Edward Snowden, WhatsApp und Co gegen Telegram

20. Dezember 2015 Kategorie: Backup & Security, Social Network, Software & Co, geschrieben von: caschy

Artikel_TelegramWhistleblower Edward Snowden besitzt einen Twitter-Account. Über diesen kommen gelegentlich Aussagen zur Sicherheit. Ein recht aktueller Retweet fiel mir da ins Auge. Snowden retweete die Aussage einer Person, dass die Nachrichten von Telegram unverschlüsselt auf den Servern des Betreibers liegen würden. Es war ein einfacher Retweet mit kurzer Aussage, infolge dessen sich aber durchaus bekanntere Personen aus dem „Messenger-Geschäft“ einklinkten.

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Snowden kritisiert hier die Standards, die Telegram anwendet. Telegram wird laut Aussagen der Macher von Millionen Menschen genutzt, die meisten von ihnen nutzen aber die normale Chatfunktion und vielleicht sogar öffentliche Gruppen zur Kommunikation, sodass im schlimmsten Falle beim Überwachen der Nutzer herausgefunden werden kann, worüber sich diese unterhalten. Abhilfe schaffen hier die nicht standardmäßigen Secret Chats, die verschlüsselt von Gerät zu Gerät abgehalten werden können (siehe FAQ).

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Das rief natürlich auch Pavel Durov auf den Plan, seines Zeichens Founder und CEO von Telegram. Er warf dem Ersteller der Nachricht vor, Blödsinn zu posten und fragte nach ob dieser für diese Falschaussagen Geld bekommen würde. Zudem gab es noch die direkte Antwort an Edward Snowden, die Person, der Durov 2013 einen Job anbot und sie als persönlichen Helden bezeichnete:

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Durov entgegnete, dass Nutzer, die dem Anbieter nicht trauen oder den Cloud-Sync nicht nutzen wollen, die Secret Chats nutzen können. Ende-zu-Ende verschlüsselte Nachrichten von Gerät zu Gerät – die aber eben nur am entsprechenden Gerät gelesen werden können, nicht an einem Zweitgerät.

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Hier mag es manchmal etwas verwirrend wirken auf den Nutzer. Ein Messenger, der die Sicherheit immer als Marketinginstrument benutzt. Sollte dieser nicht die oberste Sicherheit zum Standard machen, anstatt die sichere Methode optional anzubieten? Klar verliert Telegram massig Komfort durch die Sicherheitsstufe. Aber sollte das nicht bei diesem Produkt an erster Stelle stehen?

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Dann schaltete sich noch Jan Koum ein. Seines Zeichens der Kopf hinter WhatsApp, der sein Unternehmen für Milliarden an Facebook verkaufte. Er nutzte die Gunst der Stunde um noch einmal darauf hinzuweisen, dass WhatsApp keinen Chat-Verlauf auf den Servern speichere – angeblich ein Grund, warum der WhatsApp-Client im Web nur dann arbeite, wenn das Smartphone auch an ist. Eine Aussage, die von einem Telegram-Mitarbeiter öffentlich infrage gestellt wurde, da man Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf mehreren Clients haben könne.

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Auch Open Whisper Systems brachte sich dann noch in das Gespräch ein, die zeichnen sich zum Beispiel für den Messenger Signal verantwortlich (dessen Desktop-Client eine Gmail-Adresse voraussetzt). Auch sie behaupten etwas, was Durov in einem anderen Tweet von sich wies.

Zum Zeitpunkt dieses Beitrages ist die Diskussion ins Stocken gekommen. Neue Erkenntnisse werde ich nachtragen. Festzuhalten bleibt sicherlich: wenn ich vermeintlich sicher kommunizieren möchte, dann nutze ich die bestmöglichen Sicherheitsstufen einer Kommunikationsplattform. Dies ist bei Telegram standardmäßig nicht der Fall. Und während sich die Lauten und die Bekannten aus der Messengerszene via Twitter bekriegen, dürfte sich sicherlich wieder jemand in der Schweiz freuen: Threema. Deren Schutzschilde sind standardmäßig hochgeklappt.

Und ich frage mich derweil bei all dem Rummel: sind eigentlich jemals Einbrüche bei Telegram, WhatApp, Hangouts oder dem Facebook Messenger durchgeführt wurden, welche als Folge das Veröffentlichen von privaten Nachrichten zur Folge hatten?



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Über den Autor: caschy

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