Godspot: Am achten Tag schuf Gott das WLAN

18. Mai 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

godspotMoses kommt vom Berg herab, um dem Volk die Botschaft Gottes zu verkünden: „Also liebes Volk, es gibt gute und schlechte Nachrichten. Die gute Nachricht ist: Ich hab ihn runtergehandelt bis auf zehn. Die schlechte: Ehebruch ist immer noch dabei.“ Trommelwirbel und einen Tusch für den schlechten Witz zum Einstieg in das Thema. Aber als ich das gleich Folgende zum ersten Mal las, da musste ich auf den Kalender schauen und nachvollziehen, ob „Der Postillon“ nicht wieder zugeschlagen hat. Aber es stimmt: WLAN kommt in die Kirche. Das machen einzelne Kirchen schon im kleinen Kreis, in Berlin zieht man das Ganze nun groß auf. Die EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) hat ein Angebot gestartet, welches auf den Namen Godspot hört.

Ein Name, einfach wie genial. Man hat quasi den direkten Draht nach oben, via WLAN. Vorbei die Zeiten, in denen man vielleicht Edge in der Kirche hatte. Bei Godspot handelt es sich um ein kostenfreies Angebot, welches auch das unbegrenzte Surfen im Netz erlauben soll. Gläubige Nutzer kommen zuerst auf eine Startseite, wo es Informationen zur Gemeinde gibt und die Themen Glaube und Leben besprochen werden. Dann kann der Nutzer frei surfen. Das Projekt, realisiert über einen externen Dienstleister, soll erst einmal in 220 Kirchen in Berlin und Brandenburg installiert werden, darunter in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte und in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin-Charlottenburg.

Die Kirche alleine ist nicht auf diesen Stunt gekommen, stattdessen hat man sich die Hilfe einer Agentur geschnappt, die nicht nur die Idee zum Namen hatte, sondern auch Branding, Website, erste Medien und das Packaging für den godspot-Router übernahm. Ziel soll es sein, allen 3000 Kirchen und kirchlichen Gebäuden einen EKBO Hotspot zur Verfügung zur stellen.

Meinung:

Für mich ist das Ganze schwer zu beurteilen. Unsere Kommunikation verschiebt sich in der heutigen Zeit immer mehr in mobil erreichbare Netzwerke. Für viele Menschen hat das Konstrukt Kirche aus für mich nachvollziehbaren Gründen deutlich an Bedeutung verloren, dennoch würde ich niemals einem Menschen seinen Glauben streitig machen wollen oder seine Beweggründe für den Kirchengang infrage stellen wollen. Mir stellt sich nur die Frage, ob das Ganze ein großer Marketingstunt ist – oder welchen Nutzen man daraus ziehen will, dass in einer Kirche (kirchliche Gebäude ausgenommen) WLAN installiert ist. Sicher nicht, damit sich der gläubige Foodblogger bei der Oblate und billigem Messwein auf Instagram verewigt.

Eure Meinung dazu?

(via Jan Petter)


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Über den Autor: caschy

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