FBI späht Tor-Nutzer nach Schlag gegen Kinderpornografie aus

5. August 2013 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

In einem Schlag gegen Pädophilie hat das FBI letzten Sonntag den 28-jährigen Eric Eoin Marques verhaftet. Freedom Hosting, ein Anbieter, der anonymisiertes Hosting anbietet, soll von Marques gegründet worden sein. Auch Tormail und Onionbank gehören zu seinen Diensten, die jetzt offline sind. Bevor die Seiten jedoch offline genommen wurden, verteilten sie fleißig Malware an deren Besucher, die dadurch möglicherweise gar nicht mehr so anonym sind.

Tor_project_logo

Diese Malware leitet Anfragen an die anonymisierten Webseiten an eine Stelle außerhalb Washingtons weiter. Die Möglichkeit, den Nutzer der Seiten zu identifizieren ist dadurch gegeben. Realisiert wird dies über einen Malware Payload, der eine Lücke im Tor Browser ausnutzt.

Auf einer Seite, die man angezeigt bekommt, falls man versucht eine der gelöschten Seiten aufzurufen, wird das verhalten der Malware so erklärt: „The JavaScript zero-day exploit that creates a unique cookie and sends a request to a random server that basically fingerprints your browser in some way, which is probably then correlated somewhere else since the cookie doesn’t get deleted. Presumably it reports the victim’s IP back to the FBI.

Ein Schlag gegen Pädophile ist natürlich immer gern gesehen. Ob das FBI mit der Lahmlegung eines halben Netzwerks zu weit geht ist durchaus möglich. Tormail wird beispielsweise auch von Journalisten genutzt, um auf allen Seiten eine Anonymität zu gewährleisten. Inwieweit die Daten der möglicherweise enttarnten Nutzer gegen diese verwendet werden und ob überhaupt, ist nicht bekannt.

Das Tor Project distanziert sich in der Zwischenzeit von einer Verbindung zu Marques oder Freedom Hosting. Gleichzeitig verspricht man einen schnellen Fix für die Lücke im Tor Browser, die dafür verantwortlich ist, das Malware eingeschleust werden kann.


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Über den Autor:

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