EU-Kommissar Oettinger: Wahrscheinlich keine Roaming-Gebühren ab dem 2. Quartal 2017

23. Juni 2015 Kategorie: Mobile, geschrieben von:

Roamig-Gebühren im Mobilfunk innerhalb der EU sollen wieder einmal wegfallen. Diese Aussage hören wir seit Jahren, passiert ist es aber noch nicht. EU-Kommissar Günter Oettinger macht den Verbrauchern nun neue Hoffnung. In einem Gespräch erklärte er, dass sich die EU-Kommission, die Regierungen der 28 Mitgliedsländer und das europäische Parlament wahrscheinlich schon sehr bald einigen. Mitte Mai sah dies noch anders aus, auch wenn die Informationen zu diesem Zeitpunkt nicht vollständig korrekt waren.

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Oettingers Aussage im Wortlaut:

„Ab dem zweiten Quartal 2017 werden die Roaming-Gebühren in der EU wahrscheinlich wegfallen. Darauf werden sich EU-Kommission, die Regierungen der 28 Mitgliedsländer und das europäische Parlament wahrscheinlich schon sehr bald einigen. Wenn das Ende des Roaming jetzt Mitte 2017 kommt, haben die Firmen ein Jahr mehr Zeit gegenüber der alten Planung, um sich auf die neuen Regeln einzustellen. Und die Verbraucher werden bei der Telekommunikation noch mehr sehen, dass sie vom Binnenmarkt profitieren. Schon bisher sind die Auslandsaufschläge ja extrem gesunken.“

Statt 2016 soll es nun also 2017 passieren. Wie die Umsetzung konkret aussehen wird, ist allerdings nicht bekannt. Ein kompletter Wegfall der Roaming-Gebühren wäre für den Verbraucher sehr begrüßenswert. Dies wird auch gefordert, die Mobilfunkanbieter wehren sich allerdings dagegen. Logisch, wenn ich die Möglichkeit habe 50 MB Daten im Ausland für 3 Euro zu verkaufen, würde ich mich auch wehren, wenn diese Geldquelle plötzlich versiegt.

Wir halten mal an diesem „schon sehr bald“ von Oettingers Aussage fest und werden dementsprechend auch sehr bald wissen, was 2017 nun Phase ist. 2016 werden wir jedenfalls weiterhin einen Aufschlag zahlen, wenn wir unsere Smartphones auch im EU-Ausland verwenden wollen.

Oettinger geht zudem davon aus, dass es in Europa zu zahlreichen Fusionen der Mobilfunkanbieter kommen wird. 280 Anbieter gibt es in den 28 EU-Staaten. Hier wird es seiner Ansicht nach zu Zusammenlegungen der Netze kommen. Auf globaler Ebene wird dies dafür sorgen, dass europäische Telekommunikationsanbieter eine größere Rolle spielen. Gleichzeitig muss aber auch der Wettbewerb gewährleistet sein.

Im Hinblick auf autonome Fahrzeuge befürwortet Oettinger auch die Vergabe von zukünftigen Mobilfunkfrequenzen auf eine Weise, dass autonom fahrende Fahrzeuge auch über Grenzen fahren können, ohne den Kontakt zum Mobilfunknetz zu verlieren. Dies sei zwingend erforderlich, da diese Fahrzeuge auf eine Internetverbindung angewiesen sind:

„Selbstfahrende Autos werden ein wichtiger Markt für Deutschlands Autokonzerne. Aber solche Wagen brauchen den lückenlosen Kontakt zum Mobilfunknetz, um absolut sicher navigieren zu können. Das setzt einen besseren Ausbau der Mobilfunknetze in Deutschland voraus. Es setzt aber auch voraus, dass der Funkkontakt auch beim Überschreiten der Grenzen ohne Unterbrechung aufrechterhalten wird.“
(Quelle: RP Online)

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