Gastbeitrag: WordPress-Administration per SSL absichern

20. Mai 2010 Kategorie: Backup & Security, WordPress, geschrieben von: caschy

Es gibt viele Möglichkeiten, um die WordPress-Administration sicherer gegen Angreifer zu machen. Das fängt bei solch trivialen Dingen wie dem Benutzen von sicheren Passwörtern an und geht hin bis zum Absichern der WordPress-Administration mit einer zusätzlichen Authentifizierung am Webserver.

In dieser Anleitung gehen wir aber noch einen Schritt tiefer und verschlüsseln die WordPress-Administration per SSL. Hierbei wird sämtlicher Datenverkehr der WordPress-Administration über einen sicheren, verschlüsselten Kanal geleitet.

Für diese Anleitung wird ein Webserver mit SSL-Unterstützung benötigt. Wer nicht genau weiß, ob sein Webserver von Haus aus SSL unterstützt, hängt einfach ein https:// anstatt eines http:// vor seine Internetadresse. Wenn keine Verbindung hergestellt werden kann, ist SSL noch nicht verfügbar. Eventuell kann man SSL beim Webhoster gegen einen geringen Aufpreis dazubuchen. Wer einen vServer oder root-Server sein Eigen nennt, sollte sich diese Anleitung zur Einrichtung eines Apache-Webservers mit SSL mal anschauen.

Außerdem muss das Umleiten von URLs per .htaccess-Datei erlaubt sein, was aber bei den meisten Anbietern der Fall ist.

Zunächst öffnest du die Datei wp-config.php im WordPress-Hauptverzeichnis und fügst an das Ende der Datei die Zeile

define('FORCE_SSL_ADMIN', true);

ein. Diese Option veranlasst WordPress, den Login-Prozess nur über eine gesicherte Leitung abzuwickeln.

Das macht das ganze schon ein Stückchen sicherer, allerdings wird noch der Rest der Administration unverschlüsselt übertragen. Deshalb machen wir uns nun an die Anpassung des Webservers. Öffne nun die Datei .htaccess in dem WordPress-Hauptverzeichnis und füge folgende Zeile ein:

RewriteCond %{SERVER_PORT}  ^80$
RewriteRule ^http://(.*?)/wp-admin/(.*) https://$1/wp-admin/$2 [R,L]

Dieser Eintrag muss direkt nach dem Eintrag:

RewriteBase /

platziert werden, wobei der RewriteBase-Eintrag je nach Konfiguration eventuell abweichen kann.

Jetzt solltest du direkt beim Aufrufen der WordPress-Administration auf https umgeleitet werden. Somit ist nun deine ganze Arbeit in der WordPress Administration verschlüsselt.

Der Experte wird unter gewissen Umständen vielleicht bemerken, dass nicht alle Daten verschlüsselt übertragen werden (Firefox zeigt keinen blauen oder grünen Balken hinter dem favicon an). Manche Plugins fordern Daten außerhalb des Ordners wp-admin an. In diesem Fall werden diese Daten nicht verschlüsselt übertragen. Bei mir zum Beispiel hat das Plugin Ajax Edit Comments noch Daten aus anderen Verzeichnissen nachgeladen.

Unter Firefox kann man schnell nachschauen, welche Daten unverschlüsselt geladen werden. Klicke dazu mit der rechten Maustaste irgendwo in die Administration (nur nicht auf einen Link :P) und wähle Seiteninformationen anzeigen.

Unter dem Reiter Medien kannst du dir dann anschauen, woher sämtliche Daten geladen wurden. Diejenigen, bei denen kein https angegeben wird, wurden über einen unverschlüsselte Verbindung übertragen, was aber in der Regel nicht weiter schlimm ist:

Ab sofort ist dein WordPress noch etwas sicherer gegen Angreifer. Diese können aufgrund der Verschlüsselung keine sensiblen Daten mehr abfangen.

Über den Autor dieses Artikels

Mein Name ist Patrick Gotthard und in meinem Blog beschäftige ich mich vor allem mit HTPCs (auch MediaPCs oder Wohnzimmer-PCs genannt) und diversen Software-Themen (Programmierung in PHP und Java, Webdesign, WordPress, Linux- und Windows-Betriebssysteme, Softwarevorstellungen). Außerdem berichte ich über interessante Fundstücke aus dem Netz. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir auch mal einen Besuch abstattet.


Über den Autor: caschy

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