irgendwann dem Frühjahrsputz zum Opfer fällt. Allerdings interessant auch mal zu fühlen, wohin die Reise gehen kann – aber dann sollte Google auch sehr sorgfältig schauen, wohin die Invites gehen. Denen ist mit so einer Kritik mit Sicherheit mehr geholfen als mit dem Kampf um einen Invite als Statussymbol… 😉
Für meinen Workflow wäre es im Moment anscheinend noch nichts, ich filtere ebenfalls stark, bei mir kommt dann aber noch eine zeitliche Sortierung dazu. Danke jedenfalls für den Einblick…

Frank 23. Oktober 2014 um 07:46 Uhr

Ne, Caschy hat recht. Beta hin oder her… das Ding ist schon seit langer Zeit im internen Test. Wenn es da keinem Entwickler bisher aufgefallen ist, kriegen diese Entwickler vermutlich nicht genügend Mails ! Da brauchts IMHO auch kein „Feedback“ für Google, das müssten die schon längst bemerkt haben…

Micha 23. Oktober 2014 um 07:53 Uhr

warum um Himmelswillen ein neues Produkt? Kann Google Gmail nicht einfach und vorallem Sinnvoll weiterentwicklen? Meinetwegen auch gerne Revolution unter der Haube.
Aber ist das was ich lese – nicht zu gebrauchen (als Gesamtpaket) Schade, denn ein paar nette Gimmiks sind schon dabei.

Markus 23. Oktober 2014 um 08:12 Uhr

Endlich Mails auf Wiedervorlage legen!!! Yipieh!

Mursalin 23. Oktober 2014 um 10:21 Uhr

Hi Cashy,

danke für den Bericht, deine Zusammenfassung hat mich neugierig gemacht was mich dazu bewegt hat eine eigene Einladung anzufordern. Hoffe das es schnell kommt und freue mich auf das Testen.

Gruß.

sasha 23. Oktober 2014 um 11:06 Uhr

Bringt nur nichts, wenn man Google Apps nutzt. Schade, aber gerade da wäre so etwas doch erst recht sinnvoll.

Carsten (@Multisaft7) 23. Oktober 2014 um 11:09 Uhr

Soll Inbox in der Zukunft GMail ersetzen oder nur eine zusätzliche Alternative sein!?

Carsten Knobloch 23. Oktober 2014 um 11:16 Uhr

@Carsten: Inbox läuft nur nebenher.

Andre 23. Oktober 2014 um 11:27 Uhr

@sutadur

Es war vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt.

Ich bezog mich auf die App Mailbox von Dropbox mit z. B. der Wiedervorlage-Funktion. Zur Nutzung der App laufen die Mails zusätzlich noch einmal auf einem Dropbox-Server durch. Und genau das möchte ich verhindern und hätte diese Features gern direkt in Gmail.

elknipso 23. Oktober 2014 um 12:32 Uhr

Google neigt bei Google Mail in der letzten Zeit leider deutlich zu Verschlimmbesserungen. Schon das neue Design von Google Mail ist ein deutlicher Rückschritt im Bezug auf eine schnelle und effiziente Bedienung.

Matze.B 23. Oktober 2014 um 13:15 Uhr

Hmm, da fällt mir zu aller erst ne kritische Bemerkung zu Caschys grundsätzlicher Sichtweise ein, sorry schon mal: 🙂
Caschy du bist eindeutig ‚Poweruser‘ und aus meiner Sicht auch so etwas wie Business-Kunde.
Bei den von dir benötigten Anforderungen an eine Email-Lösung scheinst du aber zu erwarten diese in einem kostenlosen Dienst für Normal-User zu bekommen (so zumindest mein Eindruck bei der Form der Kritik im Artikel).
So etwas wirst du aber bei Google nie bekommen, den hier bezahlst du für Speicherplatz, Content und Geräte, nicht aber für die eigentliche Software.
Und du wirst es dir nicht leisten können darauf zu warten bis eventuell die eine oder andere Funktion doch noch Einzug hält die du eventuell, wie in diesem Fall, jetzt schon in Google Mail findest. Das beste Beispiel ist hier sicher Google Maps: es gab im alten Maps einige schöne Funktionen in den Labs. Diese sind verschwunden und Maps selber ist nach wie vor eine Mischung aus altem und neuem Maps. (u.a. Meine Orte, Routen), es dauert viel zu lange bis Maps endlich mal ‚fertig‘ wird oder zumindest den alten Funktionsumfang hat.
Also: sieh dich lieber nach einer professionellen Lösung um, den Anspruch professionelle Lösungen zu bieten hat Google sicher nicht.

Patrick 23. Oktober 2014 um 15:11 Uhr

Das Produkt heisst INBOX und Du störst dich darüber dass Emails die Du aus der INBOX verbannst, in der INBOX nicht mehr siehst… LOL?

Detlef 24. Oktober 2014 um 06:46 Uhr

Also mein Invite kam heute früh rein……Mailanfrage zum Invite ging gestern raus, Antwort kam recht fix.
Man kann Inbox sowohl als App als auch Online am PC nutzen…..mal sehen wie es sich damit arbeiten lässt.

Frank Bürkle 24. Oktober 2014 um 11:15 Uhr

Ich habs jetzt auch aktiviert bekommen – nach ein paar Stunden intensiver Nutzung mein Fazit: Geht gar nicht. Selbst simpelste Dinge wie eine Mailsignatur beim Versand sind nicht implementiert. Wer im normalen Webfrontend mit den WVL-Scripts arbeitet, hat eigentlich keinen wirklichen Grund, Inbox zu benutzen.


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