Dieser Chat-Bot gibt auf Wunsch vor, Du zu sein

14. Mai 2016 Kategorie: Social Network, geschrieben von: Benjamin Mamerow

chatbot_FBIn New York fand letztes Wochenende das sogenannte „TechCrunch Disrupt Hackathon„-Event statt, wo sich zahlreiche helle Köpfchen versammelten und Ideen austauschten, wie man diese Welt noch ein Stückchen besser machen könnte. Zumindest wenn dies auf technischer Ebene machbar ist. Eine Sparte, die reichlich neue Vorschläge und Konzepte hervorbringt, sind Apps. Eines dieser App-Konzepte nennt sich „The Chat Bot Club“ und soll auf Wunsch des Nutzers dessen virtuelle Persönlichkeit übernehmen.

Bei der Vielzahl aktueller Chat-Apps und sonstiger Social Media-Dienste wie Facebook, Twitter, Google+ und Co. ist es kaum noch vernünftig möglich, sämtlichen Nachrichten und eventuell dadurch entstehenden Geschichten zu folgen. Die Familie schreibt sich via eigener WhatsApp-Gruppe, die Blogger-Kollegen tauschen sich per Telegram-Messenger aus und der beste Freund besteht darauf, absolut nur noch über Threema kontaktiert zu werden. Arbeitskollegen erleben die tollsten Abenteuer auf Facebook und Du? Du bist froh, wenn dein Smartphone nicht im Sekundentakt wie verrückt vibriert ob der ganzen Benachrichtigungen.

chatbotclub

Und genau für diesen Problemfall hat sich das Team um „The Chat Bot Club“ etwas einfallen lassen: Einen Chat-Bot, der auf Wunsch die virtuelle Persönlichkeit übernimmt und so alle eingehenden Nachrichten beantwortet, ganz so, wie es der reale Nutzer sonst getan hätte. Der Bot bedient sich dabei Cisco Spark und IBM Watson, um das Schreib- und Antwortverhalten des Nutzers zu erlernen und so immer authentischer zu reagieren. Selbst häufig verwendete Emojis erkennt der Algorithmus und nutzt diese in passenden Situationen. Sicher mag die Idee, seine Antworten einem Bot zu überlassen, dem ein oder anderen missfallen. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass mindestens ebenso viele Leser jetzt den Gedanken hegen, sich das Projekt – wenn es denn erfolgreich weitergeführt wird – weiter anzuschauen und für sich zu nutzen.

Irene Chang – eine der Köpfe hinter dem Projekt – äußerte, dass der Plan vorsehe, den Bot für beliebte Dienste wie WeChat, WhatsApp, Kik, den Facebook-Messenger und weitere umzusetzen. Aktuell ist das Programm allerdings noch nicht einsatzbereit. Ich halte die Idee für durchaus interessant und kann mir vorstellen, zumindest gelegentlich mal den Gruppenchat des Kindergartens vom Bot beackern zu lassen.


Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

Benjamin hat bereits 921 Artikel geschrieben.