Google geht schärfer gegen „Ad-Injectors“ vor

12. September 2015 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von:

artikel_googleAd-Injectors stehen im Grunde für Malware, welche z. B. als Anhängsel bei der Installation eines scheinbar vertrauenswürdigen Programms mit auf dem Rechner landen kann. Die Ad-Injectors tragen ihren Namen, weil sie Werbung auf Websites auswechseln bzw. quasi neu „injizieren“. Das Ergebnis sind durch Werbeanzeigen überfrachtete Websites und eine beeinträchtigte Benutzererfahrung. An dieser Stelle will Google nun schärfer handeln.

Laut Google schaden die Ad-Injections nicht nur der Benutzererfahrung im Web, sondern bringen auch zahlreiche Sicherheitsrisiken mit sich. Als weitere Gegenmaßnahmen hat der Konzern nun die Injected-Ads aus dem DoubleClick Bid Manager entfernt bzw. einen entsprechenden Filter implementiert. Das kommt auch Marketern zugute, denn die ärgern sich selbst, wenn ihre Werbeanzeigen durch ein Injected-Ad-Programm ersetzt werden. Laut Google handele es sich bei einer derartigen Vorgehensweise um eine Unterwanderung des Systems, die niemandem etwas bringe.

Seit Anfang 2015 habe man laut google fast 300.000 User-Beschwerden zu Injected-Ads erhalten. Das seien laut Konzern mehr Kundenbeschwerden als zu allen anderen Themen. Verwunderlich sei dies nicht, denn die ungewollt eingeschleuste Werbung betreffe nicht nur viele Nutzer, sondern auch potentiell leider alle Websites. Ergebnisse können im schlimmsten Fall leider so aussehen:

google ad

Da verbleibt natürlich wenig Spaß daran, die New York Times zu lesen. Leider sitze das Problem tiefer. Denn die Ad-Injectors kommen ja erst auf die Rechner, indem die Anwender selbst sie z. B. im Rahmen von Software-Bundles freiwillig mit installieren. Am Ende ärgern sich dann aber nicht nur die Nutzer, sondern auch die Website-Betreiber, die eventuell ohne ihr eigenes Verschulden den Ärger der Besucher auf sich ziehen und durch die angezeigte Werbung nicht einmal Geld einnehmen.

Googles neue Blacklist im DoubleClick Bid Manager soll nun verhindern, dass Werbung über Injected-Ads überhaupt wissentlich oder unwissentlich geschaltet wird. Damit wird es quasi erschwert die Injected-Ads überhaupt anzubieten und ihre Impressions zu messen. Google ist sich aber laut eigenen Aussagen bewusst, dass sich das Problem dadurch nicht über Nacht lösen lassen werde. Man hoffe aber damit ein Zeichen zu setzen und vielleicht andere zum Nachziehen zu animieren, um Injected-Ads weiter ins Aus zu schieben.

(via Google Online Security Blog)

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